Stolperfalle - Abhilfe

  • Hallo Zusammen,

    Folgender Sachverhalt:

    In meinem Betrieb gibt es ein paar Stellen, an denen sich die Bleche am Boden lösen und abstehen.


    stolperfallekderh.jpg


    Hier liegen diese - im Idealfall - Blech an Blech so dass ein direkter Übergang entsteht.

    Wie auf dem Bild zu sehen, ist das nicht immer der Fall. Wir haben sehr heiße Gegenstände, die wird an diesen Stellen abstellen, so dass sich die Bodenbleche teilweise verformen und diese Stolperfalle entsteht.

    Auf dem Teil, der nicht auf dem Bild dargestellt wird, liegt das Blech - ohne "Brücke" direkt auf den Fußboden auf.

    Da das Blech ca. 5 mm stark ist und nach ASR 1.5/1.2 Punkt 3.5 eine Stolperfalle ab 4 mm Höhenunterschied definiert ist, stellt auch schon der "Normal/'Idealzustand'" eine Stolperfalle dar.


    In der DGUV Regel 108-003 unter Punkt 4 heißt es:

    Zitat

    Fußböden dürfen keine Stolperstellen aufweisen. Sie müssen nach dem Anhang zu § 3

    Abs. 1 der Arbeitsstättenverordnung eben ausgeführt sein, außerdem soll die Bildung

    von Wasserlachen vermieden sein. Fußböden müssen den in der Betriebspraxis zu erwartenden Belastungen und Beanspruchungen standhalten.

    Als Stolperstellen gelten im Allgemeinen Höhenunterschiede von mehr als

    4 mm


    Nach §87 Abs.1 Satz 7. BetrVG sehe ich mich mit Initiativrecht in der Mitbestimmung.

    Das heißt, ich kann eine Lösung vor der Einigungsstelle erzwingen, werden AG und BR sich nicht einig.


    Wie läuft das in der Praxis nun ab?

    Ich würde zum AG gehen und ihm den Sachverhalt schildern.


    Im Idealfall sagt mein AG: "Ja klar, der jetzige Zustand ist schlecht, dass machen wir besser!"

    Dann wird eine Regelungsabrede erstellt, in der geklärt wird, auf welche Maßnahmen der AG und der BR sich zur Umsetzung/Beseitigung des Problems geeinigt haben.

    Die Lösung könnte sein, dass das aktuelle Riffelblech entfernt wird und stattdessen ein Thermisch entspanntes Riffelblech in Verbindung mit der entsprechenden "Trittkante"/Brücke im Winkel von 12 Grad an den Stolperfallen angebracht wird.

    Somit hätte man dann einen sicheren Übergang vom Höhenunterschied von 5 mm geschaffen.


    Eine andere Lösung könnte sein, dass das Riffelblech entfernt wird, und der Fliesenfußboden darunter erneuert wird. --> Ersetzen von defekten Fliesen, neu Verfugen von defekten Fugen.


    Wenn der AG jetzt sagt: "Nö mache ich nicht, passt alles so wie es ist..."

    Dann kann ich doch die Einigungsstelle anrufen? Oder sehe ich das falsch und die Einzige Lösung wäre eine Meldung ans Gewerbeaufsichtsamt/BG ?

    1er BR - kein Tarifvertrag

    3 Mal editiert, zuletzt von mMan85 ()

  • Wie eine technische Lösung hier erfolgen kann ist schwer zu sagen. Vielleicht reicht es schon die Bleche festzuschrauben.

    Ich würde zuerst mal das Gespräch mit eurem AG suchen. Da solltet Ihr Ihm klarmachen was es kosten würde so sich denn da jemand verletzt.

    Sollte er wirklich uneinsichtig sein oder er es nicht nachvollziehen kann, besteht die Möglichkeit Ihm Hilfe durch die BG anzubieten. ;)

    Andere rechtliche Möglichkeiten, Einigungsstelle oder ein Verfahren nach § 23/3 BetrVG, würde ich als letzten Schritt mit einem Anwalt besprechen.


    Bei uns gibt es für solche Fälle, wie sollte es anders sein, eine APP. Dort können alle MA über Ihr Firmenhandy eine MuS Meldung abgeben. Meldung unsicherer Situation.

    Diese Meldung wird dann automatisch an die Betreffenden Personen geleitet und es wird auch zeitnah reagiert.

