Zeitwertkonto -- Gibt es hier Erfahrungen ?

  • Vllt liest Du meinen kompletten Post, da folgte noch was.

    Yep, ich war zu schnell :thumbup:


    Franquito : Du hattest 18 Monate lang ein Teilzeitarbeitsverhältnis mit dem Beschäftigungsfaktor 1/3. Im Schnitt hast Du auch 1/3 gearbeitet und bist entsprechend durchgängig vergütet worden - Du bist halt mit der Arbeit in Vorleistung gegangen.

    Ok.., danke! Da muss ich dann nochmal ran, mir das alles genau anschauen, wie es in der BV geregelt ist. :rolleyes:

    A question was asked in seminar:

    Why employees don't discuss about their problems and frustrations to their management?
    The best answer came from a really frustrated employee, "You cannot discuss your Malaria problems with the Mosquito!" :P

    Einmal editiert, zuletzt von Franquito () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Franquito mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Yep, ich war zu schnell.

    Ich war kurz versucht, es beim "Nein" zu belassen, wenn ich ehrlich bin. ;)


    Um aber den Side-Quest zu beenden und zu BleibtFair zurückzukommen: Die Tipps bzgl Spezialschulung und Begleitung durch externen Sachverstand finde ich persönlich auch extrem wichtig.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich war kurz versucht, es beim "Nein" zu belassen, wenn ich ehrlich bin. ;)

    ...wusste ich doch :D :saint: 8)

    Um aber den Side-Quest zu beenden und zu BleibtFair zurückzukommen: Die Tipps bzgl Spezialschulung und Begleitung durch externen Sachverstand finde ich persönlich auch extrem wichtig.

    Einen externen Sachverstand haben wir bei jeder BV dabei.., schon immer. Von daher finde ich diesen Thread so sehr interessant. Selbstverständlich werde ich mit denen nochmal reden, mir aber natürlich auch vorher nochmal die BV genau anschauen. Spezialschulungen machen wir auch, allerdings hat keiner von uns hierzu eine gemacht :S

    A question was asked in seminar:

    Why employees don't discuss about their problems and frustrations to their management?
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  • Die erste Frage, die sich mir stellt ist: Warum will der AG das und wo sind dann echte Mehrwerte für die Mitarbeitenden?

    Hier war ich womöglich nicht präzise genug: Es ging mir nicht um meine eigenen Zweifel am Mehrwert einer solchen Regelung (ich halte das ebenfalls für sinnvoll!) sondern um die erste Frage, die ich mir bei jedem "Antrag" des Arbeitgebers stelle. Nicht selten weicht der echte Grund vom dargestellten Sachverhalt ab.

    Die zuvor benannten Hinweise (Freiwilligkeit z. B.) gibt es ja nicht, weil es sich so toll anhört, sondern weil da irgendwo schon mal jemand Mumpitz mit getrieben hat.

  • ...sondern um die erste Frage, die ich mir bei jedem "Antrag" des Arbeitgebers stelle. Nicht selten weicht der echte Grund vom dargestellten Sachverhalt ab.

    Ich verstehe, was du meinst. Und ich kenne natürlich auch nicht dein AG. Vielleicht denken wir aber auch nur immer gleich was "Schlimmes", wenn es vom AG kommt, weil wir zu lange BRs sind? Mir fällt zumindest jetzt nichts ein, was er damit "für sich" rausholen könnte, also im Negativen. Gibt´s aber bestimmt! Vielleicht versucht er aber ja wirklich nur, den Laden etwas attraktiver zu gestalten? Wie gesagt, ich kenne ihn nicht.


    Bei uns hat sich auch seit 2-3 Jahren einiges geändert. Die GF kommt auch plötzlich mit solchen (positiven) Dingen an. Nicht oft, aber immerhin manchmal. Und ja, es macht unseren Laden attraktiver.., so wird´s von den Kolleg*innen aufgenommen, auch vom BR:

    A question was asked in seminar:

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  • Wir haben uns mit dem Thema auch auseinander gesetzt, aber ich würde euch auf alle Fälle raten, externen Sachverstand dazu zu nehmen. Grundsätzlich halte ich das auch für eine gute Geschichte, je nachdem wie es gestaltet ist. Allerdings gehe ich davon aus, dass von unserer Belegschaft das max. 10% nutzen werden. Is aber doch auch ok, wenn es ihnen taugt.


