Anlehnung Tarifvertrag Mitbestimmung 87er ?

  • Hallo zusammen.


    Es kam bei einer Mitarbeiterversammlung, die unsere GF angesetzt hatte, von einem Mitarbeiter die Frage nach mehr Geld auf.

    Dies hatte den Hintergrund das ende/Anfang diesen Jahres Mitarbeiter zu Teamleitern befördert wurden und diese damit verbundenen Tätigkeiten aber seit dem nicht entsprechnd Vergütet werden sondern die Mitarbeiter ihren ganz normalen Lohn bekommen für den sie ursprünglich mal eingestellt wurden.

    Die GF vertröstet stets die betreffenden Mitarbeiter mit der Begründung das dies in Klärung sei das sie mehr Geld für die Tätigkeit des Teamleiters bekommen. Aussage der GF war nun auf dieser Mitarbeiterversammlung das bis ende Juli diesen Jahres Entscheidung getroffen werden und es entsprechend dann wohl ab August für die Mitarbeiter mehr Lohn geben soll.


    Tarifbindung besteht keine aber die AG Seite wendet einige Bestandteile eines am Mutterkonzern bestehenden Tarifvertrages auf die Arbeitsverhältnisse an ohne aber das diese explizit in den Arbeitsverträgen vereinbart wurden.


    Da bei uns am 26.06.2023 unsere BR Wahl statt findet, welche möglichkeiten hätte nun ein BR hier Einfluss zu nehmen ?

    Mir kommt da §87 Abs. Nr. 10 in den Sinn weiß aber nicht wie das im einzelnen Aussehen könnte.

    Über die Höhe der Löhne darf ein BR ja nicht verhandeln aber wie könnte der BR hier den Mitarbeitern ernsthaft helfen damit sie auch entsprechend der Teamleiter stelle bezahlt werden ohne das die AG Seite die Mitarbeiter weiter vertrösten kann ?


    Gruß


    Hafenkasper

  • Hallo,


    zuerst einmal sollte der neugewählte BR klären, ob hier

    die AG Seite wendet einige Bestandteile eines am Mutterkonzern bestehenden Tarifvertrages auf die Arbeitsverhältnisse an ohne aber das diese explizit in den Arbeitsverträgen vereinbart wurden.

    nicht eine "betriebliche Übung" entstanden ist, die auch ohne ausdrückliche Vereinbarung arbeitsvertraglicher Bestandteil geworden sein könnte.


    Und bei § 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG (Sorry, aber so lautet die korrekte Zitierweise) geht es erst einmal nur um die Vergütungsstruktur, idealerweise mit ausführlichen Stellenbeschreibungen. Zwar ist die Vergütung an sich weiterhin erst einmal Sache des AG, aber er muss sich natürlich dann an den Beschreibungen mit allen Konsequenzen messen lassen, womit der BR dann eine Höhergruppierung erzwingen könnte oder ein AN eine Höhergruppierung einklagen könnte.