    Bei uns wird der Arbeits- und Gesundheitsschutz sehr hoch gewertet.

    Zielvereinbarung von Führungskräften beinhalten die Anzahl von Umfällen.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • erco

    Guten Morgen Erco,

    Mein AG wird mit sicher angrenzender Wahrscheinlichkeit dieses Problem beheben, wenn ich ihn darauf ansprechen.


    Nur ich möchte die Anwendung des Gesetzes für mich verinnerlichen.


    Ich sehe nun folgende Möglichkeiten:

    1. AG behebt das Problem ohne mit mir die Lösung/den Weg zu besprechen, dann kann ich auf Unterlassung per Beschlussverfahren vorgehen, denke ich.


    2. AG sagt, dass er das Problem beheben will, aber ich erziele keine Einigung mit ihm, dann geht es ab vor die Einigungsstelle.


    3. AG rührt keinen Finger....sagt dass ihm das Problem nicht interessiert.

    Was mache ich dann?

  • fang einfach mal an mit reden.

    Geh zu Deinem AG und mach ihn auf das Problem aufmerksam und biete ihm direkt eine Lösung an

    Dann fragst Du ihn mal nach der aktuellen Gefährdungsbeurteilung (hast in einem anderen Thread ja schon gesagt, dass es die nicht gibt), wenn er dann sagt, dass er keine hat, weißt Du ihn darauf hin, dass er gesetzlich dazu verpflichtet ist und dass das Nichtmachen sogar eine Geldbuße zur Folge haben kann.


    Du bist Neu als BR und es gab vorher bei Euch wohl auch keinen, erwarte nicht, dass dein AG jetzt automatisch alles macht was er ggfls muss wenn er es bisher auch nicht gemacht hat.


    Arbeitsschutz ist total wichtig, spreche die Dinge an, setze vernünftige Fristen für die Umsetzung und mach dir von jedem Gespräch ein kurzes Protokoll was Du dann auch dem AG zuleitest mit der Bitte um Bestätigung der Inhalte innerhalb 24h.


    Und denk dran, egal wie Dein AG tickt, er hat plötzlich jemanden im Betrieb der im reinredet, da muss auch er sich dran gewöhnen und wenn du direkt mit Ämtern, Gerichten und Einigungsstellen drohst wird das keine vernünftige, geschweide denn vertrauensvolle, Zusammenarbeit.

    Bei dem was du scheinbar alles sofort und jetzt willst als BR leg dir ein dickes Fell zu.


    Nur ich möchte die Anwendung des Gesetzes für mich verinnerlichen.

    1. den AG auf das Problem aufmerksam machen mit der Bitte um Behebung

    2. wenn nichts passiert, erneut schreiben mit Frist

    3. kurze Nachfrist

    4. Anwalt beauftragen den AG kostenpflichtig zu belehren was Recht ist

    5. Anwalt beauftragen ein Beschlußverfahren vor Gericht anzustrengen oder die Einsetzung einer Einigungsstelle vorzubereiten


    Länge der Fristen ist natürlich abhängig vom Problem.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

    2 Mal editiert, zuletzt von rtjum () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von rtjum mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich sehe nun folgende Möglichkeiten:

    1. AG behebt das Problem ohne mit mir die Lösung/den Weg zu besprechen, dann kann ich auf Unterlassung per Beschlussverfahren vorgehen, denke ich.

    Das Problem ist doch dann behoben, was willst du jetzt noch mit einem Beschlussverfahren erreichen?


    2. AG sagt, dass er das Problem beheben will, aber ich erziele keine Einigung mit ihm, dann geht es ab vor die Einigungsstelle.

    Der AG will das Problem doch beheben, wieso ist dies keine Einigung und worauf willst du dich jetzt noch mit ihm eineigen?

    Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung ändern können.

  • rtjum

    Danke für deine Worte.

    Mein AG wird dieses Problem sehr wahrscheinlich beheben, wenn ich ihn darauf ansprechen.

    Es soll jetzt nicht so rüber kommen, dass ich das sofort mit dem Dampfhammer durchsetzen will.


    Ich möchte aber, erstmal natürlich nur für mich, wissen, wie es in einem der folgenden Szenarien ausschaut.


    Zu deinem Punkt 5.

