Arbeitsunfähiger Arbeitnehmer muss sich am letzten Tag bis spätestens 10 Uhr melden ob AU weiterhin besteht

  • Hallo zusammen,


    Ist es rechtens, dass ein Arbeitgeber von seinem Arbeitnehmer verlangt, dass dieser bis um 10 Uhr am letzten Tag der AU sich meldet ob er weiterhin krankgeschrieben ist?


    Eine Gesundmeldung wird auch verlangt, hier konnte ich allerdings schon in Erfahrung bringen, dass ein AN nicht dazu verpflichtet ist.


    Aber was ist, wenn ein AN am letzten Tag der AU erst um 11 Uhr einen Termin beim Facharzt hat? Muss er dann vorher anrufen und sagen: „hey Chef, ich werde vielleicht nachher weiter krank geschrieben?



    Danke schonmal für Eure Hilfe

  • Ich soll Freitag Vormittag wissen, ob ich Montag nochmal zum Arzt gehe? Ich verstehe den Wunsch des AG, für Planungssicherheit zu sorgen, aber das wird pauschal einfach nicht klappen - unabhängig davon ob legitim oder nicht.

  • Abgesehen davon, dass ich hier als BR eine Mitbestimmung wg Ordnungsverhaltens reklamieren würde, wäre das mit oder ohne eine BV rechtswidrig.


    Denn von den AN kann ganz schlicht natürlich nur verlangt werden, was real leistbar ist: In vielen Fällen ist es Freitagvormittag ja faktisch noch gar nicht möglich, eine Feststellung zu einer möglichen AU in der Folgewoche zu treffen.


    Eine

    Gesundmeldung

    unterliegt der selben Logik. (Eine ärztliche Gesundschreibung gibt es ja eh nicht)


    Die unverzügliche Mitteilungspflicht regelt das Gesetz. Wenn also im Laufe der Vorwoche klar ist, dass man in der Folgewoche weiter AU ist, muss man das nach Kenntnis ohne schuldhaftes Verzögern dem AG melden. Das kann dann auch schon der Montag sein... Selbst bei Klarheit einer AU ist die Forderung also überflüssig wie ein Kropf.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Danke für Eure zahlreichen Antworten, leider gab es da einen kommunikationsfehler.


    Es geht hier nicht um Freitags und Montags, das verlangt der AG zwar auch, meine Frage war anders gemeint.


    Beispiel: AN ist bis Donnerstags AU und geht Donnerstags zum Arzt um mit dem Arzt darüber zu reden ob eine Folge AU ausgestellt wird, muss der AN sich dann an dem Donnerstag bis um 10 Uhr beim AG gemeldet haben?

  • Beispiel: AN ist bis Donnerstags AU und geht Donnerstags zum Arzt um mit dem Arzt darüber zu reden ob eine Folge AU ausgestellt wird, muss der AN sich dann an dem Donnerstag bis um 10 Uhr beim AG gemeldet haben?

    wenn die AUB bis Donnerstag geht, dann muss er sich am Donnerstag zu Arbeitsbeginn wieder beim AG melden, da er ja nicht zur Arbeit erscheint.


    Wenn die AUB bis einschließlich Donnerstag gilt, dann muss er sich spätestens am nächsten AT zu Dienstbeginn melden. Vorher nur wenn er vorher schon weiß, das er weiterhin AU ist.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Beispiel: AN ist bis Donnerstags AU und geht Donnerstags zum Arzt um mit dem Arzt darüber zu reden ob eine Folge AU ausgestellt wird, muss der AN sich dann an dem Donnerstag bis um 10 Uhr beim AG gemeldet haben?

    Ich würde sagen das der AN sich am Donnerstag bei AG meldet, mit dem Hinweis nochmals zum Arzt zu gehen. Dies sollte eigentlich dem AG reichen um zu erkennen das der AN höchstwahrscheinlich nicht am Freitag zur Arbeit kommt.

