Bestechlichkeit

  • Zitat Tobias Kaufling:
    Ich halte das nicht für verwerflich, gegen eine gewisse Summe aus dem Amt gekauft zu werden. Wichtig wäre nur, dass es keine Verstrickungen gibt. Wenn mein AG mir ausreichend Knete (Falls Sie mitlesen: das wäre wirklich, wirklich teuer) anbieten würde, damit ich mein Amt niederlegen würde, dann könnte ich mir das schon vorstellen.


    Bei mir ist das anders: Ich bin nicht käuflich. Punkt.






    Hmm es käme auf die Summe an.... :D

  • Ich fühle mich da, weil das Zitat aus meinem Beitrag kommt, mal direkt angesprochen und möchte dem ganz extrem widersprechen. Ich bin in keiner Weise bestechlich. Geld und andere Zuwendungen können nicht meine Entscheidungen oder Aktivitäten beeinflussen.

    Ähnlich einem Aufhebungsvertrag ist aber für mich ein Herauskaufen aus dem Amt vorstellbar.

    Wir können das hier gerne diskutieren, deinen Beitrag halte ich aber für eine Unterstellung und eine absolute Frechheit.

  • Tobias Clausing , man bewegt sich da auf abschüssigem Boden: Das Angebot und das Annehmen eines höheren Gehaltes wegen des BR-Amtes (und das Junktim "höheres Gehalt wenn Rücktritt" erfüllte das eindeutig) wäre betriebsverfassungs-, aber auch zivil- und strafrechtlich relevant.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Naja, einfach ein sehr hohes Gehalt anzubieten, bei gleicher Tätigkeit, aber ohne BR wäre sicherlich schwierig zu argumentieren (für beide Seiten).

    Ein Stellenwechsel (der ja als Versetzung sogar vom BR genehmigt werden müsste) auf eine andere Position, die sich ggf. nicht mit dem BR-Amt vereinbaren ließe und über das Gehalt schmackhaft gemacht würde, dürfte zumindest nicht illegal sein. Ich weiß, dass ich mal von einem BRM gelesen habe, das dann auf die Arbeitgeberseite gewechselt ist. Aber "Betriebsrat und Geschäftsführer" suchen führt zu vielen aber hier nicht hilfreichen Ergebnissen.

    Sicherlich müsste das im konkreten Einzelfall bewertet werden, ob die "Beförderung" im Nachhinein eine Beeinflussung oder "Dank" für vorhergehende "Unterstützung" war. Aber gerade der Punkt "Wegen des BR-Amtes" wäre im Einzelfall zu eruieren. Das ist wie bei der Benachteiligung wegen des Amtes - oft nicht so eindeutig, wie es sich anfühlt.


    Realistisch sähe ich nur einen Aufhebungsvertrag.

  • Da fühle ich mich jetzt mal Angesprochen.


    Ich habe schon mal den BRV an den Nagel gehängt weil ich in die Betriebsleitung "aufgestiegen" bin.

    Allerdings bei gleichem Gehalt! Nennt es ruhig Doof :P


    Aber ich hatte durchaus den Blick an dieser Position mehr für die MA zu erreichen.

    Nachdem meine Nachfolger das Kunststück fertig gebracht haben den BR einfach

    auslaufen zu lassen ohne für Neuwahlen zu sorgen war das sogar ein Glücksfall für

    unsere MA.

    Gemeinsam mit dem damaligen GL haben wir ohne einen BR fragen zu müssen sehr viel

    gutes für die MA erreichen können.

    Der jetztige BL/GL ( eine Person ) hat da vieles wieder weggenommen.


    Ich wurde damals weder beeinflusst noch war es ein Danke schön. Ich bin schlicht in

    die Lücke gesprungen die im Betrieb aufgeprochen war. Wir hatten damals den GL

    unter Druck gesetzt den neuen und noch in Probezeit befindlichen BL zu entlassen.

    Der hat die komplette Mannschaft tyranisiert.

