Urlaubsplanung - Bervozugte Berücksichtigung AN mit schwerbehinderten Kindern

  • Hallo Zusammen,


    gibt es einen gesetzlichen Anspruch, als Arbeitnehmer der ein schwerbehindertes Kind hat in der Urlaubsplanung vorrangig berücksichtigt zu werden?

    Bisher habe ich nur die generelle Bevorzugung nach § 7 des BUrlGs (... Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen) bei schulpflichtigen Kindern gefunden.

    Gibt es für AN mit Kindern mit Schwerbehinderung gegebenenfalls noch explizitere Regelungen?


    Vielen Dank vorab!

  • gibt es einen gesetzlichen Anspruch, als Arbeitnehmer der ein schwerbehindertes Kind hat in der Urlaubsplanung vorrangig berücksichtigt zu werden?

    So generell betrachtet m.E. sicherlich nicht.


    Man wird da den

    Einzelfall

    betrachten müssen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Auch mir sind keine gesetzlichen Regelungen für den spezifischen, geschilderten Sachverhalt bekannt.
    Man kann und soll aber natürlich auch das "billige Ermessen" nach § 315 BGB im Auge behalten und bei Kollision von Urlaubswünschen wäre der geschilderte Sachverhalt sicher auch in diesem Sinne zu bewerten.


    Aber einen "unbedingten Vorrang" kann man meinem Kenntnisstand nicht geltend machen - und wie bereits erwähnt kommt es auch da wieder auf den konkreten Einzelfall an, also das Kindesalter und die Schwere der gesundheitlichen Beeinträchtigung, wie selbständig ist ds Kind und wie groß der Betreuungsaufwand usw. usw. usw.


    Offen bleibt auch, ob es eine BV im Unternehmen gibt und was diese ggf. für solche Fälle regelt oder zumindest zulässt.
    Vielleicht mal den BR vor Ort fragen ... (?)

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • § 7 des BUrlGs (... Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen)

    Ich persönliche finde schon das dies "unter sozialen Gesichtspunkten" fällt.


    Vielleicht sollte man bezüglich Urlaubsgenehmigung mal eine BV anstreben, die dies regelt.

  • Was soll denn anders sein ob das Kind schwerbehindert ist oder nicht?

    In der Regel benötigt ein AN Urlaub in den Schließzeiten der Schule.

    Es könnte sein, dass in der Schule auch pflegerische Unterstützung gegeben ist, die eventuell Großeltern nicht übernehmen können - im Gegensatz zu einer Betreuung von gesunden schulpflichtigen Kindern. Ist aber natürlich Spekulation, wenn man die persönlichen Umstände, um die es geht, nicht kennt.

    Manchmal reicht freundliches Zähne zeigen - auch lächelnd kann man auf die Rechte hinweisen - und der Schritt zum Gericht ist letzten Endes dann doch nicht notwendig.

  • Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen:

    (...) gibt es einen gesetzlichen Anspruch, als Arbeitnehmer der ein schwerbehindertes Kind hat in der Urlaubsplanung vorrangig berücksichtigt zu werden?

    Es ist sonnenklar, ich denke: auch allen hier im Thread, dass das nicht der Fall ist.


    In einer BV kann/muss man diesem Gesetzespassus Leben einhauchen: Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, daß ihrer Berücksichtigung (...) Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.


    Auch da wird man m.E. nicht pauschal Eltern mit schwerbehinderten Kindern bevorzugen können, sondern die Umstände des Einzelfalles betrachten müssen. Wenn z.B. ein schwerbehindertes Kind special care braucht und das nur durch die Urlaubsnahme machbar ist, wäre das ganz sicher ein zu beachtender sozialer Gesichtspunkt; wenn dieser Bedarf nicht besteht, böte die Schwerbehinderung des Kindes keinen Grund, die Eltern bei der Urlaubsnahme zu bevorzugen.


    D.h. die Schwerbehinderung von Kindern ist auch in einer BV für sich alleine nicht pauschal ein Grund.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried ()

  • Pfried: Schöne Zusammenfassung, danke.


    schwede12: Schwerbehinderung <> Schwerbehinderung!
    Je nach Einzelfall kann der Mehraufwand für die Betreuung minimal oder irrevant sein oder aber ganz massiv. Wenn sich ein schwerbehinderter Mensch nicht allein aus dem Bett bewegen kann, nicht allein essen kann, sich nicht allein anziehen kann, also bei jedem noch so kleinen Weg Begleitung und Unterstützung benötigt, dann ist das eine ganz immense Belastung für die Betreuenden, bei Kindern wegen der psycholgischen Komponente nochmal ein gutes Stück mehr.
    Ich finde es sehr sozial, wenn dies auch im Berufsumfeld der Eltern berücksichtigt wird und sie auch von der Seite im Rahmen des Möglichen Unterstützung und Entlastung erhalten.

    Ist deine Frage "Was soll denn anders sein ob das Kind schwerbehindert ist oder nicht?" damit hinreichend beantwortet?

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Scheeks Du brauchst mich nicht darüber aufklären was eine Behinderung bedeuten kann!


    Ich sehe aber immer noch keinen Grund dies höher zu bewerten wie eine normale Kinderbetreuung!

    Ich brauche zu diesem Zeitpunkt Urlaub und gut ist es als AG steht es mir auch nicht zu., zu bewerten ob Großeltern eine Betreuung vornehmen könnten!

