Pausen Ablöse

  • Hallo,

    warum sollte das Mitbestimmungspflichtig sein? Die Schlosser machen ihre Pause, danach die Produktionsarbeiter. Da wird doch nichts verschoben ,oder? Das sind m.E ganz normale Arbeitsanweisungen. Oder ist das bisher nicht die Aufgabe der Schlosser gewesen?

    wenn man düngen will reicht es nicht durch den Zaun zu furzen.

  • Ich gehe mal davon aus das die Schlosserarbeiten und die Aufgaben in der Produktion zwei völlig unterschiedliche Aufgaben Gebiete sind.

    Das erst was geprüft werden müsste, gibt der AV diese Tätigkeiten her.

    Eine Versetzung liegt hier, meiner Meinung nach nicht vor. Da die Art und Weise wie die Arbeit zu erbringen ist sich nicht um ca. 20% verändert. So hat es das BAG doch mal differenziert, oder?

    Ob für die Zusatz Aufgabe eine veränderte Entlohnung berücksichtigt werden muss könnt nur Ihr Beurteilen.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Wir haben gestern erfahren das unsere Schlosser nach ihrer Pause in der Produktion die Produktionsarbeiter für die Pause ablösen sollen.

    unabhängig von der MBR-Fragestellung, was sagen die Schlosser dazu?

    und vertreten die Produktionsarbeiter die Schlosser auch während die Pause haben oder besteht bei den Schlossern kein Vertretungsbedarf für Pausen?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • ihr solltet beim AG mal nachfragen ob das, was ihr erfahren habt, denn so korrekt ist und was die Gründe dafür sind. Ihn gleichzeitig darauf hinweisen, dass diese Maßnahme zumindest eine Informationspflicht seinerseits auslöst. Ihr müsst ja prüfen können ob Mitbestimmungstatbestände vorliegen.

    Und auch mal mit den Schlossern reden was die dazu sagen.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Wenn wir uns mal nicht von dem Umstand "Pausenablösung" ablenken lassen, ist eine wesentliche Frage doch: "Wo kommt des Gschäft her?!" - Also der AG weist einer ganzen Abteilung von Schlossern zusätzliche Arbeiten (in der Produktion) zu. - Was sind das für Arbeiten? Wer hat diese denn bisher gemacht? Oder fallen diese Arbeiten jetzt zusätzlich an?

    Immer wenn der AG anfängt zusätzliche Arbeiten anzuweisen, oder Arbeit "umzuverteilen", ist es der richtige Moment mal den § 92 BetrVG aus dem Hut zu ziehen und eine umfangreiche Personalplanung vom AG zu verlangen. - Möglicherweise ist da ja irgendwo ein Personalbedarf entstanden, den der AG nicht decken will und lieber seine MA überlastet, statt zusätzliche einzustellen.

    Eine andere wesentliche Frage wäre noch, sind die Arbeiten in der Produktion eine arbeitsvertragsgemäße Beschäftigung für die Schlosser? - Also handelt es sich um Tätigkeiten, die zu den arbeitsvertraglichen Leistungspflichten der Schlosser gehören? - Wenn nicht kann der AG das auch nicht anweisen (so wie der AG dem Arzt nicht anweisen kann den Hof der Klinik zu kehren, oder den Maurer nicht anweisen kann das Dach zu decken).

    Wenn die Arbeiten in der Produktion aber von den arbeitsvertraglichen Leistungspflichten der Schlosser gedeckt sind und sie für diese qualifiziert sind, dann ist da mit Mitbestimmung nicht viel zu holen (den Inhalt der Arbeit bestimmt der AG nach billigem Ermessen - § 106 GewO). - Die Frage, ob dies eine Versetzung darstellt, könnte man stellen, aber das sehe ich eher wie erco - dafür wird's wohl nicht reichen.

    Aber über den bereits erwähnten § 92 BetrVG habt Ihr sehr umfangreiche Informationsrechte und könnt vom AG verlangen, dass er Euch sehr genau erklärt warum das jetzt so laufen soll, wo die Arbeit herkommt, wer sie vorher gemacht hat und ob nicht ggf. eigentlich ein Bedarf an zusätzlichem Personal entstanden ist.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Da die Art und Weise wie die Arbeit zu erbringen ist sich nicht um ca. 20% verändert. So hat es das BAG doch mal differenziert, oder?

    Nein. Das ist ein Mythos. Wenn z.B. der AG einer Oberärztin anweist, 2h pro Woche (5% der ArbZ) Klos zu putzen, ist der qualitative Unterschied der Tätigkeit so groß, dass natürlich eine Versetzung vorliegt.


    Insofern muss man hier durchaus prüfen, ob es sich um Versetzungen handelt.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Wenn der AG einer Oberärztin anweist, 2h pro Woche (5% der ArbZ) Klos zu putzen...

    ...dann wird man feststellen, dass dies keine arbeitsvertragliche Leistungspflicht einer Oberärztin ist und der AG das gar nicht anweisen kann.

    Ich glaube nicht, dass es realistisch ist von derart großen "qualitativen Unterschieden" auszugehen.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • ...dann wird man feststellen, dass dies keine arbeitsvertragliche Leistungspflicht einer Oberärztin ist und der AG das gar nicht anweisen kann.

    Das ist Individualrecht, und darum geht es im Thread nicht. Was allerdings nicht vom AV gedeckt ist, ist (verkürzt gesprochen) immer eine Versetzung: Das ist dann Kollektivrecht.


    Worauf ich hinaus will: Die 20% stimmen nicht, die Qualität der Unterschiede ist relevant. Wenn sich die neue Tätigkeit der Schlosser:innen also deutlich von der bisherigen unterscheidet, ist es auch bei deutlich unter 20% eine Versetzung.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Worauf ich hinaus will: Die 20% stimmen nicht, die Qualität der Unterschiede ist relevant.

    Weiß ich doch :D

    Worauf ich hinaus will: Ich hab die starke Vermutung, dass die Qualität der Unterschiede zu gering ist um relevant zu sein.

    (Ist aber eine Vermutung, aufklären kann das nur tadoyna).

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Einspruch, Euer Ehren! Reine Spekulation!

    Stattgegeben.

    ...allerdings nicht ohne den Hinweis, dass dies von Beginn an als Spekulation formuliert war und nie als Tatsachenbehauptung.

    Die Frage, ob dies eine Versetzung darstellt, könnte man stellen, aber das sehe ich eher wie erco - dafür wird's wohl nicht reichen.

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    Hanlons Rasiermesser