Stolperfalle - Abhilfe

  • Ich bin doch dabei.


    Wenn durch eine Behörde der Betrieb geschlossen wird und wir alle keine Arbeit mehr haben, was ist dabei gewonnen?

    Möglicherweise jemand der Arbeitslos ist aber keine Verletzungen von einem Arbeitsunfall lebenslang mit sich mit trägt.

    Welcher Vollpfropfen (Sorry für den Ausdruck) hat den die Schulung gemacht und das dann auch noch dokumentiert?

    Aber jetzt bin hier raus.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Wieso komme ich mir vor, wie auf der Anklagebank?

    Als ich vor über einem Jahrzehnt in dieser Firma angefangen habe zu arbeiten, da war dieser Zustand teilweise schon so.

    Also dass manche Sicherheitsvorrichtungen außer Betrieb gesetzt sind.

    Nur das erfährst Du ja nicht von jetzt auf gleich.


    Wenn Du eingearbeitet wirst, fällt Dir so etwas ja erst einmal nicht auf.

    Man geht ja davon aus, dass das alles so richtig ist, wie es ist.

    Viele neue Kollegen, die vor kurzen angefangen haben, die wissen ja auch nicht, wie es sich eigentlich gehört und wie der Zustand sein sollte.


    Das Wissen sammelt sich eben langsam an.

    Ich wurde damals mal auf einen Lehrgang geschickt, eine Weiterbildung in meinem Arbeitsgebiet.

    Dort habe ich dann erst einmal erfahren, was für eine PSA vorgeschrieben ist.


    Damals als ganz normaler "AN" ohne speziellen Kündigungsschutz, habe ich schon dafür gesorgt, dass wir die entsprechende - und teure - Schutzausrüstung bekommen.


    Und so zieht es sich eben fort.

    Und jetzt bin ich da dran, dass alles wieder in Richtung bergauf geht.


    Und selbstverständlich gehört auch dazu, dass die entsprechenden Sicherheitsvorrichtungen wieder in Betrieb genommen werden. Ich habs meinem Vorgesetzten und der Geschäftsführung schon vor Wochen, erst einmal nur formlos und mündlich, mitgeteilt.


    Mir wurde versichert, dass diese wieder in Betrieb gesetzt wird.

    Und wenn sich da jetzt auf längere Zeit nichts tut, dann muss ich da eben auch nochmal versuchen nachzufassen.


    Ich war ja schon darauf, bzw. habe mich ja auch schon woanders beworben, weil eben die Zustände immer schlechter wurden.

    Aber dann dachte ich; Eigentlich gefällt es mir ja hier, wenn dieses und Jenes nicht wäre.

    Und dann habe ich mich entschlossen zu bleiben und diesen Zustand zu ändern. Also BR gegründet.


    Also, bevor ihr mich jetzt irgendwie verurteilt, denkt doch mal nach was wäre, wenn ich eine neue Arbeitsstelle angefangen hätte?

    Es gäbe in diesem Betrieb keinen BR und auch sonst niemand, der sich auch nur ansatzweise um die Probleme kümmern würde. Was wäre dann mit den verbleibenden Kollegen dort?


    Sie würden unter immer schlechter werdenden Bedingungen weiterarbeiten.

    Ich versuche diesen Prozess zu stoppen und wieder in die "richtige Richtung" zu lenken.


    Ich sehe daran nichts verwerfliches.

    Wenn Ihr anders handeln würdet, ja. Das mag so sein, ich nehme eure Ansicht auf jeden fall mit.

    Aber ich kenne meine Kollegen besser als Ihr sie kennt.

    Und wir reden ganz offen ober Ziele, Situationen, Probleme. Das haben wir schon immer getan.

    Nur seit 1 Monat haben wir einen BR, also mich, und somit auch Möglichkeiten, unsere Ziele, die ja auch Ziele der GF sein müssten (Arbeitsschutz, sicherer Betrieb, usw.) voranzubringen.