  • Sorry. Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass du bestechlich bist.


    Hast ja auch gesagt dass es keine Verstrickungen geben würde. Ich habe das so interpretiert, dass sich für alle AN nichts an Ihrer guten Lage verändert.

  • Du nennst das Thema "Bestechlichkeit", änderst beim Zitat meinen Nachnamen in "Kaufling" und sagst:

    "Bei mir ist das anders: Ich bin nicht käuflich. Punkt."


    Auf meine Kritik hin erwiderst du: "Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass du bestechlich bist."


    Entweder ich liege hier bei meinem Humorverständnis richtig doll daneben und checke den Witz nicht oder du bist einfach ein [Hier bitte eine Formulierung einfügen, die mir einen Bann im Forum einbrigen würde].


    Ich bin gerne bereit, ganz grundsätzlich über die Grenzen von Bestechlichkeit, Vorteilnahme und persönliche Einstellungen zu diskutieren und stehe hier ganz offen mit meinem vollen Namen transparent genau für das ein, was ich sage. Ich habe kein Problem mit anderen Sichtweisen und Kritik - an meinen Entscheidungen und sogar an mir persönlich. Aber das hier halte ich nicht für korrekt. Wie ich damit umgehen soll, weiß ich gerade noch nicht.

  • Das Motto meiner Kollege und mir ist im fachlichen Bereich: "Man kann uns nicht kaufen - Aber man kann uns mieten" :D :D :D


    Als BRM vermeide ich jede Nähe zum AG. Dieser wollte mich mit viel Geld schon mal aus der Firma heraus kaufen. Seine Schmerzgrenze hat er großzügig nach oben geschoben. Los geworden ist er mich trotzdem nicht. Ich habe nicht mal ernsthaft überlegt.


    Und sollte er mal den Fehler machen, mich für irgendwas "zusätzlich vergüten" zu wollen, für irgendeine Aktion, ist 5 Minuten später an allen schwarzen Brettern der Firma diese Information.

  • Ich wollte meinen damaligen AG sowieso verlassen und lustigerweise hat er mir, als ich mich bereits woanders beworben hatte, einen Auflösungsvertrag mit Abfindungssumme angeboten - offiziell natürlich nicht, um mich als BRV loszuwerden.


    Und logischerweise habe ich ihm nicht mitgeteilt, dass ich eh gehen werde, verhandelte und vereinbarte eine recht lukrative Auflösung; und an dem Tag, an dem ich die mündliche Zusage des neuen AG hatte, unterschrieb ich den Auflösungsvertrag. Die sechs verbleibenden Wochen beim alten AG habe ich mit der Organisation des Übergangs im BR verbracht und meinen Nachfolger eingearbeitet - mit dem Ergebnis, dass der AG ihm immer wieder sagte, "Sie sind genauso schlimm wie der Fried ."

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Die sechs verbleibenden Wochen beim alten AG habe ich mit der Organisation des Übergangs im BR verbracht und meinen Nachfolger eingearbeitet - mit dem Ergebnis, dass der AG ihm immer wieder sagte, "Sie sind genauso schlimm wie der Fried ."

    Alles richtig gemacht :D

    Kohle kassiert und dem AG trotzdem das Leben schwer gemacht :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    "Der alte Mann ist alt, aber er hat seine lichten Momente" @gen127

    5er Gremium | BRV | kein Tarif 🤳

  • Wenn mir der AG eine interessante, idealerweise höher dotierte Stelle anbietet und das dann an die Bedingung knöpft, dass das mit der Freistellung oder BR-Arbeit nicht kompatibel ist, sehe ich hier nicht zwingend eine Bestechlichkeit. Vielleicht bin ich nur einfach gut und geeignet für die Stelle.


    Es kann ja auch nicht sein, dass die BR-Mitglieder, egal ob ganz- oder teilweise freigestellt, sich automatisch mit ihrem Amt sämtliche Karrieremöglichkeiten nehmen lassen.