  • Ich gehe nochmal auf min Posting von oben ein.


    schwede12, wenn du mit dem Kind nur in bestimmte Einrichtungen fahren kannst, dann bekommst du für diese auch nur bestimmte "Slots" zugewiesen, zu denen du dann fahren musst - oder eben zu Hause bleibst. HIER ist mal ein Beispiel dafür.


    Das sind die Einzelfälle, von denen ich oben gesprochen habe - und in solchen Fällen würde ich bei Problemen doch eindeutig den MA mit schwerbehinderten Kindern das Erstwahlrecht für Urlaubstermine zugestehen.

  • Hallo schwede12,


    ich helfe Dir da gerne aufs Pferd.


    Wenn die Behinderung eines Kindes durchgehend eine besondere fachliche Pflege, Beschulung und/oder sonstige unterstützende Maßnahme zwingend notwendig macht und durch diese notwendige Maßnahme Terminzwänge entstehen (zB eingeschränkte Verfügbarkeit von Ersatz für Schließzeiten, besondere Betreuung) entstehen für die Urlaubsplanung, kann ein (schwer-) behindertes Kind bei der Urlaubsplanung sehr wohl einen besonderen Anspruch begründen, der vorrangig ggü. nichtbehinderten Kindern iSd § 7 Abs. 1 Satz 1 BUrlG ist.

    Dabei kommt es aber auf die jeweilige Behinderung und deren Auswirkungen im Einzelfall an.

  • Ne tut mit leid aber da ist mir das Wort ,,schwerbehindertes" Kind viel zu allgemein!


    Wie hier schon richtig gesagt wird gibt es besondere Zwänge irgendwelche Termine aufgrund der Schwerbehinderung vorgegeben werden dann gibts auch ein Vorrang bei der Urlaubsplanung aber nicht einfach nur weil das Kind schwerbehindert ist!

  • Der Sachverhalt ist, denke ich, in diesem Thread fachlich geklärt worden. (Skandinavische) Rumholzereien bringen uns keinen Millimeter weiter. Lassen wir es also gut sein.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried ()

  • Der Sachverhalt ist, denke ich, on diesem Thread fachlich geklärt worden. (Skandinavische) Rumholzereien bringen uns keinen Millimeter weiter. Lassen wir es also gut sein.


    kannst Du mal aufhören hier den Oberrichter zu spielen wann ein Thema fertig ist?

  • Scheeks Du brauchst mich nicht darüber aufklären was eine Behinderung bedeuten kann!

    Im Gegenteil: das war sogar ganz ganz dringend nötig! Schade nur, dass du es offenkundig vorsätzlich ignorierst ...
    Da bedarf es wohl eher deutlich mehr Aufklärung als weniger ....!

    kannst Du mal aufhören hier den Oberrichter zu spielen wann ein Thema fertig ist?

    Oha! Wenn man das weiterführt, nimmst du aber umgekehrt für dich dasselbe Recht in Anspruch durch dein Beharren, dass die Frage noch nicht erschöpfend beantwortet sei ...?!?!?!
    Also lass mal deine künstliche Empörung stecken, ok?!

    Konstruktiver Vorschlag: schreib doch mal, welcher Aspekt aus deiner Sicht noch ungeklärt ist. Sicher kann man das dann auch noch sachlich beantworten.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Scheeks es geht nicht darum ob aus meiner Sicht was ungeklärt ist sondern darum ob noch andere Teilnehmer hier vielleicht ihre Meinung äußern wollen.

    Ich glaube nicht, dass ein Forum jemanden braucht der meint bestimmen zu müssen wann ein Thema beendet ist und wann nicht! So jemanden gibt's der Schule und heißt Lehrer ich glaube aber aus dem Alter sind wir hier raus.

  • Scheeks es geht nicht darum ob aus meiner Sicht was ungeklärt ist sondern darum ob noch andere Teilnehmer hier vielleicht ihre Meinung äußern wollen.

    Keine Einwände hierzu.
    Kommt nur halt etwas unglücklich rüber, wenn sich jemand dann wie du äußert und die mehrfach (!) geklärten Hinweise vollständig ignoriert mit einer kruden Behauptung - und diese dann selber "widerlegt" mit einigermaßen denselben Argumenten, die bereits zuvor mehrfach so formuliert wurden.

    Vielleicht hast du ja den einen oder anderen Beitrag übersehen mit deinem Mobilgerät, kann passieren, keine Problem. Aber das ist echt kein Grund für derart massives und aggressives Herumpoltern.


    Ich glaube nicht, dass ein Forum jemanden braucht der meint bestimmen zu müssen wann ein Thema beendet ist und wann nicht!

    Und ich glaube nicht, dass deine subjektive Wahrnehmung zu diesem Punkt Anlass genug für solche persönlichen Angriffe ist. Wenn du mal einen Gang zurückschaltest und entsprechende Formulierungen als ebenso erlaubte Meinungen akzeptieren kannst, wie andere auch deine Meinung akzeptieren sollen, wird das Ganze sicherlich deutlich sachlicher ... da war nichts "bestimmt".


    Und hier noch eine Meinung: m.E. war das nun genug OT und auch du scheint ja mit dem zweiten Absatz in deinem Beitrag #14 alles in allem derselben Ansicht zu sein wie die Anderen vor dir.
    Wie schon vorgeschlagen: wenn für dich was offen ist, sprich es an, aber im Detail und nicht so allgemein, dass die Diskussion unweigerlich von vorn anfangen muss.


    Freundliche Grüße aus Hessen :)

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.