Wie lange dauern eure Sitzungen? Wie schafft ihr es alle zusammen zu bekommen?

  • Hallo,


    es ist schon etwas peinlich, wir sind ja längst nicht mehr neu gewählt, aber uns plagen immer noch solche Probleme.


    Situation:

    1. Wir sind 9 BRM, keins freigestellt (keine*r will)

    2. Von den 9 Leuten arbeiten 2 in Schichten (Spät und Nacht) wodurch der Vormittag wegfällt. Die anderen haben Gleitzeit. Ohne KAZ.

    3. Nun kommt es dazu, dass wir auch BRM mit elterlichen Verpflichtungen haben, d.h. manche können nicht vor 9 Uhr (aber der Vormittag ist eh hinfällig siehe 2.), andere können nicht nach 15:00/15:30 Uhr


    Dazu kommen unzählige Regelmeetings und natürlich die Mittagspause, die auch nicht bei jedem gleich liegt und manche Leute haben sich da auch recht stur, wenn es um die Lage ihrer Mittagspause geht.

    Wir haben uns schon länger einen Regeltermin erobert, der aber auf 2-2,5 Stunden begrenzt ist. Das scheint der einzige Zeitslot zu sein, der bei allen passt. Zumindest bei den regulären BRMs, bei den Nachrückern wird es wieder schwierig. Leider merken wir, dass trotz Ausschüssen und Aufgaben an einzelne Personen verteilen, die Zeit einfach nicht reicht um alles auf der Tagesordnung zu bearbeiten.


    Wie geht ihr damit um? Das Problem kann doch nicht nur bei uns existieren.


    Und natürlich geht die BR-Arbeit vor, aber wenn dadurch am Ende ganze Abteilungsmeetings geschoben werden müssen, ziehen wir unnötigen Ärger auf uns.

  • Hallo,


    k.A. was Regelmeetings und KAZ sind, aber sonst ....:
    Wir haben sogar 17 BRM und davon (mind.) 6 arbeiten im Schichtsystem.


    Unser wöchentlicher fester Termin beginnt 13 Uhr: DIe Kollegen im Spätdienst kommen zur Sitzung und geen danach zu DIenst, die Kollegen aus dem Frühdienst verlassen diesen rechtzeitig (ggf. müssen sie ja vorher von die Unterlagen lesen und sich auf die Sitzung vorbereiten) und gehen nach der Sitzung heim.

    Die Sitzung dauert so lange, wie sie dauert. Sie ist selten vor 15 Uhr zuende und selten nach 16:30 Uhr und in 5 1/2 Jahren habe ich erst zweimal erlebt, dass wir der fortgeschrittenen Uhrzeit wegen Themen vertagt haben. Das waren dann aber auch dicke Bretter oder wir hatten Gäste mit zeitraubenden Vorträgen dabei.

    Klar werden manche dann unruhig und manchmal muss auch jemand eher los wegen Personalknappheit, aber meist kommen doch so ziemlich alle, die nicht in Urlaub oder frei oder krank sind ...

    ... und bei rechtzeitiger Abmeldung (wg. Verhinderung) und Nachladung kommen auch die Ersatzmitglieder überwiegend verlässlich und bleiben bis zum Ende.


    ... aber wenn dadurch am Ende ganze Abteilungsmeetings geschoben werden müssen, ziehen wir unnötigen Ärger auf uns.

    Dann stimmt vielleicht auch etwas mit den Terminen für diese Abteilungsmeetings nicht und diese Abteilungsmeetings solten EUREN Ärger auf sich ziehen.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Natürlich laufe ich bei dem Thread massiv Gefahr, mal wieder wie ein Oberlehrer daherzukommen.


    Als ehemaliges Mitglied und über Jahre BRV eines 9er-Gremiums und als Mitglied eines 15er-Gremiums, wovon jeweils die Hälfte bis Mehrzahl 24/7 im Drei-Schicht-System arbeitet(e), habe ich diese Probleme tatsächlich nicht erlebt.


    Ich gehe v.a. von einer problematischen Einstellung bzw Haltung zum Amt der BRM aus, an der das Gremium arbeiten sollte.


    Das fängt bei der Freistellung nach § 38 BetrVG an:

    (...) keins freigestellt (keine*r will)

    Die Freistellung ist eine Mindestregel, die die Funktionsfähigkeit des BR garantieren soll. Der Verzicht darauf ist eine Pflichtverletzung.


