Vergleichsgruppe bei Ausgliederung Betriebsteil

  • Hallo Kollegen,


    ich bin seit bald fünf Jahren freigestellter Betriebsrat. Zum Zeitpunkt meiner erstmaligen Wahl war ich in einer Abteilung unseres Unternehmens beschäftigt, die mittlerweile in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert wurde. Ich habe einem Übergang meines Arbeitsvertrages auf die neu gegründete Gesellschaft widersprochen und mir wurde auch zugesichert, dass mir ein vergleichbarer Arbeitsplatz in der "alten" Gesellschaft eingerichtet würde, die ja auch bislang als mein Arbeitgeber aufgetreten ist. Das ist auch gar nicht mein Problem.


    Meine Frage bezieht sich auf meine Entlohnung. Ich habe meinen Arbeitgeber noch kurz vor der Ausgliederung darauf angesprochen, dass einige Kollegen aus meiner alten Abteilung (die mittlerweile zu der neu gegründeten Gesellschaft geworden ist) während der Zeit meiner Amtstätigkeit mittlerweile höher gruppiert sind. Der Arbeitgeber kam dann auf die Idee, quasi rückwirkend eine Vergleichsgruppe zu bilden, in der, oh Wunder, natürlich nur jene Kollegen auftauchen, die sich eben nicht weiterentwickelt haben.
    Sei es, wie es ist, mir geht es jetzt darum, wie bezogen auf meine Vergleichsgruppe verfahren werden muss. Ich arbeite ja mittlerweile in einem anderen Unternehmen, als die Kollegen meiner ursprünglichen Vergleichsgruppe. Liege ich richtig mit der Annahme, dass zu dem Zeitpunkt, zu dem die Ausgliederung stattgefunden hat und mir der neue Arbeitsvertrag angeboten wurde, auch eine neue Vergleichsgruppe gebildet werden muss? Und hat vielleicht die Tatsache, dass ich im Verlauf des letzten Jahres (also vor der Ausgliederung) einen akademischen Abschluss erworben habe, Einfluss auf den möglichen Zuschnitt einer neuen Vergleichsgruppe? Kurzer Hintergrund: Zum Zeitpunkt meiner Einstellung im Unternehmen (was mittlerweile gut fünf Jahre her ist) war ich noch im Studium; dies war dem Arbeitgeber auch bewusst und mein damaliger Chef wollte mich aber trotzdem unbedingt einstellen, obwohl ich zu dem Zeitpunkt nur mein Abitur-Zeugnis in der Tasche hatte, also keine betriebliche Ausbildung oder dergleichen vorweisen konnte. Es gab aber offenbar zum Zeitpunkt der Einstellung Ideen des Chefs, was dieser mit mir nach meinem Abschluss anfangen wollte (klar, das ist nicht schriftlich fixiert oder für mich beweisbar; aber allein die Tatsache, dass ich eingestellt wurde, ohne irgendeinen Abschluss zu haben, ist, so denke ich, ein Indiz dafür, dass mein Studium offenbar eine Rolle gespielt hat).

    Nochmal zusammengefasst: Muss der Arbeitgeber eine neue Vergleichsgruppe für mich festlegen, nachdem meine alte Vergleichsgruppe mittlerweile in eine neue Gesellschaft ausgegliedert wurde? Und muss, sofern denn die vorhergehende Frage zu bejahen ist, diese neue Vergleichsgruppe meinen universitären Abschluss berücksichtigen?


    Es ist mir wichtig zu betonen, dass ich mein Ehrenamt nicht als willkommene Abkürzung nutzen möchte, um eine bessere Bezahlung zu "erschleichen". Mir macht die Arbeit als BR sehr viel Freude, nur ist es aktuell extrem demotivierend, wenn ich mit Mitte 30 von meinem Arbeitgeber mitgeteilt bekomme, dass ich die nächsten 30 Jahre nicht mit einer Höhergruppierung zu rechnen habe (das hat er natürlich nicht expressis verbis gesagt; aber durch sein bisheriges Verhalten und den Zuschnitt der seinerzeit präsentierten Vergleichsgruppe wird diese Botschaft deutlich transportiert).


    Ihr seht, der Sachverhalt ist etwas verzwickt und ich konnte bei meinen echt umfangreichen Recherchen nichts finden, was mir weitergeholfen hätte. Und sofern einer von euch Feedback für mich hat, bin ich sehr dankbar!


    Stefan

  • stefkle

    Hat den Titel des Themas von „Vergleichsgruppe bei Wechsel des Arbeitgebers“ zu „Vergleichsgruppe bei Ausgliederung Betriebsteil“ geändert.