Zwei Klasse - Betriebsräte

  • Ich möchte gerne wissen, ob ich falsch liege. Als nicht freigestelltes ordentliches Betriebsratsmitglied (NFBR) empfinde ich die Unterscheidung zu den freigestellten Betriebsratsmitgliedern (FBR) als ungerecht. Ich bin der Meinung, dass es keinen Unterschied geben darf, dass wir alle gleich sind. Bei uns werden Berechtigungen den FBR uneingeschränkt gewährt und wir NFBR müssen alles für uns individuell beantragen und begründen. Ich rede nicht von der Einsicht in Lohn und Gehaltslisten, das habe ich schon akzeptiert. Ich meine jede popelige Transaktion im SAP (z.B. Funktion Sollplan-Abschlüsse) oder Programm zum Entschlüsseln der verschlüsselten Mails im BR Posteingang. Auch über den GBR organisierte Schulungen sind sehr oft kontingentiert und nur für die Freigestellten vorgesehen. Ich höre immer wieder das Wort "Freigestellte" und kriege die Krätze, es ist schon ein rotes Tuch für mich. Wenn ich Betriebsratsarbeit machen will, fühle ich mich immer benachteiligt, weil man mir die Möglichkeiten beschneidet. Wieso müssen Berechtigungen nach Freistellung/ Nicht-Freistellung vergeben werden und nicht nach Interesse und Fähigkeiten? Und überhaupt warum werden sie nicht grundsätzlich allen ordentlichen Mitgliedern gegeben? Wie seht ihr das? Und bitte reden wir nicht über Arbeitszeit und dass man meinem Arbeitgeber gegenüber nicht rechtfertigen könnte, weshalb ich teil nehme. Ich denke ich könnte auch in Freizeit teil nehmen und damit schade ich niemandem.

  • es gibt keinen Unterschied zwischen BRM.


    Jedem BRM sind alle Informationen uneingeschränkt zugänglich zu machen, ohne Einschränkungen.


    Lehrgänge werden halt per BR-Beschluss an BRM "verteilt"

    . Grundlagenlehrgänge an alle BRM gleich

    - weitere Lehrgänge nach Bedarf und ggf. Befähigung gem BR-Beschluss


    Wenn euer BR immer die freigestellten BRM entsendet, dann ist das ein Mehrheitsbeschluss und somit rechtlich korrekt (nehme ich jetzt mal an)


    wenn der GBR zu Seminaren speziell die freigestellten BRM einlädt, dann müßte man da mit dem GBR sprechen.


    unabhängig davon: die freigestellten BRM sollen ja aufgrund ihrer Freistellung auch einen Großteil der BR-Arbeit machen, daher sehe ich keinen Grundsatz verletzt wenn diese bei der Lehrgangsvergabe bevorzugt werden. Es ist ja nicht Sinn der Sache, das die freigestellten BRM "rumsitzen" und die nicht freigestellten BRM zusätzliche Funktionen und Seminare belegen und ggf. über das notwendige Maß hinaus mit BR-Arbeit belegt werden.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Ich meine jede popelige Transaktion im SAP (z.B. Funktion Sollplan-Abschlüsse)

    keine Ahnung, was Du damit meinst



    Programm zum Entschlüsseln der verschlüsselten Mails im BR Posteingang.

    absolutes NoGo, da haben alle Gremiumsmitglieder Zugriff zu haben und das ständig

    Auch über den GBR organisierte Schulungen sind sehr oft kontingentiert und nur für die Freigestellten vorgesehen.

    Für die muss normalerweise auch der örtliche BR beschließen und warum beschließt ihr dann für die anderen Gremiumsmitglieder nicht entsprechende Seminare bei anderen Anbietern?

    Wieso müssen Berechtigungen nach Freistellung/ Nicht-Freistellung vergeben werden und nicht nach Interesse und Fähigkeiten?

    in manchen Fällen mag eine Unterscheidung Sinn machen aber das müsst ihr im Gremium klären.

    Und natürlich



    Wie sehen das die anderen nicht freigestellten ordentlichen Betriebsratsmitglieder?

    wenn die da nicht Deiner Meinung sind wird es schwer etwas durchzusetzen, also ggfls mit Argumenten überzeugen.

    You choose your leaders and place your trust as their lies wash you down and their promises rust (MMEB Going Underground)

  • Wieso müssen Berechtigungen nach Freistellung/ Nicht-Freistellung vergeben werden und nicht nach Interesse und Fähigkeiten?

