Kurzarbeit - Möglichkeit zur Vermeidung

  • Hallo zusammen.


    Bei uns steht das Thema Kurzarbeit im Raum. Der BR führt bereits Gespräche mit der GL über eine BV. Eine Schulung ist genehmigt und wird durchgeführt.

    Soweit so gut.


    Unsere GL hat nun einen Vorschlag über das Info-System (für alle Mitarbeiter einsehbar, digitales "Schwarzes Brett") eingebracht, von dem wir bisher nichts wussten.

    Die GL schlägt vor, das Mitarbeiter die voraussichtlich in Kurzarbeit müssten, freiwillig und zeitlich begrenzt in unsere Muttergesellschaft wechseln können. Eine genaue Regelung wäre zur Zeit mit unserer Muttergesellschaft in Klärung. Ebenfalls ist eine zeitlich befristete Zulage (Trennungsgeld) im Gespräch.

    Erste Infoveranstltung durch unsere GL soll bereits morgen (09.11.2022) sein.


    Unsere GL wirbt quasi damit, das ein arbeiten für unsere Muttergesellschaft die Kurzarbeit vermeiden würde. Grundlegend ist dieser Gedanke sicherlich gut, aber.....


    Die ersten Arbeitsverträge die ich eingesehen habe, haben einen eindeutigen Arbeitsort definiert. (Muttergesellschaft liegt ca. 250km entfernt)

    Ich konnte auch nichts finden was einen Arbeitsortwechsel zulassen würde.

    Der Vorschlag beruht auf Freiwilligkeit. Wenn alle Modalitäten geklärt sind und sich Mitarbeiter freiwillig finden, kann doch der BR diese MA ruhig in die Muttergesellschaft ziehen lassen, oder? (Irgendwie habe ich bei dem Gedanken trotzdem Bauchschmerzen!)


    Mal abgesehen davon, das wir als BR von so einem Vorschlag nichts wussten und demzufolge auch nicht beteiligt wurden, bin ich mir nicht sicher ob und zu welchen Bedingungen dieser Vorschlag umsetzbar ist.


    Da wir bei dem Vorschlag von "Null" beginnen, ist mir jeder Hinweis willkommen.


    Vielen Dank.

    Beste Grüße,

    Felltrompete


    Manche Menschen reden als könnten sie das Wasser teilen. Meistens bringen sie nicht einmal Wasser zum kochen!

  • Die GL schlägt vor, das Mitarbeiter die voraussichtlich in Kurzarbeit müssten, freiwillig und zeitlich begrenzt in unsere Muttergesellschaft wechseln können.

    Streng genommen ist da ja kein Vorschlag von eurer GL sondern ein Vorschlag der Muttergesellschaft (weil die die Leute ja aufnimmt und die Bezahlung übernimmt). Insofern ist es, zumindest de jure, nicht verwunderlich/verwerflich wenn ihr bisher noch nichts davon wusstet.


    Als BR würde ich hier direkt auf die GL zugehen und sagen: Hey toll. Wo kommt das denn her? Erzählt mal, wie sind da die Bedingungen? (de jure würde ich das (zumindest ohne weitere Kenntnis der Umstände) als Zweitjob bei der Muttergesellschaft interpretieren, mit der der BR ja erst einmal nichts zu tun hat. Gleichwohl würde ich, vor dem Hintergrund dass natürlich die Kollegen auf den BR zukommen und Fragen haben, mir alles erklären lassen, damit man die Kollegen auch sinnvoll beraten kann.)


    Inwiefern sich ein Job über 250km Entfernung noch rechnet (sicher nicht, wenn man die jeden Tag fahren müsste, aber wo kommt man dann unter?) ist ja eine Frage, die letztlich jeder für sich entscheiden muss.


    Am Ende ist es ein Rechenexempel. Was bekomme ich als Kurzarbeitergeld und was bleibt mir nach Abzug aller Mehrkosten übrig, wenn ich das Angebot der Muttergesellschaft annehme...


    Da das ein recht komplexes Thema ist (wie z.B. erfolgt die Abrechnung für die Muttergesellschaft? Wirklich als Nebenjob mit entsprechend ungünstiger Steuerklasse? Oder merkt der AN das eigentlich gar nicht, da sein Stundenzettel aussieht wie immer, nur die Nebenkosten steigen?), würde ich mich da als BR weitgehend raushalten, den Kollegen nur mitgeben, worauf sie achten sollen, aber ganz sicher keine Empfehlungen aussprechen. Weder in die eine, noch in die andere Richtung!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Ich konnte auch nichts finden was einen Arbeitsortwechsel zulassen würde.

    der AG bietet den AN den Wechsel an, wenn der AN das annimmt sind sich die Vertragsparteien doch einig.

    Ob das zulässig ist, ist doch nur dann von Bedeutung, wenn eine Vertragspartei nicht zustimmt.


    Ich würde den MA nur empfehlen darüber schriftliche Vereinbahrungen mit dem AG zu treffen, damit man das ggf. später nachweisen kann.


    Gerade weil ggf. eine mündlicher Arbeitsvertrag mit der Muttergesellschaft entstehen könnte, die dann aber ggf. mit dem aktuellen AV "kollidiert".

    Ist evt. eine Änderungskündigung notwendig oder eine Kündigung mit Anschlussvertrag der Muttergesellschaft.


    Stimmt der BR der Muttergesellschaft der "Einstellung" überhaupt zu?


    Ihr entscheidet als BR ja max. darüber die MA abzugeben, aber nicht darüber das die Muttergesellschaft diese auch aufnimmt

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.