BRV wird vom AG angegriffen

  • Hallo Kollegen, ich benötige mal wieder eure Einschätzungen.


    Zu meiner Situation muss vornweg gesagt werden, das mein AG gegen mich eine recht offensichtliche Zermürbungstaktik fährt. Ich komm erstaunlich gut damit klar,

    darauf ziehlt aber meine Frage nicht ab.


    Aber! Er versucht immer mal wieder mein Gremium gegen mich aufzuhetzen.

    Nicht selten stehen so Sätze in seinen Schreiben: Wir waren uns ja einig , nur der BRV sieht das anders.

    In einem Fall, ich war beim Monatsgespräch verhintert hat ihm leider mein Stellv. was in Aussicht gestellt ( es ging um geteilte Betriebsversammlung )

    Was ich tatsächlich auf Grund der Gesetzeslage revitieren musste.

    Ich habe meinen AG nun ermahnt das Er das unterlassen soll, und Ihm zum wiederholten mal erklärt das wir bisher ausnahmslos alle Beschlüsse

    einstimmig beschlossen haben und es in unserem Gremium keine zweite Meinung gibt.


    Seht ihr beim Verhalten meines AG schon eine Betriebsratsbehinderung?



    Und mich würde mal interssieren wie Ihr mit so einer Situation umgehen würdet.

    Gibt ja durchaus mehrere rangehensweißen:


    Dagegenhalten.

    Anwalt einschalten.

    Ignorieren und mit Sachlichkeit bestrafen.

    Im Gremium Thematisieren oder nicht.


    Es muss evtl. noch dazu gesagt werden das wir noch massenhaft offene Baustellen und mehr als nötig Reibungspunkte mit unserem AG haben.

  • nur der BRV sieht das anders...

    und es in unserem Gremium keine zweite Meinung gibt.....Zitat Bratislav


    Wenn Ihr euch einig seid könnt ihr solche Spielchen ja gelassen betrachten.


    Ignorieren und mit Sachlichkeit bestrafen. Finde ich gut!

    Im Gremium Thematisieren oder nicht.? Ganz klares Ja! Immer wieder drüber reden was wollen wir als BR und was machen wir damit der AG keinen Keil ins Gremium treiben kann. Dazu gehören natürlich auch keinerlei Zugeständnisse im Monatsgespräch.

  • Sehe das ähnlich wie der Schwede. Aber ignorieren würde ich es nicht unbedingt, man kann ja auch dagegenhalten und dabei trotzdem jederzeit sachlich bleiben. Wenn Ihr Euch als Gremium einig seit und es da wirklich keine 2 Meinungen gibt, dann kann man das ja nicht nur im Gremium thematisieren, sondern gleich im Monatsgespräch. Das ist doch die perfekte Gelegenheit gegenüber dem AG Geschlossenheit zu demonstrieren. Wenn der AG aus so einem Monatsgespräch raus geht und denkt "scheiße, die sitzen da wie ein Mann. Das passt kein Blatt Papier dazwischen", dann merkt er vielleicht dass seine spalterischen Bestrebungen ergebnislos sind und hört damit auf.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Sehe das ähnlich wie der Schwede. Aber ignorieren würde ich es nicht unbedingt, man kann ja auch dagegenhalten und dabei trotzdem jederzeit sachlich bleiben. Wenn Ihr Euch als Gremium einig seit und es da wirklich keine 2 Meinungen gibt, dann kann man das ja nicht nur im Gremium thematisieren, sondern gleich im Monatsgespräch. Das ist doch die perfekte Gelegenheit gegenüber dem AG Geschlossenheit zu demonstrieren. Wenn der AG aus so einem Monatsgespräch raus geht und denkt "scheiße, die sitzen da wie ein Mann. Das passt kein Blatt Papier dazwischen", dann merkt er vielleicht dass seine spalterischen Bestrebungen ergebnislos sind und hört damit auf.

    Da muss ich meine Kollegen echt noch etwas in die Pflicht nehmen. So ein Monatsgespräch sieht bei uns leider so aus das zu 90% der AG oder ich den Mund offen haben. Die restlichen 10% sind dann oft recht gefährlich, weil sich meine Kollegen zu leicht beeindrucken lassen, und dann evtl. äußerungen von sich geben die mein AG sofort als "beschlossen" erachtet wenn es in seinem Sinne ist. Und erst danach trauen "dagegen" zu sein.