    Ich habe vollstes Verständnis, wenn niemand in die volle Freistellung will (ich war selber nie voll freigestellt, mein ehemaliger BR hat 2x 50% "vergeben"). Das BetrVG bietet aber die Möglichkeit, die Freistellung aufzuteilen. So könnten z.B. im Extremfall 5 BRM jeweils 20% nehmen und jede:r nimmt einen Tag Montag - Freitag, was sicherlich nicht optimal wäre, aber besser als keine Freistellung.


    (Fortsetzung folgt)


    Von den 9 Leuten arbeiten 2 in Schichten (Spät und Nacht) wodurch der Vormittag wegfällt.

    Der Vormittag fällt dadurch nicht weg. Die BRM sind bei Teilnahme an der Sitzung entsprechend von den Schichten davor bzw danach bzw von Teilen davon bezahlt freizustellen, soweit die Arbeit in den Schichten vor oder nach der Sitzung dem BRM nicht zumutbar ist (als Richtlinie gilt da das ArbZG), das ist rechtlich bis zum BAG abgesichert.


    Der AG kann auch die Sitzung bei der Planung der Schichten berücksichtigen. Ich hatte BRM in Wechselschicht, die am Tag der regulären Sitzung dann eben immer in die Schicht eingeteilt waren, in der die Sitzung stattfand.


    (Fortsetzung folgt)


    Und natürlich geht die BR-Arbeit vor, aber wenn dadurch am Ende ganze Abteilungsmeetings geschoben werden müssen, ziehen wir unnötigen Ärger auf uns.

    Es muss nicht jedes BRM immer an jedem Meeting teilnehmen. Ist es eine dauerhafte Überschneidung, dann muss halt das Meeting weichen. So viel Arsch in der Hose muss sein.


    (Fortsetzung folgt)


    die Mittagspause, die auch nicht bei jedem gleich liegt und manche Leute haben sich da auch recht stur, wenn es um die Lage ihrer Mittagspause geht.

    Ein sehr deutliches Indiz für eine problematische Einstellung zum Amt.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    6 Mal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hallo,


    da kann man Fried nur recht geben.


    "Wer will muss auch wollen"


    Zitat

    1. Wir sind 9 BRM, keins freigestellt (keine*r will)

    Warum will niemand?
    Angst zwecks Karriere?
    Zu Jung?

    Angst vor zu viel Arbeit?


    Alles Sachen die man lösen könnte.


    Zitat

    2. Von den 9 Leuten arbeiten 2 in Schichten (Spät und Nacht) wodurch der Vormittag wegfällt. Die anderen haben Gleitzeit. Ohne KAZ.

    Wie Fried schon erwähnt, gibt es einige Möglichkeiten. Zusätzlich gilt bei BR Arbeit kein ArbzG (wenn man den will :) )


    Zitat


    3. Nun kommt es dazu, dass wir auch BRM mit elterlichen Verpflichtungen haben, d.h. manche können nicht vor 9 Uhr (aber der Vormittag ist eh hinfällig siehe 2.), andere können nicht nach 15:00/15:30 Uhr

    Zwischen 9h und 15Uhr habt ihr 6 Stunden Zeit für eine Sitzung.


    Zitat


    Und natürlich geht die BR-Arbeit vor, aber wenn dadurch am Ende ganze Abteilungsmeetings geschoben werden müssen, ziehen wir unnötigen Ärger auf uns.

    Warum? Das ist eine Frage an den Abteilungsleiter, ob er das Meeting in Zukunft schieben kann.

    So schwer ist das nicht.


    Gruß

  • Wir sind ein 9er Gremium, einige in Schichtdienst einige mit Gleitzeit. Aber solche Probleme hatten wir nie. Wenn Sitzung ist, dann ist Sitzung. Natürlich ist mal jemand verhindert, und natürlich muss man mal ein anderes (Arbeits-)Meeting absagen. Aber Betriebsrat heißt halt auch Arbeit. Nutzt eure Freistellung (das geht ja auch mit mehreren Teilfreistellungen) Da kann dann schon etwas Arbeit erledigt werden. Bestimmte Aufgaben können auch in Ausschüssen erledigt oder zumindest weitgehend vorbereitet werden.


    Aber ich kann mich da den Vorschreibern nur anschließen: Nehmt euer Amt Ernst!

