Besuch von betriebsratslosen Betrieben

  • Oh, da habe ich mich vermutlich unklar ausgedrückt.

    Völlig unabhängig davon, ob das irgendein MA möchte.

    Dieses "das" war bezogen auf die Gründung eines BR im Allgemeinen.


    Ich habe aber im blauen Buch nachgeblättert und herausgefunden, dass es keine Pflicht des GBR ist, einen WahlVorst. zu benennen und auch keine Pflichtverletzung, es nicht zu tun. Bleibt der GBR untätig, dann kann der WV auch in der Betriebsversammlung bestellt werden.


    Einen WV kann man gegen seinen Willen eh nicht benennen, weil dieses Amt ablehnbar ist. Wer das also nicht machen will kann nur überzeugt, aber nicht verpflichtet werden.

  • Diesen Einwurf verstehe ich nicht:

    (...) aber gegen den Willen des MA diesen zum WV zu ernennen halte ich für "ungeschickt"

    Erstmal sollte der GBR doch herausfinden, ob er mit seinem Ansinnen einen BR zu gründen die MA "hinter sich bekommt" oder "gegen sich aufbringt" (ist aber nur m.M.)

    Erstens plant sicher niemand, WVM gg ihren Willen zu ernennen. Und zweitens wird der GBR keine Umfragen im Betrieb machen, wie die Mehrheit der Belegschaft zu einer BR-Gründung steht.


    nassrasierer , wenn Ihr niemanden in den Betrieben kennt, ist es ja eh schwierig bzw vllt gar nicht so arg zielführend, sozusagen ins Blaue hinein die Betriebe zu besuchen. Ich überlege mir gerade, ob es nicht sinnvoller wäre, vor einem Besuch der Betriebe zusätzlich zu dem hier...

    1. Für das, was der GBR (...) plant, fehlt die gesetzliche Grundlage. Hierfür ... hat der GBR keinen Auftrag (...).

    2. Der GBR kann (und muss) sich aber am von Tobias Clausing angeführten BAG-Urteil orientieren und als Grund des Besuches konkret die Auswahl von geeigneten AN für einen WV anführen. Das ist vom Gesetz gedeckt.

    3. Der Beschluss für die Besuche der BR-losen Betriebe ist dem AG u.a. aufgrund der Pflicht zur vertrauensvollen Zusammenarbeit rechtzeitig mitzuteilen.

    ... Rundmails an die AN des Betriebe zu senden, darin über die BR-Wahl und die anstehende Bestellung eines WV zu informieren und sich für Rückfragen zur Verfügung zu stellen?


    Oder hat jemand da noch Vorschläge?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Und zweitens wird der GBR keine Umfragen im Betrieb machen, wie die Mehrheit der Belegschaft zu einer BR-Gründung steht.

    Warum nicht?

    ... Rundmails an die AN des Betriebe zu senden, darin über die BR-Wahl und die anstehende Bestellung eines WV zu informieren und sich für Rückfragen zur Verfügung zu stellen?

    Erstens plant sicher niemand, WVM gg ihren Willen zu ernennen.

    wenn das niemand plant und auch keiner mit den MA zwingen will WV zu werden und auch keiner vom GBR eine "Umfrage" machen soll, wieso dann o.g. Rundmail versenden in der genau das angekündigt wird --> Bestellung WV + Durchführung einer Wahl


    Ausgangssituation ist doch --> der GBR hat keinen informellen Zugang zu den MA

    --> dann bleibt doch nur die Möglichkeit per Rundmail zu informieren und zu fragen, bevor man einen WV bestellt und die BR-Wahl einleitet

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Rundmails an die AN des Betriebe zu senden, darin über die BR-Wahl und die anstehende Bestellung eines WV zu informieren und sich für Rückfragen zur Verfügung zu stellen?

    Das halte ich in analogie zum BAG Urteil zur Telefonfreischaltung für rechtlich einwandfrei und sehe einen entsprechenden Anspruch.

  • Warum nicht?

    Sorry, wenn Du diese Frage stellst, dann hast Du weite Teile dieses Threads (inkl der angeführten BAG-Urteile) nicht wirklich verstanden.


    Das halte ich in analogie zum BAG Urteil zur Telefonfreischaltung für rechtlich einwandfrei und sehe einen entsprechenden Anspruch.

    Genau deswegen ist das mein Vorschlag.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Sorry, wenn Du diese Frage stellst, dann hast Du weite Teile dieses Threads (inkl der angeführten BAG-Urteile) nicht wirklich verstanden.

    Sorry, tut mir ja leid, aber ich verstehe das schon (auch die formalen Gegebenheiten)

    Aber abseits von rechtlichen Ansprüchen und Gegebenheiten: warum nicht einfach mal fragen, wenn man doch niemanden kennt in dem Betrieb?


    Der GBR will ja die MA motivieren und auf seine Interessenseite ziehen und nicht bevormunden weil er es nach Gesetz kann

    --> so zumindestens der Tenor im Eingangsthread (und mein Verständnis für ein GBR-Auftreten in einem "unbekannten" Betrieb)


    der GBR-Vorsitzenden im Rahmen ihrer GBR-Tätigkeit besuchen möchte, um zu informieren und motivieren, einen BR zu gründen

    Zitat aus Eingangsthread

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    Einmal editiert, zuletzt von Randolf () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Randolf mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Danke, wir werden §17.1. BetrVG anwenden und jeweils 2 GBR-Mitglieder durch Beschluss beauftragen, entsprechende Betriebe zu besuchen. Bleibt noch die Frage der Anmeldung bei diesen Betrieben: wir würden uns gerne erst direkt vor dem Betreten der Betriebe anmelden - bei längerfristiger Anmeldung sehen wir die Gefahr, dass Mitarbeiter/innen zuvor von den Filialleitungen ,,gebrieft" werden könnten und/oder besonders interessierte Kolleg/innen an diesem Tag nicht anwesend sind. Damit stellt sich auch die Frage, wann wir die Geschäftsleitung über entsprechende Beschlüsse informieren. Was meint ihr ?


    Danke, wir werden §17.1. BetrVG anwenden und jeweils 2 GBR-Mitglieder durch Beschluss beauftragen, entsprechende Betriebe zu besuchen. Bleibt noch die Frage der Anmeldung bei diesen Betrieben: wir würden uns gerne erst direkt vor dem Betreten der Betriebe anmelden - bei längerfristiger Anmeldung sehen wir die Gefahr, dass Mitarbeiter/innen zuvor von den Filialleitungen ,,gebrieft" werden könnten und/oder besonders interessierte Kolleg/innen an diesem Tag nicht anwesend sind. Damit stellt sich auch die Frage, wann wir die Geschäftsleitung über entsprechende Beschlüsse informieren. Was meint ihr ?


    Warum sollte man sich diesen Stress aussetzen?

    Einmal editiert, zuletzt von Taunus () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Taunus mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Deine Beweggründe verstehe ich schon, nur meine ich…..wenn man eigentlich nicht viel bis nichts erreicht und mit dieser Aktion, ob rechtens oder nicht, mehr Unruhe stiftet als man eigentlich wollte, ist Niemanden geholfen.

  • Man erreicht, wenn alles klappt, BR-Gründungen in bisher BR-losen Betrieben, das ist nicht

    nicht viel bis nichts


    Man muss es halt rechtlich sauber durchziehen und pragmatisch betrachtet möglichst effizient gestalten.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    2 Mal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.