    Eine feste Uhrzeit vorzugeben finde ich total übertrieben. Mein Arzt vergibt Termine, und da kann es durchaus passieren das ich, obwohl ich gleich morgens wegen einem Termina angerufen habe, erst Nachmittags zur Sprechstunde kommen kann.

  • ... muss der AN sich dann an dem Donnerstag bis um 10 Uhr beim AG gemeldet haben?

    Das ändert nichts an den vorherigen Einschätzungen: denn auch der Arzttermin am Donnerstag ist nicht rechtzeitig vor 10 Uhr "garantierbar", um bis 10 Uhr eine Rückmeldung geben zu können. Die Forderung der Rückmeldung bis 10 Uhr ist völlig willkürlich, weil die betroffenen AN garnicht selbständig Arzttermine nach ihren Wünschen festlegen können. Und selbst wenn sie gleich morgens einen Termine bekommen würden: Notfall kommt dazwischen und schwupps ist die Zeit gerissen.
    Ich würde die Forderung deswegen zurückweisen.


    Unsicher bin ich mir, ob und ggf. bis wann man überhaupt über so eine Meldung sinnvoll oder akzeptabel wäre.


    Insofern bleibt voll umfänglich gültig, was Fried schrieb: Sofern die AU verlängert (oder natürlich eine neue ausgestellt) wird, ist dies umgehend ("ohne schuldhaftes Verzögern") dem AG mitzuteilen, egal ob das am Morgen oder am Nachmittag des letzten Tages der vorherigen AU passiert oder schon drei Tage vor Ablauf.


    Wenn die AUB bis einschließlich Donnerstag gilt, dann muss er sich spätestens am nächsten AT zu Dienstbeginn melden. Vorher nur wenn er vorher schon weiß, das er weiterhin AU ist.

    Da hat er recht. Vorher melden nur (und dann wie erwähnt umgehend), wenn eine Verlängerung bescheinigt wurde.


    Ich würde sagen das der AN sich am Donnerstag bei AG meldet, mit dem Hinweis nochmals zum Arzt zu gehen.

    Dafür sehe ich keinerlei sachlichen Grund.

    Nicht wenige Erkrankungen, vor allem wenn man deswegen ohnehin nur ein bis drei Tage krank geschrieben wird statt gleich mal für die gesamte Arbeitswoche, klingen auch so wieder ab, ohne dass man erneut zum Arzt geht. Eher lautet die ärztliche Empfehlung dann regelmäßig: "ich schreib sie bis Donnerstag krank, ab Freitag sollte das erledigt sein; ist es das wider Erwarten nicht, kommen Sie wieder ..."


    Eine regelhafte oder gar verpflichtende Ansage am letzten Tag der AU, nochmal zu Arzt zu gehen, ist ein völlig sinnfreier Mehraufwand für alle: für den AN, der durch Erkrankung ohnehin schin mehr als üblich belastet ist, für den AG und auch für die Arztpraxen.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Scheeks () aus folgendem Grund: Tippfehlerchen eliminiert

  • Eine regelhafte oder gar verpflichtende Ansage am letzten Tag der AU, nochmal zu Arzt zu gehen, ist ein völlig sinnfreier Mehraufwand für alle: für den AN, der durch Erkrankung ohnehin schin mehr als üblich belastet ist, für den AG und auch für die Arztpraxen.

    Wieso ist das ein Sinnfreier Mehraufwand? Wenn ich am Donnerstag merke das ich am nächsten Tag nicht arbeiten gehen kann und eine Verlängerung der AU brauche. Wieso sollte ich damit bis Freitag warten?


    Folgeerkrankungen müssen unverzüglich gemeldet werden
    Arbeitnehmer sind gesetzlich verpflichtet, ihrem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen, dass sie krank sind und wie lange sie voraussichtlich krank…
    www.igmetall.de

    Einmal editiert, zuletzt von Kehler ()

  • Beispiel: AN ist bis Donnerstags AU und geht Donnerstags zum Arzt um mit dem Arzt darüber zu reden ob eine Folge AU ausgestellt wird, muss der AN sich dann an dem Donnerstag bis um 10 Uhr beim AG gemeldet haben?