    Grundlegende Berechtigungen (wie auch den Zugriff aufs BR-Postfach!) habt ihr prinzipiell alle gleichermaßen - aber mutmaßlich sind auch Aufgaben im BR verteilt worden, zu deren Bearbeitung es mehr oder speziellerer Berechtigungen bedarf. Dass freigestellte BRM naturgemäß mehr Aufgaben übernehmen (sollten), ist vermutlich nachvollziehbar - möglicherweise brauchen und bekommen sie deswegen hier und da mehr Berechtigungen.


    Interesse allein ist m.E. aber echt kein Grund, weiterführende Berechtigungen einzuräumen.


    Ich sehe übrigens nicht, wie groß euer Gremium ist und von wievielen Freigestellten du schreibst ...


    Zudem schreibst du etwas von "vom GBR organisierten Schulungen", ohne auf Thema und Inhalt selbiger einzugehen.

    Die normalen Grundlagenschulungen bekommt ihr doch aber sicher alle gleichermaßen?


    Wie seht ihr das?

    Sehr viel wichtigere Frage: wie sehen das deine BR-Kolleginnen und -Kollegen?

    In aller Regel machen die nicht freigestellten BRM eine deutliche Mehrheit aus, insofern kann es doch kein Problem sein, zumindest solche Schulungen (auch die vom GBR organisierten und "kontingentierten"!) je nach Thema und Bedarf reihum allen BRM zugute kommen zu lassen. Schließlich muss auch dafür die Entsendung beschlossen werden und es ist nebst ordnungsgemäßer Ladung auch eine Teilnahme mind. der Hälfte der BRM und ggf. nachzuladenden eBRM nötig.

    Und eine Bildungsplanung habt ihr doch sicherlich auch, also wer wann welche Grundlagenseminare besucht und wer je nach Bedarf (z.B. wg. Mitarbeit in Ausschüssen) weitere Schulungen benötigt und besuchen soll ...


    Ich denke ich könnte auch in Freizeit teil nehmen und damit schade ich niemandem.

    Du schadest dir selbst damit, wenn du dir deine Erholungszeit selbst beschneidest. BR-Arbeit ist während der Arbeitszeit zu erledigen und nur wenn das nicht geht, in der Freizeit - und das muss dann auch ausgeglichen oder vergütet werden.

    Klar kann man also in der Freizeit BR-Arbeit machen, z.B. auch als Teilzeitkraft normale 5-Tages-Seminare besuchen; die kann man ja schlecht nur zur Hälfte besuchen, weil man nur 2 Tage die Woche arbeitet .... aber im Betrieb selbst sollte das Meiste während der Arbeitszeit zu erledigen sein auch jenseits der Vorbereitung auf die und Teilnahme an den Betriebsratssitzungen.


    Ich hoffe, die bisherigen Antworten helfen dir bereits weiter. Wenn nicht, wirst du wohl detaillierte Infos nachreichen und deine Frage präzisieren müssen.

    Und wenn ich ganz persönlich etwas bitten darf: Schreib gern ein wenig strukturierter statt alles als einen einzigen Textblock ;)

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Ich möchte gerne wissen, ob ich falsch liege.

    Nein - alle BRM sind gleich. Selbst der Vorsitz ist nur "Erster unter Gleichen".

    Was ihr euch da zusammengezimmert habt ist also allein euer lokales Ding. Bei mehreren Freigestellten müsst ihr ja ein großes Gremium haben, vielleicht macht man es sich da einfach indem die Freigestellten die Arbeit machen und der Rest ist nur Stimmvieh?


    Bei uns werden Berechtigungen den FBR uneingeschränkt gewährt und wir NFBR müssen alles für uns individuell beantragen und begründen.

    Das ist schon sehr ins Kleine hinein, das kann ich nicht beurteilen. Erstmal reicht es ja, wenn "der Betriebsrat" Zugriff auf alle Informationen. Ob wirklich jeder immer auf alles zugreifen muss, würde ich weder generell verneinen oder bejahen.


    Wie seht ihr das?

    Wie schon gesagt ist es wichtig, wie euer Gremium das sieht. Wenn das Gremium die Betriebsratsarbeit anders organsiert sehen will, dann wird das so beschlossen.


    Auch über den GBR organisierte Schulungen sind sehr oft kontingentiert und nur für die Freigestellten vorgesehen.

    Grundlagenschulungen müsst ihr erstmal alle kriegen, bei Betriebsverfassung und Arbeitsrecht gibt es da keine Diskussion, da es tatsächlich Grundwissen ist.


