Stellenbeschreibung soll geändert werden - Stellenausschreibung kommt

  • Hallo zusammen!


    Im Unternehmen gibt es zwei Teams die exakt die gleiche Aufgabe haben und mit jeweils 7 Mitarbeitern geführt werden. Im Team A ist eine Teamleiterin die für das Team fachlich und disziplinarisch tätig ist. Im Team B nennt sich diese Position "Teamcaptain" und war usprünglich mal als Vertretung für die Teamleiterin geschaffen worden, um den Mitarbeiter an die Stelle des Teamleiters zu entwickelt. Der Mitarbeiter führt das Team seit knapp 5 Jahren eigenverantwortlich und beide vertreten und unterstützen sich gegenseitig. Das Aufgabengebiet ist bei beiden gleich. Durch eine Umstrukturierung im Management soll die Jobbezeichnung als Teamcaptain künftig wegfallen und ein Posten als Teamleiter geschaffen werden. Im Aufgaben und Verantwortungsbereich wird sich für den jetzigen Teamcaptain nichts ändern.Lediglich könnte er hier eine Gehaltserhöhung verhandeln.


    Muss der Arbeitgeber diese "neue" Stelle ausschreiben, so dass sich der Teamcaptain als Teamleiter bewerben muss? Was passiert, wenn der Mitarbeiter für die Stelle nicht genommen wird. Im AV ist vereinbart, dass er als Teamcaptain tätig ist.


    Der BR ist hier etwas ratlos. Welche Argumente gibt es dafür, dass einfach die Stelle umgewidmet wird und der MA einen neuen Titel (und) Gehalt bekommt?


    Danke für Eure Einschätzung.

  • Sich selbst auf seine eigene Stelle welche einen anderen Namen bekommen hat gibt es bei uns im Unternehmen nicht.
    Vielleicht braucht man einfach nur einen Zusatz zum bestehenden Arbeitsvertrag wo da ein Teamleiter aus dem Teamcaptain wird.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Verständnisfragen: Die Stelle bleibt gleich, nur der Name ändert sich? Also "Leitung" statt "Captain"? Gibt es Eingruppierungsrichtlinien, und beinhaltete das eine Höhergruppierung?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Verständnisfragen: Die Stelle bleibt gleich, nur der Name ändert sich? Also "Leitung" statt "Captain"? Gibt es Eingruppierungsrichtlinien, und beinhaltete das eine Höhergruppierung?

    Ja, die Stelle bleibt die gleiche, es wird nur der Name geändert und warscheinlich auch eine Gehaltsanpassung. Diese Anpassung wird angestrebt, damit sie nicht nur von der TItelbezeichnung, sondern auch vom Gehalt gleich ist wie die andere Teamleiterin


    habt ihr den eine entsprechende BV das bei euch "interne Stellenausschreibungen" erfolgen müssen?

    Nein, eine solche BV existiert nicht. Es wird bei uns immer erst intern ausgeschrieben und dann extern, falls sich kein passender Kandidat findet oder von vornerein klar ist, dass für eine bestimmte Stelle kein Potenzial in der Firma vorhanden ist.


    Sich selbst auf seine eigene Stelle welche einen anderen Namen bekommen hat gibt es bei uns im Unternehmen nicht.
    Vielleicht braucht man einfach nur einen Zusatz zum bestehenden Arbeitsvertrag wo da ein Teamleiter aus dem Teamcaptain wird.

    Völlig richtig. Eine solche Anpassung wird dann auch gemacht.

    2 Mal editiert, zuletzt von Hurzel2004 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Hurzel2004 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • 1. Es muss keine BV zur internen Ausschreibung geben, es reicht, wenn der BR diese für die Zukunft für alle Stellen fordert.


    2. Wenn eine Gehalts"anpassung" vorgenommen wird, spricht das für eine Versetzung auf eine höherwertige Tätigkeit, hier von stellv. Teamleitung (Captain) zur Teamleitung. Wenn man als Captain faktisch schon leitet, obwohl man nominell der Teamleitung eigentlich nicht gleich-, sondern unterstellt ist, ist die Versetzung aber (ohne Beteiligung des BR) wohl auch faktisch schon erfolgt.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Wenn eine Gehalts"anpassung" vorgenommen wird, spricht das für eine Versetzung auf eine höherwertige Tätigkeit, hier von stellv. Teamleitung (Captain) zur Teamleitung.

    Weiß nicht, wo ist denn hier die "erhebliche Änderung der Bedingungen unter denen die Arbeit zu leisten ist"?

    Im Aufgaben und Verantwortungsbereich wird sich für den jetzigen Teamcaptain nichts ändern. Lediglich könnte er hier eine Gehaltserhöhung verhandeln.

