Befristeter Vertrag auslaufen lassen?

  • Hallo Kollegen,

    ich bin's schon wieder mal.

    Bräuchte kurz mal eure Expertise.


    Wir hatten in der Firma diverse Schulungen. Nun ist wieder eine Schulung angesetzt und ich fragte unsere Führung,

    warum ein gewisser Kollege an dieser nicht zur Teilnahme geplant ist.


    Mir wurde daraufhin eröffnet, dass sie sich nicht sicher sind, ob sie den Vertrag dieses Kollegen Herrn H. verlängern bzw. in einen unbefristeten umwandeln.

    Besagter Kollege Herrn H. ist seid ca. 8 Monaten bei uns beschäftigt.


    Seine Hintergrundgeschichte ist etwas durchwachsen.

    Er hat anscheinend in der Vergangenheit öfters und regelmäßig Drogen konsumiert. Koks, Speed und so einen Kram.

    Das hatte er mal zu einen Kollegen Herrn Y. kund getan.


    Er hat öfters Schweißausbrüche, so das er den ganzen Boden voll tropft. Manchmal sieht er auch wie ein Zombie aus. Er produziert so viel Schweiß, dass er sich öfters mal ein Handtuch um den Hals legt.


    Dieses Verhalten deuten meine Vorgesetzten, dass er noch Drogen konsumiert.


    Einen weiteren "Minuspunkt" hat er sich wohl seid kurzem eingehandelt.

    Er wurde auf sein Arbeitsverhalten angesprochen, dass sein Arbeitsplatz wie Sau ausschauen würde.

    Dieses wurde ihm von den Vorgesetzten öfters gesagt.


    Darauf hat er wohl das letzte Mal gesagt, dass er das ja schon so Dreckig übernommen hätte.

    Mir wurde daraufhin ein Bild gezeigt, dass einen sehr verdreckten Arbeitsplatz zeigt.


    Der Kollege Herr W., der diesen Arbeitsplatz so dreckig hinterlassen haben soll, ist aber eigentlich für seine pingelige Ordnung bekannt.

    Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er diesen Arbeitsplatz so hinterlassen hat.

    Der Kollege Herr W. ist eher dafür bekannt, dass er das letzte Staubkorn aus der Fuge saugt.


    Darauf wird nun geschlossen bzw. unterstellt, dass der Kollege H. lügt bzw. den Arbeitsplatz absichtlich dreckig gemacht hat um sich selber besser darzustellen.


    Weiter wurde mir gesagt, dass Herrn H. diese Woche seinen Arbeitsplatz verlassen hätte um ein bestimmtes Medikament von der Apotheke zu holen.

    Als er dann wieder kam, hat er sich anscheinend in Wiedersprüche verstrickt.


    Auch das hat seine Glaubwürdigkeit bei den Vorgesetzten sinken lassen.


    So, und was mache ich nun mit diesen Informationen?

    Habe ich überhaupt ein Mitspracherecht bei irgendetwas? Theoretisch könnte der AG ja einfach den befristeten Vertrag von Herrn H. auslaufen lassen.


    Theoretisch weiß auch niemand, ob er irgendwelche Drogen konsumiert. Und wenn es so wäre.... Betriebssicherheit?

    Auch weiß niemand, ob an besagten Tag Herrn H. doch die Wahrheit gesagt hat und Herrn W. einfach mal einen schlechten Tag hatte und seinen Arbeitsplatz doch unaufgeräumt hinterlassen hat.


    Eigentlich fände ich es sehr schade, wenn sich einfach so von diesem Kollegen getrennt werden würde.


    Meiner Meinung nach müsste die Geschäftsführung mit den direkten Vorgesetzten und Herrn H. ein Gespräch führen, damit dieser weiß wo er ist. Ggf. als milderes Mittel den Vertrag nochmal um 1 Jahr verlängert befristen statt auslaufen zu lassen? So das er sich nochmal beweisen kann?



    Was kann/soll/darf ich tun?

  • Es geht hier um 2 verschiedene Sachverhalte.


    Wenn der AG entscheidet, den befristeten Arbeitsvertrag auslaufen zu lassen, hast du als BR kein Mitbestimmungsrecht. Ironischerweise hättest du das jedoch, wenn der AG den befristeten Vertrag verlängern oder in einen unbefristeten umwandeln will.


    Dagegen hat der Kollege ein Anrecht darauf, bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Förderung der beruflichen Entwicklung teilnehmen zu können, es sei denn, dass dringende betriebliche Gründe oder Weiterbildungswünsche anderer MA dem entgegen stehen. (§19 TzBfG). Das kann ihm der AG nicht mit der Begründung verwehren, dass er den Vertrag möglicherweise auslaufen lassen wird.


    Mehr findest du hier

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Er produziert so viel Schweiß, dass er sich öfters mal ein Handtuch um den Hals legt.

    Dann konsumiere ich auch Drogen.


    So ein Schwachsinn, es gibt Menschen die schwitzen halt sehr viel mehr als andere.

    Dazu gehöre ich auch, aber ich nehme keine Drogen und habe es auch nie.

    Ich weise besonders darauf hin, dass ich es nach wie vor für richtig halte, Arbeiter und Angestellte gut zu bezahlen und sie nicht von oben herab, sondern als gleichberechtigte Vertragsgenossen zu behandeln.

    (Robert Bosch)

    BRV, 9er, ohne Tarif

    und SBV

  • Drogenkonsum zu unterstellen, nur weil jemand stärker schwitzt, und diese Vermutung dann als Basis für eine nicht gewährte Fortbildung herzunehmen, ist nicht mehr weit von Diskriminierung entfernt :(

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Meiner Meinung nach müsste die Geschäftsführung mit den direkten Vorgesetzten und Herrn H. ein Gespräch führen, damit dieser weiß wo er ist.

    er weiß doch wie seine Situation ist?

    der AV läuft aus, das Datum ist ihm bekannt, solange er nichts anders mitgeteilt ist das sein Austrittsdatum aus dem Arbeitsverhältnis.

    Natürlich könnte der AG ihm mitteilen was er plant, machen viele AG aber nicht und schon gar nicht zu einem so frühen Datum wenn der Vertrag nicht verlängert werden soll.

    Ggf. als milderes Mittel den Vertrag nochmal um 1 Jahr verlängert befristen statt auslaufen zu lassen?

    ein milderes Mittel setzt ja voraus dass der MA eine "härtere Strafe" in Aussicht gestellt bekommen hat.

    Das Auslaufen eines befristeten Vertrages ist ja kein Strafe, sondern lediglich die korrekte Erfüllung eines Vertrages.


    Was kann/soll/darf ich tun?

    bezgl. des auslaufenden Vertrages kannst Du natürlich beim AG versuchen für den MA "ein gutes Wort" einzulegen um eine Verlängerung des AV zu erreichen.


    ist evt ein unbefristeter Arbeitsplatz ausgeschrieben, für den der Kollege geeignet wäre?

    Dann könnte er sich darauf bewerben nach §18 TzBfG


    soll der Arbeitsplatz danach wieder mit einem neuen Bewerber besetzt werden?

    sollte er sich auch drauf bewerben, er hat ja 1 Jahr praktische Erfahrung auf genau diesem Arbeitsplatz - bessere Voraussetzungen gehen ja nicht

    -- diese Argumentation hat bei uns schon öfter dafür gesorgt, das AV verlängert wurden, weil der AG sich den Aufwand sparen wollte ein Bewerbungsverfahren durchzuführen

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Um was für eine Fortbildung handelt es sich? Findet die Fortbildung vor oder nach dem möglichen/wahrscheinlichen Auslaufen des AV statt? Nehmen ansonsten alle Kolleg:innen an der Fortbildung teil, oder hat der AG eine Auswahl getroffen? Wenn er eine Auswahl getroffen hat, nach welchen Kriterien? Wie zeitlich umfangreich bzw teuer ist die Fortbildung?