    1er BR - kein Tarifvertrag

    Einmal editiert, zuletzt von mMan85 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von mMan85 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Das werde ich nicht machen, genausowenig wie ich das Gewerbeaufsichtsamt einschalten werde. Wir haben teils gravierende Mängel in der Firma, es bestünde die Gefahr, dass diese uns den Betrieb stilllegen. Das Risiko werde ich nicht eingehen.

    Wenn die Mängel so gravierend sind, dass die Gewerbeaufsicht sogar den Betrieb stilllegen könnte, habt Ihr natürlich ein weitaus größeres Problem als lose Bleche... Sowohl straf- als auch zivilrechtlich.


    Und das auch als BR.


    Ich verstehe den Konflikt, und ich will nicht in Deiner Haut stecken. Rechtlich betrachtet wäre es Deine Pflicht, beim AG darauf zu drängen, dass er solche Missstände umgehend beseitigt, und sie zu melden, wenn er das nicht tut. Das scheint Dir aber eh klar zu sein.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Fried ()

  • Zitat

    Rechtlich betrachtet wäre es Deine Pflicht, beim AG darauf zu drängen, dass er solche Missstände umgehend beseitigt,

    Ich bin dran alles anzugehen.

    Solche Baustellen wie die Bleche sind nur Nebenbaustellen, aber diese sind teilweise auch gravierend.

    Es ist schon der ein oder andere Kollege daran gestossen.


    Zum Glück ist nichts schlimmeres passiert.


    --> was ist bei euch mit dem Arbeitssicherheitsausschuss? Gibt es nicht, richtig?

    den gibt es doch erst bei 20 AN.

    Die haben wir nicht, daher auch kein Arbeitssicherheitsausschuss.

    1er BR - kein Tarifvertrag

    Einmal editiert, zuletzt von mMan85 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von mMan85 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Du bist frischer BR. Du kannst nicht alles auf einmal machen, das ist nachvollziehbar. Aber solche gravierenden Mängel der Arbeitssicherheit sollten schon ganz, ganz oben auf der Agenda stehen. Und wenn der AG das aussitzt, muss er m.E. eben doch irgendwann (beim frischen BR vllt nicht heute oder morgen, aber bitteschön auch nicht erst 2025) die Pistole auf die Brust bekommen: Nennung Mangel, Fristsetzung zu Behebung, Drohung mit Gewerbeaufsicht.


    Bei der Kombination lose Bleche als Stolperfallen und Abstellen von ultraheißen Behältern wird mir ein wenig übel...


    Ich behandle ja auch BG-Patient:innen und bekomme dadurch immer wieder mit, wie Arbeitsumstände Unfälle hervorrufen können. Dass bisher nichts passiert ist, ist schön, aber verlasst Euch nicht darauf, dass das so bleibt.


    P.S., schnellstens die BG ins Boot holen wäre auf jeden Fall eine Idee: Die legen keine Betriebe still...

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

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  • Wieso komme ich mir vor, wie auf der Anklagebank?

    es ist nicht gegen Dich als Person, als Person sehe ich sogar ein hohes Verantwortungsbewußtsein für die Kollegen bei Dir. Aber das nützt Dir nix, in der geschilderten Situation hast Du keine echte Wahl.


    Ja und Nein --> Ja weil Du nicht den Eindruck vermittelst konsequent und ggf. mit allen betrieblichen Konsequenzen die Kollegen vor gesundheitlichen Schäden bewAhren zu wollen.

    --> Du vermittelst ganz klar: der Bestand des Betriebes steht aktuell über der Gesundheit der MA


    Und Nein: wir (ich erlaube mir einmal hier wir zu schreiben) wissen das Du nicht Schuld an der Misere hast und auch nicht der Verantwortliche für die Missstände.

