Urlausanspruch bei Kündigung

  • Hallo zusammen!


    Hier benötige einmal euer Schwarmwissen:

    Ein MA hat zum 30.09. gekündigt. Wie viel Urlaub steht ihm noch zu?

    Wir haben einen TV der 30 Tage Urlaubs besagt

    Wenn ich ins Gesetzt schaue, dann deute ich es wie folgt: er hat nur einen Anspruch auf 20 Tage (24 KT bei 6Tage/Woche)

    Vollen Anspruch auf Urlaub ist mir schon bewusst, aber es ist nur die Frage, greift hier jetzt das Gesetzt oder der Tarifvertrag?

  • Wenn Ihr einen Tarifvertrag habt gilt der Tarifvertrag. Es gilt immer die bessere Regelung.

    Der MA bekommt 1/12 von den 30 Tagen pro Monat. Also 9/12. in Deinem Beispiel.

    30:12= 2,5 x 9 = 22,5 Tage stehen Ihm zu.


    Edit: Vorrausgesetzt Er war schon ab 01.Januar beschäftigt ;)

  • Guten Morgen

    • Bei einem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis in der ersten Jahreshälfte (bis 30.06.) steht dem Arbeitnehmer ein anteiliger Jahresurlaub pro Monat zu
    • Bei einem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis in der zweiten Jahreshälfte (ab 01.07.) steht dem Arbeitnehmer der volle Jahresurlaub zu
  • Juddel , im TV steht dann doch sicher auch, wie der Urlaub zu berechnen ist bei unterjährigem Ausscheiden oder Eintritt. Ohne diese Info kann man die Frage nicht beantworten.


    (Im TVöD z.B. wird dann für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses 1/12 des Jahresanspruches gerechnet - das wären auf Dein Beispiel gerechnet dann 23 Tage)

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Leider nicht, im TV steht es sehr schwammig. Auf der einen Seite wird der volle Anspruch nach 6 Monaten erwähnt,. aber dann auch wieder die 1/12 Regelung.

    Wenn ich nach dem Günstigerkeitsprinzip gehe, dann wären es die 30 tage Urlaubsanspruch

  • Wenn es in einem TV steht könnte man ja mal bei der Gewerkschaft fragen die sollte es wissen.

    Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass es beides gibt höchstens 1/12 Regelung im ersten Halbjahr und voller Anspruch im zweiten Halbjahr sonst wäre es unlogisch.

  • Auf der einen Seite wird der volle Anspruch nach 6 Monaten erwähnt,. aber dann auch wieder die 1/12 Regelung.

    M.E. widerspricht sich das nicht zwingend. Die genauen Formulierungen wären wichtig.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Hallo Juddel,


    Du mußt hier zwei Sachverhalte trennen.


    Zum Einen gibt es den gesetzlichen Urlaub. Dieser darf bei Ausscheiden nach dem 30.06. gesetzlich nicht mehr gezwölftelt werden.

    Zum Anderen gibt es aber den tariflichen Zusatzurlaub. Hier haben die Tarifvertragsparteien erheblichen gestaltungsspielraum. Auch eine Zwölftelung bei Ausscheiden nach dem 30.06. ist zulässig. Die Zwölftelung kann sogar so geregelt sein, daß je nach Beendigungsdatum nur noch der gesetzliche Mindestanspruch übrig bleibt. Eine solche Regelung gibt es zB in nahezu allen TVen im öffentlichen Dienst.

    Vielleicht stellst Du die Klausel einfach mal ein.

  • Das heist der Gesetzliche Urlaub Voller Anspruch. 20 bzw. 24 Tage , der tarifliche 10 bzw.6 Tage wird gezwölftelt.

    Das kommt halt auf den genauen Wortlaut der Regelung an.


    Wichtig ist, sofern es ein nachfolgendes Arbeitsverhältnis geben soll, dass ein doppelter Urlaubsanspruch ausgeschlossen ist. Was auch immer an Anspruch im ersten Arbeitsverhältnis entstanden ist und in irgendeiner Art und Weise abgegolten wurde, kann im nachfolgenden Arbeitsverhältnis nicht mehr geltend gemacht werden. Das ist laut ErfK allerdings beschränkt auf den gesetzlichen Anteil des Urlaubsanspruchs. Darüber hinausgehendes kann doppelt entstehen.

  • Hallo,


    das hier


    Das heist der Gesetzliche Urlaub Voller Anspruch. 20 bzw. 24 Tage , der tarifliche 10 bzw.6 Tage wird gezwölftelt.

    muß nicht so sein.

    Es kann auch - zB im öD - bedeuten, daß der gesamte Urlaubsanspruch gezwölftelt wird, aber mindestens der gesetzliche Urlaub gewährt wird. Das kann bei 30 Tagen Gesamturlaub zB bedeuten, daß die Zwölftelung bei Ausscheiden im Juli oder August, weniger als 20 Tage ergibt und deswegen auf 20 Tage aufgestockt werden muß.

  • im TV steht es sehr schwammig. Auf der einen Seite wird der volle Anspruch nach 6 Monaten erwähnt,. aber dann auch wieder die 1/12 Regelung.

    Wenn ich nach dem Günstigerkeitsprinzip gehe, dann wären es die 30 tage Urlaubsanspruch

    Moment mal, willst Du hier das Günstigkeitsprinzip innerhalb ein und des selben Tarifvertrags anwenden?

    ...das würde ja bedeuten, dass Eure Tarifparteien handwerklichen Bockmist abgeliefert haben und zwei sich widersprechende Regelungen in ein und den selben TV geschrieben haben. - Da würde ich jetzt eine Fehlinterpretation der tarifvertraglichen Regelungen Deinerseits für erheblich wahrscheinlicher halten.

    Vermutlich beziehen sich "der volle Anspruch nach 6 Monaten" und "die 1/12 Regelung" auf unterschiedliche Sachverhalte.

    Lies nochmal genau nach, bzw. frag bei Deiner Gewerkschaft!

    ...oder kopier die entsprechenden Passagen und stell sie hier rein, dann müssen wir zumindest nicht mehr spekulieren. ;)

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

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