Einsicht in Bruttolohn und Gehaltslisten

  • Unser Arbeitgeber gewährt die Einsicht in die Lohn und Gehaltslisten nur unter der Voraussetzung das keine Mobiltelefone mit in den Raum genommen werden dürfen. Wie ist dieses Ansinnen zu bewerten bzw. wie ist mit dieser Forderung umzugehen?

  • so ein bisschen verständlich aber doch irgendwie auch Kindergarten oder Zeichen von fehlender vertrauensvoller Zusammenarbeit.

    verständlich weil ihr euch ja nur "Notizen" machen dürft.

    Kindergarten weil irgendwie so wie "Ich zeige euch mal was Sache ist"

    und außerdem vertraut er euch wohl nicht, wie ist denn die sonstige Zusammenarbeit?

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Grundsätzlich hat der AG Recht, dass die Listen nicht abfotografiert werden dürfen.


    Aber er darf a) keine Taschenkontrollen durchführen und b) ich hätte hier auch noch eine kleine Digitalkamera. Definitiv kein Smartphone... :saint: :evil:

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Die Zusammenarbeit ist mit Teilen der Führungsebene etwas von Vorurteilen, mißtrauen und Abneigung gekennzeichnet. Der Geschäftsführer ist neu und muss sich erst noch sein Bild machen. Ansonsten sehe ich das auch so. Rechtlich selbstverständlich keine Kopien anzufertigen. Es geht um eine Machtdemonstration. Ich wollte nur mal eure Meinung und den Umgang damit erfahren. Also Handy abgeben und lächeln.

  • Tobias Clausing der AG braucht doch nur die Einsicht in einem Büro statt finden zu lassen wo ein AN tätig ist. Dieser darf zwar den BR nicht kontrollieren aber seine Anwesenheit wird sicherlich dazu verhelfen, dass keine Aufnahmen mit dem Handy gemacht werden.

  • Es geht um eine Machtdemonstration.

    kann sein, muss aber nicht.

    Unserem AG war das eigentlich Wurst, hat dann aber dem Drängen des Datenschutzbeauftragten nachgegeben.

    ...aber wir konnten das recht praktisch lösen, wir haben Klebesiegel im Betrieb (für Boxen mit Sterilgut usw.), die sich Rückstandsfrei entfernen lassen, aber beim entfernen zerstört werden.

    Da wird einfach immer eins auf die Kamera geklebt und (theoretisch) anschließend geprüft (in der Praxis schert sich keiner drum, im wesentlichen ging es nur darum ein Datenschutz-konformes, offizielles Verfahren zu etablieren, dass vor allem auf dem Papier gut aussieht).

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Tobias Clausing der AG braucht doch nur die Einsicht in einem Büro statt finden zu lassen wo ein AN tätig ist. Dieser darf zwar den BR nicht kontrollieren aber seine Anwesenheit wird sicherlich dazu verhelfen, dass keine Aufnahmen mit dem Handy gemacht werden.

    Sobald der anwesende MA dem AG Bescheid sagen soll, ob Fotos gemacht wurden oder nicht, ist dieser MA zur Überwachung beauftragt und darf damit nicht anwesend sein.

    Du hast insofern Recht, dass der BR nicht auf einen leeren Raum bestehen darf. Es darf aber keinerlei Überwachung der BR-Tätigkeit bei der Einsichtnahme erfolgen. Nicht einmal der AG selber (der aufgrund der Einsichtnahme in seinem Büro anwesend sein dürfte), darf den BR in seiner Tätigkeit überwachen.


    Eine Lösung könnte ich mir wie folgt vorstellen: Der BR nimmt ALLEINE in einem Raum Einsicht, der durch ein Fenster oder eine Glastür einsehbar ist. Im Normalfall lassen sich so weder Gespräche belauschen noch Notizen oder Daten einsehen. Gleichzeitig ist die Prüfung der gesetzeskonformen Einsichtnahme mit Fotoverbot ermöglicht. Der AG kann sich ja den ganzen Tag vor die Tür stellen und zuschauen.