    Unser Problem ist ein anderes, da diese Langzeitkonten in unserer Branche "grundsätzlich" in einem Tarifvertrag geregelt sind, sind wir (BR) raus und der Ball dafür liegt bei AGV/IGM. Wir hatten dazu einen Termin mit Gewerkschaft und Arbeitgeber. Unser Gewerkschaftsekretär hat das dann mit dem Bezirk abgestimmt und kein Verhandlungsmandat bekommen :( die ganze Wahrheit ist aber, dass unsere Geschäftsstelle das auch von Anfang an nicht wollte, finde ich immer noch schade aber auch Diskussionen von unserer Seite hatten da keinen Erfolg.


    Ich weiß aber, dass da jetzt auf Flächenebene hinter verschlossenen Türen zumindest drüber diskutiert wird, warten wir es ab.

  • Hallo,


    ein Zeitwertkonto sollte nicht

    verzinst

    werden, da sich eine Inflation nicht über die z.T. langen Laufzeiten sinnvoll abbilden ließe.

    Vielmehr sollte darauf geachtet werden, daß das Konto ausschließlich in Zeit (und nicht in Geld) geführt wird und eine Entnahme aus dem Konto immer zum jeweils aktuellen "Zeitwert" - also der aktuellen Vergütung erfolgt.

  • Hallo,


    ein Zeitwertkonto sollte nicht

    werden, da sich eine Inflation nicht über die z.T. langen Laufzeiten sinnvoll abbilden ließe.

    Vielmehr sollte darauf geachtet werden, daß das Konto ausschließlich in Zeit (und nicht in Geld) geführt wird und eine Entnahme aus dem Konto immer zum jeweils aktuellen "Zeitwert" - also der aktuellen Vergütung erfolgt.

    Die Fragesteller hatte ja angegeben, dass es sich um ein Geldwertkonto handelt. Und dann muss man natürlich auf den "Wertverlust" achten.

  • Die Fragesteller hatte ja angegeben, dass es sich um ein Geldwertkonto handelt.

    Naja, jein. Er redete von einem Zeitwertkonto, das "letztlich" auch ein Geldwertkonto sei. Da kommen vllt einfach Begriffe durcheinander, die ggf vorab geklärt werden müssten.


    Was genau ist da nun eigentlich der Unterschied?

    Vielmehr sollte darauf geachtet werden, daß das Konto ausschließlich in Zeit (und nicht in Geld) geführt wird (...).

    D.h. es ist empfehlenswert, das Konto rein in der Währung "Zeit" zu führen, auch wenn diese letztlich natürlich auch "Geld" wert ist und in diese Währung auch umgerechnet werden können muss?


    Warum ist das so?

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  • Warum ist das so?

    Ich mache mir mal einen Reim darauf: Wenn ich albarracin richtig verstehe, dann muss der Wert gg den Wertverfall (z.B durch Inflation) derart geschützt sein, dass alleine die angesparte Zeit relevant ist für die tatsächliche Entnahme (z.B. für Sabbatical, Quasi-Altersteilzeit-Blockmodell usw.)?


    Ich habe z.B. fix 2000 Stunden, die ich in ein gutes Jahr Freizeit umwandeln kann, aber nicht die Euros, die diese Stunden zum Zeitpunkt des Ansparens x wert waren, und die durch Inflation entwertet werden bzw auch bei Entgelterhöhungen plötzlich weniger Stunden wert wären?


    Erst wenn eine Geldentnahne, also eine Ausbezahlung, relevant würde (bei Ausscheiden, im Vererbungsfall etc), dann würden die Stunden umgerechnet in ihren aktuellen Geldwert (nicht in den Wert zum obigen Zeitpunkt x), also in das, was die angesparte Zeit mit den zum Zeitpunkt des Ausscheidens geltenden Stundenlohn wert ist?


    Das erschiene mir tatsächlich zwingend.

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    4 Mal editiert, zuletzt von Fried ()

  • Hallo,


    beide Kontenarten sind grundsätzlich möglich.


    Ein ausschließlich in Zeit geführtes Konto, bei dem sichergestellt ist, daß bei Zeitentnahme der aktuelle Zeitwert verwendet wird, hat den Vorteil, daß es automatisch alle tariflichen und sonstigen Entgelterhöhungen berücksichtigt und auch Karriereschritte, die mit höherer Vergütung verbunden sind, mitvollzogen werden.