    Was wird denn eingeleitet, wenn der AG sich garnicht rührt? Beschlussverfahren oder Einigungsstelle. Das ist meine Frage.


    Fantil

    Bei deiner zweiten Antwort:

    Zitat

    Der AG will das Problem doch beheben, wieso ist dies keine Einigung und worauf willst du dich jetzt noch mit ihm eineigen?

    weil er mich nicht mit dem "wie" eingebunden hat. Also es gibt ja verschiedene Möglichkeiten so einen Missstand abzustellen.

    1er BR - kein Tarifvertrag

    Einmal editiert, zuletzt von mMan85 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von mMan85 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Was wird denn eingeleitet, wenn der AG sich garnicht rührt? Beschlussverfahren oder Einigungsstelle. Das ist meine Frage.

    da kommt es auf das Thema an

    -> https://justizportal.niedersac…assungsgesetz-159639.html


    einfach gesagt:

    was immer der zwingenden MB unterliegt geht in die Einigungsstelle.

    Gibt der AG dir aber z.B. keine Informationen musst Du ein Beschlußverfahren anstrengen

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Tippfehler, ich weiß – aber was geht bei euch ab?!

    Wieso Tippfehler? Es gibt bei uns AT-ler und auch Leitende Angestellte die ein teil Ihres Jahresgehalt dadurch erreichen das es in Ihrem Zuständigkeitsbereich möglichst kein Unfälle Gibt.


    weil er mich nicht mit dem "wie" eingebunden hat. Also es gibt ja verschiedene Möglichkeiten so einen Missstand abzustellen.

    Mal ganz Ehrlich dieses Problem zu beseitigen, wenn man es will, würde mir vollkommen ausreichen.

    Zumindest dann wenn euer AG es nicht total bescheuert angehen würde.

    Was wird denn eingeleitet, wenn der AG sich garnicht rührt? Beschlussverfahren oder Einigungsstelle. Das ist meine Frage.


    Andere rechtliche Möglichkeiten, Einigungsstelle oder ein Verfahren nach § 23/3 BetrVG, würde ich als letzten Schritt mit einem Anwalt besprechen.

    Dieser Anwalt kann dir dann auch genauer sagen was er für Zielführender hält. Hängt auch so ein bisschen mit eurem zuständigen Gerichtsbezirk ab.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • weil er mich nicht mit dem "wie" eingebunden hat. Also es gibt ja verschiedene Möglichkeiten so einen Missstand abzustellen.

    das ist doch seine Sache (AG) wie er es behebt, er kann Dich darüber informieren was er vorhat, aber beim "wie" hat der BR erstmal ja nichts mitzureden.

    Der BR hat auf Abstellung des Problemes hingewiesen, der AG stellt das Problem ab und der BR schaut ob er das Problem abgestellt hat.


    ob er das i.o.g.F. schweißt, schraubt, klebt o.ä. ist ja für den BR unerheblich, solange das Ergebnis passt.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Ich sehe zwei Möglichkeiten welche ich angehen würde.
    1. Ansprechen beim Arbeitgeber
    2. Anruf bei der Berufsgenossenschaft. Die kommen da sicher gerne vorbei und schauen sich das an. Dann wird der Arbeitgeber das dann sicher nach dem Termin auch beheben wenn ihm die BG aufzeigt was das kosten kann mit höheren Beiträgen wenn da Unfälle passieren.

    Nummer 2 hätte den Vorteil das die BG dann sicher auch häufiger vorbeikommt und wenn die was finden der Arbeitgeber von dort Druck bekommt. Und du dir als Betriebsrat eher die Packung Popcorn gönnen kannst dabei. Und dich um andere wichtige Dinge kümmern kannst.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • da fehlt etwas irgendwo in der Liste, m.E. mind. vor der Anwaltsnummer ;)

    Ah da isses ja:

    2. Anruf bei der Berufsgenossenschaft. Die kommen da sicher gerne vorbei und schauen sich das an. Dann wird der Arbeitgeber das dann sicher nach dem Termin auch beheben wenn ihm die BG aufzeigt was das kosten kann mit höheren Beiträgen wenn da Unfälle passieren.

    :thumbup:


    Beschlussverfahren oder Einigungsstelle. Das ist meine Frage.