  • Wir sind ein 15er Gremium, habe jede Woche unsere Standardsitzung ab 12:45 und bis max 15:15, so zumindest auf dem Papier. Realistisch sind wir meistens früher fertig, liegt aber auch daran, dass wir viele Aufgaben zur selbständigen Erledigung an den BA abgegeben haben. Das ist dann so vorbereitet, das es einiges an Zeit spart.


    Wenn wir allerdings Sonderthemen haben (Rücksprache GF, große BV, Sonderprojekte), neben den Ausschusssitzungen machen wir zusätzliche Sitzungen, kommt schon mal vor, aber jetzt nicht so Mega häufig. Bei diesen Sondersitzungen schauen wir dann schon diese nach Möglichkeit so zu legen, dass es für unsere Schichtkollegen kein Zusatzaufwand wäre...ist er es doch, sind sie in der Nachtschicht vor der Sitzung befreit, genau wie bei den BR-Sitzungen.


    Sollten wir in der regulären Sitzung den Zeitrahmen sprengen, was aber so gut wie nie vorkommt, dann vertagen wir uns entweder auf eine außerordentliche Sitzung sollte es zeitlich brennen oder eben auf die Folgewoche.


    Ich glaube bei euch ist es aber wirklich mehr ein "wollen" von den Kollegen und weniger ein "wie können" wir....

  • 9er Gremium, alle im Schichtdienst (Rettungsdienst) die meisten 2-Schicht (Tag / Nacht je 12 h) und einer mit 3-Schicht.

    Durch die 12h Schichten haben wir eine 3,5-Tage Woche von Mo - So, mit der Konsequenz, dass für die meisten BRM jede zweite Sitzung an einem freien Tag stattfindet. - Die kommen aber trotzdem, weil sie ihre Amtspflichten kennen und wissen wofür sie sich haben wählen lassen.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Hallo zusammen,


    danke für die Antworten. Zunächst: ja unser BR beinhaltet viele Trantüten, bei denen man sich fragt, warum sie sich zur Wahl haben aufstellen lassen. Und andere, die permanent die BR-Arbeit niedriger priorisieren als ihre eigentliche Arbeit. Die wenigen BRM, die sich reinhängen, nervt das nur noch an.


    Fried stimmt, da hast du mit §38 BetrVG durchaus recht, den hab ich mir zu lange nicht mehr angeschaut, seit wir "Ringel-Reihe" gespielt haben mit der Frage, wer sich freistellen lässt, und dann aufgegeben haben. Eine teilweise Freistellung wäre bestimmt möglich, zumal die engagierten von uns eh schon sehr viel Zeit mit der BR-Arbeit verbringen. Wobei wir auch das Problem haben, dass der Arbeitgeber keinerlei Rücksicht darauf nimmt, dass wir die BR-Arbeit auch noch haben und uns genauso wie den Rest der Firma mit Arbeit zuschüttet (Fachkräftemangel, alle sind nur noch überarbeitet). Es sitzen auch immer wieder BRM in den Sitzungen und arbeiten nebenbei.

    Die Freistellung würde daran vermutlich nichts ändern.

    Ansonsten vermute ich aber, dass das Problem eine Mischung aus "Liebe zum Job" und Karriereangst ist.


    Zitat

    Der Vormittag fällt dadurch nicht weg. Die BRM sind bei Teilnahme an der Sitzung entsprechend von den Schichten davor bzw danach bzw von Teilen davon bezahlt freizustellen, soweit die Arbeit in den Schichten vor oder nach der Sitzung dem BRM nicht zumutbar ist (als Richtlinie gilt da das ArbZG), das ist rechtlich bis zum BAG abgesichert.

    Und was ist mit den Schichtzuschlägen? Wir haben Leute, die mit Absicht Nachts arbeiten um die Zuschläge zu kassieren.


    Dann stimmt vielleicht auch etwas mit den Terminen für diese Abteilungsmeetings nicht und diese Abteilungsmeetings solten EUREN Ärger auf sich ziehen.


    wieso soll was mit den Terminen für die Abteilungsmeetings nicht stimmen? Jede Abteilung hat sich bestimmte Termine zu regelmäßigen Meetings (sogenannte Regelmeetings) ausgemacht, zu der teilweise 40 Personen zusammenkommen, je nach Abteilung.

