Ungeplante Mehrarbeit bei voller Gleitzeit und 6 Stunden / Tag und pauschalem Pausenabzug

  • M0in,

    Folgender FAll: Ma arbeitet vertaglich geregelt 6 Stunden /tag , 5 tage Woche , gesetzliche Pausenregelung -- also keine Pause da nicht über 6 Stunden geplant.
    Es besteht volle Gleitzeit Fenster von 6 bis 19 Uhr . Arbeitszeit wird digital über Chip erfasst . ( btw --- es dürfen jederzeit Pausen gemacht werden - dies ist nicht das Thema)
    Problem ist folgendes. Es sind 6 Stunden zu leisten . der MA ist aber keine Maschine und es kommt vor , dass er arbeitsbedingt auch mal 5-10 Minuten später ausloggt, dafür ja theorethisch am anderen Tag früher gehen könnte , weil eben keine Arbeit mehr anliegt.
    Nach exakt 6 Stunden werden aber zwar die Zeiten korrekt dokumentiert aber es wird einfach die ungeplante Mehrarbeit "abgeschnitten" , die aber nachweisbar geleistet wurde .
    Soweit mir bekannt ist gibts da ein Urteil vom LAG HAmm , das besagt , das bei nicht ordnungsgemäß zugeordneter Pause nicht einfach geleisteete Arbeitszeiten nachträglich abgezogen werden dürfen .....
    Ist das Urteil eurer Meinung nach in diesem Fall anwendbar ? Und wie könnte der BR diese fakten in einer Betriebsvereinbarung regeln ?

    Ich muss gestehen , wir sind ein frisch gegründeter BR und haben noch gar keine Vereinbarungen getroffen .....

  • Sorry SimoneLaas,


    aber mit Deiner Einschätzung liegst Du ziemlich daneben.


    Es besteht zwar eine grundsätzliche Vergütungspflicht für tatsächlich geleistete Arbeit - auch wenn diese unter Verletzung gesetzlicher Vorschriften erbracht wurde. Diese Vergütungspflicht besteht aber nur, wenn der AG diese Verletzung gesetzlicher Vorschriften veranlasst bzw. gefordert hat oder duldet.


    Macht der AG aber deutlich, daß er eine Verletzung der gesetzlichen Vorschriften nicht will und auch nicht duldet, dann entfällt die Lohnzahlungspflicht für den Teil der Arbeit, der unter Verletzung gesetzlicher Vorschriften wie zB des § 4 ArbZG geleistet wurde, der AG kommt dadurch nicht in Annahmeverzug.

    So hat es das BAG in seiner Entscheidung vom 25.2.2015, 1 AZR 642/13 definiert.

    Die Überwachung der Mindestvorschriften des ArbZG zB durch ein Programm zur Erfassung der ArbZ ist dabei nach der mir bekannten Rechtsprechung regelmäßig ausreichend, um den entsprechenden Willen des AG zu verdeutlichen.


    Das Problem, daß Du schilderst, taucht nunmal regelmäßig auf, wenn AN und AG die absoluten Höchstgrenzen des ArbZG "ausreizen". Dann steht halt kein Puffer mehr zur Verfügung, was beide Seiten dann auch akzeptieren müssen.


    Mein AG macht deswegen seit einiger Zeit keine TZ-Verträge mit 6 Std. Arbeitszeit mehr, sondern begrenzt in solchen Fällen die Höchstarbeitszeit pro Tag auf 05:50 Std., um diesem Ärger wegen Minutenüberschreitungen zu entgehen.

    Als BR sollte man/frau sich ebenfalls überlegen, ob man hier derartigen auf Kante genähten Arbeitszeitmodellen zustimmt.

  • Wenn der AG die Zeit annimmt, dann hat der AG ein Problem. Daher nimmt er die Zeit nicht an. Wenn er diese annehmen soll (weil ja gearbeitet), so wie vom AN gewünscht, so hat der AN eine im Voraus feststehende Pause (0,5h) zu machen.

    Fragt mal den MA, ob er immer (evtl. nach 4h) eine Pause machen will oder den Schraubenschlüssel nach Punkt 6h arbeiten fallen lassen will (bildlich gesprochen).

    Denke, dann klärt sich das schnell.

