Schulung

  • Moin,

    unser Br hat beschlossen, mich auf das Seminar "Datenschutz im BR-Büro" zu entsenden.

    Jetzt kommt der AG um die Ecke, und sagt: Wir haben da einen externen Datenschutzbeauftragten, fragen Sie dort nach und lassen sich ein Angebot machen!

    Schon frech, oder?

    "Das Gras wächst nicht schneller wenn man dran zieht."

    "Immer Sonne ist Wüste"

    BRV,9er Gremium,kein Tarif

  • Agassi0 , dann antworte dem AG doch erst einmal folgendes: "Aus Ihrem Vorschlag schließe ich, dass Sie die Erforderlichkeit der Schulung bejahen, sehe ich das richtig?"

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Hallo Agassi,


    und dann legst Du ihm den Bescchluss ncohmal vor und bestehst auf einer Schulung durch ein Weiterbildungsinstitut.


    Der Betriebsrat dessen Mitglied ich bin, wurde vom GF und der Personalleiterin dazu aufgefordert, nur einen Teil der BRM auf Grundlagenschulungen zu schicken und dann die restlichen BRM zu schulen. In rechtlichen Fragen sollten wir auf MA unsere Firma und in Datenschutzfragen auf unsere externe Datenschutzbeauftragte zurückgreifen.


    Wir haben uns geweigert ersteres zu tun, mit dem Argument dass wir keine asugebildeten Dozenten seien udn eine Zertifikate für Schulungen erteilen könnten.

    Beim letzten Punkt halten wir es so, dass wir erst selbst recherchieren, dann die externe Datenschutzbeauftragte um Auskunft bitten und wenn das nicht reicht einen Sachverständigen einschalten.


    GF und Personalleiterin versuchten zwar herumzudiskutieren, haben das aber letztlich azeptiert.


    Ich finde es wichtig zu begründen, warum die Schulung benötigt wird. Oft wird bestritten, dass überhaupt eine Notwendigkeit bestritten. Ich vermute, dass Fried darauf abzielte. In Deine Fall geht es dem AG vielleicht nur darum, wer die Schulung durchführt. Damit ist die erste Hürde schon genommen.

    Oder der AG versucht es erstmal mit der Argumentation und schwenkt später auf eine andere um wenn er merkt, dass sein erstes Argument bei Euch nicht verfängt.

  • Und dann

    ... ist er in die gestellte Falle getappt.


    Wenn er das bejaht (vor Zeug:innen oder in Text- oder Schriftform), die Erforderlichkeit also unstreitig stellt, dann hat er rechtlich keine Chancen mehr, Euer Seminar beim Wunschanabieter zu verhindern. Denn der BR hat einen großen Ermessensspielraum bei der Frage, wen er beauftragt.


    Es bleibt ihm bei Nichtbeachtung der betrieblichen Belange bei der Seminarauswahl nur noch die Gang zur E-Stelle, und dafür hat er eine recht kurze Frist (meiner Erinnerung nach zwei Wochen).

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    Einmal editiert, zuletzt von Fried ()

  • Wenn er das bejaht (vor Zeug:innen oder in Text- oder Schriftform), die Erforderlichkeit also unstreitig stellt, dann hat er rechtlich keine Chancen mehr, Euer Seminar beim Wunschanabieter zu verhindern. Denn der BR hat einen großen Ermessensspielraum bei der Frage, wen er beauftragt.

    Das ist natürlich vollkommen richtig.

    Allerdings würde ich, im Rahmen der vertrauensvollen Zusammenarbeit, in Betracht ziehen diese "unbedarfte Bitte" des AG zumindest nicht vollkommen zu ignorieren. - Es ist ja doch ein recht spezifisches Seminarthema: "Datenschutz im BR-Büro". Entsprechend fragt man da ja dann auch nicht nach irgendeiner Datenschutzschulung. Daher hätte ich jetzt wenig Schmerz damit diesem externen Datenschutzbeauftragten eine Anfrage zu schicken, ob er denn ein offizielles Schulungsangebot zum Thema "Datenschutz im BR-Büro" in seinem Seminarprogramm hat. (Also ein Datenschutzseminar speziell für Betriebsräte, das auch als solches ausgeschrieben ist). - Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die Antwort sein: "Was? Äh, nein". - Dann kann man sich den ganzen Zirkus sparen und dem AG einfach sagen: "Hab gefragt, die haben nix".