    Das kommt GANZ weit hinten, wenn wirklich alles Anderes nichts fruchtet inkl. Ansprechen der Kollegen, da mal fix eine Schraube zu setzen.


    Wie schon im anderen Thread. Ich finde dein großes Engagement guuuut!!!
    Aber wenn du nach sechs Wochen im Amt (als erster BR überhaupt im Betrieb) schon mit Einigungsstelle anfängst oder auch nur damit drohst, verbaust du dir meiner Meinung nach sehr viel mehr für die kommenden Monate, als du erreichen kannst. Du musst und du willst etwas Neues etablieren, einen aktiven Betriebsrat. Das wird aber nicht gelingen, wenn du von vornherein bei jeder Angelegenheit die härteste Schiene fährst.

    Auf die Grundlagen, mit denen du einsteigen kannst und solltest, hatte ich im anderen Thread schon hingewiesen.


    rtjum hat es auch prima formuliert:

    Du bist Neu als BR und es gab vorher bei Euch wohl auch keinen, erwarte nicht, dass dein AG jetzt automatisch alles macht was er ggfls muss wenn er es bisher auch nicht gemacht hat.

    [...]
    Und denk dran, egal wie Dein AG tickt, er hat plötzlich jemanden im Betrieb der im reinredet, da muss auch er sich dran gewöhnen und wenn du direkt mit Ämtern, Gerichten und Einigungsstellen drohst wird das keine vernünftige, geschweide denn vertrauensvolle, Zusammenarbeit.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Mal ganz Ehrlich dieses Problem zu beseitigen, wenn man es will, würde mir vollkommen ausreichen.

    Zumindest dann wenn euer AG es nicht total bescheuert angehen würde.


    das ist doch seine Sache (AG) wie er es behebt, er kann Dich darüber informieren was er vorhat, aber beim "wie" hat der BR erstmal ja nichts mitzureden.

    Der BR hat auf Abstellung des Problemes hingewiesen, der AG stellt das Problem ab und der BR schaut ob er das Problem abgestellt hat.


    ob er das i.o.g.F. schweißt, schraubt, klebt o.ä. ist ja für den BR unerheblich, solange das Ergebnis passt.


    Hallo Erco, Randolf,

    ich sehe das anders.

    Euch ist die Hintergrundgeschichte nicht bekannt.

    Ursprünglich war dort, wo die Bleche liegen einmal ein Fliesenfussboden.

    Auf diesem Bereich werden heiße Behälter mit teils mehreren hundert Grad abgestellt.

    Auf Dauer gingen die Fliesen an diesen Stellen kaputt und wurden ausgetauscht und neu verfugt.


    Dann bekamen wir einen neuen technischen Leiter.

    Der hat dann an den defekten Stellen Riffelbleche draufgelegt und festgepunktet / verschweißt.


    Dann gingen die "Enden", also der Bereich des Bleches immer hoch, die offen auf den restlichen Fliesen lagen.

    Also es sah dann dort so aus wie auf dem Bild, was ich oben angehängt habe.


    Dann wurden die Bleche an den Enden mit Dübeln und Schrauben mit den Fussboden verschraubt.

    Irgendwann sind dann die gepunkteten Schweißverbindungen mit dem anderen Rost, siehe Bild oben, gelöst.


    Daraufhin wurde das Riffelblech mit mehr Schweißpunkten ans andere Blech angepunktet.

    Dann wiederum - durch die Spannkraft der thermischen Verformung, wurden die Dübel mit den Schrauben aus dem Boden gezogen.


    Diese wurden dann wieder mit dem Hammer reingekloppt.

    Kamen aber immer wieder raus.

    Dann wurden mehr Schrauben auf der anderen Seite angebracht, damit es dort nicht mehr hoch geht.


    Jetzt, man kann es sich denken oder nicht, springen wieder die Schweißpunkte auf.... siehe Bild oben.


    Ich habe vor ein paar Wochen mal einen Metaller gefragt, warum sich das Blech immer verformt, denn das "alte" Blech, was dort daneben liegt - es liegt dort seid über 20 Jahren - verformt sich nicht.


    Da wurde mir gesagt, dass es an der Güte liegt.

    Bleche, die thermisch Belastet werden, müssen thermisch Entspannt werden.


    Erst dann halten diese solche Belastungen stand und verformen sich nicht mehr.


    Soviel erstmal zum Background.


