Verheimlichen PST

  • Hallo Mitstreiter,



    ich bin vor ca. einem Jahr in den BR gewählt worden. Also neu. BR1 und BR2 hinter mir. Anfang Januar kommt Arbeitsrecht1.


    Ich bin dabei und möchte dabei sein. Ich bin unbestechlich, aber unwissend.


    Vor meiner Amtszeit habe ich hier schon mitgelesen und bin froh hier manchmal ein „meckeriges“ und angeberisches Miteinander zu erleben, doch es bringt sehr viele Erkenntnisse.


    Meine Frage:


    Einen MA wurde von der GF mitgeteilt nicht über diese Sache mit dem BR zu reden.


    Darf der MA das nicht?


    Es ging im konkreteren darum, dass der MA einen fortverbleib in der Firma nur mit Gehaltserhöhung nach Fortbildung in Betracht zog. Dem MA wurde mitgeteilt, nicht mit dem BR darüber zu reden.


    MA sagte und und meinte: „Wenn ich mit dem dem BR über meine Kücheneinrichtung reden möchte, darf ich das. Ob es interessiert, ist eine andere Frage“


    Darf die GF dem MA verbieten mit BR über das Thema Lohn zu reden?


    Oder anders gefragt: Hat der MA irgendwas, wenn er möchte, auf Anordnung der GF dem BR zu verheimlichen?



    Grüße und


    Danke sehr.

  • Verbieten? Rechtlich ganz sicher nicht.

    Er kann es aussprechen. Das hat in etwa so viel Bindungskraft wie "Der Himmel ist grün".

    Mit einer Ausnahme: Leitenden Angestellten kann diese Verschwiegenheit gegenüber dem BR angeordnet werden.

    Aber normalen Mitarbeitern nicht!

  • Hey BjörnPE,



    danke für deine erste Einschätzung. So denke ich das auch.


    Was ich halt nicht finde, sind §en die ich „ausnutzen“ bzw. die dieses verbindlich regeln könnten. 82 und 84 helfen mir nicht wirklich.


    Gibt es ein Urteil? Viele?


    Und welchen Nachteil hätte der MA, wenn er das mitteilen würde? (Meine und seine Verschwiegenheit sind garantiert).


    Konsequenzen das er die Erhöhung nicht bekommt sind klar. Oder halt auch nicht.


    Grüße und


    Dankesehr



    Hey Schwede,

    wir sind eine gGmbh.

    Die, die vor allem sehr gute Öffentlichkeitsarbeit machen.

    Da wird leider gar nix referiert. Bisher ;)


    Grüße und


    Dankesehr

    3 Mal editiert, zuletzt von Dankesehr () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Dankesehr mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Dreh das ganze doch einfach mal um.

    Welche §§ kennt denn der AG, dass er dem MA verbieten kann, zu bestimmten Themen mit dem BR zu reden?

    Der AG macht etwas, dann sollte er auch belegen können, dass er das darf.


    Und die Nachteile für den AN?

    Naja rechtliche wohl keine, wie der AG dann aber reagiert ist natürlich ein anderes Thema. Ob der AN dann beim AG in "Ungnade" fällt, ob die besprochene Erhöhung mit Fortrbildung (sofern noch verbindlich zugesagt) ausgesetzt wird, ob,ob...

    Chefs sind manchmal wie Elefanten, die vergessen nicht.

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

    (Aristoteles)


    Noch ein Tipp für die derzeitige Nachhaltigkeitsdebatte:

    Save Water - Drink Wine !!

  • Und welchen Nachteil hätte der MA, wenn er das mitteilen würde? (Meine und seine Verschwiegenheit sind garantiert).

    dann weiß es ja keiner, was soll passieren.


    Und rechtlich hätte sowieso nur der AG etwas zu befürchten, weil man könnte hier "Behinderung des BR" oder "Störung des BR" in Betracht ziehen, wenn der AG seinen AN verbietet mit dem BR zu reden.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Sieht Antwort von stehipp

    Welche § sprechen denn dagegen? Der Arbeitgeber kann mir das doch nicht auferlegen, Kraft seiner Wassersuppe.

    Der AG kann sich vieles wünschen. Aber anordnen nicht.

    In sehr vielen Arbeitsverträgen ist ein Passus "Über Lohnangelegenheiten ist gegenüber Dritten Stillschweigen zu wahren".

    Der BR ist aber nicht "Dritte". Denn der BR ist Betriebspartei. Und kann über die Lohnlisten ohnehin Einsicht nehmen. Damit greift der Passus ohnehin nicht.


    Nachteile ergäben sich natürlich aus dem persönlichen Umgang. Wenn der Kollege keinen Gegenwind verträgt, sollte er den Wünschen des AG entsprechen. Wenn es ihm egal ist, kann er drüber reden.

    Sanktionieren kann der AG es nicht. Aber wenn er beleidigte Leberwurst spielt, hat das natürlich Nachteile, keine Frage.

  • In sehr vielen Arbeitsverträgen ist ein Passus "Über Lohnangelegenheiten ist gegenüber Dritten Stillschweigen zu wahren".

    selbst wenn das drin steht ist das i.d.R. irrelevant, wie soll den ein AN erfahren ob er mit seinem Kollegen vergleichbar bezahlt wird, wenn er über den Lohn nicht reden darf?


    Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern mit Urteil vom 21. Oktober 2009 (Az. 2 Sa 183/09) 

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Einen MA wurde von der GF mitgeteilt nicht über diese Sache mit dem BR zu reden.

    Es ging im konkreteren darum, dass der MA einen fortverbleib in der Firma nur mit Gehaltserhöhung nach Fortbildung in Betracht zog. Dem MA wurde mitgeteilt, nicht mit dem BR darüber zu reden.

    Das ist so der Punkt, wo ich (mal wieder) meine trübe Kristallkugel zu Rate ziehe...


    Würde der AG sich im Rahmen geltender BVen bewegen - es wäre ihm wohl völlig egal, ob der Kollege darüber mit dem BR redet oder nicht.

    Würde der AG sich nicht an geltende BVen halten, riskiert er hier massiven Ärger durch den BR. Welchen Grund sollte der AG haben, den zu riskieren? Also eher unwahrscheinlich.


    Am wahrscheinlichsten erscheint mir, dass der AG hier eine besondere Regelung zu Gunsten des Kollegen getroffen hat, die er aber "nicht an die große Glocke gehangen" haben will. (Um hier keine Präzedenzfälle zu schaffen.)


    Wie die Kollegen schon richtig schrieben: Wirksam verhindern/verbieten kann/darf er das Gespräch mit dem BR nicht.

    Wie er sich in der Sache jetzt verhält ist am Ende allein seinem "diplomatischen Geschick" geschuldet. Ich persönlich würde mir das vertrauliche Gespräch mit dem BR wohl nicht nehmen lassen, würde aber sicher stellen (wollen), dass der BR nur dann aktiv wird, wenn ich über den Tisch gezogen werden soll.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Vielen Dank für alle Antworten.


    Alle Antworten sehe ich auch so, wollte ein wenig „Schwarmunterstützung“ zu meinen Ausführungen erhalten.


    Zu Moritz:


    Präzedenzfall ja, aus Angst, wenn der BR davon erfährt das diese Eingruppierung bei allen „Fertig- Ausgebildeten“ und jedem fertigen Azubi angedacht wird. Diese Frage steht erst einmal auf einem anderen Blatt. Hier konkret, nur die Frage: Muss er verheimlichen? Diese ist mir sehr gut beantwortet worden.


    Der Kollege, der mir natürlich nichts gesagt hat und ich nur durch mentale Fähigkeiten auf seinen Gedanken gekommen bin dachte: „Hey, dann sage ich es dem BR doch erst recht. Haben viele Vorteile“ 😉



    Hat mir alles weitergeholfen und mich bestätigt


    Dankesehr


    P.S Schnalle das Formatieren hier noch nicht, daher kann ich noch nicht zitieren.

  • Verbieten? Rechtlich ganz sicher nicht.

    Er kann es aussprechen. Das hat in etwa so viel Bindungskraft wie "Der Himmel ist grün".

    Mit einer Ausnahme: Leitenden Angestellten kann diese Verschwiegenheit gegenüber dem BR angeordnet werden.

    Aber normalen Mitarbeitern nicht!

    Moin,


    das hat nichts mit leitenden Angestellten zu tun. Wie die Kollegen bereits ausgeführt haben stellen Löhne kein Betriebsgeheimnis da. Von daher kann einem AN nicht untersagt werden, mit anderen über seine Entlohnung zu sprechen.


    Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn die Information über das Gehalt ein schützenswertes Betriebsgeheimnis darstellt. Das könnte z.B. bei einem AN mit einem für den Unternehmensfortbestand entscheindenden Einzelwissen der Fall sein, wenn dadurch verhindert werden soll, dass der AN von einem Mitbewerber abgeworben werden kann. Das ist aber dann eine Einzelfallentscheidung und sicherlich keine generelle Richtlinie.