    Was die zwei Sachverhalte betrifft...


    1. Schulung: Eine rechtliche Verpflichtung des AG, allen AN bestimmte Schulungen zukommen zu lassen, sehe ich nicht (außer es handelte sich um Schulungen, die durch höherrangiges Recht vorgeschrieben sind). Das Argument des AG, nicht unbedingt Zeit und Geld in jemanden investieren zu wollen, der/die bald weg ist, finde ich grundsätzlich durchaus nicht unnachvollziehbar. Allerdings besteht - darauf wurde hier schon hingewiesen - Mitbestimmung des BR, und die Befristung alleine kann kein Grund sein, Schulungen zu verwehren. Ob und wie Du die Mitbestimmung hier wahrnehmen willst, musst Du entscheiden (ich für mich würde den Fall eher niedrig hängen).


    2. Auslaufende Befristung: Der AG muss gar nix. Er kann den AV auslaufen lassen. Formell kann der BR hier auch gar nix machen. Informell kann er sich natürlich einsetzen und Vorschläge anbringen (ob und wie... s.o.). Auch hier finde ich (abgesehen von der Schwitz-Geschichte: Hyperhidrose kann unterschiedliche Gründe haben, sind aber auf jeden Fall Anlass für ärztliche Untersuchungen - die sollte der/die AN natürlich angehen, je nach Art der Arbeit wäre aber auch der BÄD einzuschalten) die Gedanken des AG, warum man den AV u.U. nicht verlängern will, durchaus nicht daneben: Es gibt wohl mehrere Ereignisse der Unzuverlässigkeit (einmaliges Verlassen des Arbeitsplatzes ohne Grund, öfter virkommendee unsachgemäßer Umgang mit dem Arbeitsplatz unter - und das finde ich richtig daneben - Beschuldigen eines anderen Kollegen), und es gibt eine unklare gesundheitliche Problematik.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Fried ()

  • Hallo,

    Er hat öfters Schweißausbrüche, so das er den ganzen Boden voll tropft. Manchmal sieht er auch wie ein Zombie aus. Er produziert so viel Schweiß, dass er sich öfters mal ein Handtuch um den Hals legt.

    da sollten medizinische Laien mal ganz vorsichtig sein mit Mutmaßungen. Ich hatte auch mal einen Fall von Hyperhidrose unter meinen Klienten.

    Die Betroffenen leiden eh' schon unter den Begleitumständen und schämen sich oft in Grund und Boden. Da braucht es nicht noch haltlose Spekulationen, die unter Umständen zivil- und strafrechtlich relevant sein könnten.

    Bei Hyperhidrose kämen im Zusammenhang mit Drogen höchstens Entzugssyndrome in Frage, die auch recht langfristig auftreten können.

    Hyperhidrose: Ursachen, Symptome, Behandlung
    Hyperhidrose (krankhaftes Schwitzen) kann am ganzen Körper oder nur an einzelnen Stellen - etwa an den Händen - auftreten. Welche Ursachen es haben kann, unter…
    www.netdoktor.de

  • Da braucht es nicht noch haltlose Spekulationen, die unter Umständen zivil- und strafrechtlich relevant sein könnten.

    Da stimme ich zu. Starkes Schwitzen kann zwar durchaus auch akut bei Speed-Konsum auftreten. Starkes Schwitzen kann aber ebenso eine Nebenwirkung der Einnahme von Antidepressiva sein. Oder ein Symptom einer Hauterkrankung, von Problemen mit der Schilddrüse, usw.usf.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Meiner Meinung nach müsste die Geschäftsführung mit den direkten Vorgesetzten und Herrn H. ein Gespräch führen, damit dieser weiß wo er ist. Ggf. als milderes Mittel den Vertrag nochmal um 1 Jahr verlängert befristen statt auslaufen zu lassen? So das er sich nochmal beweisen kann?