    Kann das aber auch gut verstehen. Keiner möchte so einer Situaton ausgesetzt sein wie ich es gerade erlebe.

  • So ein Monatsgespräch sieht bei uns leider so aus das zu 90% der AG oder ich den Mund offen haben. Die restlichen 10% sind dann oft recht gefährlich, weil sich meine Kollegen zu leicht beeindrucken lassen, und dann evtl. äußerungen von sich geben die mein AG sofort als "beschlossen" erachtet wenn es in seinem Sinne ist.

    Da hilft eine gute Vorbereitung auf das Monatsgespräch. Ich hab schon Skripte für Monatsgespräche geschrieben, wo jedes BRM zu jedem Thema seinen Redebeitrag mit ein paar guten Argumenten bekommen hat. Da hatte dann jedes BRM seinen eigenen Zettel mit dem Skript bekommen, der jeweils eigene Redebeitrag fett gedruckt und die Übergänge zwischen den einzelnen BRM farbig markiert, damit keine Pausen für den AG entstehen. Das funktioniert dann richtig gut, ich mach die Eröffnung, argumentiere ein bisschen, dann hakt der nächste ein und knüpft direkt daran an, dann wieder der nächste usw.

    Das macht richtig Eindruck, wenn das gut läuft habt Ihr den AG sehr schnell psychologisch "in den Seilen", denn dann sieht er sich sehr schnell einer echten Überzahl gegenüber und nicht mehr einem BRV und ein paar verunsicherten Beisitzern.

    Es ist nicht schwer sich auch in einer Gruppe mit einem Menschen zu streiten, wenn die Gruppe nur da sitzt. Wenn aber die ganze Gruppe auf eine Person einredet erzeugt dies einen psychologischen Druck, dem sich niemand entziehen kann.

    (Natürlich bereitet man so ein Skript gemeinsam vor und soweit möglich kriegt auch jeder den Redebeitrag/Argumente mit denen er sich am wohlsten fühlt. Ich schreibe den BRM ja nicht vor was sie sagen sollen, ich "orchestriere" lediglich).

    Kann das aber auch gut verstehen. Keiner möchte so einer Situaton ausgesetzt sein wie ich es gerade erlebe.

    Mach ihnen klar, das Geschlossenheit immer auch der beste Schutz für jeden einzelnen ist. Nach diesem einfachen Prinzip funktioniert das Leben auf der Erde seit vielen hundert Millionen Jahren: In der Herde bist Du einigermaßen sicher und wer sich allein auf die Wiese stellt wird vom T-Rex gefressen. (oder Löwen, oder Bären, oder Arbeitgeber).

    Das soll aber natürlich kein Aufruf zur Konformität, oder eine Ablehnung individueller Standpunkte sein! Es geht darum dass man als BR seinen Standpunkt intern klärt und dem AG gegenüber immer absolut geschlossen auftritt.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Da muss ich meine Kollegen echt noch etwas in die Pflicht nehmen. So ein Monatsgespräch sieht bei uns leider so aus das zu 90% der AG oder ich den Mund offen haben. Die restlichen 10% sind dann oft recht gefährlich, weil sich meine Kollegen zu leicht beeindrucken lassen, und dann evtl. äußerungen von sich geben die mein AG sofort als "beschlossen" erachtet wenn es in seinem Sinne ist. Und erst danach trauen "dagegen" zu sein.

    eröffne doch einfach mal das Monatsgespräch mit einem erklärenden Satz an den AG, in etwa:


    "Lieber AG, liebe BRM, wir erörtern hier jetzt die Punkte x+y+z um dann im Nachgang im BR-Gremium dazu einen Beschluß zu fassen. Diesen Beschluß werde ich als BRV dann umgehend dem AG übermitteln, damit dieser sich damit auseinandersetzen kann. Während des Monatsgespräches werden keine Beschlüsse gefasst, ich bitte dieses von allen Teilnehmenden zu beachten."


    das dann auch im Protokoll so festhalten (dann kann der AG das ggf. nochmal nachlesen)


    und es nimmt ggf. deinem Mitstreitern etwas die "Angst" sich zu äußern


    --> nur eine Idee, wie ich es versuchen würde

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Da hilft eine gute Vorbereitung auf das Monatsgespräch. Ich hab schon Skripte für Monatsgespräche geschrieben, wo jedes BRM zu jedem Thema seinen Redebeitrag mit ein paar guten Argumenten bekommen hat. Da hatte dann jedes BRM seinen eigenen Zettel mit dem Skript bekommen, der jeweils eigene Redebeitrag fett gedruckt und die Übergänge zwischen den einzelnen BRM farbig markiert, damit keine Pausen für den AG entstehen. Das funktioniert dann richtig gut, ich mach die Eröffnung, argumentiere ein bisschen, dann hakt der nächste ein und knüpft direkt daran an, dann wieder der nächste usw.

    Das macht richtig Eindruck, wenn das gut läuft habt Ihr den AG sehr schnell psychologisch "in den Seilen", denn dann sieht er sich sehr schnell einer echten Überzahl gegenüber und nicht mehr einem BRV und ein paar verunsicherten Beisitzern.

    leider Geil :thumbup: das werde ich heute gleich mal mit ansprechen. Mal sehn wie sie darauf reagieren

  • "Lieber AG, liebe BRM, wir erörtern hier jetzt die Punkte x+y+z um dann im Nachgang im BR-Gremium dazu einen Beschluß zu fassen. Diesen Beschluß werde ich als BRV dann umgehend dem AG übermitteln, damit dieser sich damit auseinandersetzen kann. Während des Monatsgespräches werden keine Beschlüsse gefasst, ich bitte dieses von allen Teilnehmer zu beachten."

    Das würde ich noch ein bisschen ausbauen: Vor der Sitzung die BRM informieren, dass der AG offensichtlich im Handbuch für eklige Arbeitgeber auf den Begriff "gaslighting" gestoßen ist und sich vorgenommen hat, dies einmal auszuprobieren, aber dass seine eher durchschaubaren Versuche nahelegen, dass er sich dieses Wissen erst kürzlich angeeignet hat, aber man sich ihm auch nicht als Trainingspartner zur Verfügung stellen will. Nach dem Monatsgespräch kommt zu jedem strittigen Punkt ins Protokoll, dass der BR sich einig ist, dass man sich nicht einig geworden sei. Und zwar zu jedem einzelnen Punkt. Wenn der AG sich verarscht fühlt, fragst du unschuldig: "wer hat denn angefangen?" :P


    Variante für schwierigere Fälle: Dreht ein einziges Mal den Spieß um und sagt dem AG, dass er doch eigentlich auf euren Vorschlag eingegangen sei und unterstützt euch dabei, dass ihr das so in Erinnerung habt. Ab einem bestimmten Punkt brecht ihr dann das Spielchen ab und erklärt dem AG, dass das eigentlich unter eurem Niveau liegt, aber ihr nur zu Demonstrationszwecken gezeigt habt, dass ihr notfalls auch holzen könnt. Man ist halt immer so fair, wie es der Gegner zulässt und letztlich bestimmt sein Verhalten, in welchen Bahnen sich zukünftige Verhandlungen bewegen. ;)


    Wichtig ist nicht die Drohung, sondern die Erkenntnis, dass seine Strategie durchschaut wurde...

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Zitat

    Da hilft eine gute Vorbereitung auf das Monatsgespräch. Ich hab schon Skripte für Monatsgespräche geschrieben, wo jedes BRM zu jedem Thema seinen Redebeitrag mit ein paar guten Argumenten bekommen hat. Da hatte dann jedes BRM seinen eigenen Zettel mit dem Skript bekommen, der jeweils eigene Redebeitrag fett gedruckt und die Übergänge zwischen den einzelnen BRM farbig markiert, damit keine Pausen für den AG entstehen. Das funktioniert dann richtig gut, ich mach die Eröffnung, argumentiere ein bisschen, dann hakt der nächste ein und knüpft direkt daran an, dann wieder der nächste usw.

    Wenn da alle mit ziehen, ist das natürlich super. Verhindert auch, dass BRM Aussagen treffen, oder vielmehr sich von dem AG dazu hinreißen lassen, die eher nachteilig sind. Wobei man dem AG ja auch entspannt mitteilen kann, dass es sich nur um einen Gedankenaustausch gehandelt hat und mitnichten um eine Zusage, zu der das einzelne BRM ja gar nicht berechtigt ist.


    Wir haben in den Monatsgesprächen immer konsequent gesagt, dass wir die Themen mit in die Sitzung nehmen und da in Ruhe besprechen. Und je mehr Druck gemacht wurde doch jetzt eine Einschätzung abzugeben, desto länger hat das dann leider, leider gedauert ;) Hat dem AG oft nicht gefallen. Aber wir waren ja immer konstruktiv und gesprächsbereit :)

  • Wobei man dem AG ja auch entspannt mitteilen kann, dass es sich nur um einen Gedankenaustausch gehandelt hat und mitnichten um eine Zusage, zu der das einzelne BRM ja gar nicht berechtigt ist.

    Richtig. Wir haben das auch schon mal anders herum gemacht. Da haben wir uns ein Thema rausgesucht bei dem der AG nur bedingt Ahnung hat, haben ihn dann von 9 Seiten (BRM) mit Argumenten und Fakten zugeballert und dann hab ich gesagt: "So und dazu wollen wir jetzt eine verbindliche Entscheidung von Ihnen"

    AG (verwirrt und angepisst): "Das ist jetzt nicht Euer Ernst, das kann ich doch jetzt nicht einfach aus dem Stehgreif entscheiden!"

    Ich: "Warum? Mit wem müssen Sie sich den abstimmen, Sie sind doch der Chef. - Ich meine Sie erwarten doch auch von uns, dass wir hier aus dem Stehgreif was entscheiden, worüber wir uns eigentlich erstmal mit allen 9 BRM einig werden müssten"

    ...da ging dem AG dann ein Licht auf und wir haben für die Zukunft vereinbart, dass Monatsgespräche ein Informationsaustausch sind und in diesem Rahmen keine Entscheidungen getroffen werden. Weder vom AG, noch vom BR.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Es muss schlicht klar sein,

    dass Monatsgespräche ein Informationsaustausch sind und in diesem Rahmen keine Entscheidungen getroffen werden. Weder vom AG, noch vom BR.

    Das Verhalten des AG würde ich als Arschlochfolklore betrachten und im BR herzlich darüber lachen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Hallo,


    Bei uns wurde vor kurzem der Ansprechpartner für das Gespräch gewechselt. Vom CFO zum COO. Bei den ersten 2 Gesprächsterminen habe ich deutlich gesagt, das in diesem Termin keine Entscheidung vom BR gemacht wird. Das Thema nur aufgenommen wird, die ersten Gedanken dazu ausgetauscht werden und wir das dann in unsere nächste Sitzung mitnehmen.

    Dadurch kann sowas gar nicht passieren.


    Aktuell würde ich das einfach ignorieren, wenn das Gremium geschlossen ist.


    Gruß

  • Den muss ich mir merken! :D :D

    Mir wurde im Forum mal vorgeworfen, ich benutzte zu viele Fremdwörter. Ich versuche das durch eine, äh..., etwas bodenständigere Ausdrucksweise auszugleichen. :D

    und Ihm zum wiederholten mal erklärt das wir bisher ausnahmslos alle Beschlüsse

    einstimmig beschlossen haben und es in unserem Gremium keine zweite Meinung gibt.

    Das würde ich dringendst unterlassen. Das konkrete Abstimmungsverhalten geht den AG nichts an. Die Auskunft, dass der BR mit Mehrheit über Beschlüsse Entscheidungen trifft, und die Entscheidung eben so getroffen hat, muss absolut reichen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • ich benutzte zu viele Fremdwörter. Ich versuche das durch eine, äh..., etwas bodenständigere Ausdrucksweise auszugleichen.

    hhmmm, also obwohl ich kein Bayer bin würde ich Deine bayrischen Schimpfwörter nicht als Fremdwörter bezeichnen wollen, ich dachte aber, dass das schon das bodenständige sei...

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • " geil, darauf häst ja auch selber kommen können" .

    Ach naja, bei manchen Dingen spricht es eher für Dich, dass Du da nicht selber drauf gekommen bist.

    Menschen gezielt und vorsätzlich psychologisch unter Druck zu setzen ist nicht unbedingt nett und sicher kein Skill aus dem Werkzeugkasten der Sozialkompetenz ;)

    ...das ist etwas was man nur von Arschgeigen lernt und auch nur gegen Arschgeigen einsetzt.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • würde ich Deine bayrischen Schimpfwörter nicht als Fremdwörter bezeichnen

    Sakasmuss: Es gab mal bestrebungen, nur Menschen die der Deutschen Sprache mächtig sind, dürfen auch eingebürgert werden. Die Bayern haben sich da wehemend gegen gewehrt. 8) :S ;)

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey