Mit oder ohne Gewerkschaft

  • Das Problem ist, dass der Wahlvorstand erst noch im Rahmen der ersten Betriebsversammlung gewählt werden muss; da ich noch kein Wahlvorstandsmitglied bin, dürfte mE da auch kein Anspruch bestehen.

    Den Anwalt kannst du dir nehmen, sobald du die konkrete Absicht hast, einen BR zu gründen.

  • Den Anwalt kannst du dir nehmen, sobald du die konkrete Absicht hast, einen BR zu gründen.

    Woher hast du das? Ich kenne nur die Rechtslage so, wie beim ifb beschrieben:


    Rechtzeitig vor der Schulung (am besten unverzüglich nach seiner Bestellung) hat das Wahlvorstandsgremium – Achtung: nicht das Betriebsratsgremium – einen Beschluss über die Entsendung zur Wahlschulung zu fassen. Ein wirksamer Entsendebeschluss ist die formelle Voraussetzung für die spätere Kostenerstattung durch den Arbeitgeber.

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • So

    Woher hast du das?

    So haben wir es gemacht. Wir hatten uns soweit organisiert, zur Wahlversammlung aufzurufen. Das Aufforderung an die GF hat schon unser Anwalt verfasst. Der war dann auch im ersten Gespräch zur Planung der Versammlung mit der GF dabei (die war aufgrund des Geflechts etwas komplizierter), hat anschließend den Wahlvorstand begleitet (aber nicht geschult), das haben wir (glaube ich) bei der ifb gemacht, und dann auch die konstituierende Sitzung betreut. Geld gab's für ihn erst nach Monaten.

  • Da kann ich nur vermuten, dass die Dame bestrebt ist, ihren Arbeitsumfang in Grenzen zu halten.

    das nennt sich heute bedingungsgebundene Gewerkschaftsarbeit.

    Greift bei immer mehr GEWs durch, sozusagen wenn ihr euch organisiert, dann kommen wir auch zu Euch.

    So wie es @DM aber beschreibt scheint die Tante der GEW tatsächlich keinen Bock auf Arbeit zu haben.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Wir reden ganz viel davon, dass auf jeden Fall die Kanonen in Stellung gebracht werden müssen - aber ist Der Markus überhaupt im Krieg?


    In einem überschaubaren Betrieb mit neutraler Einstellung zur Mitbestimmung lässt sich auf jeden Fall eine Wahl ohne Anwalt und im Selbststudium durchführen. Wenn die dann unbedingt angefochten werden muss oder sogar wiederholt dann ist immerhin klar, wer angefangen hat.


    Da ist mir immer zuviel FUD unterwegs.

    Fallere me possum solus - wie wir Lateiner sagen. 3er Betriebsrat, BRV, kein Tarif.

  • Da ist mir immer zuviel FUD unterwegs.

    Immer dieses Internetsprech... ;)


    Ich widerspreche in einer Hinsicht: Sonetwas Wichtiges wie eine Wahl gut geschult durchführen zu wollen, hat mit Angst, Unsicherheit und Zweifel nix zu tun.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • das nennt sich heute bedingungsgebundene Gewerkschaftsarbeit.

    Greift bei immer mehr GEWs durch, sozusagen wenn ihr euch organisiert, dann kommen wir auch zu Euch.

    So wie es @DM aber beschreibt scheint die Tante der GEW tatsächlich keinen Bock auf Arbeit zu haben.

    Wir sind zu klein und daher zu unwichtig, und deshalb kann sie ihrem Chef nicht begründen, weshalb sie uns unterstützt, die Zeit verbringt sie dann mit den höherorganisierten (absolut, nicht relativ); auch mein Hinweis einmal zu kommen und es als indirekte Werbung zu sehen, hat nichts geändert.


    Wir reden ganz viel davon, dass auf jeden Fall die Kanonen in Stellung gebracht werden müssen - aber ist Der Markus überhaupt im Krieg?


    In einem überschaubaren Betrieb mit neutraler Einstellung zur Mitbestimmung lässt sich auf jeden Fall eine Wahl ohne Anwalt und im Selbststudium durchführen. Wenn die dann unbedingt angefochten werden muss oder sogar wiederholt dann ist immerhin klar, wer angefangen hat.


    Da ist mir immer zuviel FUD unterwegs.

    Ich bin nicht im Krieg, und möchte auch nicht einen lostreten; falls es sich nicht vermeiden lässt möchte ich aber vorbereitet sein.


    Die GW erwartet heftigste Gegenwehr, vlt. sagte sie das aber auch nur, um mehr Mitglieder zu bekommen.

    Einmal editiert, zuletzt von Der Markus () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Der Markus mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Also:
    Meinereiner hat auch als Wahlvorstand schon 3 Wahlen ohne Wahlschulung durchgeführt. Wahrscheinlich war was falsch, aber da keine Anfechtung stattgefunden hat waren alle 3 erfolgreich.

    Wenn der AG auf die Idee kommt die Wahl anzufechten und erfolgreich ist, dann macht man das halt nach einer Schulung noch einmal. Es kostet nicht mein Geld sondern nur das vom AG


    Bezüglich FUD: IHA (Ich hasse Abkürzungen)

  • Die GW erwartet heftigste Gegenwehr, vlt. sagte sie das aber auch nur, um mehr Mitglieder zu bekommen.