    Aber: bei bewußt entfernten "Sicherheitsvorkehrungen" ist jeder MA/Mensch in der Verantwortung Schaden von Kollegen bzw. Dritten dadurch abzuwenden, das er im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Abstellung des Mangels sorgt.


    Als gewählter BRM hast Du hier sogar noch eine "höhere" Pflicht zu handeln --> das Tust Du gerade gem deinen Schilderungen nicht aufgrund der Gesamtsituation.


    Du hast nur die Wahl zwischen "Pest und Cholera" und musst aufpassen nicht selbst durch "Unterlassung" reingezogen zu werden.


    Sie würden unter immer schlechter werdenden Bedingungen weiterarbeiten.

    Ich versuche diesen Prozess zu stoppen und wieder in die "richtige Richtung" zu lenken.


    Ich sehe daran nichts verwerfliches.

    es ist nicht verwerflich und es wäre ein guter Weg, wenn das hier nicht wäre:



    Und selbstverständlich gehört auch dazu, dass die entsprechenden Sicherheitsvorrichtungen wieder in Betrieb genommen werden. Ich habs meinem Vorgesetzten und der Geschäftsführung schon vor Wochen, erst einmal nur formlos und mündlich, mitgeteilt.


    Mir wurde versichert, dass diese wieder in Betrieb gesetzt wird.

    Und wenn sich da jetzt auf längere Zeit nichts tut, dann muss ich da eben auch nochmal versuchen nachzufassen.

    das wird Dir nix helfen wenn was passiert: entfernte Sicherheitsvorkehrungen, die zur Stilllegung des Betriebes führen, bedeutet --> arbeiten sofort einstellen

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    Also, bevor ihr mich jetzt irgendwie verurteilt, denkt doch mal nach was wäre, wenn ich eine neue Arbeitsstelle angefangen hätte?

    dann hättest Du keine Verantwortung für Kollegen deren AG die Sicherheit und Gesundheit seiner AN relativ egal zu sein scheint.


    Und Du wärst eben nicht als BRM mitverantwortlich für die Einhaltung von Arbeitssicherheitvorgaben.


    Tut mir leid das so schreiben zu müssen, da Du offentsichtlich deinen Kollegen helfen willst, aber so einfach mit "Kuschelkurs" wird das n.m.M. nix und Du gerätst immer tiefer in das Problem handeln zu müssen und den Betrieb damit zu gefährend (was deine Einschätzung ist)

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    Fazit m.M.n. : setzte dem AG ein Schreiben auf, welche Mängel festgestellt wurden und fordere die umgehende Abstellung und setze dem AG eine Frist dazu verbindliche Abstellmaßnahmen und Zeitenräume zu benennen. Schreibe gleich mit rein, wenn er der Aufforderung nicht nachkommt siehst Du als BR dich in der Pflicht entsprechende Missstände der BG und der Aufsichtsbehörde zu melden.

    Frist würde ich max 14 Tage setzen.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Auch wenn ihr keinen Arbeitssicherheitsausschuss habt, was sagt denn die Fachkraft für Arbeitssicherheit dazu?

    Benannt sein muss ja eine, vielleicht dort mal anklopfen und gemeinsam an den Problemen arbeiten.


    Und bei allem Verständnis, aber wenn erst ein schwerer Unfall passiert, ist es zu spät. Die Gesundheit gibt ein niemand wieder.

    Da hilft es dann auch nicht, wenn die Vorgesetzten ein paar auf die Finger bekommen.

  • mMan85 nachdem Du hier nun in unzähligen Beiträgen und in epischer Breite auf Deine ausstehenden Pflichten und dem damit verbundenen "Schwert des Damokles" aufgeklärt wurdest, mal ein pragmatischer Ansatz für einen praktikablen ersten Schritt:

    Es gibt da so schwarz/gelb gestreiftes Flatter- & Klebeband, welches sich ganz hervorragend zur Kennzeichnung von Gefahrenstellen eignet. - Eine Begehung der Arbeitsplätze kannst Du jederzeit machen, das Recht hast Du als BRM. Also wäre doch eine erste, sofort durchführbare Maßnahme zum Schutz der MA, wenn Du eine Betriebsbegehung machst (vorzugsweise mit dem Sicherheitsbeauftragten, zur Not aber auch ohne) und alle Gefahrenstellen Kennzeichnest und/oder absperrst.