    Die Funktionsweise ist ja ganz einfach. Jemand stellt einen Antrag auf eine Schulung und dann wird abgestimmt. Da muss man auch mal einfach fordern und schauen ob man eine Mehrheit dafür kriegt oder halt nicht.


    Und bitte reden wir nicht über Arbeitszeit und dass man meinem Arbeitgeber gegenüber nicht rechtfertigen könnte, weshalb ich teil nehme. Ich denke ich könnte auch in Freizeit teil nehmen und damit schade ich niemandem.

    Behalte deine Freizeit - auch du kannst dich für Betriebsratsarbeit freistellen. Wenn ein MA mit dir sprechen will hast du keine Pflicht ihn zu einem der Freigestellten zu schicken.

    Fallere me possum solus - wie wir Lateiner sagen. 3er Betriebsrat, BRV, kein Tarif.

  • Jedem BRM sind alle Informationen uneingeschränkt zugänglich zu machen, ohne Einschränkungen.

    Jein. Einsicht in alle Unterlagen des BR natürlich klar ja, aber nicht in alle "Informationen". D.h. man kann (bzw muss ggf auch) aus sachlichen Gründen bestimmte direkte Zugangsrechte des BR zu für den BR-relevanten Systemen des AG und Informationen auf BRM mit bestimmten Funktionen beschränken, diese müssen aber im Rahmen ihrer Tätigkeit ggü dem Gremium und allen BRM die Informationen absolut transparent halten.

    Ich bin der Meinung, dass es keinen Unterschied geben darf, dass wir alle gleich sind. Bei uns werden Berechtigungen den FBR uneingeschränkt gewährt und wir NFBR müssen alles für uns individuell beantragen und begründen.

    Die Meinung stimmt also so global nicht. Wenn das sachlich begründbar ist, sehr ich das als unproblematisch. Da bräuchte man mehr Info bzgl der jeweiligen konkreten Einzelfälle.

    Einsicht in Lohn und Gehaltslisten

    Die ist schon lt Gesetz so handzuhaben, dass nicht alle BRM die haben (dürfen).

    Auch über den GBR organisierte Schulungen sind sehr oft kontingentiert und nur für die Freigestellten vorgesehen.

    Auch bei Schulungen, die vom GBR ausgehen, sind die Entsendebeschlüsse von den lokalen BRen zu fassen. Da kann man die Erforderlichkeit diskutieren und entsprechend abstimmen.


    Abgesehen davon liegt es in der Natur der Sache, dass Freigestellte mehr Aufgaben erledigen, dann mehr Zugriffe brauchen, mehr Schulung benötigen... Insofern sehe ich hier kein grundsätzliches Problem, die Einzelfälle muss man aber diskutieren.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Guten Morgen,

    ich/wir als Freigestellte würden uns oft freuen, wenn wir so engagierte BRM hätten....

    Wegen dem SAP-Zugang muss ich sagen, dass wir für die Dienstplanabschlüsse (u.a.) einen Arbeitszeitausschuss haben, von dem ein paar Mitglieder den Zugriff haben wegen der Kontrollen.

    ansonsten selbst schulung raussuchen, als Beschluss einreichen und dann kann man in der sitzung diskutiere! Weil "das Büro" gibt höchstens Tips für Schulungen und Bedarf, so handhaben wir es jedenfalls.

  • Guten Morgen,

    wir haben all diese Dinge die lt. Gesetz nicht ganz eindeutig geregelt sind, in der Geschäftsordnung des BR festgelegt. So auch Zugangsberechtigungen, Welche Tätigkeiten in Ausschüsse verlagert werden usw. Habt ihr eine? Wenn ja, schauen was drin steht. Wenn nein, her damit. Eine Erstellung bzw. Überarbeitung als Beschluss einreichen und mit allen BR Mitgliedern die GO beschließen.

  • in der Geschäftsordnung des BR festgelegt. So auch Zugangsberechtigungen, Welche Tätigkeiten in Ausschüsse verlagert werden usw. Habt ihr eine? Wenn ja, schauen was drin steht. Wenn nein, her damit.

    Solange man auch in diese GO nicht reinschreibt, dass allein Freigestellte aufs BR-Postfach zugreifen und andere Merkwürdigkeiten, ist das zweifellos ein gescheiter Weg.
    Auch die GO wird übrigens mit Mehrheit des Gremiums beschlossen (siehe § 36 BetrVG) und nicht allein durch irgendwelche "Eliten eigener Gnaden" festgelegt.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • lunasilbermond

    Du hast nun eine Menge Antworten und auch einige Fragen gestellt bekommen.