    Nochmal, die AU-Meldung muss unverzüglich erfolgen, und zwar natürlich nach der ärztlichen Feststellung der weiteren AU (vorher kann man es ja nicht wissen). Eine feste Uhrzeit ist und bleibt also rechtswidriger Quatsch.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Fried ()

  • Gleichwohl besteht die Verpflichtung, sich ebenso unverzüglich (eine feste Uhrzeit ist wirklich nicht vorschreibbar) "krank" zu melden, wenn man glaubt, arbeitsunfähig erkrankt zu sein. Dieselbe Anforderung wie bei der ersten Krankmeldung besteht auch bei Verlängerungen. Das ist eine zusätzliche, von der AU losgelöste Anforderung aus dem Gesetz.

    Sobald ich also (vollkommen unabhängig von einer AU des Arztes) davon ausgehe, dass ich morgen nicht zur Arbeit komme, dann muss ich mich beim AG melden.

    Es ist natürlich nicht umsetzbar, dass ich mich am Vortag bis 10 Uhr entschieden haben muss. Aber in den wenigsten Fällen gehe ich zum Arzt um feststellen zu lassen, dass ich wieder kerngesund bin. Sobald ich also den "Entschluss" fasse, noch mal zum Arzt zu gehen, weil ich mich noch nicht arbeitsfähig fühle, muss ich unverzüglich den AG informieren.

  • Eine feste Uhrzeit ist und bleibt also rechtswidriger Quatsch.

    Würde eine feste Uhrzeit nicht auch zusätzlich gegen die Privatsphäre verstoßen? Denn wenn der AN immer anruft und sagt ich gehe nochmal zum Arzt und bespreche dann ob es eine AU gibt oder nicht, dann würde er sich doch damit rechtfertigen was er in der Privatzeit macht.


    Sobald ich also den "Entschluss" fasse, noch mal zum Arzt zu gehen, weil ich mich noch nicht arbeitsfähig fühle, muss ich unverzüglich den AG informieren.

    Ist das wirklich so? Wenn ein AN in der Lage wäre einzuschätzen ob er Arbeitsfähig ist, wäre er dann nicht Arzt geworden?

    Genau aus dem Grund gehe ich doch zu einem Arzt um dem die Einschätzung zu überlassen.


    Hier entsteht für mich folgendes Problem, AN ruft um 10 Uhr morgens wie verlangt an und sagt, mir geht es noch nicht besser, ich gehe nochmal zum Arzt. AG plant folglich ohne AN. Um 14 Uhr sagt der Arzt, ich habe da noch eine andere Tablette für Sie, damit können Sie auf jedenfall Morgen arbeiten gehen, oder Chirurg sagt, oh Ihre Operationswunde ist doch schon zugeheilt, Sie können morgen arbeiten gehen, und nun?

    Einmal editiert, zuletzt von Manukahonig () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Manukahonig mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • und nun?

    Dann gehe ich zur Arbeit. Das wird von mir vertraglich verlangt und ohne AU habe ich keine Möglichkeit, mich dem zu widersetzen und der AG keine Möglichkeit, mich ohne Lohnzahlung wieder nach Hause zu schicken.

    Ich würde vermuten, dass auch die Rücknahme der vermuteten Arbeitsunfähigkeit (mindestens der Höflichkeit halber) zu berichten wäre, um dem AG ein frühzeitiges Umplanen zu ermöglichen.

    Die Einschätzung, dass du (vermutlich) arbeitsunfähig erkrankt bist, hast du dir am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit doch auch zugetraut, als du beschlossen hast, nicht zur Arbeit sondern zu einem Arzt zu gehen.


    Wenn ein AN in der Lage wäre einzuschätzen ob er Arbeitsfähig ist, wäre er dann nicht Arzt geworden?

    Die Kernkompetenz von Ärzten ist übrigens nicht die Feststellung von "krank" sondern die Beseitigung von "krank".