    Das hätte 2 ganz entscheidende Vorteile: Erstens hast Du damit auf jede unmittelbare Gefährdung erstmal reagiert und sie zum Wohle der MA abgestellt, bzw. so gekennzeichnet, dass von der Gefahrenstelle keine unmittelbare Gefährdung mehr ausgeht. Zweitens (und da spreche ich aus praktischer Erfahrung) ist es sehr wahrscheinlich, dass der betriebsblinde AG dann in der umfangreich schwarz/gelb dekorierten Werkshalle steht und denkt "Alter!! ...wie hab ich das bisher übersehen?!".

    Glaub mir, es ist unheimlich Hilfreich, wenn der AG bei jedem Gang durch den Betrieb alle Gefährdungen "schwarz/gelb visualisiert bekommt" und sie so nicht mehr in seiner Betriebsblindheit "übersehen" kann. (Ich meine das wirklich ernst, nicht alles beim AG ist Kalkül. - Meiner war ernsthaft schockiert und hat direkt von sich aus vieles in Angriff genommen und auch den BR umfänglich beteiligt).

    Im zweiten Schritt muss dann natürlich (wie umfänglich oben beschrieben) die Aufforderung an den AG kommen und natürlich muss der auch tätig werden. - Aber das ergibt sich dann ggf. von selbst, ich musste nicht mehr gesondert auffordern, die schwarz/gelben Kennzeichnungen überall waren Aufforderung genug.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Fachkraft für Arbeitssicherheit

    Gibt es nicht.

    Benannt sein muss ja eine,

    Ja ich weiß, es muss eine benannt sein. Aber momentan ist keine benannt.

    Und bei allem Verständnis, aber wenn erst ein schwerer Unfall passiert, ist es zu spät.

    Ich bin doch schon dabei.


    mMan85 nachdem Du hier nun in unzähligen Beiträgen und in epischer Breite auf Deine ausstehenden Pflichten und dem damit verbundenen "Schwert des Damokles" aufgeklärt wurdest, mal ein pragmatischer Ansatz für einen praktikablen ersten Schritt:

    Ja, wohl wahr.



    Eine Begehung der Arbeitsplätze kannst Du jederzeit machen, das Recht hast Du als BRM. Also wäre doch eine erste, sofort durchführbare Maßnahme zum Schutz der MA, wenn Du eine Betriebsbegehung machst


    Ich war jetzt ein paar Wochen nicht in der Firma und in meiner Abwesenheit hat sich schon ein bisschen was getan.

    Für unsere Wartungsgruben, musst Dir ein Loch im Boden von ca. 1,20 mal 3 bis 4 Meter groß vorstellen, normalerweise mit Riffelblechen bedeckt, wurden jetzt Pylonen gekauft und aufgestellt.

    Auch wurde ein mobiles Geländer bestellt, was dann aufgestellt wird, wenn die Wartungsgruben geöffnet sind.

    Das ist erstmalig, dass es so etwas bei uns überhaupt gibt.


    In der Maschinenhalle sind momentan auch diverse Arbeiten im Gang.

    Der entsprechende Bereich wurde tatsächlich mit Flatterband abgesperrt.

    Das gab es vorher auch noch nie.


    Also, es geht schon langsam voran. Und das ohne das ich bisher groß etwas unternommen habe.

    1er BR - kein Tarifvertrag

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  • Im Schlimmsten Fall zahlt die BG nämlich nichts....

    doch die zahlt, holt sich aber auf Heller und Pfennig alles bei eurem AG wieder.