    Das ist eine sehr soziale Sichtweise. Das ehrt Dich. - gewöhn Dir das ab!  8o


    Aber Spaß bei Seite, ein Stück weit ist das durchaus ernst gemeint. So wie es aussieht hast Du hier schon einiges an Zeit, Aufwand und Engagement in diesen "Fall" gesteckt, obwohl da realistisch betrachtet nix zu holen ist.

    Wenn ein Vertrag ausläuft, läuft er aus. Da hat man als BR keinen Einfluss drauf und es bringt überhaupt nix sich an etwas aufzureiben, wo man keinerlei handhabe hat. - Wie beschrieben ist bei der Schulung die Mitbestimmung gegeben und Ihr könnt darüber versuchen diesem MA diese Schulung zukommen zu lassen, aber ist es das was Ihr wollt? - Unter dem Gesichtspunkt, dass der Vertrag trotzdem ausläuft und dann natürlich ein anderer MA die Schulung nicht besuchen kann, weil der der geht den Platz bekommt und der der bleibt nicht? - Wenn die Zahl der Schulungsplätze nicht beschränkt ist und der besagte MA einfach "auch" gehen könnte, kann man da natürlich anders drüber nachdenken.


    ...und das kann ich mir nicht verkneifen:

    Besagter Kollege Herrn H. ist seid ca. 8 Monaten bei uns beschäftigt.


    Er wurde auf sein Arbeitsverhalten angesprochen, dass sein Arbeitsplatz wie Sau ausschauen würde.

    Dieses wurde ihm von den Vorgesetzten öfters gesagt.


    Darauf hat er wohl das letzte Mal gesagt, dass er das ja schon so Dreckig übernommen hätte.

    So, dann sitzt der Herr H. also seit 8 Monaten an einem total versifften Arbeitsplatz. - Hat er das mal reklamiert? Irgendwie um Abhilfe gebeten? nach einem Lappen gefragt?

    Diese Antwort ist so dummdreist, dass sie schon abmahnungswürdig ist. 8 Monate lang hat der Typ es nicht auf die Kette gekriegt seinen eigenen Arbeitsplatz in einen angemessenen Zustand zu versetzen? Als neuer MA (mit Probezeit) und befristetem AV ignoriert es die Aufforderungen seiner Vorgesetzten und schiebt den Zustand des Arbeitsplatzes, für den er seit 8 Monaten verantwortlich ist, auf seinen Vorgänger? - Für den würde ich keinen Finger rühren.


    So ein Schwachsinn, es gibt Menschen die schwitzen halt sehr viel mehr als andere.

    Dazu gehöre ich auch, aber ich nehme keine Drogen und habe es auch nie.

    ...und ich nehm ständig Drogen, schwitze aber nicht. :D

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

    Einmal editiert, zuletzt von Paragraphenreiter () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Paragraphenreiter mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Das ist eine sehr soziale Sichtweise. Das ehrt Dich. - gewöhn Dir das ab! 8o


    Aber Spaß bei Seite, ein Stück weit ist das durchaus ernst gemeint. So wie es aussieht hast Du hier schon einiges an Zeit, Aufwand und Engagement in diesen "Fall" gesteckt, obwohl da realistisch betrachtet nix zu holen ist.

    Danke für Deinen Hinweis, ich werde ihn berücksichtigen, aber die zeitliche Investition war eher vernachlässigbar.

    Das ist alles gestern passiert.

    Ich war grade in der Technik und dort hat mich der Technische Leiter gefragt, ob ich an einen bestimmten Tag eine Spätschicht machen könne.

    Ich fragte daraufhin warum das nötig sei.

    Ich bekam erwidert, dass dann eine Sicherheits/Havarieschulung stattfindet.

    Dann fragte ich, mit wem ich Spätschicht machen werde. Und da fiel der Name des besagten Herrn.