  • Soweit mir bekannt ist gibts da ein Urteil vom LAG HAmm , das besagt , das bei nicht ordnungsgemäß zugeordneter Pause nicht einfach geleisteete Arbeitszeiten nachträglich abgezogen werden dürfen Ist das Urteil eurer Meinung nach in diesem Fall anwendbar ?

    Es gibt ein entsprechendes Urteil (ob nun Hamm oder nicht), dass das besagt, ja. Das ist hier aber nicht anwendbar, weil bei bis zu 6 Stunden gar keine Pause zugeordnet werden muss.


    Ansonsten stimme ich im Großen und Ganzen Hawky und albarracin zu (wenn ich auch die pauschale Ablehnung des AG für rechtswidrig hielte, wenn AN mit TZ-Wünschen so arbeiten wollten).

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Fried ()

  • Hallo Fried,


    Im Rahmen des TzBfG ist diese Begrenzung von täglicher TZ auf 05:50 Std. relativ unproblematisch. Die Sicherung der Einhaltung von Vorschriften wie zB des ArbZG kann sehr wohl als "betrieblicher Grund" isd § 8 Abs. 4 Satz 1 und 2 als auch § 9a Abs. 2 TzBfG.


    Gerade im Sinne einer Gleichbehandlung gleichartiger TZ-Wünsche hat diese Grenze auch schon die 1. Instanz der Arbeitsgerichte "bestanden".


    In Sachen des § 164 Abs. 5 SGB IX ist das natürlich so nicht möglich (da hatte ich im vorigen Beitrag nicht ausreichend differenziert). wir sprechen aber hier mit den Beschäftigten und weisen sie auf die Risiken hin. Für manche TZ-arbeitenden Schwerbehinderten hat ja die 6-Std.-Grenze noch eine andere wichtige Bedeutung (bezüglich Teilerwerbsminderung).

  • Wenn der AG die Zeit annimmt, dann hat der AG ein Problem. Daher nimmt er die Zeit nicht an. Wenn er diese annehmen soll (weil ja gearbeitet), so wie vom AN gewünscht, so hat der AN eine im Voraus feststehende Pause (0,5h) zu machen.

    Der AG nimmt die Zeit an , da keine Pause ordnungsgemäß zugeordnet ! Sinn der Gleitzeit ist ja , dass an einem tag zu viel geleisteet Minuten am anderen engespart werden können ---
    Bei ungeplanter Mehrarbeit kann der AN keine Pause vorher machen !! sonst wäre die Mehrarbeit ja geplant --- bei geplanter Mehrarbeit macht der AN ja ordnungsgemäß Pause

    Diese Vergütungspflicht besteht aber nur, wenn der AG diese Verletzung gesetzlicher Vorschriften veranlasst bzw. gefordert hat oder duldet.

    der AG hat sogar die Plicht die Einhaltung der Pauseenzeiten zu prüfen --- das ist aber eigentlich nicht das Problem ---. denn bei einer geplanten Arbeitszeit von 6 Stunden ist keine Pause pflicht ! --- geplant ist das Zauberwort !
    Dem AG nützt es bar nichts wenn er die zu viel geleisteet Arbeitszeit einfach abzieht , denn sie ist ja deutlich dokumentiert und deutlich als Arbeitszeit dokumentiert .
    Der AG muss kontrollieren und nachweisen , dass der AN die Pausen auch nimmt --- einfach abziehen beweist das nicht !
    Er könnte und müßte eine Pause ordnungsgemäß zuordnen , damit er die geleistete Arbeitszeit nicht annehmen muss ( LG Hamm)

    Das Arbeitszeit schutzgedetzt ist zum Schutz der AN -nicht zur Bereicherung des AG --- der AN fällt ja nicht um , weil er an einem Tag 5 Minuten zu lange arbeitet --- der AN ist auch keien MAschine der auf die Sekunde genau ausloggen kann ----in dieser Konstellation würde der AN ja ständig Minusstunden machen und wäre gezwungen irgendwann gezielt Überstunden zu machen um diese Auszugleichen aber eigentlich arbeitet er ja weniger aus guten Gründen ! und soll keine Überstunden machen
    Es ist eben auch die Frage verstößt der An denn mit der undgeplanten Mehrarbeit gegn das Gesetz? Handelt es sich nicht um Restarbeiten , wenn er die gerade ausgeführte Tätigkeit noch beendet bzw --- dem Kollegen auf dem Weg zur Stechuhr eine wichtige Frage kurz beantwortet --- und wenn dem AN kurz vor Feierabend die Säureflasche umkppt --- dann muss er die Gefahr unverzüglich beheben .... wenn kurz vor Feierabend ein Telefonat rein kommt weiss der AN auch nicht wie lange das dauert ....