    Zu allem anderen ist alles gesagt, nur nicht von mir das kann aber gerne so bleiben.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Und ich sehe mich in der erzwingbaren Mitbestimmung; was das "wie" angeht, denn §87 Abs.1.Satz 7 gereift meiner Meinung nach.


    Ich würde dem AG den Sicherheitsmangel offiziell melden und ihm gleichzeitig einen Lösungsvorschlag unterbreiten. Wenn er Dich bei dem Wie dann doch nicht ins Boot holen will, machst Du eben immer und immer eine Meldung. Vielleicht überlegt er es sich dann, statt vielleicht jährlich tausende (?) EUR auszugeben, es einmal richtig zu machen und dann 20 Jahre Ruhe hat.


    LG Lilex

    ~~~ Alle sagten: Das geht nicht! Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht. ~~~

    ~~~ Eine Lösung hätte ich - mir fehlt nur das passende Problem. ~~~

  • Am Freitag hatte ich einen Dienst in der Technik.

    Ein Kollege hat mich angesprochen, dass er sich fast lang gelegt hätte.

    Am Thema bin ich dran; Hier kommen ein paar Fotoimpressionen:


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    Die Schraube hier wurde schon mehr als 100 Mal wieder reingeschlagen, durch die Spannung der Bleche bei Hitze und der Verformung kommt sie immer wieder raus:

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    6ddb9dead4.jpg

  • ...


    Soviel erstmal zum Background.

    Mal ne technische Frage: Warum nehmt ihr keine Schamott-Steine (Platten) als Bodenbelag? Die sind doch für hohe Temperaturen ausgelegt.

    Grade verlegt, wie Fliesen sollte sich das ständige Erneuern müssen dann erübrigen :/ Schafft Sicherheit und spart Kosten durch stetiges Dranrumfummeln

  • Mal ne technische Frage: Warum nehmt ihr keine Schamott-Steine als Bodenbelag? Die sind doch für hohe Temperaturen ausgelegt.

    haha - gute Frage - könnte man machen. Gibt es Schamottesteine auch als Fliesen?

    Das Problem dürfte eher ein anderes sein.

    Der ganze Fußboden ist überwiegend gefliest. Bleche sind nur über die Rauchgaskanäle gelegt.

    Nun ist der Fliesenfußboden teilweise sehr zerstört.

    Hätte man neue Fliesen gelegt oder würde Fliesen als Schamottsteine nehmen, dann hätten diese eine andere Farbe bzw. heben sich deutlich vom übrigen Fußboden ab.


    Zu allererst gehen ja immer die Fugen kaputt.

    Der jetzige Technische Leiter hat es einfach versemmelt, sofort die Fugen zu erneuern.

    Und dann bricht eben immer mehr weg.

  • Schamottesteine, die ich kenne sind ca 2cm dick und optisch - tja grobporig cremefarben.


    Das grobporige resultiert in bereits gebrannten Tonpartikeln, die ungeformtem Ton zugegeben werden - je höher diese Partikel zuvor gebrannt wurden umso höher ist die Temperatur, die die Schamotte-Platte hinterher aushält - mal so grob. Üblich sind ca 1360°C es gibt aber auch welche für den Hochtemperaturbereich oder besondere (besonders teure) Keramikplatten, die extreme Temperaturen aushalten - beispielsweise Verkleidung von Raketen.


    Es gibt selbstverständlich passendes Fugenmaterial für die Schamotte, da ansonsten die Platten (die eigentlich im Ofenbau eingesetzt werden) im Ofen von der Wand / der Decke fallen)


    Es wäre also sinnig: Fliesen raus, an neuralgischen Stellen die Schamotteplatten, den Rest mit farblich passenden neuen Fliesen im Tiefbett verlegen (damit da keine Stolperkante entsteht).