    Und ich sehe mich in der erzwingbaren Mitbestimmung; was das "wie" angeht, denn §87 Abs.1.Satz 7 gereift meiner Meinung nach.


    2. Anruf bei der Berufsgenossenschaft. Die kommen da sicher gerne vorbei und schauen sich das an. Dann wird der Arbeitgeber das dann sicher nach dem Termin auch beheben wenn ihm die BG aufzeigt was das kosten kann mit höheren Beiträgen wenn da Unfälle passieren.

    Nummer 2 hätte den Vorteil das die BG dann sicher auch häufiger vorbeikommt und wenn die was finden der Arbeitgeber von dort Druck bekommt. Und du dir als Betriebsrat eher die Packung Popcorn gönnen kannst dabei. Und dich um andere wichtige Dinge kümmern kannst.

    Das werde ich nicht machen, genausowenig wie ich das Gewerbeaufsichtsamt einschalten werde.

    Wir haben teils gravierende Mängel in der Firma, es bestünde die Gefahr, dass diese uns den Betrieb stilllegen.

    Das Risiko werde ich nicht eingehen.


    Daher, wenn ich irgendwann mal Druck ausüben müsste, sollte es über den Weg der Einigungsstelle bzw. des Beschlussverfahrens laufen.


    Das kommt GANZ weit hinten, wenn wirklich alles Anderes nichts fruchtet inkl. Ansprechen der Kollegen, da mal fix eine Schraube zu setzen.

    Siehe meine Antwort am Anfang von diesem post.

    Aufsichtsbehörde würde ich nur äußerst ungern einschalten.

    Und das Problem mit "mal eben schnell eine Schraube setzen" ist auch nicht.


    Aber wenn du nach sechs Wochen im Amt (als erster BR überhaupt im Betrieb) schon mit Einigungsstelle anfängst oder auch nur damit drohst, verbaust du dir meiner Meinung nach sehr viel mehr für die kommenden Monate, als du erreichen kannst. Du musst und du willst etwas Neues etablieren, einen aktiven Betriebsrat. Das wird aber nicht gelingen, wenn du von vornherein bei jeder Angelegenheit die härteste Schiene fährst.

    Auf die Grundlagen, mit denen du einsteigen kannst und solltest, hatte ich im anderen Thread schon hingewiesen

    Ich habe es ja auch schon ein paar mal erwähnt.

    Ich werde nicht gleich den Dampfhammer auspacken.

    Wenn ich das meiner GF mitteile, wird das schon ordentlich in Zusammenarbeit behoben. Denke ich jedenfalls.

    Ich denke auch nicht, dass ich hier diese Mittel auffahren muss.

    Aber mich interessiert:

    Was wäre wenn....

    Wie geht man dann vor.

    1er BR - kein Tarifvertrag

    3 Mal editiert, zuletzt von mMan85 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von mMan85 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Daher, wenn ich irgendwann mal Druck ausüben müsste, sollte es über den Weg der Einigungsstelle bzw. des Beschlussverfahrens laufen.

    und Du glaubst damit gehst Du der BG aus dem Weg?



    Das werde ich nicht machen, genausowenig wie ich das Gewerbeaufsichtsamt einschalten werde.

    Wir haben teils gravierende Mängel in der Firma, es bestünde die Gefahr, dass diese uns den Betrieb stilllegen.

    Das Risiko werde ich nicht eingehen.

    aber das Risiko ernsthafter gesundheitlicher Schäden der MA gehst Du damit ein, das ist für Dich ok.


    Deine Aufgabe als Betriebsrat ist die Interessen der AN zu schützen, dazu zählt auch die Gesundheit der MA.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Wenn durch eine Behörde der Betrieb geschlossen wird und wir alle keine Arbeit mehr haben, was ist dabei gewonnen?

    wenn die BG oder im schlimmsten Staatsanwaltschaft wegen eines Arbeitsunfalles bei euch auftaucht, was dann?

    dann passiert seitens der BG und/oder Behörde min. dasselbe wie jetzt plus die Frage warum kein Verantwortlicher die Mängel gemeldet oder abgestellt hat.


    --> was ist bei euch mit dem Arbeitssicherheitsausschuss? Gibt es nicht, richtig?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • aber das Risiko ernsthafter gesundheitlicher Schäden der MA gehst Du damit ein, das ist für Dich ok.