    Diese Entscheidung das Angebot als Gesamtpaket anzunehmen, oder eben nicht, lasse ich mir nicht nehmen. Von keinem Chef, Kollegen oder BR-Tätigkeit.

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

    (Aristoteles)


    Noch ein Tipp für die derzeitige Nachhaltigkeitsdebatte:

    Save Water - Drink Wine !!

  • und das dann an die Bedingung knöpft, dass das mit der Freistellung oder BR-Arbeit nicht kompatibel ist

    Diese Bedingung darf der AG nicht stellen. Außer die höher dotierte Stelle ist tatsächlich die eines/einer LA.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Wenn ein jedewr mal in sich geht wird er feststellen das auch er seinen Preis hat. Für ein komplettes ausscheiden meine ich hier.

    Es ist halt nur eine Freage der Höhe.

    Wer dem wiederspricht sollte dann die Frage beantworten warum er überhaubt Arbeiten geht.

    Na ja villeicht ist ja jemand hier dem seine Arbeit soviel Freude bereitet das er kein Geld benötigt.

    ;)

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Wenn ein jedewr mal in sich geht wird er feststellen das auch er seinen Preis hat. Für ein komplettes ausscheiden meine ich hier.

    Es ist halt nur eine Freage der Höhe.

    Ich glaube schon, dass es Unbestechliche gibt. Einen Preis, der mich ins Wanken bringen würde, würde der AG sowieso nicht zahlen wollen. :D

    Fallere me possum solus - wie wir Lateiner sagen. 3er Betriebsrat, BRV, kein Tarif.

  • Einen Preis, der mich ins Wanken bringen würde,

    Womit Du aber am Ende ganz klar sagst: es gäbe einen solchen Preis. Dass ihn der AG nie nicht zahlen würde, ist ja etwas anderes. Aber die These war ja: jeder hat seinen Preis...


    Was ich persönlich auch glaube. Würde ich mich "verkaufen" um im Sinne des AG z.B. abzustimmen? Das kann ich mir z.B. gar nicht vorstellen. Aber wenn der AG käme und sagen würde: Hier hast du eine Abfindung in Höhe X damit du das Unternehmen verlässt - ich glaube auch nicht, dass mein AG bereit wäre, die Summen aufzurufen, bei denen ich schwach würde. Aber grundsätzlich - ich brauche Geld zum Leben. Und wenn mir das jemand anbieten, ohne dass ich mich dafür jeden Tag rumärgern müsste - warum sollte ich da nein sagen?

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Was ich persönlich auch glaube. Würde ich mich "verkaufen" um im Sinne des AG z.B. abzustimmen?

    Das ist ein guter Punkt. Das wäre für mich auch nicht vorstellbar.


    Aber wenn der AG käme und sagen würde: Hier hast du eine Abfindung in Höhe X damit du das Unternehmen verlässt - ich glaube auch nicht, dass mein AG bereit wäre, die Summen aufzurufen, bei denen ich schwach würde. Aber grundsätzlich - ich brauche Geld zum Leben. Und wenn mir das jemand anbieten, ohne dass ich mich dafür jeden Tag rumärgern müsste - warum sollte ich da nein sagen?

    Genau das meinte ich. Wenn er jetzt sagen würde - hier Aufhebungsvertrag mit 2.000.000€ Abfindung dann aber Abflug hier - hm...

    Fallere me possum solus - wie wir Lateiner sagen. 3er Betriebsrat, BRV, kein Tarif.

  • Memo an mich: sofort schluß mit kuschelkurs. AG in den Wahnsinn treiben 8) :love:


    Sorry da kommt sofort der Clown in mir raus. Führe gerade schon mir der Bank ein Kredit Gespräch:


    Herr Bänker ich brauch nur nen Vorschuß von ner Million, ich bin BRV und mein AG wird mir demnächst 2 Mio zahlen das ich mein Amt niederlege. Das muss doch als Sicherheit reichen. Oder?