    Wie gesagt im Gesetz geht es um die Arbeitszeitplanung , wo bestimmte Mindestpausen eingeplant werden müssen (hier auch eindeutig miteingeplant werden wenn länger gearbeitet werden soll ) Es geht ausdrücklich um ungeplante und unplanbare kurzzeitige Mehrarbeit !


    Fragt mal den MA, ob er immer (evtl. nach 4h) eine Pause machen will oder den Schraubenschlüssel nach Punkt 6h arbeiten fallen lassen will (bildlich gesprochen).

    Nö --- der AN will keine Pause : Der AN soll laut Vorgesezten den Schraubenschlüssel fallen lassen -- darf sich auch die letzten 5 Minuten vor die Stechuhr stellen .
    Der AN kässt seine Kollegen aber nicht einfach hängen --- zB. er Pipettiert Proben - ein Rack hat 40 Proben -- die Kollegen warten auf die fertigen Proben , die angefangenen Proben müßten am nächsten Tag neu gemacht werden .... der AN ist nach 5 Stunden 55 bei probe 35 auf dem aktuellen rack --- ergo Pippettiert er die zu ende und ist dann erst nach 6 Stunden 2 an der Stechuhr --- geht er aber am nächsten Tag nach 5 Studen 58 weil bereits fertig macht er Minus ...
    Die 2 Minuten mehr sind ja nicht geplant / nicht planbar ! Er weiß also vorher nicht , dass er Pause hätte machen müssen , Der AN nimmt die geleistete Arbeit an , weil er keine Pause ordnugsgemäß zuordnet !
    Die 2 Minuten sind mE Restarbeiten nach §14 ArbschG also auch rechtlich kein Problem !


    wenn AN mit TZ-Wünschen so arbeiten wollten).

    Festgelegte Arbeitszeiten laut Arbeitsvertrag des AN


    Es gibt ein entsprechendes Urteil (ob nun Hamm oder nicht), dass das besagt, ja. Das ist hier aber nicht anwendbar, weil bei bis zu 6 Stunden gar keine Pause zugeordnet werden muss.

    Das Urteil besagt , dass der AG die Pause ordnungsgemäß zuweisen muss , damit er die Annahme der Arbeitszeit in diesem Zeitraum ( Pause= keine Arbeitszeit ) verweigert. Richtig hier muss keine Pause zugewiesen oder genommen werden weil 6 Stunden --- Zuweisen muss aber der AG ! Bleibt der Fakt es wurde keine Pause ordnungsgemüß zugewiesen ! Ferner handelt es sich ja um MindestPausen -- der Ag darf über diese Zeiten hinaus Pausen anordnen -- sofern nicht in unangemes senen Umfang !

    3 Mal editiert, zuletzt von SimoneLaas () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von SimoneLaas mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • SimoneLaas , dieser Thread nimmt Kreisform an.


    Wenn Du die rückgemeldeten Informationen nicht annehmen kannst oder und nur Deine Faktenresistenz wortreich untermauern magst, hat eine weitere Diskussion keinen Sinn.


    Hier wurde rechtlich betrachtet das Relevante zusammengefasst:

    Es besteht zwar eine grundsätzliche Vergütungspflicht für tatsächlich geleistete Arbeit - auch wenn diese unter Verletzung gesetzlicher Vorschriften erbracht wurde. Diese Vergütungspflicht besteht aber nur, wenn der AG diese Verletzung gesetzlicher Vorschriften veranlasst bzw. gefordert hat oder duldet.


    Macht der AG aber deutlich, daß er eine Verletzung der gesetzlichen Vorschriften nicht will und auch nicht duldet, dann entfällt die Lohnzahlungspflicht für den Teil der Arbeit, der unter Verletzung gesetzlicher Vorschriften wie zB des § 4 ArbZG geleistet wurde, der AG kommt dadurch nicht in Annahmeverzug.

    So hat es das BAG in seiner Entscheidung vom 25.2.2015, 1 AZR 642/13 definiert. Die Überwachung der Mindestvorschriften des ArbZG zB durch ein Programm zur Erfassung der ArbZ ist dabei nach der mir bekannten Rechtsprechung regelmäßig ausreichend, um den entsprechenden Willen des AG zu verdeutlichen.