    Das läuft hier schon ewig so.

    Und das weit mehr als 20 Jahre...

    Wenn ich jetzt anfange, nach und nach Missstände zu beheben ist uns mehr geholfen, als wenn der Betrieb geschlossen wird.

    Abgesehen davon ist vielen von meinen Kollegen die Missstände bekannt, wenn also ein Wille da wäre, den Betrieb zu schließen, dann wäre das schon geschehen.


    Ich kann mir aber 100%tig sicher sein, dass meine Kollegen den Weg gehen wollen, den ich momentan versuche in Gang zu bringen. Da kann ich mir zu 120% sicher sein, dass alle meine Kollegen hinter mir stehen.


    Ich stehe ja in stetem Austausch mit Ihnen.

  • Das werde ich nicht machen, genausowenig wie ich das Gewerbeaufsichtsamt einschalten werde.

    Wir haben teils gravierende Mängel in der Firma, es bestünde die Gefahr, dass diese uns den Betrieb stilllegen.

    Das Risiko werde ich nicht eingehen.


    Daher, wenn ich irgendwann mal Druck ausüben müsste, sollte es über den Weg der Einigungsstelle bzw. des Beschlussverfahrens laufen.

    Dann wirst du nichts verändern. Und im Unternehmen werden Mitarbeiter gefährdet, was nicht notwendig ist.


    Dann geht man unter. Und macht aus meiner persönliche Einstellung/Erfahrung seine Arbeit als Interessenvertretung nicht korrekt.

    Spätestens wenn es ein Meldepflichtigen Arbeitsunfall gibt kommt dann die BG vor bei und dann verstehen die noch weniger Spass ......

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • wenn die BG wegen eines Arbeitsunfalles bei euch auftaucht, was dann?

    dann passiert seitens der BG und/oder Behörde min. dasselbe wie jetzt plus die Frage warum kein Verantwortlicher die Mängel gemeldet oder abgestellt hat.

    Wir sind uns alle dieser Problematik bewusst.

    Wir hatten vor kurzem eine Schulung, wo wir auf die Außerbetrieb gesetzten Sicherheitsvorrichtungen aufmerksam gemacht wurden und was es bedeutet, wenn wir einen Unfall haben.


    Im Schlimmsten Fall zahlt die BG nämlich nichts....


    Dann geht man unter. Und macht aus meiner persönliche Einstellung/Erfahrung seine Arbeit als Interessenvertretung nicht korrekt.

    Das mag Deine Ansicht sein und ich will sie Dir auch belassen.

    Wie ich bereits schrieb, weiß ich sehr genau, was meine Kollegen wollen und was sie nicht wollen.

    Das der Betrieb geschlossen wird, will niemand.

    Aber unter diesen Arbeitsbedingungen bis zur Rente weiterarbeiten auch nicht.


    Spätestens wenn es ein Meldepflichtigen Arbeitsunfall gibt kommt dann die BG vor bei und dann verstehen die noch weniger Spass ......

    Ich weiß!

    1er BR - kein Tarifvertrag

    2 Mal editiert, zuletzt von mMan85 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von mMan85 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Das läuft hier schon ewig so.

    Und das weit mehr als 20 Jahre...

    Abgesehen davon ist vielen von meinen Kollegen die Missstände bekannt,

    ah ja.....

    Ich kann mir aber 100%tig sicher sein, dass meine Kollegen den Weg gehen wollen, den ich momentan versuche in Gang zu bringen. Da kann ich mir zu 120% sicher sein, dass alle meine Kollegen hinter mir stehen.

    Wir sind uns alle dieser Problematik bewusst.

    Wir hatten vor kurzem eine Schulung, wo wir auf die Außerbetrieb gesetzten Sicherheitsvorrichtungen aufmerksam gemacht wurden und was es bedeutet, wenn wir einen Unfall haben.


    Im Schlimmsten Fall zahlt die BG nämlich nichts....

    .... außer Betrieb gesetzten Sicherheitsvorkehrungen .....


    da seit ihr ja schon im Bereich "Vorsatz" unterwegs ....


    auch wenn die Kollegen 120% hinter Dir stehen ... dreh Dich mal um und schaue wer hinter Dir steht, wenn der Staatsanwalt vor Dir steht ...


    Ich glaube es nicht, was ich hier lese =O

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.