    Du bist ja auch kein Polizist geworden, obwohl du selber feststellst, dass du nach acht Bier nicht mehr Auto fahren kannst.

  • Wieso ist das ein Sinnfreier Mehraufwand? Wenn ich am Donnerstag merke das ich am nächsten Tag nicht arbeiten gehen kann und eine Verlängerung der AU brauche.

    Das ist doch aber ein etwas anderer Sachverhalt als jener, den du zuvor formuliert hattest:


    Ich würde sagen das der AN sich am Donnerstag bei AG meldet, mit dem Hinweis nochmals zum Arzt zu gehen.

    (Fettung von mir)

    Wozu bitte eigens beim AG melden und mitteilen, dass man zum Arzt geht? <- DAS halte ich für sinnfrei. Sorry, wenn ich dies evtl. nicht deutlich genug dargestellt hatte.
    In wirklich jeder Hinsicht völlig ausreichend ist es doch, die Verlängerung der AU an den AG zu melden, falls dies das Ergebnis des Arztbesuchs ist.


    Am Ende ist das aber nebensächlich, denn die konkrete Frage war ja, ob man am letzten Tag der bescheinigten AU zwingend bis 10 Uhr an den AG melden habe, ob man weiter krank sei ... aus geschilderten Gründen wird das gar nicht regelhaft möglich sein und ist nicht zuletzt deswegen Quatsch.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Hier entsteht für mich folgendes Problem, AN ruft um 10 Uhr morgens wie verlangt an und sagt, mir geht es noch nicht besser, ich gehe nochmal zum Arzt. AG plant folglich ohne AN. Um 14 Uhr sagt der Arzt, ich habe da noch eine andere Tablette für Sie, damit können Sie auf jedenfall Morgen arbeiten gehen, oder Chirurg sagt, oh Ihre Operationswunde ist doch schon zugeheilt, Sie können morgen arbeiten gehen, und nun?

    genauso gut kannst Du anrufen, dich gesund melden und dann hast Du am anderen Morgen Magen-Darm.

    und nun? ;)


    der AG kann Dich weder verpflichten zu einer bestimmten Uhrzeit eine eigene Prognose abzugeben, noch Dir vorschreiben nochmal zum Arzt zu gehen.

    Empfehlen darf er das, aber nicht einfach "anordnen"

    Machen kannst Du das natürlich dann, wenn Du das möchtest, aber in der AUB steht ja, wann Du voraussichtlich wieder zur Arbeit erscheinst.

    Auf dieser Grundlage kann der AG doch planen.

    Solange keine neuen Erkenntnisse eintreten, ändert sich ja nichts an der Planungsgrundlage AUB, also brauchst Du auch nicht handeln.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Die Einschätzung, dass du (vermutlich) arbeitsunfähig erkrankt bist, hast du dir am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit doch auch zugetraut, als du beschlossen hast, nicht zur Arbeit sondern zu einem Arzt zu gehen.

    Dieser Vergleich hinkt, schon alleine die Grundlagen zwischen Tag 1 (Erstbescheinigung) und Folge AU so wie ich es darstelle sind komplett anders, denn am letzten Tag der bestehenden AU muss ich nicht arbeiten gehen wenn ich falsch liege, dann verlasse ich die Arztpraxis und gehe nächsten Tag arbeiten, bei der Erstbescheinigung, wenn diese nicht ausgestellt wird, dann gehe ich danach zur Arbeit.


    Irgendwann ist im Normalfall mal Schluss mit AU verlängerung, wann genau bestimmt meist der Arzt, gerade bei Chirurgischen Krankmeldungen kann ein Patient kaum voraussagen, wie das Röntgenbild endet.


    Die Kernkompetenz von Ärzten ist übrigens nicht die Feststellung von "krank" sondern die Beseitigung von "krank".

    Du bist ja auch kein Polizist geworden, obwohl du selber feststellst, dass du nach acht Bier nicht mehr Auto fahren kannst.