    Bei einem Geldwertkonto müßte dies in allen Eventualitäten ausdrücklich mitverhandelt und vereinbart werden, was regelmäßig fehleranfällig ist und dazu führen kann, daß zB eine Überstunde oder ein Zeitzuschlag bei Entnahme in Zeit deutlich weniger wert ist als bei seiner Entstehung.


    Auch wenn der AG evtl. einwendet, daß er ein Zeitkonto buchungstechnisch auf Geldwert umrechnen muß, ist dies kein zwingender Grund gegen ein Zeitwertkonto, da dies in Zeiten von IT-gestützten Abrechnungen automatisiert erfolgen kann.

  • Vieles wurde schon gesagt. Die Führung als Zeikonto finde ich aus AN-Sicht deutlich besser, Risiken wie Inflation und Tarifsteigerungen gehen sonst einseitig auf den AN. Zudem gibt es oft Konstruktionen, bei denen die Entnahme nach einigen Jahren zu neuen Bedingungen erfolgt, weil sich z.B. die Rechtsprechung ändert. Konkret war bei uns vereinbart, das es in der Freistellung Urlaub, als Bonus gibt. Dann kam ein BGH-Urteil und diese Regelung wurde gestrichen, d.h. Minus 10% für den AN. Da gilt auch kein „pacta serva sunt“, weil es noch keinen Vertrag gibt. Ich sehe das inzwischen sehr kritisch mit den Langzeitkonton und nur selten einen echten Vorteil für die AN.


    Mit den besten Grüßen,

    Stephan

  • Vielmehr sollte darauf geachtet werden, daß das Konto ausschließlich in Zeit (und nicht in Geld) geführt wird und eine Entnahme aus dem Konto immer zum jeweils aktuellen "Zeitwert" - also der aktuellen Vergütung erfolgt.

    nicht jeder macht Karriere oder arbeitet in einem Unternehmen mit regelmäßigen Lohnerhöhungen --> wie sichert man das dagegen ab?

    Wir haben MA die eine Führungspostion abgegeben haben z.B. aus persönlichen Gründen --> die würden die erarbeiteten Stunden entwerten, wenn der "Geldwert" nach der aktuellen Vergütung erfolgt.

    Auch kenne ich Unternehmen in denen die MA aufgrund der "Krise" auf Lohn verzichtet haben.


    Wäre das nicht eher Branchenabhängig, was der besser Weg ist?

    Geldwert + plus Verzinsung oder Geltwert nach aktueller Vergütung?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Hier werden von Randolf imho künstlich vorrangig individuelle, seltenere oder eher als Ausnahme bestehende negative (Herabstufung, Lohn- oder Postenverzicht) sowie vollkommen fehlerhaft sogar neutrale (keine Karriere, d.h. keine Auf- oder Abstufung, keine positive oder negative Lohnentwicklung) Ereignisse im Gegensatz zu den regelhaft auftretenden bzw deutlich häufigeren (Entwertung durch Inflation - die ist in letzter Zeit sehr hoch und trifft im Übrigen auch die von Randolf genannten Personen, Vorkommen von Lohnerhöhungen v.a. im Langzeitverlauf - wir reden hier von Zeiträumen, die Jahrzehnte umspannen können) bzw kollektiv zutreffenden Ereignisse ins Feld geführt.


    Eine generelle Regel, die vielen nutzt, wird aber nicht dadurch entwertet, dass ein kleiner Teil evtl nicht profitiert, oder anders gesagt (sorry für mein Nerdtum): "The needs of the many outweigh the needs of the few." (Spock)

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    3 Mal editiert, zuletzt von Fried ()

  • wieso ist z.B. "keine Lohnentwicklung" ein fehlerhaftes Beispiel?

    wenn dann tritt das doch im ganzen Betrieb auf und es gibt nun mal Branchen bei denen es wahrscheinlicher ist als in anderen.

    In solchen Betrieben könnte Geldwert+Zinsen langfristig mehr bringen wie "Geldwert" nach aktuellen Stand.

    --> das ist m.M.n. individuell für den Betrieb/Branche zu betrachten.


    PS: das Spockzitat ist symbolisiert ja nicht, das man Betriebs- oder Branchenabhängig unterschiedliche Lösungen wählen kann und dort auch "Das Wohl von vielen, vor dem Wohl von Wenigen steht". Auch bei der Geldwert+Zinsen-Varaiante wird es gelten, weil auch dort Verlierer und Gewinner zu erwarten sind


    Was mit nicht klar ist, wieso Deine generelle Regel richtig ist und jede andere Betrachtung damit "minderwertig"?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.