    Der AG äußert diesen Willen ja offensichtlich auch an anderer Stelle sehr deutlich:

    Der AN soll laut Vorgesezten den Schraubenschlüssel fallen lassen -- darf sich auch die letzten 5 Minuten vor die Stechuhr stellen .

    Dein Ansatz bzgl Zuweisung von Pausen geht fehl, aus mindestens zwei Gründen. 1. Bei ArbZ bis 6 Stunden, auch das wurde bereits gesagt, aber dann eben hier nochmal: muss der AG keine Pause zuweisen. 2. Es geht hier auch nicht um den automatischen Abzug einer Pause, die nicht genommen wurde, sondern um die Nichtannahme von Arbeitsleistung wg Gesetzesverstoß - der rechtliche Sachverhalt ist also ein ganz anderer.


    Und dann schwurbelst Du auch noch Dinge zusammen:

    Die 2 Minuten sind mE Restarbeiten nach §14 ArbschG also auch rechtlich kein Problem!

    Du meinst vmtl § 14 ArbZG, nicht ArbSchG. Dein Satz im Zitat ist, man muss es leider so sagen, kompletter Bullshit. Man merkt, dass Du ahnungsbefreit Dinge aus dem Netz zusammenklaubst, von denen Du annimmst, sie könnten zu Deiner "Realität" passen. Es fehlt hier an allen Voraussetzungen für den § 14 ArbZG.


    Der/die AN geht vielmehr entgegen der o.g. Weisung (Schraubenschlüssel fallen lassen, ggf 5 Minuten an der Stechuhr stehen) sehenden Auges in die gesetzeswidrige Mehrarbeit:

    (...) der AN will keine Pause (...) Der AN kässt seine Kollegen aber nicht einfach hängen --- zB. er Pipettiert Proben - ein Rack hat 40 Proben -- die Kollegen warten auf die fertigen Proben , die angefangenen Proben müßten am nächsten Tag neu gemacht werden .... der AN ist nach 5 Stunden 55 bei probe 35 auf dem aktuellen rack --- ergo Pippettiert er die zu ende und ist dann erst nach 6 Stunden 2 an der Stechuhr ---

    Letztlich wäre das sogar abmahnbar.


    (Fortsetzung folgt)


    in dieser Konstellation würde der AN ja ständig Minusstunden machen und wäre gezwungen irgendwann gezielt Überstunden zu machen um diese Auszugleichen aber eigentlich arbeitet er ja weniger aus guten Gründen ! und soll keine Überstunden machen

    Nein. Der AG sagt doch klar, er soll die 6 Stunden ausschöpfen, er erlaubt ihm dafür sogar, eine gewisse Zeit, untätig an der Zeiterfassung zu warten.

    Sinn der Gleitzeit ist ja , dass an einem tag zu viel geleisteet Minuten am anderen engespart werden können ---

    Nein. Du redest von einem ArbZ-Konto. Gleitzeit bedeutet eine gewisse Flexibilität bei Arbeitsbeginn und -ende. Aber weder das ArbZ-Konto noch die Gleitzeit hebeln höherrangiges Recht aus: Bei 6h ArbZ am Tag ohne Pause ist die Flexibilität bzgl Stundenkonto dann eben bei Null.

    der AN will keine Pause (...) der Ag darf über diese Zeiten hinaus Pausen anordnen -- sofern nicht in unangemes senen Umfang !

    Merkst Du was? Der/die AN will keine Pause, und der AG muss keine zuordnen - und der AG ist m.E. auch nett, wenn der dem/der AN keine Pause zwangsweise angedeihen lässt. (Eine zwischen AG und AN vereinbarte Pause wäre übrigens tatsächlich die einfachste Lösung... Ich habe Kolleg:innen, die das genau so auch machen, problemfrei)


    Zusammenfassung: Die stellst eine Frage, bist mit den fundierten Antworten nicht zufrieden, schwurbelst Dir lieber ahnungsbefreit eine eigene "Realität" zusammen. Deswegen und aus diesem Grund...

    auweia, das Thema ist hier schon so oft und intensiv diskutiert worden....