    Sollte es da aber tatsächlich ein entsprechendes Seminarangebot geben, kann man es ja prüfen und sich dagegen entscheiden. - oder auch dafür, je nachdem wie man die Seminarinhalte bewertet (vielleicht ist es ja sogar teurer, als das von Dir ausgesuchte Seminar - das könnte ja auch ein Grund sein sich zu überlegen der Bitte des AG vielleicht doch nachzukommen :D).

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Ich habe dem externen Datenschutzbeauftragten eine Anfrage geschickt, mal sehen, was dabei rauskommt.

    Ich berichte....

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  • Ich habe dem externen Datenschutzbeauftragten eine Anfrage geschickt, mal sehen, was dabei rauskommt.

    Ich berichte....

    Ich hoffe Du hast dabei sehr deutlich klar gemacht, dass es sich um ein Seminar speziell für Betriebsräte handeln muss ;)

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

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  • wir haben einen interen DSB, der hat unser komplettes Gremium geschult (ist allen Gremien in D durch den AG angeboten worden)

    Das war aber nur eine knapp 2stündige Grundlagenschulung und wir haben danach 4 BRMs (15er Gremium) auf weitergehende Seminare geschickt, das war für unseren AG auch völlig ok denn Datenschutzverstöße können ja ziemlich teuer werden...

    You choose your leaders and place your trust as their lies wash you down and their promises rust (MMEB Going Underground)

  • Das Angebot des externen DSB ist da, es ist von der Themen her ähnlich wie es auch vom ifb angeboten wird.

    Der Unterschied ist, dass es an einem Tag durchgeboxt wird (beim ifb 2,5 Tage) und in etwa genau so viel kostet. Beim ifb kommen dann halt noch die Hotel- und Verpflegungskosten hinzu.

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  • Der Unterschied ist, dass es an einem Tag durchgeboxt wird (beim ifb 2,5 Tage) und in etwa genau so viel kostet.

    Der BR hat ja einen Ermessensspielraum, den er hier nutzen sollte: Natürlich ist es pädagogisch seht viel sinnvoller, einem umfangreichen und komplexen Thema die Zeit zu geben, die dessen Erwerb sinnvollerweise braucht.

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  • Beim ifb kommen dann halt noch die Hotel- und Verpflegungskosten hinzu.

    plus 1,5 Tage Ausfall der Teilnehmer (soweit diese nicht freigestellt sind) - korrekt?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Die höheren Kosten engen den Ermessensspielraum des BR nach der gängigen Rechtsprechung aber nicht ein.

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  • Das Angebot des externen DSB ist da, es ist von der Themen her ähnlich wie es auch vom ifb angeboten wird.

    Von den Themen ähnlich? Ok. Das Skript zu den Themen auch? Sollte schwer sein dies zu vergleichen da das IFB dieses immer erst zur Schulung rausgibt. Und das zu recht. Abschreiben kann jeder. Aber dies auch mit leben zu füllen ist nochmal eine andere Nummer. Ist der DSB denn ausgebildeter Referent?

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • plus 1,5 Tage Ausfall der Teilnehmer (soweit diese nicht freigestellt sind) - korrekt?

    Nein, beim ifb wäre nur ich als freigestellter hingefahren bzw. fahre ich hin.


    Ist der DSB denn ausgebildeter Referent?

    Das ist eine ganze Unternehmensgruppe, die sich nur mit Datenschutz befasst, also würde ich da schon annehmen, dass sie das können. Ich werde das Thema morgen nochmal in der Sitzung besprechen...

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