Ist ein Dienstplan zwingend notwendig?

  • die Frage ist eigentlich ganz einfach. Muss es zwingend einenn Dienstplan für eine Abteilung geben?


    Hier der hintergrung: Mein AG vordert von mir einen Dienstplan zu schreiben. ( Dürfte letztendlich ein nachtreten sein,

    weil Er gerade Post vom Anwalt bekommen hat, er soll die Betriebsratswahl nicht weiter behintern )


    Meine Abteilung ist mit mir 4,5 Personen groß. Die Arbeitszeiten sind eigentlich immer gleich. Aber! jenachdem wie die betrieblichen

    Anforderungen sind, ändern wir die Spontan auf die Ereignisse ab. Wir sind die Technische Abteilung einer Freizeiteinrichtung.

    Und die Störungen und technischen Notfälle sowie die erforderlichkeit von Material austausch sind halt nicht planbar.

  • Nein. Es gibt die unterschiedlichsten Regelungen zur Festlegung von Arbeitszeiten. Das können z.B. vollkommen freie Regelungen sein, oder Gleitzeitregelungen mit oder ohne Kernzeit, oder - als unflexibelste Regelung - eben Dienstpläne.


    Ab Montag habt Ihr einen BR, an den wird er diesbezügliche Wünsche richten müssen.


    Bei einem festen DP ist z.B. Beginn und Ende der ArbZ vorgeschrieben, davon kann der AG nicht spontan abweichen, und er muss bei jedem früheren Kommen oder späteren Gehen vorher den BR um Erlaubnis fragen.


    Ob er das wirklich will? :/

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Gesetzlich sehe ich keine Notwendigkeit für einen Dienstplan. Wenn das vielleicht auch wieder Vorteile hätte.

    Vielleicht sieht der Arbeitgeber das auch ein wenn ihm erklärt wird das es da eine Ankündigungsrist von mindestens 4 Tage gibt und eine Änderung dann nicht mehr so einfach möglich ist.
    Und dann die heute vorhandene notwendige Spontanität dann über Rufbereitschaften und Mehrarbeit genauso unter Beteiligung des Betriebsrates zu erfolgen zu hat. Und man natürlich vielleicht auch mehr Mitarbeiter benötigt als heute.

    Vorteil für die Mitarbeiter wäre das es dann natürlich eine Rufbereitschaftspauschale gibt. Da müsste es aber vielleicht auch noch eine neue Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat vorher gegen,.......

    Vielleicht findet im Übrigen der Arbeitgeber nach der Rückmeldung von dir dazu den Brief vom Anwalt wegen der BR Wahl gar nicht mehr so schlimm. :) :)

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Vielleicht sieht der Arbeitgeber das auch ein wenn ihm erklärt wird das es da eine Ankündigungsrist von mindestens 4 Tage gibt und eine Änderung dann nicht mehr so einfach möglich ist.

    Du spielst da auf die Ankündigungsfrist aus § 12 (3) TzBfG an, die als analog anwendbar gilt. Da sowohl der Tag des Abrufes als auch der Tag der Arbeitsaufnahme nicht mitzählen (ErfK § 12 TzBfG Rn 25), müsste ein Arbeitseinsatz (bzw Mehrarbeit) an einem Montag z.B. am Mittwoch davor angekündigt werden, und wegen der Wochenendtage ein Einsatz (bzw Mehrarbeit) am Freitag am Freitag in der Vorwoche.


    Ist eine solche arbeitsvertragliche Flexibilität nicht vereinbart, ist mit dem DP das Direktionsrecht des AG verbraucht, d.h. er kann nur im gegenseitigen Einvernehmen geändert werden. Der AG könnte also einseitig gar nichts mehr ändern.


    Wie gesagt, wenn er das will? Und gerne den BR vor jeder Mehrarbeit beteiligen möchte?


    Ich habe kürzlich den Begriff der "malicious compliance" kennengelernt, also die böswillige Mitwirkung: Man macht hier, was der AG will, und dann bekommt er zu spüren, was die Konsequenzen sind - Arbeit kann nicht spontan erledigt werden, der BR stimmt nicht zu usw.usf.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    2 Mal editiert, zuletzt von Fried () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Fried mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Danke für Eure Antworten. Ich erstelle gerade einen Rahmen DP wie wir "normal" Arbeiten würden.

    Und da auch nur die Info wieviel std. Und kein Arbeitsbeginn / Ende.


    Am Ende schreib ich Ihm noch einige Umstände die uns ständig dazu zwingen vom DP abzuweichen.

    Im Prinzip ist damit der DP wertlos. Und ich erfülle ihm damit seine Absicht = ABM


    Ich hab inzwischen richtig Freude an diesen Spielchen