    Wenn wir als BR jetzt sagen: "tut uns ja leid, aber genau zu dem Zeitpunkt wollen wir zukünftig die BR-Sitzung machen, daher schiebt bitte den Termin für die 39 anderen Personen, sonst kann Max Mustermann nicht mehr bei seinem Abteilungsmeeting dabei sein", wäre schon etwas heftig. Daher versuchen wir soetwas zu vermeiden. Aber alle, die nicht Schicht arbeiten, haben noch viele andere Regelmeetings mit verschiedensten kleineren Arbeitsgruppen intern oder extern. Hier kann/muss man gucken inwiefern die eben schiebbar sind.

    Wenn jemand einmalig bei einem Regelmeeting fehlt, ist das natürlich kein Drama.


    Zwischen 9h und 15Uhr habt ihr 6 Stunden Zeit für eine Sitzung.

    schön wärs. Die verschiedenen Mittagspausenvariationen erstrecken sich über 2h genau mitten innerhalb dieser Zeitspanne. Und ohne Termine zu verschieben findet man erst einmal keinen Tag, an dem die BRMs vorher und nachher nicht noch irgendwelche Meetings drin haben. Ich hab langsam das Gefühl, wir müssen eine Sitzung machen um weitere Sitzungstermine zu finden indem wir ausknobeln, wer was schiebt.


    Warum? Das ist eine Frage an den Abteilungsleiter, ob er das Meeting in Zukunft schieben kann.

    So schwer ist das nicht.

    Das müssen wir mal sehen, ob wir das schaffen, das so zu legen, dass nur eine Abteilung (und am Besten nicht die mit 40 Leuten) betroffen ist. unser BRM ist aus fast allen Abteilungen bunt gemischt.



    Zitat


    Aber ich kann mich da den Vorschreibern nur anschließen: Nehmt euer Amt Ernst!

    Also ich versuche auf jeden Fall mein Bestes, aber es fühlt sich oftmals wie ein sehr einsamer Kampf an. Es wäre toll, wenn unser BR so richtig engagiert wäre, wie es sich bei euch anderen anhört.


    Zitat


    Realistisch sind wir meistens früher fertig, liegt aber auch daran, dass wir viele Aufgaben zur selbständigen Erledigung an den BA abgegeben haben.

    Unser BA scheint eher zu versuchen die Aufgaben an den Vorsitzenden abzugeben.

    Aber Uwe_Isa dass ihr mit 2,5h so locker hinkommt, finde ich beachtlich. Bei uns häuft sich einfach immer mehr an, was neu dazu kommt oder nicht abgeschlossen wird. Bei manchen Themen scheinen die BRM auch einfach zu kapitulieren, weil es ihnen irgendwann reicht.

  • Hör mal auf eure Sitzung unter die anderen Meetings zu priorisieren. Ihr seid ein 9er Gremium, das heißt, ihr müsstet mit eurer Terminfindung Rücksicht auf (bis zu) 9 Abteilungen nehmen. Eine Abteilung kann sich ihren Termin viel einfacher umsortieren, also sollen die das machen!

  • Und was ist mit den Schichtzuschlägen? Wir haben Leute, die mit Absicht Nachts arbeiten um die Zuschläge zu kassieren.

    Die Zuschläge sind dann natürlich trotzdem zu zahlen, denn es gilt das Entgeltausfallsprinzip (bei erforderlicher Freistellung ist so zu vergüten, als hätte das BRM gearbeitet, das gilt auch dann, wenn das BRM von der Nachtschicht oder Teilen davon freigestellt wird, um an der BR-Sitzung teilnehmen zu können).


    Einen kleineren finanziellen Verlust gibt es aber insofern, als dass der Nachtzuschlag für die Stunden, die faktisch nicht gearbeitet wurden, nicht mehr steuerfrei ist.


    (Fortsetzung folgt)


    Wobei wir auch das Problem haben, dass der Arbeitgeber keinerlei Rücksicht darauf nimmt, dass wir die BR-Arbeit auch noch haben und uns genauso wie den Rest der Firma mit Arbeit zuschüttet.

    Sorry, da sehe ich wieder ein Einstellungsproblem bei Euch. Mein ehemaliger AG hat das auch probieren wollen. Dann lasst Ihr für den BR Arbeit liegen und teilt das dem AG mit.


    Ganz abgesehen davon besteht ein Anspruch auf Zuteilung von weniger Arbeit, der ggf auch einklagbar ist.

    Es sitzen auch immer wieder BRM in den Sitzungen und arbeiten nebenbei.

    Irre. Als Sitzungsleitung würde ich das unterbinden.


    (Fortsetzung folgt)


    Sorry nochmal, aber es ist klar, dass Ihr ein massives internes Problem habt. Ihr priorisiert alles andere vor die BR-Tätigkeit.