    Er wäre dann der einzige Mitarbeiter, der diese Schulung nicht hätte. Ich fragte daraufhin weiter, warum er denn nicht an dieser Schulung teilnimmt, denn grade bei diesem MA wäre es sehr wichtig, dass er es tut. Es wäre nämlich beinahe schon etwas ziemlich ernstes passiert.

    Und darauf entwickelte sich das oben wiedergegebene Gespräch mit dem Technischen Leiter.

    Am späteren Tag habe ich dann Besuch von der Geschäftsführung bekommen.

    Neben anderen Themen sprach ich dann kurz dieses Thema an.


    Also, wie Du siehst ist mein Zeitliches Investement nicht so hoch gewesen.

    Man kann sagen, dass es sich so ergeben hat.


    Trotzdem finde ich es irgendwie sehr unoptimal, dass der Kollege nicht an der Schulung teilnimmt.

    Mehrkosten würden auch nicht entstehen, denn die Teilnehmerzahl ist egal. Die Leute die uns schulen kommen zu uns in die Firma.


    Darum wollte ich von euch eine Einschätzung haben.

    Danke an alle Beteiligten. Ihr seid mir eine wahre Bereicherung mit euren Antworten und doch teils verschiedenen Sichtweisen.

  • Er wäre dann der einzige Mitarbeiter, der diese Schulung nicht hätte. Ich fragte daraufhin weiter, warum er denn nicht an dieser Schulung teilnimmt, denn grade bei diesem MA wäre es sehr wichtig, dass er es tut. Es wäre nämlich beinahe schon etwas ziemlich ernstes passiert.

    Sorry, dann solltest Du m.E. im Rahmen Deines Mitbestimmungsrechtes nach § 98 (3) BetrVG dringend verlangen, dass dieser AN an der Schulung teilnimmt. Es ist eine sicherheitsrelevante Schulung, es wäre schon fast einmal etwas (lebens)gefährliches passiert!? Dann muss er da hin!


    Der arbeitet u.U. noch monatelang bei Euch (8 Monate da, und was hat er? Einen Vertrag für 1 Jahr oder gar länger?), oder noch viel länger (man scheint sich ja noch unsicher zu sein, ob man ihn nicht doch verlängern wird)...


    Bei der Arbeitssicherheitsproblemtik bei Euch wäre das wohl das Mindeste...

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    2 Mal editiert, zuletzt von Fried ()

  • Er wäre dann der einzige Mitarbeiter, der diese Schulung nicht hätte. Ich fragte daraufhin weiter, warum er denn nicht an dieser Schulung teilnimmt, denn grade bei diesem MA wäre es sehr wichtig, dass er es tut. Es wäre nämlich beinahe schon etwas ziemlich ernstes passiert.

    Ein Nachtrag noch: Hättest Du diese Info von Anfang an geteilt, wären einige Antworten vmtl anders ausgefallen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Als neuer MA (mit Probezeit) und befristetem AV ignoriert es die Aufforderungen seiner Vorgesetzten und schiebt den Zustand des Arbeitsplatzes, für den er seit 8 Monaten verantwortlich ist, auf seinen Vorgänger? - Für den würde ich keinen Finger rühren.

    ich schon, ich sage Dir auch warum:


    Wenn ein Vorgesetzter 6 Monate Probezeit nicht nutzt dem MA "Sauberkeit am Arbeitsplatz" abzuverlangen und trotz mehrfachen anmahnen nichts arbeitsrechtliches in die Wege leitet, dann muss der MA das auch nicht mehr ernst nehmen.

    Ich sehe das analog zur 8 Abmahnung wegen desselben Fehlverhaltens und dann kommt die Kündigung --> da würden wir als BR doch auch den AG fragen ob das ernst meint und den MA zu Kündigungsschutzprozess raten.


    oder würde Paragraphenreiter da auch sagen:

    nach 8 Abmahnungen, für den MA rühr ich keinen Finger :/


    btw: dem Vorgesetzen würde ich auch wegen Untätigkeit mal ein Gespräch zukommen lassen ;)

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Einen Arbeitgeber, der acht mal folgenlos abmahnt und einen Mitarbeiter, der achtmal abgemahnt wird, ohne Konsequenzen daraus zu ziehen...