    Möglich, aber die Frage ist ja wie diese "heftigste Gegenwehr" denn aussehen soll. Denn wenn der AG sich heftigst und unlauter zur Wehr setzen will, dann wird er versuchen die Wahl zu verhindern und nicht sie im nachhinein anzufechten.

    Denn was wäre denn die Konsequenz einer erfolgreichen Anfechtung? - Genau, die Wahl wird wiederholt. Wieder muss der AG Wahlvorstände freistellen (vielleicht sogar nochmal schulen, weil andere WV - die ersten haben es ja nicht hingekriegt), wieder tausend Ausdrucke von Wählerlisten, Wahlausschreiben usw., wieder MA die mit ihren Listen im Betrieb rumrennen und Stützunterschriften sammeln usw. usw. - So eine Wahl kostet den AG jedes Mal nicht wenig Nerven, Zeit und Geld und mit einer erfolgreichen Anfechtung geht der Spaß jedes Mal von vorne los, bis man am Ende dann aber doch einen BR hat.

    D.h. wenn Du Dich auf Behinderungen einstellen musst, dann werden diese vermutlich darauf abzielen erst gar keine Wahl stattfinden zu lassen. Denn mit einer nachträglichen Anfechtung der Wahl kann die Gründung eines BR schlicht und einfach nicht verhindert werden, sondern führt nur zur Wiederholung der Wahl.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Die Dame meinte außerdem, dass die Mehrheit der Anwesenden eine Wahl erfolgreich ablehnen kann,

    Das ist so nicht richtig. Der Knackpunkt ist aber, dass der Wahlvorstand im vereinfachten zweistufigen Verfahren in der ersten Wahlversammlung mit der Mehrheit der Anwesenden gewählt werden muss. Wenn die Kandidaten für den Wahlvorstand (einzeln oder als Gesamtvorschlag) keine Mehrheit bekommen, gibt es keinen Wahlvorstand und keine Wahl.

    Man muss also vorher schon mal die Trommel rühren.

  • Das ist so nicht richtig. Der Knackpunkt ist aber, dass der Wahlvorstand im vereinfachten zweistufigen Verfahren in der ersten Wahlversammlung mit der Mehrheit der Anwesenden gewählt werden muss. Wenn die Kandidaten für den Wahlvorstand (einzeln oder als Gesamtvorschlag) keine Mehrheit bekommen, gibt es keinen Wahlvorstand und keine Wahl.

    Man muss also vorher schon mal die Trommel rühren.

    Ja, sie hatte wohl die Wahl des Wahlvorstandes gemeint, ist mir auch aufgefallen; das macht nichts, da wir dann die Bestellung durch das AG beantragen, dann aber MIT Schulung aller Wahlvorstände und Ersatzmitglieder.

    Es mag sich verzögern, aber ist nicht aufzuhalten, und es wird für den AG noch teurer.


    Möglich, aber die Frage ist ja wie diese "heftigste Gegenwehr" denn aussehen soll. Denn wenn der AG sich heftigst und unlauter zur Wehr setzen will, dann wird er versuchen die Wahl zu verhindern und nicht sie im nachhinein anzufechten.

    Denn was wäre denn die Konsequenz einer erfolgreichen Anfechtung? - Genau, die Wahl wird wiederholt. Wieder muss der AG Wahlvorstände freistellen (vielleicht sogar nochmal schulen, weil andere WV - die ersten haben es ja nicht hingekriegt), wieder tausend Ausdrucke von Wählerlisten, Wahlausschreiben usw., wieder MA die mit ihren Listen im Betrieb rumrennen und Stützunterschriften sammeln usw. usw. - So eine Wahl kostet den AG jedes Mal nicht wenig Nerven, Zeit und Geld und mit einer erfolgreichen Anfechtung geht der Spaß jedes Mal von vorne los, bis man am Ende dann aber doch einen BR hat.

    D.h. wenn Du Dich auf Behinderungen einstellen musst, dann werden diese vermutlich darauf abzielen erst gar keine Wahl stattfinden zu lassen. Denn mit einer nachträglichen Anfechtung der Wahl kann die Gründung eines BR schlicht und einfach nicht verhindert werden, sondern führt nur zur Wiederholung der Wahl.

    Ich denke mal sowas wie „psychologische Kriegsführung“, wobei wir uns davon nicht beeindrucken lassen; auf jede Aktion des AG gibt es auch eine passende Reaktion, im Zweifel den Gang vor Gericht.

    Einmal editiert, zuletzt von Der Markus () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Der Markus mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Die GW erwartet heftigste Gegenwehr, vlt. sagte sie das aber auch nur, um mehr Mitglieder zu bekommen.

    Das geht mir so auf die Nerven bei der BR-Arbeit. Alle, die einem was über die Angstschiene verkaufen wollen.
    "Diese 500 beliebten Minifehler können zur SOFORTIGEN Auflösung führen!!11"

    Fallere me possum solus - wie wir Lateiner sagen. 3er Betriebsrat, BRV, kein Tarif.