  • Aus Datenschutzgründen durchaus korrekt. Da sehe ich nicht einmal das Thema Kindergarten.

    Grundsätzlich hat der AG Recht, dass die Listen nicht abfotografiert werden dürfen.


    Aber er darf a) keine Taschenkontrollen durchführen und b) ich hätte hier auch noch eine kleine Digitalkamera. Definitiv kein Smartphone... :saint: :evil:

    Auch wenn du Moritz jetzt wieder ein Hundewelpen,.... Problem hast werfe ich hier das natürlich Mitbestimmungspflichtige Thema Kleiderordnung in den Ring. :) :)

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Man sollte vielleicht auch nicht vergessen, dass der AG im Rahmen seines Direktionsrechtes die Nutzung privater Smartphones am Arbeitsplatz auch einfach komplett untersagen kann.

    Spätestens seit bekannt geworden ist, dass während dem Zugunglück in Bad Aibling (12 Tote, 90 Verletzte), der Leitstellenleiter damit beschäftigt war intensiv "Dungeon Hunter 5" am Smartphone zu zocken, ist dies keine Frage mehr.

    Allerdings darf den MA ihr Smartphone nicht abgenommen werden, dies wäre ein unzulässiger Eingriff in die Eigentumsrechte der MA.

    D.h. von den BRM zu verlangen ihre Smartphones abzugeben ist rechtlich problematischer, als im ganzen Betrieb und für alle MA die Nutzung privater Smartphones während der AZ komplett zu untersagen.

    ...vielleicht würde ich als AG auf genau diese Idee kommen, wenn man mir so kommt...

    Lächeln selbstverständlich. Aber verbunden mit der Ansage: "Isch 'abe ga kein Ändy..." ;)

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Man sollte vielleicht auch nicht vergessen, dass der AG im Rahmen seines Direktionsrechtes die Nutzung privater Smartphones am Arbeitsplatz auch einfach komplett untersagen kann.

    Das ist in vielen Betrieben, welche Forschung, Entwicklung betreiben heute im übrigen schon der Fall. Und Diensthandys nur mit der Möglichkeit nicht fotografieren zu können.


    ...vielleicht würde ich als AG auf genau diese Idee kommen, wenn man mir so kommt...

    Und dann die Ansage machen, ja Schuld ist der Betriebsrat......

    Aber ihre müsst euch nur über ein paar Tage Zeit nehmen mit der Einsichtnahme und Abschreibe Tätigkeit bei der Einsichtnahme und einem BRM Kollegen welcher euch über wichtige Anfragen von Mitarbeitern informiert.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Isch abe gar kein Problem.

    Wir haben selbst angeregt, dass bei der Durchsicht der Listen jemand von der Personalverwaltung dabei ist. Dann kann man nämlich Fragen direkt stellen und bekommt sogar zeitnah eine Antwort.

    Damit hat sich dann ein etwaiges Handyverbot ganz nebenbei erledigt.

  • Ist wohl wie immer eine Frage des Umgangs miteinander.

    Mein privates Handy würde ich ihm sicherlich nicht aushändigen. Sein Verbot, dieses nicht zu nutzen natürlich befolgen.

    Ich denke jetzt auch, dass Fotos von Lohn- und Gehaltslisten auf Handys (vor allem privaten) auch nicht wirklich etwas verloren haben. Irgendwie klingelt da bei mir Datenschutz und Datensicherheit ganz laut in meinem ergrauten Hinterstübchen.


    Also bleibt nichts anderes übrig als sich Notizen machen. Wobei wir hier digital sind und diese nicht mehr händisch vornehmen.

    Alternativ nennen wir auch unserem AG, welche Infos wir gerne hätten und er stellt sie uns dann zusammen. Klappt wunderbar, ist aber wohl wieder eine Frage des gegenseitigen Vertrauens.

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

    (Aristoteles)


    Noch ein Tipp für die derzeitige Nachhaltigkeitsdebatte:

    Save Water - Drink Wine !!