    Ich glaube kaum, dass eine Änderung der Bezeichnung dafür ausreicht (zumal der Unterschied marginal ist, da sowohl "Leitung", als auch "Captain" jeweils einen "vorgesetzten Rang" implizieren). Auch eine "Gehaltserhöhung bei gleichbleibender Tätigkeit" kann ich irgendwie nicht als Versetzung sehen. - Auch die Kombination aus beidem, also marginale Änderung der Bezeichnung + Gehaltserhöhung bei gleichbleibender Tätigkeit, ist mMn keine Versetzung.

    Wenn man als Captain faktisch schon leitet, obwohl man nominell der Teamleitung eigentlich nicht gleich-, sondern unterstellt ist, ist die Versetzung aber (ohne Beteiligung des BR) wohl auch faktisch schon erfolgt.

    Auch da wäre ich mir nicht so ganz sicher. Also ob das tatsächlich ohne Beteiligung des BR stattgefunden hat, weil:

    Im Team B nennt sich diese Position "Teamcaptain" und war usprünglich mal als Vertretung für die Teamleiterin geschaffen worden, um den Mitarbeiter an die Stelle des Teamleiters zu entwickelt.

    ...wahrscheinlich soll es entwickeln heißen, aber inhaltlich heißt das ja, dass das was jetzt stattfindet von Anfang an geplant war. - Also dass ein MA die Position "Teamcaptain" bekommt, um in diesem Rahmen als "Teamleiter" eingelernt/entwickelt zu werden. - Wer sagt denn, dass der BR da nicht beteiligt war und so einem Prozedere zugestimmt hat? - Also quasi "Versetzung auf die Stelle "Teamcaptain" wo der MA zunehmend mehr Aufgaben und Verantwortung übernimmt, bis er vollwertiger Teamleiter ist". - Ist ja nicht so, dass man dem nicht zustimmen könnte.


    Eigentlich ist das ja ein "guter Plan" und wie das oft mit guten Plänen ist, kommen die in eine Schublade (gedanklich Haken dran - man hat ja einen Plan) und man hat sie nicht mehr auf dem Schirm, bis man 5 Jahre später die Schublade zufällig aufmacht und denkt "Oh, da war ja was. - Der leitet ja jetzt schon seit Jahren eigenverantwortlich, da ziehen wir das mit dem "Teamleiter" eben schnell durch".

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Weiß nicht, wo ist denn hier die "erhebliche Änderung der Bedingungen unter denen die Arbeit zu leisten ist"?

    Die Notwendigkeiten einer Umgruppierung ist in der Regel ein starkes Indiz für eine Versetzung.


    Wenn jemand eine stellv. Leitung ist, dann aber selbst die Leitung übernimmt, und so hört es sich hier an, damit eine höhere Verantwortung übernimmt, ist das ganz sicher eine Versetzung.

    Ich glaube kaum, dass eine Änderung der Bezeichnung dafür ausreicht.

    Das hat niemand behauptet. Die Tätigkeit muss sich ändern.

    ...wahrscheinlich soll es entwickeln heißen, aber inhaltlich heißt das ja, dass das was jetzt stattfindet von Anfang an geplant war. - Also dass ein MA die Position "Teamcaptain" bekommt, um in diesem Rahmen als "Teamleiter" eingelernt/entwickelt zu werden.

    Inwiefern spricht ein Plan, jemanden einzustellen, um ihn/sie für eine höhere Position (von stellv. Leitung zu Leitung) mit den entsprechenden Aufgaben zu entwickeln, gegen eine Versetzung, wenn die Person sich entsprechend positiv bewährt hat und dann tatsächlich in die höhere Position kommen soll?


    Wenn ich z.B. heute Stellvertreter der Leitenden Psychologin werde mit dem Ziel, (bei entsprechender Bewährung) deren Posten bei ihrer Berentung in 5 Jahren zu übernehmen, dann bleibt die Übernahme der Leitungsstelle natürlich eine Versetzung

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Wenn ich z.B. heute Stellvertreter der Leitenden Psychologin werde mit dem Ziel, (bei entsprechender Bewährung) deren Posten bei ihrer Berentung in 5 Jahren zu übernehmen, dann bleibt die Übernahme der Leitungsstelle natürlich eine Versetzung

    Selbstverständlich ist es das. Ich sage ja auch nicht, dass es keine Versetzung sein kann. - Ich meine lediglich, dass ich nicht zwangsläufig von einer Versetzung ausgehen würde.

    Als vor vielen Jahren ein MA zum "Teamcaptain" wurde, war das sicher eine Versetzung. Da wäre es jetzt interessant zu wissen, was da genau mit MA & BR vereinbart wurde. Es ist ja möglich, dass man da schon einen "fließenden Übergang", vom MA über den Teamcaptain zum Teamleiter, vereinbart hat.

    In der Theorie wirft das sicher einige interessante Fragen auf:

    Wenn man bei einem "fließenden Übergang" zunehmend immer mehr Aufgaben und Verantwortung übernimmt, ändert sich durch jede neue Aufgabe und Verantwortlichkeit die Tätigkeit, ist das dann jedes Mal eine Versetzung? - Oder ist jeweils eine einzelne neue Aufgabe und/oder Verantwortlichkeit als Änderung der Tätigkeit nicht "erheblich" genug, um eine Versetzung darzustellen? So dass der AG eine Versetzung quasi "erschleichen" kann, indem er immer nur einzelne Aufgaben ändert die jeweils für eine Versetzung nicht erheblich genug sind und nach ein paar Jahren arbeitet der MA dann was völlig anderes, ohne versetzt worden zu sein? - Irgendwie klingt das beides nach absolutem Bullshit.  :D

    Für mein Verständnis ist die logische Konsequenz daraus, dass man so einen "fließenden Übergang" schon im Rahmen der ursprünglichen Versetzung regeln muss.

    Vielleicht liege ich vollkommen falsch (das sollte man nie ausschließen), aber ich meine zu erkennen was man hier eigentlich tun wollte, nämlich einen MA zum Teamleiter machen, indem man ihn in einer Übergangsphase Schrittweise an diese Tätigkeit heranführt. - und ich maße mir mal an zu behaupten, dass man das richtigerweise folgendermaßen umsetzen sollte: Schon in der ursprünglichen Versetzung wird der MA auf die Stelle "Teamleiter" versetzt, ergänzend wird eine Übergangs-/Einlernphase vereinbart (korrekter Weise mit einer definierten Dauer) in welcher der MA zunehmend immer mehr Aufgaben und Verantwortung übernimmt und unter der Bezeichnung Teamcaptain geführt wird. - Die Dauer dieser "Übergangs-/Einlernphase" als "Teamcaptain" muss man deshalb vorher definieren, weil das Ende der dieser "Übergangs-/Einlernphase" natürlich das eigentliche Datum der Versetzung darstellt.

    Idealerweise hätte man dann als BR zwei Dingen zuzustimmen (oder halt auch nicht) nämlich der betrieblichen Bildungsmaßnahme "Übergangs-/Einlernphase als Teamcaptain" und der unmittelbar auf die Bildungsmaßnahme folgende Versetzung auf die Position Teamleiter. - Warum sollte ich als BR einer Versetzung, die im Anschluss an eine Qualifizierungsmaßnahme und damit relativ weit in der Zukunft stattfinden soll, nicht zustimmen? "Des daurt mir zo lang" ist ja kein Widerspruchsgrund :D


    Fazit von all meinem Geschreibsel: Hurzel2004 schaut mal in das Protokoll von damals, was da beschlossen wurde, als der Kollege "Teamcaptain" wurde.

    ...und ich glaube der "Teamcaptain" an sich ist der Kern Eures Problems. - Denn der "Teamcaptain" ist seiner Natur nach viel eher eine "betriebliche Bildungsmaßnahme" als eine "Stelle". - wie sollte denn eine Stellenbeschreibung aussehen, wenn die Aufgaben und Verantwortlichkeiten nach einem Jahr vollkommen andere sind, als nach nur einem Monat als "Teamcaptain"? - Bei einer Bildungsmaßnahme liegt es ja in der Natur der Sache, dass man ständig neue Dinge lernt und auch anwendet, also dass sich die "Tätigkeit" ständig weiterentwickelt und damit auch ändert. - und das erklärte Ziel dieser ganzen "Teamcaptain"- Nummer ist ja:

    Im Team B nennt sich diese Position "Teamcaptain" und war usprünglich mal als Vertretung für die Teamleiterin geschaffen worden, um den Mitarbeiter an die Stelle des Teamleiters zu entwickelt.

    ...und das ist das Ziel einer Bildungsmaßnahme.

    Wenn man dann eine "Bildungsmaßnahme" als "Stelle" betrachtet, macht das natürlich Probleme. Klar muss man sich dann ständig nach einer Versetzung fragen, weil sich die Aufgaben ja ständig ändern, bzw. auch irgendwann nicht mehr ändern, weil die Qualifizierung eigentlich abgeschlossen ist und eine Bildungsmaßnahme damit entsprechend abgeschlossen und beendet wäre. Aber eine "Stelle" endet ja nicht so einfach und dann hat man einen eigentlich fertig qualifizierten MA, der dann aber immer noch auf einer "Stelle" festhängt, die eigentlich eine bereits abgeschlossene Bildungsmaßnahme war.

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