    Sogar die Lage der individuellen Mittagspausen! Was wirklich irre ist. Ihr könntet von 0900-1500 sitzen und die Sitzung von z.B. 1230-1330 für eine Pause unterbrechen, blieben 5 Stunden.


    (Fortsetzung folgt)


    Es wäre toll, wenn unser BR so richtig engagiert wäre, wie es sich bei euch anderen anhört.

    Mein Ex-BR und mein jetziges Gremium waren und sind in der Mehrzahl nicht so arg engagiert. Es blieb und bleibt immer Arbeit an Wenigen hängen. Aber das Mindest-Engagement, das zu erwarten ist, die Teilnahme an Sitzungen, so lange es nötig ist, stand nie in Frage.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    7 Mal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich glaube, euch täte eine ganztägige (oder vielleicht auch mehrtägige) Sitzung mit einen externen Moderator gut. Hier solltet ihr euer Amtsverständnis überprüfen und euch über eure Aufgaben und Ziele klar werden. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, aber als BR-Mitglied sollte man sich auch seiner Verpflichtung gegenüber den Wählern im Klaren sein.

    Wir machen solche Sitzungen übrigens regelmäßig, immer in Verbindung mit einer Schulung zu aktuellen Themen und seit Neuestem mit einen Besuch des Arbeitgebers zum Thema Personalplanung und Zukunft des Betriebes.

    Das tut dem Gremium ganz gut und gibt Gelegenheit sich als Team zu finden.


    Am Anfang gingen unsere Sitzungen 3 bis 4 Stunden und es war viel Diskussion dabei. Mittlerweile reicht meist eine Stunde aus, es sei denn wir haben Spezialthemen. Die Kollegen kommen gut vorbereitet zur Sitzung, Die meisten Sachfragen sind vorher schon gestellt und abgearbeitet.


    Auch bei uns gibt es sehr aktive und weniger aktive Mitglieder. Sitzungsteilnahme ist aber für alle selbstverständlich und die Rechner sind aus (außer wenn ich das Protokoll führe 😅, dann läuft mein Rechner).

  • Wir haben jeden Donnerstag von 9:30 - 12 manchmal 12:30 Sitzung. (11er Rat)

    Schichtdienstler kommen zur Sitzung. FS=Arbeitszeit, SS fängt 9:30 mit BR-Sitzung an und geht um 17:40 heim.

    NS bleibt Nacht davor zuhause und geht Abend regulär zur Schicht.

    Freischicht kommt zur Arbeit und bekommt die Zeit gutgeschrieben.

    Bei den ersten beiden Nachrücker wissen die Abteilungen bescheid das Sie Donnerstags nicht mit den BRs rechnen sollen da sie oft auf Sitzung sind.


    Desweiteren haben wir einen gemeinsamen Abwesenheitskalender bei dem jeder BR seine Zeiten einträgt. So können die Vorsitzenden oft schon sehr früh Nachrückern bescheid geben das Sie zu Sitzungen eingeladen werden.

    Die BRs informieren dann Ihre Vorgesetzten damit Sie das einplanen können was vor allem bei Nachrückern hilft die eher selten eingeladen werden.


    Wir haben einen gemeinsamen Sharepoint in dem z.B. Entwürfe für BVs usw Abgelegt werden damit sich jeder schon im Vorfeld damit befassen kann. Das verringert die Fragen nachdem Inhalt oder die Fragen sind dann gezielter.


    Wir haben uns geeinigt das niemand ausser Protokollführer und Präsentierer am Laptop etwas macht bzw. sein Händy benutzt. Es hat einige Zeit gedauert bis wir das hinbekommen haben aber es funktioniert.

  • Wenn wir als BR jetzt sagen: "tut uns ja leid, aber genau zu dem Zeitpunkt wollen wir zukünftig die BR-Sitzung machen, daher schiebt bitte den Termin für die 39 anderen Personen, sonst kann Max Mustermann nicht mehr bei seinem Abteilungsmeeting dabei sein", wäre schon etwas heftig.

    Nein, Nein, Ihr kümmert euch nicht um die Abteilungsmeetings, Ihr kümmert euch um das BR-Meeting.

    Innerhalb des BR kann man den günstigsten Termin erfragen und dann wird der so festgelegt.

    Der BRV teilt das den Abeteilungen mit, die BRM melden sich entsprechend ab und der Rest ist Problem des Abt-Leiters.