    ...ich glaube, ich würde mir für den Termin am Arbeitsgericht frei nehmen.


    Das haben die beide komplett versemmelt, denen ist nicht mehr zu helfen.

  • Nochmal: Wegen einer eventuellen Nichtverlängerung des AV würde ich ebenfalls nicht allzu aktiv werden. Aber:

    Es ist eine sicherheitsrelevante Schulung, es wäre schon fast einmal etwas (lebens)gefährliches passiert!? Dann muss er da hin! Der arbeitet u.U. noch monatelang bei Euch (8 Monate da, und was hat er? Einen Vertrag für 1 Jahr oder gar länger?), oder noch viel länger (man scheint sich ja noch unsicher zu sein, ob man ihn nicht doch verlängern wird)...

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Ich habe schon etwas erreichen können.

    Ich habe mit dem Technischen Leiter gesprochen, dass er es allen MA ermöglichen soll, an dieser Schulung teilzunehmen.
    Dann muss er eben die Minijobber als Aushilfe aktivieren.

    Sollte das nicht machbar sein, wollte ich morgen/übermorgen eine Regelungsabrede mit dem AG treffen, dass die Mitarbeiter, die diesen Monat diese Schulung nicht bekommen, diese Schulung im 1 Quartal des neuen Jahres nachholen sollen.


    Dann muss der AG nochmals in die Tasche greifen und die Leute kommen lassen.

    So wäre jetzt mein Lösungsansatz.

  • eine Regelungsabrede mit dem AG treffen

    Regelungsabreden betreffen nur die Zusammenarbeit von BR und AG. Daraus ergibt sich für die MA nie ein Anspruch.

    Der AG kann aber eine solche Zusage öffentlich machen. Dann haben alle MA einen individuellen Anspruch darauf.

    Oder ihr schreibt eine spezifische BV dazu. Dann ergibt sich für die MA ein Anspruch auf Erfüllung und für euch auch einer auf Umsetzung.

    Oder ihr einigt euch generischer auf eine umfassende BV zu Schulungsgrundlagen und -ansprüchen. Dann habt ihr längere Zeit Ruhe.

  • BV zu Schulungsgrundlagen

    Das wäre der Königsweg, aber die Schulung ist schon diesen Monat. Und ich habe alle Hände voll zu tun.

    Ich denke nicht, dass ich das bis dahin schaffe.


    Und die Regelungsabrede kann ich doch auch durchsetzen. Zwar der Mitarbeiter nicht direkt, aber ich als BR doch wohl schon.


    Bzw. lass es mich anders formulieren:

    Macht es Sinn, eine "Einmalige" Betriebsvereinbarung zu erstellen, die in spätestens 4 Monaten erfüllt ist und somit sonst keinen Wert mehr hat.

    1er BR - kein Tarifvertrag

    Einmal editiert, zuletzt von mMan85 ()

  • Ich habe mit dem Technischen Leiter gesprochen, dass er es allen MA ermöglichen soll, an dieser Schulung teilzunehmen.

    ist das auch die Meinung des AG, will er die Lehrgänge zur Verfügung stellen oder ist das nur der technische Leiter, der dich damit beruhigen will?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • ist das auch die Meinung des AG, will er die Lehrgänge zur Verfügung stellen oder ist das nur der technische Leiter, der dich damit beruhigen will?

    Der Technische Leiter bucht die Lehrgänge.

    Morgen, spätestens übermorgen werde ich ja sehen wie es ermöglicht werden soll, laut Technischen Leiter.

    Je nach dem wie das Ergebnis ausfällt, wird eine entsprechende Regelungsabrede mit der GF erstellt.