Freigestellter BRV und die Gehaltserhöhung

  • Hallo zusammen,


    ich weiß ein schwieriges Thema und ich habe mich da soweit ich es konnte bereits eingelesen, was mir allerdings noch keine vollständige Klarheit brachte. Folgende Situation:


    Das Unternehmen in dem ich arbeite zahlt Mindestlohn, was ja bedeutet es gibt ab dem 1.10.2022 dann 12 Euro die Stunde. In meiner vorherigen Position, also bevor ich BRV wurde, inklusive Freistellung habe ich bereits über dem Mindestlohn erhalten. Aufgrund der Mindestlohnerhöhung wird allerdings auch das Gehalt meiner ehemaligen Position um Summe x angepasst.


    Nun war es so, dass ich auch hier in Relation zu den Kollegen mehr erhalten habe, da ich aufgrund meiner Tätigkeit auch mehr Verantwortung hatte. Heißt die Differenz bei mir wäre deutlich geringer - also bei mir würde die Erhöhung 50 Euro statt 350 Euro.


    Wie ist da Eure Meinung? Müsste ich also die 50 Euro Differenz zum neuen Lohn, oder die gesamte Lohnerhöhung (350 Euro) erhalten? Oder ist das Verhandlungssache?


    Liebe Grüße,


    Micha

  • Verstehe ich richtig, die Erhöhung bei allen potentiell vergleichbaren AN ist ein Absolutbetrag von 350€?


    Dann sehe ich den klaren Anspruch auf den selben Absolutbetrag.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Aufgrund der Mindestlohnerhöhung wird allerdings auch das Gehalt meiner ehemaligen Position um Summe x angepasst.

    Und genau diese Erhöhung kannst du einfordern. Wärest du auf dieser Position geblieben, würdest du eben dieses Entgelt erhalten. Durch das Benachteiligungsverbot geht eigentlich gar nichts anderes.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Verstehe ich richtig, die Erhöhung bei allen potentiell vergleichbaren AN ist ein Absolutbetrag von 350€?


    Dann sehe ich den klaren Anspruch auf den selben Absolutbetrag.

    Ja das siehst Du richtig - Die Kollegen erhalten eine 350 Euro Erhöhung, ich hatte halt nur vorher etwas mehr, weil ich so halbwegs der "Vorgesetzte" der Kollegen war. Wenn ich von meinem Gehalt ausgehe das ich in dieser Position hatte wären es bei mir halt 50 Euro, es gibt allerdings keine vergleichbare Position mehr.

    Und genau diese Erhöhung kannst du einfordern. Wärest du auf dieser Position geblieben, würdest du eben dieses Entgelt erhalten. Durch das Benachteiligungsverbot geht eigentlich gar nichts anderes.

    Ok dann werde ich das mal so bei meinem Standortleiter vorbringen. Ich sehe mich allerdings schon zum Anwalt marschieren. Zum Glück habe ich ne Rechtschutzversicherung mit Arbeitsrecht.