    Wenn der Abt-Leiter sein Abt-Meeting ohne BRM abhalten muss/will, sein Problem.

    Wenn der Abt-Leiter deswegen das Abt-Meeting umlegen muss/will, sein Problem.


    Wenn eine Abt-Leitung beim BR anfragt, wegen einer Terminkollsion, dann prüft ich als BRV das natürlich wohlwollend, ob wir eine Verlegung machen könnten. Wenn mir als BRV das nicht "in den Kram" passt oder die BRM den Termin beibehalten wollen oder die Verlegung aus anderen Gründen nicht geht, dann hat die Abt-Leitung Pech gehabt"


    --> so läuft das bei uns (und wahrscheinlich auch bei vielen anderen)

    zuerst die Interessen des BR, danach alles andere (sonst hat der BR und der BRV verloren)

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Zunächst: ja unser BR beinhaltet viele Trantüten, bei denen man sich fragt, warum sie sich zur Wahl haben aufstellen lassen. Und andere, die permanent die BR-Arbeit niedriger priorisieren als ihre eigentliche Arbeit. Die wenigen BRM, die sich reinhängen, nervt das nur noch an.

    das Problem haben , glaube ich, die meisten BR-Gremien.

    zumindest meiner Erfahrung nach.

    Glücklicherweise haben wir im Normalfall nur einen 2-Schichtbetrieb, das macht die Sache etwas einfacher.


    Das hier

    Aber das Mindest-Engagement, das zu erwarten ist, die Teilnahme an Sitzungen, so lange es nötig ist, stand nie in Frage.

    ist das Mindestmaß was Du als BRV einfordern solltest/musst.


    Die Idee einer internen Klausurtagung mit externem Moderator wurde schon genannt. Dabei kommt es aber sehr auf den Moderator und seine Fähigkeiten an.


    Wir haben uns geeinigt das niemand ausser Protokollführer und Präsentierer am Laptop etwas macht bzw. sein Händy benutzt.

    auch das ist ein sehr wichtiger Punkt, Disziplin in den Sitzungen ist sehr wichtig!

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Jede Abteilung hat sich bestimmte Termine zu regelmäßigen Meetings (sogenannte Regelmeetings) ausgemacht, zu der teilweise 40 Personen zusammenkommen, je nach Abteilung.

    Ganz ehrlich? Das ist immer der größte Schei... . Wenn was ansteht macht man ein Meeting und nicht immer Montag 9:30. Und schon gar nicht mit 40 Leuten. Die meisten langweilen sich da (Meine Schwester hat auch so Meetings mit 3h und sie ist die letzten 10 Minuten dran. Vorher könnte sie schlafen...

    Macht die Regelmeetings weg und schon haben alle 2h mehr Zeit.

  • Eigentlich bin ich ja kein großer Fan von "Profilneurose-BRM", bei denen die eigenen Rechte, als BRM, immer an erster Stelle stehen, die Rechte des BR als Gremium an zweiter Stelle und die Interessen der MA irgendwo unter "ferner liefen". - Aber Ihr könntet von diesem Selbstverständnis durchaus was gebrauchen.

    Zumindest, dass die BR-Arbeit immer wichtiger ist, als die arbeitsvertragliche Tätigkeit, sollte verstanden werden.

    ...und das ist nicht die komische Einstellung eines "Profilneurose-BRM", sondern ein rechtlicher Grundsatz.

    (Aber es darf einem ruhig gefallen, dass man seinem Abteilungsleiter gegenüber so auftreten kann: "Sorry, BR-Sitzung. - Die ist natürlich deutlich wichtiger als Deine Abteilungsversammlung und es ist meine Amtspflicht daran teilzunehmen").

    Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen BRM, wenn man ihnen mal klar macht, dass sie jetzt zu dem "erlesenen Kreis" derer gehören, die jetzt einfach wichtigeres zu besprechen haben, als alles was in einer Abteilungsversammlung besprochen werden kann. Denn in der BR-Sitzung geht es auch um die großen, abteilungsübergreifenden Themen, die alle MA betreffen und nicht bloß um eine Abteilung. - Das muss ja nicht in Überheblichkeit ausarten, aber die meisten Menschen sind doch gerne "wichtig", also gibt man den BRM Gelegenheit "wichtig" zu sein, bzw. schafft ein Bewusstsein dafür, dass sie wichtig sind und wichtige Dinge tun (sollten).

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser