Vertrauensperson der Schwerbehinderten im Wahlvorstand

  • Darf ich als Vertrauensperson der Schwerbehinderten, selber (Ersatz-)Mitglied im Wahlvorstand sein, auch dann wenn ich mich wieder zur Wahl stellen möchte.

    Ich habe hierzu nichts Gegenteiliges finden können.

    Damit würde ich mich quasi selber ernennen.

    :/

  • Nur meine persönliche Meinung: das sieht nicht besonders gut aus und erzeugt mehr "negative Schwingungen" als so eine Aufgabe haben sollte. Ein BR Vorsitzende sollte auch nicht den Vorsitz im Wahlvorstand zur BR Wahl machen (obwohl das passiert mit benanntem Effekt)

  • "Schwingungen" hin oder her (ich kann die Einlassungen von Bardtfeld inhaltlich eh nicht nachvollziehen): Die harten Fakten besagen, dass eine SBV oder ein BRM, gar ein:e BRV Mitglied in den jeweiligen WVen sein dürfen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Ein BR Vorsitzende sollte auch nicht den Vorsitz im Wahlvorstand zur BR Wahl machen (obwohl das passiert mit benanntem Effekt)

    Ich war als BRM bereits zwei mal im WV für den BR.

    Einmal als SBV normales Mitglied und letzte Wahl als SBV auch Vorsitzender.

    Es ist bei uns immer schwer die Mindestzahl an benötigten Kandidaten für den Wahlvorstand zusammen zu bekommen, gar jemanden zu finden der den Vorsitz übernehmen will.

    Das wird sich, bei uns jedenfalls, auch nicht ändern (ich kenn doch meine Pappenheimer).


    Ich weiß heute schon das wir bei der nächsten Wahl die gleichen Probleme bekommen werden einen WV zu gründen und da bleibt mir als aktueller BRV gar keine andere Wahl als wieder den Vorsitz zu machen.

    Die Alternative wäre - kein WV - kein BR


    Davon ab gilt was Fried geschrieben hat!

    Es gibt kein § im BetrVG, die einem BR-Mitglied, sei es BRM oder gar BRV, untersagt Teil des WV oder dessen Vorsitzender zu sein.

    Im Gegenteil, laut §16 Abs. 1 Satz 1 BetrVG ist nur ein Kriterium bedeutsam um durch den BR in den WV bestellt zu werden, man muss wahlberechtigter Arbeitnehmer im Sinne des §7 BetrVG sein.

    Und letztlich sind SBV, BRM, BRV auch nur normale Arbeitnehmer.


    Persönliche Meinungen oder "negative Schwingungen" zählen da nicht!

    Wenn in der Sache jemand aus der Belegschaft "negative Schwingungen" verspürt weil der BRV den Vorsitz des WV führt, hält ihn niemand davon ab sich selbst in den WV wählen zu lassen und dessen Vorsitz zu übernehmen.


    Da das aber mit Arbeit verbunden ist machen manche lieber, auf Deutsch gesagt, das Maul auf und lassen sich "schwingend" über Dinge aus von denen sie keine Ahnung haben.


    Ich würde solche Maulaffen sogar wählen :D

    "Der alte Mann ist alt, aber er hat seine lichten Momente" @gen127

    5er Gremium | BRV | kein Tarif 🤳

    5 Mal editiert, zuletzt von dieschi ()

  • Im Gegenteil, laut §16 Abs. 1 Satz 1 BetrVG ist nur ein Kriterium bedeutsam um durch den BR in den WV bestellt zu werden, man muss wahlberechtigter Arbeitnehmer im Sinne des §7 BetrVG sein. Und letztlich sind SBV, BRM, BRV auch nur normale Arbeitnehmer.

    Und laut § 1 (1) SchwbVWO besteht bei der Wahl der SBV der WV aus drei volljährigen in dem Betrieb oder der Dienststelle Beschäftigten. Punkt.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • erzeugt mehr "negative Schwingungen" als so eine Aufgabe haben sollte. Ein BR Vorsitzende sollte auch nicht den Vorsitz im Wahlvorstand zur BR Wahl machen

    also die Vorgänge zu den Wahlen gerade zum BR sind ziemlich genau vorgeschrieben und die Wahlen sowie auch die Auszählung öffentlich.

    Klar, wenn man betrügen will bei einer Wahl, findet man Wege. Aber negative Schwingungen sehe ich da eher in Betrieben wo der BR nicht informiert und evtl keine/wenige Betriebsversammlungen macht oder in denen BRVs noch nach Gutsherrenart schalten und walten.

    Wenn man die Kolleginnen und Kollegen offen informiert baut sich Vertrauen auf und dann kommen auch keine negativen Schwingungen ins schwingen.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Nur meine persönliche Meinung: das sieht nicht besonders gut aus und erzeugt mehr "negative Schwingungen" als so eine Aufgabe haben sollte. Ein BR Vorsitzende sollte auch nicht den Vorsitz im Wahlvorstand zur BR Wahl machen (obwohl das passiert mit benanntem Effekt)

    kann ich nun gar nicht bestätigen, bei uns war das bis zur letzten Wahl quasi Standard, diesmal war der ehemalige BRV (jetzt BRM) wieder WV. (weil der BRV nicht wollte und auch gar nicht vor Ort war zur Wahl)

    Interessanterweise "erwarten" bei uns die MA sogar das min. 1x WV aus einem erfahrenen BRM besteht und min 1x ein MA im WV ist, der nichts mit dem BR zu tun hat. (was man so aus den MA-gesprächen erfährt)


    Andersrum gedacht: wie wenig Vertrauen haben eure MA in den BRV, wenn seine Mitgliedschaft im WV negative Schwingungen auslösen?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • M.E. ist es immer sinnvoll, in einem WV auch Mitglieder zu haben, die im Umgang mit §§ Erfahrung haben, weil sie dann auch leichter mit einer WO und dem zugrundeliegenden Gesetz umgehen können. Sich schulen lassen müssen auch sie natürlich, aber Grundlagen geben mehr Sicherheit und minimieren Risiken.


    Bei einem AG, der ggü Mitbestimmung und AN-Vertretungen eher negativ eingestellt ist, empfiehlt es sich m.E. noch mehr.


    Mein Ex-AG hat mit allen Möglichkeiten, auch extralegalen (weswegen wir oft vor dem ArbG waren), dem BR Probleme gemacht, weswegen der BR dann z.B. den damaligen BRV (mich) als WVV wollte. Und das war auch sinnvoll so, denn ich war gewappnet bzgl allem, was dann im Laufe der Wahl folgte.


    Ich als WVV habe übrigens beide Ehrenämter aufs peinlichste genau getrennt.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

    Einmal editiert, zuletzt von Fried ()

  • Ich als WVV habe übrigens beide Ehrenämter aufs peinlichste genau getrennt.

    und das sollte so normal sein wie das Amen in der Kirche.

    auch wenn ich das als U-Boot-Christ nicht so wirklich weiß ob das noch normal ist...

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)