    ...(und zwar unter Beziehung sehr eindeutiger Rechtsprechung) bin ich hier jetzt raus.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    2 Mal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Einfach gesagt: Wenn die Mitarbeiter gleiten wollen, dann müssen sie eine Pause (sollte in der Mitte der Arbeit sein; Steht im Kommentar von Arbeitszeitgesetz) von 30 Minuten machen. Dann kann die Zeit auch mehr als 6h sein. Wenn sie dann weniger arbeiten (5:55) hat auch keiner ein Problem.

    Irgendeine "Einbuße" muss der AN hier eingehen und nicht das Problem der nichtgemachten Pause und der Überminuten dem Ag zuweisen.

    Wenn der AN nur einen 5h Tag hat, dann ist die Gleitzeit kein Problem (falls nicht 61 Minuten länger).


    Vorschlag: Der Mitarbeiter arbeitet am Montag 8h (mit Pause) und kann dann Di-Fr 5h30 arbeiten. Hier kann er bis zu 30 Minuten + machen. Das wäre aber zu einfach...

  • Der AG muss kontrollieren und nachweisen , dass der AN die Pausen auch nimmt --- einfach abziehen beweist das nicht !
    Er könnte und müßte eine Pause ordnungsgemäß zuordnen , damit er die geleistete Arbeitszeit nicht annehmen muss ( LG Hamm)

    Der Arbeitgeber hat hier zwei ziemlich einfache Möglichkeiten: (Für die erste hat er sich aktuell entschieden)

    Er verweigert, so wie das alle hier beschrieben und für korrekt befunden haben, die Annahme rechtlich unzulässig geleisteter Arbeit. Und spätestens mit vorheriger Ansage und Anordnung ist da auch nichts mehr zu diskutieren.


    Oder er weist einfach eine feste, 30-Minütige Pause inmitten der Arbeitszeit an. Dann ist die Arbeitszeit wieder flexibler, dauert aber pauschal eine halbe Stunde länger.


    Es gibt einfach keine rechtlich zulässige Möglichkeit, mehr als sechs Stunden am Stück ohne Pause zu arbeiten. Und der Arbeitgeber haftet dafür, dass das eingehalten wird. Er tut also gut daran, auf exakte Einhaltung zu pochen.

  • "Korrekt ist es nicht."

    Das BAG hat Richtlinien zur Vergütung (das ist letztlich die Annahme dieser Überstunden) von Überstunden aufgestellt.

    Demnach müssen Überstunden nur vergütet werden, wenn sie vom AG ausdrücklich oder konkludent

    • angeordnet (das ist hier gerade nicht der Fall),
    • geduldet (auch das wurde hier explizit ausgeschlossen) oder
    • nachträglich gebilligt (hat er auch nicht)

    hat. Im Urteil geht es um eine weitaus größere Menge an Stunden, aber die Richtlinien sind sehr eindeutig aufgestellt. Nimm diesen Fall und arbeite die Randnotizen 30 ff. ab.


    Oder - ich lasse mich ja gerne überzeugen - liefere mehr als nur eine starke Behauptung. Weiter oben war für dich die Nichtannahme noch in Ordnung.

    Wenn der AG die Zeit annimmt, dann hat der AG ein Problem. Daher nimmt er die Zeit nicht an.

  • Hallo Simone,

    vertaglich geregelt 6 Stunden /tag , 5 tage Woche , [..]
    Es besteht volle Gleitzeit Fenster von 6 bis 19 Uhr .

    Gleitzeit muss m.E. nicht automatisch bedeuten, dass man - gerade bei Teilzeit - die tägliche AZ quasi beliebig verringern oder erhöhen kann. Da wäre die konkrete Vereinbarung im Arbeitsvertrag zu prüfen, bevor man da eine verbindliche Aussage trifft. Wenn da 6 Stunden pro Tag fest vereinbart sind, dann beträgt die Dauer der tägl. AZ 6 Stunden und Überminuten müssen, wie zuvor schon ausreichend diskutiert, vom AG weder angenommen noch vergütet werden.


    Der Gleitzeitrahmen würde in diesem Fall - wiederum m.E. - erlauben, die Lage der persönlichen Arbeitszeit flexibel zu gestalten, also ggf. entweder frühestens morgens 6 Uhr zu beginnen und 12 Uhr zu gehen oder spätestens um 13 Uhr zu beginnen und 19 Uhr zu gehen oder natürlich die vertraglich vereinbarten 6 Stunden "beliebig" irgendwo dazwischen zu absolvieren / zu leisten.