    Leider kommt von Dir so überhaupt keine Rückmeldung.

    Sind es die "falschen" Antworten?

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  • (...) die Einzelfälle muss man aber diskutieren.

    Wenn lunasilbermond ein lösungsorientiertes Interesse hat, wird sie sicherlich noch inhaltlich konkreter werden und v.a. auf die Nachfragen antworten.

    Programm zum Entschlüsseln der verschlüsselten Mails im BR Posteingang.

    Z.B. darüber, auf welche Weise denn den BRM Einsicht in das Mailpostfach gewährt wird.


    Solange man auch in diese GO nicht reinschreibt, dass allein Freigestellte aufs BR-Postfach zugreifen

    M.E. dürfte man z.B. durchaus den primären Zugriff so regeln, aber die jederzeitige Einsichtsmöglichkeitnaller BRM wäre zu gewährleisten.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Pfried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Entschuldigung, ich hatte technische Probleme, daher habe ich keine Rückmeldung gegeben.

    Die Antworten sind ja ganz schön unterschiedlich. Danke für die Mühe.

    Wir haben alle Zugriff auf das Mailpostfach und auf das Laufwerk. Das ist ok soweit.

    Wir sind ein 17er Gremium.


    Ich bin im Moment müde, weil ich glaube mich immer wiederholen zu müssen. Vielleicht sollte ich es lockerer sehen. Aber Lockerheit ist nicht mein Naturell, eher Erbsenzähler.

    Es ist nicht so, dass ich nicht argumentieren konnte um die Berechtigungen zu bekommen, die ich brauchte, aber dauert immer ewig mit der Beantragung. Die Amtszeit beginnt und bis alles läuft ist das erste Jahr rum. Immer begründen zermürbt. Ich will keine Freistellung, ich will aber auch ein guter Betriebsrat sein.


    Ich will kein Betriebsrat sein, der Informationen von den Freigestellten konsumiert. Vorgekaut und vorgedacht, ich will kein Stimmvieh sein und enthalte mich nie der Stimme. Ich frage sehr viel nach und lese auch tatsächlich Protokolle. Leider kann man aus Protokollen seltenst alles herauslesen was zu dem Ergebnis geführt hat, also frage ich. Ich bringe auch immer Themen auf den Tisch, die noch nicht abgeschlossen sind und zu versanden drohen. Ich will auch die Abwesenheiten eines Kollegen mit ihm zusammen einsehen können, wenn ich im BEM mit ihm zu tun habe, weil ich mir nur dann einen Überblick verschaffen kann.


    Ich kann sagen, dass die anderen Nicht Freigestellten nicht so denken wie ich, es stört sie nicht. Jeder hat seine Gründe im BR zu sein und bringt sich mehr oder weniger ein. Aber ich muss ergänzen, dass ich es am Anfang auch nicht hinterfragt habe. Mich stört es mittlerweile auf die Infos der Freigestellten angewiesen zu sein. Ich habe noch nie einen Stellenplan gesehen und sitze im Betriebsausschuss und muss mich auf das verlassen was andere vortragen. Ich weiß nicht, warum es so ein Akt ist die Berechtigung zu bekommen Dienstpläne einsehen zu dürfen. Ist es nicht logisch, dass ich mir ein eigenes Bild machen will?


    Ich kann es nicht verstehen, dass unterschieden wird zwischen Freigestellt und Nicht Freigestellt. Das geht nicht in meinen Kopf. Wir sind alle zum Datenschutz verpflichtet. Für mich ist das Argument der Datensparsamkeit langsam ein rotes Tuch. Je mehr Gehirne über eine Sache drüber schauen desto mehr Ideen gibt es. Und wer nicht mag, der soll es lassen. Ich bin jetzt auch im Ausschuß Zeitwirtschaft und bekomme die Berechtigungen für die Dienstplanprüfung, aber meine trotzdem, dass alle die gleichen Rechte haben sollten.


    Aber gut, vielleicht vergeht das auch wieder.

  • Für mich ist das Argument der Datensparsamkeit langsam ein rotes Tuch.

    Datensparsamkeit ist sicherlich ein sinnvolles Argument, aber keines, das die Einsicht in bereits erfasste Daten verhindern kann/darf/sollte.


    Auch wenn dein Problem bzw. dessen Lösung komplett gesetzlich abgedeckt ist, könnte es helfen, diese Diskussionen noch einmal im Gremium zu führen und das Ergebnis in die Geschäftsordnung mit aufzunehmen. Dann gibt es das Ergebnis nicht nur in Gesetzestexten und Kommentaren sondern in einem gemeinsam verabschiedeten und verfassten Regelwerk, das genau so präzise ausgeführt werden kann, wie es alle BRM gerade brauchen.

  • Aber Fakt ist nun einmal, dass es Daten gibt, die der AG dem BR zur Verfügung stellen muss - d.h. aber eben dem Gremium, nicht jedem BRM. ( Tobias Clausing , daran ändert auch eine GO nichts)


    Das betrifft z.B. Anhörungen zu Einstellungen, bei denen die Unterlagen aller Bewerber:innen zu inkludiert sind. Die gehen aber sicher nicht an alle BRM, sondern nur an das empfangsberechtigte. Und bei dem empfangsberechtigten BRM können die anderen BRM dann ggf Einsicht nehmen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Die Erweiterung der Einsichtsrechte wollte ich keineswegs fordern oder fördern. Ich habe die Problemstellung so verstanden, dass auch und besonders klare Einsichtsrechte immer wieder aktiv eingefordert werden müssen.

    Ich habe noch nie einen Stellenplan gesehen und sitze im Betriebsausschuss und muss mich auf das verlassen was andere vortragen. Ich weiß nicht, warum es so ein Akt ist die Berechtigung zu bekommen Dienstpläne einsehen zu dürfen.

    Ich weiß nicht, ob das zwei Themen sind oder "Stellenplan" eigentlich "Dienstplan" sein sollte. Aber ganz grundsätzlich würde ich schon davon ausgehen, dass für einen Beschluss des BA oder des BR (je nach Befugnis) alle Mitglieder Zugriff auf die zugrundeliegenden Daten haben müssen. Ich kann doch keinen Dienstplan freigeben, den ich nie gesehen habe.

  • Leider kann man aus Protokollen seltenst alles herauslesen was zu dem Ergebnis geführt hat, also frage ich.

    denn Satz herauszitiert impliziert es (zumindestens mir)


    Sie war an der Entscheidung nicht beteiligt - möchte aber trotzdem nachvollziehen können und die Details wissen

    Ich weiß nicht, warum es so ein Akt ist die Berechtigung zu bekommen Dienstpläne einsehen zu dürfen.

    gehe ich recht in der Annahme: die Dienstpläne werden durch einen Ausschuss eingesehen und genhemigt?

    gehe ich weiter Recht in der Annahme: du bist nicht in diesem Ausschuss?



    Ist es nicht logisch, dass ich mir ein eigenes Bild machen will?

    in der Annahme, dass Du nicht in der Entscheidung eingebunden warst:

    Nein, dafür ist ja der Ausschuss gebildet worden, damit nicht alle BRM sich mit allem befassen müssen.

    Bei einem 17er-Gremium und den entsprechend anfallenden Aufgaben kann nicht jedes BRM intensiv in alle Beschlüsse etc. involviert sein.

    Manche Dinge erfährt und weiß man mit Verweis auf den Ausschuss eben nur "oberflächlich"


    Je mehr Gehirne über eine Sache drüber schauen desto mehr Ideen gibt es.

    Zuviele Köpfe führen weder automatisch zu besseren Entscheidungen noch dazu die Aufgaben innerhalb der nötigen Zeitfenster zu erledigen.

    Ich bin jetzt auch im Ausschuß Zeitwirtschaft und bekomme die Berechtigungen für die Dienstplanprüfung, aber meine trotzdem, dass alle die gleichen Rechte haben sollten.

    Wofür einen Ausschuss bilden, wenn dann doch alle eingebunden werden?


    Ausschüsse werden doch extra gebildet um Aufgaben zu verteilen --> wenn dann doch alle mitdiskutieren. wo ist der Nutzen?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    Einmal editiert, zuletzt von Randolf () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Randolf mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ausschüsse werden doch extra gebildet um Aufgaben zu verteilen --> wenn dann doch alle mitdiskutieren. wo ist der Nutzen?

    wir arbeiten auch mit Ausschüssen, aber alle Unterlagen dieser Ausschüsse sind natürlich für BRM jederzeit einsehbar und wenn es zu Vorlagen der Ausschüsse Fragen der anderen BRM gibt, dann werden diese auch mit der notwendigen Ruhe und Ausführlichkeit beantwortet.