    Auch dieser Vergleich hinkt, denn hier werden 2 ganz unterschiedliche Maßstäbe gesetzt, mit 8 Bier weiß jeder, dass es nicht erlaubt ist weiter zu fahren. Bei Krankheiten wissen es viele nicht

    Einmal editiert, zuletzt von Manukahonig () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Manukahonig mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Tobias Clausing macht eine einfache Sache sehr kompliziert:

    Ist es rechtens, dass ein Arbeitgeber von seinem Arbeitnehmer verlangt, dass dieser bis um 10 Uhr am letzten Tag der AU sich meldet ob er weiterhin krankgeschrieben ist?

    Die Antwort ist nein, wie er selber auch feststellt:

    (eine feste Uhrzeit ist wirklich nicht vorschreibbar)

    Ergo: Thread beantwortet. Punkt. :* Alles weitere ist Weinbeerlscheisserei.


    Eine Anmerkung aber noch: Man meldet sich weiter krank, wenn arbeitsunfähig erkrankt ist, nicht

    wenn man glaubt, arbeitsunfähig erkrankt zu sein.

    Glauben kann mal viel, die Verlängerung der AUB und damit die tatsächliche Feststellung der weiteren AU ist eine rein ärztliche Obliegenheit. Das mag meist ein Formalismus ein, bleibt aber Fakt.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Alles weitere ist Weinbeerlscheisserei.

    Mit der du übrigens als erster hier angefangen hast. (#4)


    Die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer ist gemäß § 5 EFZG unverzüglich dem AG zu melden. Der ErfK erläutert die Anforderungen in Rn. 5 dazu recht ausführlich. Demnach reicht die subjektive Einschätzung erst einmal aus. Im anschluss an eine ärztliche Untersuchung ist das aber weiter zu päzisieren. Es ist definitv nicht ausreichend, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit erst anzuzeigen, wenn sie ärztlich auch festgestellt wurde.

    Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit und damit des Entgeltfortzahlungsanspruches ist sicherlich alleinige Aufgabe des Arztes.

    Laut ErfK (§ 5 EFZG Rn. 19) ist ebenjene unverzügliche Meldung eine Pflicht, die bei jeder Verlängerung besteht - im Gegensatz zu irgendwelchen Pflichten zur Vorlage der AU.


    Aber lassen wir es beim "Nein" als Antwort auf die Frage im Wortlaut - in der Hinsicht sind wir uns ja alle einig.

  • Mit der du übrigens als erster hier angefangen hast. (#4)

    Das sehe ich anders. Denn die Feststellungen, dass arbeitsrechtlich nur verlangt werden kann, was leistbar ist, und dass die Frage mitbestimmt ist, sind keine Korinthenkackerei. Auch nicht der Hinweis, was das Gesetz zur Meldung sagt.


    Das hier halte ich für weitgehend hinfällig bzw weniger einschlägig bzgl der Frage im Thread:

    Die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer ist gemäß § 5 EFZG unverzüglich dem AG zu melden. Der ErfK erläutert die Anforderungen in Rn. 5 dazu recht ausführlich. Demnach reicht die subjektive Einschätzung erst einmal aus. Im anschluss an eine ärztliche Untersuchung ist das aber weiter zu päzisieren. Es ist definitv nicht ausreichend, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit erst anzuzeigen, wenn sie ärztlich auch festgestellt wurde.

    Warum? Weil es nicht um eine erstmalige AU-Meldung geht, bei der eine AUB noch nicht erforderlich ist, sondern eben um eine Verlängerung der AU mit zwingender AUB. Es kann z.B. durchaus sein, dass die ärztliche und die eigene Einschätzung bzgl einer AU grundsätzlich divergieren, bzw können die bzgl des Zustandes deckungsgleich sein, aber nicht in der Festlegung der Dauer, bzw kann man als AN u.U. sich auch ohne ärztliche Untersuchung grundsätzlich unsicher sein, ob die AU weiter besteht.


    Aber schön, dass man sich im Thread bzgl der Eingangsfrage doch einig ist: Uhrzeit ist Bullshit.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)