    Falls der geflieste Bereich zu Groß ist, müsste man die unterschiedliche Plattendicke ausgleichen.


    Andererseits scheint es jetzt ja mit der Optik auch nicht zu stören:

    "Riffelblech" weicht immerhin auch dezent von den Fliesen in "Salz und Pfeffer"-Dekor ab.


    Ob Euer AG dazu breit ist: kann ich nicht beurteilen.


    Ob es ausreichen würde, die Rauchgaskanäle zu isolieren: da bin ich raus (zumal du geschrieben hast, es werden Sachen mit mehreren hundert °C abgestellt)


    Ich hoffe, ihr findet eine gute Lösung :)

  • Die Schraube hier wurde schon mehr als 100 Mal wieder reingeschlagen

    Schrauben soll man ja auch schrauben nicht schlagen oder? :/


    Spaß beiseite.

    Lass Deinen AG endlich die Gefährdungsbeurteilung machen oder melde dich bei der zuständigen Behörde/BG.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • auch wenn das blöd klingt:

    wenn ich mir die Bilder so anschaue und man vom Bodenbelag aus ab dem "Erhöhungen" misst, dann zeigen die Bilder das die "Stolperfallen" gem der DGUV Regel 108-003 ggf. keine Stolperfallen sind.

    Ich gehe jetzt davon aus, das man bei Riffelblech ab den "Riffeln" messen würde und nicht wie Du von der Eisenplatte, da man ja die Riffel schon als rutschhemmende Erhöhung in der Fußbodenbelag intergriert hat.

    (Ansonsten wären Riffelbleche mit höheren Riffeln von >4mm ja schon selbst als "Stolperfalle" definiert)


    Selbst wenn man von "unten" misst würde das gem DGUV Regel 108-003 schon "knapp" gem deinen Bildern


    --> also der AG hätte jetzt nicht wirklich Schwierigkeiten dem BR ggü, das zu ignorieren m.M.n.


    Lass Deinen AG endlich die Gefährdungsbeurteilung machen oder melde dich bei der zuständigen Behörde/BG.

    das möchte mMan85 nicht, muss er aber wohl machen, hier geht es um "Grenzfälle"

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Schamottsteine sind sehr!!! empfindlich gegen Schläge. Wenn da jemand einen Tigel mit heißem Material bißchen stärker draufstellt -> krack...

    Wenn heiß, dann Gitterroste. Kann man auch drauf laufen und sind nicht hitze- oder schlagempfindlich.


    Was auch helfen würde: Keine Fliesen sondern Betonsteine oder Pflastersteine. Dene macht die Hitze auch nix aus.

  • Hier kommen ein paar Fotoimpressionen:

    Na los, husch husch, das schwarz/gelbe Flatterband geschnappt und alles absperren/abkleben. :D

    Dann hätte der hier...

    Ein Kollege hat mich angesprochen, dass er sich fast lang gelegt hätte.

    ...das vorher gesehen und wäre nicht drüber gestolpert!

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Schrauben soll man ja auch schrauben nicht schlagen oder? :/

    Ja, da sind ja Dübel drinne.

    Doch durch die Spannung sind da solche Kräfte am Werk, dass die Dübel mit rausgezogen werden.

    Im Prinzip wird der Dübel samt Schraube wieder in den Boden geschlagen.


    auch wenn das blöd klingt:

    wenn ich mir die Bilder so anschaue und man vom Bodenbelag aus ab dem "Erhöhungen" misst, dann zeigen die Bilder das die "Stolperfallen" gem der DGUV Regel 108-003 ggf. keine Stolperfallen sind.

    Ich habe vielleicht nur die harmlosesten Stellen hochgeladen.

    Hier mal andere Stellen 3 Stück in der Anzahl der selben Platten.

    Was sagst dazu?


    b11d7a6b0b.jpg


    0d0ef08729.jpg


    47e000277b.jpg

    1er BR - kein Tarifvertrag

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