    Manche Dinge erfährt und weiß man mit Verweis auf den Ausschuss eben nur "oberflächlich"

    Sorry, da bin ich total anderer Meinung, es gibt sicher BRMs die sich dann damit zufrieden und wenn ein Ausschuss auch Entscheidungsbefugnisse hat wird man das auch müssen, trotz allem wird der Ausschuss aber, falls gefordert, auch dazu ausführlich Rede und Antwort stehen müssen.

    Und wenn in einem Ausschuss etwas vorbereitet wird (so wie bei uns), dann muss der Ausschuss natürlich sein Vorgehen bzw. seinen, Vorschlag erklären und Fragen dazu beantworten.

    Abstimmen mit "Verweis" nee, niemals!

    You choose your leaders and place your trust as their lies wash you down and their promises rust (MMEB Going Underground)

  • rtjum hat natürlich recht: 1. Auch die Unterlagen der Ausschüsse des BR sind für alle BRM jederzeit einsehbar. 2. Wenn die Ausschüsse im BR berichten, ist das sicher aufbereitet, geordnet, gefiltert - aber auch hier besteht jedes Recht auf detaillierte Auskunft.


    Also nochmal: Es ist statthaft (und darüber hinaus oft auch sinnvoll bzw gar geboten), dass Daten des AG nur bestimmten BRM primär zugänglich sind (BRV, Ausschüssen...) - das Einsichtsrecht aller BRM ist dann über diese uneingeschränkt zu gewähren.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Also nochmal: Es ist statthaft (und darüber hinaus oft auch sinnvoll bzw gar geboten), dass Daten des AG nur bestimmten BRM primär zugänglich sind (BRV, Ausschüssen...) - das Einsichtsrecht aller BRM ist dann über diese uneingeschränkt zu gewähren.

    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.



    Ich will kein Betriebsrat sein, der Informationen von den Freigestellten konsumiert. Vorgekaut und vorgedacht

    Ich hab so das Gefühl, dass hier in erster Linie ein "Vertrauensproblem" vorliegt. - Offenbar vertraut lunasilbermond nicht darauf, dass ihr Informationen vom AG von den Freigestellten in der gebotenen Art und Weise zur Verfügung gestellt werden.

    Ob dieses Misstrauen gerechtfertigt ist kann ich natürlich nicht beurteilen, aber wenn es zutreffend wäre, wäre dies ein Problem. - Allerdings ein BR internes.

    lunasilbermond was aber die "Zugriffsrechte für alle BRM" angeht, sehe ich da neben der Datenschutzthematik (die mag ein rotes Tuch für Dich sein, aber Gesetze interessiert es einen Scheiß, wenn man sie nicht mag) auch noch ein anderes Problem. - Nämlich das Wörtchen "notwendig", welches man recht oft im BetrVG findet. - Beispiel: Wenn es einen Arbeitszeitausschuss gibt, der die Dienstpläne kontrolliert, in wie weit ist es dann notwendige BR-Arbeit, dass ein BRM (welches nicht im AZ-Ausschuss ist) auch nochmal Dienstpläne kontrolliert?

    Wieso müssen Berechtigungen nach Freistellung/ Nicht-Freistellung vergeben werden und nicht nach Interesse und Fähigkeiten?

    Weil die "Berechtigungen" hier betriebsverfassungsrechtlich das "zur Verfügung stellen der für die BR-Arbeit notwendigen Informationen" darstellen und die Freigestellten dafür freigestellt sind, dass sie diese notwendige BR-Arbeit leisten.

    Ein nicht freigestelltes BRM kann sich für notwendige BR-Arbeit freistellen, aber in wie weit kann das noch notwendige BR-Arbeit sein, wenn sie von einem voll freigestellten bereits erledigt wurde?

    Also müssen Berechtigungen nach Freistellung vergeben werden, weil sie notwendig sind, um die (BR) Arbeit leisten zu können für die man überhaupt freigestellt ist und entsprechend sollten die Freistellungen nach Interesse und Fähigkeiten vergeben werden.


    Wenn Du aber z.B. einen Dienstplan oder sonst eine AG-Info einsehen willst (z.B. um Dich auf eine Sitzung vorzubereiten), dann haben die Freigestellten/der BRV Dir diese Einsicht zu gewähren und wenn sie dies nicht tun, behindern sie Dich bei der BR-Arbeit und das wäre im ersten Schritt mindestens mal ein fetter Tagesordnungspunkt.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

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