    Nochmal: konkrete Formulierung im AV des MA nachsehen und klären, was denn "der Wille" des MA und der Formulierung war.


    Und wie könnte der BR diese fakten in einer Betriebsvereinbarung regeln ?

    Sofern es dafür überhaupt einer BV bedarf, klärt vorzugsweise mit mehreren betroffenen MA, ob und welchen Regelungsbedarf diese sehen. Andernfalls wird es immer gegen den einen oder anderen MA laufen.


    PS: weniger Plenken und weniger Minuszeichen machen deine Beiträge leserlicher ;)

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Nein. Du redest von einem ArbZ-Konto. Gleitzeit bedeutet eine gewisse Flexibilität bei Arbeitsbeginn und -ende. Aber weder das ArbZ-Konto noch die Gleitzeit hebeln höherrangiges Recht aus: Bei 6h ArbZ am Tag ohne Pause ist die Flexibilität bzgl Stundenkonto dann eben bei Null.

    es handelt sich 1. Um ein Arbeitszeitkonto uund 2. um Gleitzeit


    Dein Ansatz bzgl Zuweisung von Pausen geht fehl, aus mindestens zwei Gründen. 1. Bei ArbZ bis 6 Stunden, auch das wurde bereits gesagt, aber dann eben hier nochmal: muss der AG keine Pause zuweisen. 2. Es geht hier auch nicht um den automatischen Abzug einer Pause, die nicht genommen wurde, sondern um die Nichtannahme von Arbeitsleistung wg Gesetzesverstoß - der rechtliche Sachverhalt ist also ein ganz anderer.

    Wenn die Arbeitszeit mehr als 6 Stunden beträgt müßte demnach der AG sehr wohl eine Pause anordnen ! Um das Problem zu vermeiden könnte er sehr wohl mehr als die im Gesetzt angegebenen Pausen anordnen --- worauf im Gesetzt ausdrücklich verwiesen wird


    Der/die AN geht vielmehr entgegen der o.g. Weisung (Schraubenschlüssel fallen lassen, ggf 5 Minuten an der Stechuhr stehen) sehenden Auges in die gesetzeswidrige Mehrarbeit:

    die interessante Frage -- unabhängig von dem Beispiel ist ob bei Arbeitszeitkonto und Gleitzeit in Kombination der AG berechtigt ist diese Beschänkug in die eine Richtung vorzunehmen ...

    Wie ist das WOrt " geplante" in Bezug auf die Arbeitszeit und die Pausen auszulegen ?


    Demnach müssen Überstunden nur vergütet werden, wenn sie vom AG ausdrücklich oder konkludent

    wir reden nicht von Überstunden sondern Mehrarbeit im Rahmen eines Arbeitszeitkontos ---

    Ja die Aktuelle Anweisung nach Aufforderung durchden AN die Stunden wieder gut zu schreiben besagt er soll immer exakt auf die Minute ausloggen ---- was m.E. nicht realistisch ist

    3 Mal editiert, zuletzt von SimoneLaas () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von SimoneLaas mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Simone Laas: Nach der von Dir beschriebenen Regelung werden vermutlich immer mal wieder (wenige) Minuszeiten anfallen.

    Aber haben die AN denn wirklich keine Möglichkeit, an einigen Tagen auch mit Pause mehr als 6 Stunden zu arbeiten? Dann hätten sie es in der Hand, dieses Manko wieder auszugleichen.

    Wenn nicht, ist diese auf Kante genähte Regelung einfach blöd.

  • In einem anderen Thread hast Du kürzlich folgendes geschrieben:

    Zitat von SimoneLaas

    Wir sind ein frisch gegründeter BR und haben von Nix eine Ahnung --- aber davon dann ganz viel

    Das ist sicherlich keine Schande. So haben alle mal angefangen.


    Eine Schande wird es aber dann, wenn man wie Du vollkommen fakten- und beratungsresistent darauf bestehst, auf dem Holzweg der Ahnungslosigkeit zu bleiben.


    Du hast nun wirklich alle Infos bekommen. Wenn Du sie ignorieren magst, weil sie in Dein uninformiertes Weltbild nicht passen, bleibt das Dir überlassen: Das Recht zur freien Entfaltung der Persönlichkeit umfasst auch das Recht auf Ignoranz.


    Ich wette dagegen... ;)

    Erwischt. Inhaltlich ist aber alles gesagt, und das schon seit einiger Zeit.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    3 Mal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.