Anhörung Kündigung

  • Hallo zusammen.

    Im August wurde einem einem Leiter der Enwicklung bei uns gekündigt. Wir hatten als BR lediglich die Information bekommen das die GF den Mitarbeiter als Leitenden Angestellten angesehen hatte.

    Im Nachgang wurde mir bewusst das dieser kein Leitender Angestellter sein konnte was sich nun bestätigt hat.

    Denn dieser Mitarbeiter hat wohl Kündigungsschutzklage eingereicht und dabei unter anderem geltend gemacht das dieser eben kein Leitender Angestellter sei und entsprechend der BR auch nicht ordnungsgemäß Angehört wurde.


    Unsere Personalchefin hat mir nun eine Anhörung zukommen lassen diesen Mitarbeiter erneut kündigen zu wollen.

    Aus der Anhörung ergibt sich das dieser auf Grund Umstrukturierung erneut gekündigt werden soll weil nunmehr der neue Geschäftsführer diese Position inne hat und somit sein Arbeitsplatz weggefallen wäre.

    Von der Umstrukturierung wurden wir in keiner weise informiert.

    Aus der Anhörung ergibt sich das dem Mitarbeiter kein anderer Arbeitsplatz angeboten wurde obwohl wir eine Position zu besetzen hätten für die der Mitarbeiter die Qualifikation hätte.

    Es wurde im auch kein andere Arbeitsplatz angeboten der unter geänderten Vertragsbedingungen möglich wäre.


    Daher würde ich gern der Kündigung nach §102 Abs. 3 Nr. 3, 4, und 5 widersprechen.


    Reicht es wenn ich in dem Widerspruch angebe das eben deren Angaben fehlen und den Arbeitsplatz angebe den der Mitarbeiter hätte besetzen können ?


    Gruß

    Hafenkasper

  • Zuerst würde ich die Mangelhaftigkeit der Anhörung feststellen, die damit nicht ordnungsgemäß ist, da wichtige Informationen vom AG unterschlagen werden. Der AG informiert nicht über die Art der Umstrukturierung, und er verschweigt, dass es eine andere mögliche und offene Stelle gibt.


    Dann kommen die Ablehnungsgründe, zu jedem § jeweils einzeln begründet: § 102 (3) Nr 3 mit Nennung des konkreten freien Arbeitsplatzes, hilfsweise ergänzt durch die Nr 4+5.


    Kommt aber nicht auch noch Nr 1 in Frage? Dass es eine freie Stelle gibt, die der AN besetzen könnte, legt nahe, dass es vergleichbare AN geben könnte, unter denen eine Sozialauswahl hätte gemacht werden müssen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Fried ()

  • Aus der Anhörung ergibt sich das dieser auf Grund Umstrukturierung erneut gekündigt werden soll weil nunmehr der neue Geschäftsführer diese Position inne hat und somit sein Arbeitsplatz weggefallen wäre.

    Von der Umstrukturierung wurden wir in keiner weise informiert.

    da stellt sich doch die Frage: wurde die Mitbestimmung des BR umgangen?

    Sollte die Umstrukturierung nicht haltbar sein, weil die MBR des BR nicht beachtet wurden, dann gäbe es die Stelle des Entwicklungsleiters noch und die Kündigung dürfte alleine deshalb schon nicht haltbar sein.

    --> man mag mich des Unwissens schelten, aber das wäre als BR mein zweiter Ansatz in dieser Konstellation

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    2 Mal editiert, zuletzt von Randolf ()

  • da stellt sich doch die Frage: wurde die Mitbestimmung des BR umgangen?

    Inwiefern betrifft eine Umstrukturierung unterhalb der Schwelle der Betriebsänderung die Mitbestimmung des BR?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Inwiefern betrifft eine Umstrukturierung unterhalb der Schwelle der Betriebsänderung die Mitbestimmung des BR?

    Das kommt darauf an in wie weit sich Arbeitsplätze/Abläufe in Bezug auf Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Arbeitsstättenverordnung, Ordnung im Betrieb, Berufsbildungsbedarf usw. usw. ggf. ändern und jeweils Mitbestimmungsrechte tangieren können. :D

    ...aber mir ist klar was Du meinst und Überlegungen in diese Richtung halte ich auch nicht unbedingt für zielführend.

    Ablehnungsgründe, zu jedem § jeweils einzeln begründet: § 102 (3) Nr 3 mit Nennung des konkreten freien Arbeitsplatzes, hilfsweise ergänzt durch die Nr 4+5.

    Reicht es wenn ich in dem Widerspruch angebe das eben deren Angaben fehlen und den Arbeitsplatz angebe den der Mitarbeiter hätte besetzen können ?

    Bei der Begründung einer Ablehnung einer Kündigung ist die Frage "reicht das?" eigentlich immer mit nein zu beantworten. - Diese Begründungen können gar nicht detailliert und ausführlich genug sein.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser