Schwerbehinderung erst im Vorstellungsgespräch erkannt - und jetzt?

  • Über eine mehr oder weniger vernünftige Lösung dieses Problems will ich mich hier gar nicht auslassen, dass wurde ja nun schon ausgiebig diskutiert und vielleicht entscheidet sich albarracin ja noch dazu seinem eher "kryptischen" Beitrag einen tatsächlich hilfreichen folgen zu lassen.

    Meiner Meinung nach wurde der Fehler, der überhaupt zu diesem Problem geführt hat, schon früher gemacht:

    Das ist zwar ein guter Anfang, aber bei weitem unzureichend. Denn sobald unter den Bewerbern nur ein einziger Schwerbehinderter, oder Gleichgestellter dabei ist, ist die sbv am gesamten Auswahlverfahren zu beteiligen. D.h. auch an allen Vorstellungsgesprächen, nicht nur an denen wo der Bewerber selbst schwerbehindert, oder gleichgestellt ist.

    D.h. wenn man 10 Vorstellungsgespräche führt (ohne sbv, weil kein Schwerbehinderter oder Gleichgestellter dabei ist) und man im 11 Vorstellungsgespräch dann erfährt, dass man da einen Schwerbehinderten oder Gleichgestellten sitzen hat, hilft es nicht wirklich dieses Vorstellungsgespräch abzubrechen und mit sbv zu wiederholen, denn damit war die sbv immer noch nicht ordnungsgemäß am gesamten Auswahlverfahren beteiligt. Dafür müsste man streng genommen komplett von vorne anfangen.

    Daher sind wir (und auch unser AG) zu dem Schluss gekommen, dass es am sichersten, sinnvollsten und einfachsten ist die sbv grundsätzlich an jedem Vorstellungsgespräch teilnehmen zu lassen.

    Hallo in die Runde,

    ich hätte nicht gedacht, dass mein Grübeln über den Fall so viele Kommentare auslösen könnte - von daher danke!!!

    Aus diesem Grunde habe ich noch mal recherchiert, wie die Details waren und mir die Bewerbungsunterlagen zukommen lassen:

    - da stand definitiv nicht von einer Behinderung drin

    - die Sehbehinderung war der Bewerber:in anzusehen und daher kam die Frage auf

    - ihr wurde angeboten, abzubrechen und die SBV am Verfahren zu beteiligen

    - das hat sie abgelehnt

    - es passte fachlich nicht zum Anforderungsprofil und ist für diesen Fall erledigt

    - grundsätzlich eine spannende Frage

    Und zu unserer Praxis: es ist auch unbestritten, dass wir an allen Bewerbungsgesprächen teilnehmen können, wo sich ein sbM bewirbt - wir haben aber nur eine Freistellung und müssen gucken, wo wir unsere Energien reinstecken; aber richtig: das Recht besteht und wird bei Erforderlichkeit auch umgesetzt.

    Also danke noch mal an Alle und ein schönes Wochenende!!!

  • Nehmen wir mal an, der Bewerber sagt im Gespräch, er habe Diabetis mellitus Typ 1, sei dadurch aber in der gewünschten Tätigkeit nicht eingeschränkt. Dann wäre das ja ganz schrecklich für den dämlichen AG, dass er sich so einen "an Bord holt".

    Sarkasmus off.

    völlig egal warum man den SB-Status hat, für den AG bedeutet das 5 Tage Zusatzurlaub, Integrationsamt, SBV und zusätzliche Probleme bei Kündigung und Sozialauswahl.

    Selbst der der Turn- und Schachweltmeister gleichzeitig ist, die o.g. Schwierigkeiten holt sich der AG "an Bord"


    und mit ein wenig "Pech" ist das dann SB-MA Nr.5 und der AG hat sich auch noch eine SBV eingehandelt


    Kann der AG gerne machen, hindere ich ihn nicht dran, ich als AG würde es nicht tun.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Kleine Korrektur. Es ist eine Arbeitswoche mehr Urlaub.
    Ja für kleine Arbeitgeber ist das sicher ein Problem. Ich hoffe aber immer noch das Mittelständler und Großunternehmen sich das leisten weil sie sich das auch leisten können auch wenn das zusätzlicher Aufwand ist.

    Gleiches könnte sich ein Arbeitgeber ja auch bei dem Thema Betriebsrat denke. Wobei da eine Vermeidungsstrategie schwieriger ist. In so viele kleine GmbH's lässt sich ein Großkonzern halt nicht aufteilen damit die Grenze für die Gründung eines Betriebsrates nicht gegeben ist.

    Wobei bei 5 Schwerbehinderten muss es ja nicht zwingend zu einer SBV kommen. Es ist nur möglich.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Hallo,


    zum Einen müssen hier die Sachverhalte, daß der AG von der Schwerbehinderung erfahren hat und wie der AG davon erfahren hat, getrennt werden, da dies zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte mit unterschiedlichen rechtlichen Konsequenzen sind.


    Zu den Fragen:


    das hier

    ?

    Nur gefunden, dass sbM in der Bewerbung zumindest einen GdB erkennbar benennen müssen, damit das Verfahren ordnungsgemäß durchgeführt werden kann, also auch eine Verantwortung dabei haben - mehr nicht..

    ist - mit Verlaub - kaum glaubhaft. Alle Fachkommentierungen (LPK-SGB IX, Knittel, Neumann/Pahlen, aber auch der Kurzkommentar des BUND-Verlages Feldes/Helbig/Krämer/Rehwald/Westermann weisen alle darauf hin, daß die SBV sofort (nicht nur "unverzüglich" !) zu unterrichten ist, wenn dem AG die Eigenschaft als schwerbehinderter/gleichgestellter Mensch bekannt wird.

    Die großen Kommentare schreiben zB ausdrücklich, daß ein laufendes Vorstellungsgespräch sogar sofort unterbrochen werden und die SBV unterrichtet werden muß, wenn diese Eigenschaft dem AG bekannt wird (zB Düwell in LPK-SGB IX, § 164 Rn 147).


    Und der Umgang mit der Fachkommentierung bzw. allgemein mit juristischen Texten bedingt auch, daß man mal im Zusammenhang liest und auch darauf achtet, was da nicht drinsteht.


    Alle Kommentare - auch der o.a. Kurzkommentar - behandeln das Einstellungsverfahren in epischer Breite einschließlich der Rechte der SBV. Alle Kommentare betonen das Recht der SBV auf frühzeitige Beteiligung am gesamten Bewerbungsverfahren beginnend mit dem Eingang einer Bewerbung.

    Und für die Wahrnehmung dieser Rechte gibt es nur eine einzige Ausnahme - ebenfalls in der gesamten Fachliteratur - nämlich die ausdrückliche (und nicht vom AG "provozierte") Ablehnung durch den/die Bewerber*in.

    Dann kann man durchaus auch als interessierter Laie bzw. als Interessenvertreter auf die Idee kommen, daß es keine weitere Ausnahme gibt für die vollständige Beteiligung der SBV.

    Und zur vollständigen Beteiligung der SBV gehört nunmal die Einsichtnahme in alle Unterlagen, Beteiligung an allen Bewerberverfahren sowie Beteiligung an allen Vorstellungsgesprächen.

    Und wenn diese vollständige Beteiligung eben nicht möglich war aus Gründen, die der AG nicht zu vertreten hat, besteht dieser Anspruch auf vollständige Beteiligung weiter und kann eben nur als "Nachholung" erfüllt werden, wenn bereits Teile des Bewerbungsverfahrens ohne SBV-Beteiligung abgelaufen sind.


    Ja, ich reagiere durchaus nicht erfreut darüber, wenn wie in der Frage von UweSBV der Eindruck entsteht, daß es an elementarsten Grundlagen fehlt, die nun mal in Seminaren vermittelt werden und auch offensichtlich keine Eigenrecherche in Papier stattgefunden hatte, weil das ja so bequem im Internet gefragt werden kann.


    Das ich solches Verhalten für unprofessionell halte und als zweifelhaftes Amtsverständnis interpretiere, ist ja nicht so neu.


    Falls der AG dann rummault, sollte man ihn darauf hinweisen, daß dann das gesamte Verfahren mangelhaft war im Sinne des AGG.

    Ob und falls ja in welchem Umfang die SBV dann die Nachholung verlangt, steht auf einem anderen Blatt. Im Einzelfall sind durchaus auch pragmatische Lösungen möglich.

    Wir verzichten zB auf die Nachholung in mehrstufigen Bewerbungsverfahren in dem Moment, wenn der Bewerber/die Bewerberin die "nächste Runde" erreicht.

  • Hallo,


    ich wollte die Textwüste des vorigen Postings nicht unnötig verlängern, aber das hier

    völlig egal warum man den SB-Status hat, für den AG bedeutet das 5 Tage Zusatzurlaub, Integrationsamt, SBV und zusätzliche Probleme bei Kündigung und Sozialauswahl.

    Selbst der der Turn- und Schachweltmeister gleichzeitig ist, die o.g. Schwierigkeiten holt sich der AG "an Bord"


    und mit ein wenig "Pech" ist das dann SB-MA Nr.5 und der AG hat sich auch noch eine SBV eingehandelt


    Kann der AG gerne machen, hindere ich ihn nicht dran, ich als AG würde es nicht tun.

    kann ich als SBV nicht unkommentiert stehen lassen.


    Abgesehen von dem Fehlen jeglicher Empathie sowie sozialer Verantwortung ist es auch in fachlicher Hinsicht nicht angebracht, auf schierer Unwissenheit basierende Arbeitgeberparolen einfach nur nachzuplappern.


    Denn das Schwerbehindertenrecht ist nicht auf Behinderung des unternehmerischen Handelns durch völlig unzumutbaren Zusatzurlaub, böse Integrationsämter und nöch bösere SBVen angelegt.

    Es geht im Schwerbehindertenrecht zB auch um recht großzügige Hilfen zur Beschäftigung, um ebenso großzügige Nachteilsausgleiche und um fachliche Begleitung der Anpassung der Arbeitsorganisation.

    In meinem Betrieb zb betrug die durchschnittliche Summe der verschiedensten Förderungen in den letzten 10 Jahren durchschnittlich ca. 450.000€. Dabei sind die immateriellen Beratungsleistungen durch den IFD, das Integrationsamtes sowie deren technischen Dienst nicht mitgezählt.

    Und für Arbeitgeber, die ihren Pflichten nachkommen, ist auch der besondere Kündigungsschutz kein Problem. Denn in diesen Fällen beträgt die Zustimmungsrate des Integrationsamtes mehr als 90%.


    By the way geht es für intelligente, sich sozial verantwortlich fühlende AG auch noch eine besondere Motivation. Denn mehr als 85% aller Behinderungen werden im Laufe eines Arbeitslebens erworben und beschäftigte schauen schon sehr genau hin, wie ein AG damit umgeht. Ein sozial verantwortlicher Umgang mit Leistungseinschränkung, Leistungsminderung oder aber Schwerbehinderung bzw. Gleichstellung wirkt sich regelmäßig gut auf die Arbeitsmotivation bzw. Arbeitszufriedenheit aus.

    Und eine gut aufgestellte SBV ist für einen AG ein Profi-Partner sowhl für den Umgang mit diesen AN, aber auch dafür, die gesetzlich zustehenden Leistungen zu bekommen.


    Bevor man sich hier also ein Urteil erlaubt - insbesondere über Menschen, deren "Privilegien" man/frau nicht haben möchte, wenn man/frau die Gründe dafür weiss - sollte man/frau wenigstens ansatzweise Ahnung von der Materie haben.

    Du, Randolf , hast diese Ahnung offensichtlich nicht und mit Deinem o.a. Posting hast du Dich für mich moralisch und ethisch völlig disqualifiziert.

  • es ist auch unbestritten, dass wir an allen Bewerbungsgesprächen teilnehmen können, wo sich ein sbM bewirbt - wir haben aber nur eine Freistellung und müssen gucken, wo wir unsere Energien reinstecken; aber richtig: das Recht besteht und wird bei Erforderlichkeit auch umgesetzt

    Diese Erforderlichkeit besteht doch generell, was gibt es da noch zu differenzieren?


    Ich habe keine Freistellung als SBV, aber möglichst an allen Gesprächen eines Stellenbesetzungsprozesses teitzunehmen, wenn sich ein schwerbehinderter Bewerber gemeldet hat, ist doch elementarer Teil des Jobs als SBV. Wenn ich da von mir aus willkürlich zu- oder absage, habe ich keine Chance, meine Arbeit ordentlich zu machen und die Rechte meiner Klientel gut zu vertreten.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Du, Randolf , hast diese Ahnung offensichtlich nicht und mit Deinem o.a. Posting hast du Dich für mich moralisch und ethisch völlig disqualifiziert.

    woher nimmst Du dieses Werturteil, das ich keine Ahnung habe?


    Abgesehen von dem Fehlen jeglicher Empathie sowie sozialer Verantwortung ist es auch in fachlicher Hinsicht nicht angebracht, auf schierer Unwissenheit basierende Arbeitgeberparolen einfach nur nachzuplappern.

    woher nimmst Du die Erkenntnis das ich Unwissend bin?


    Was muss man deiner Ansicht nach haben um wissend zu sein? ein Schwerbehinderung?

    Denn mehr als 85% aller Behinderungen werden im Laufe eines Arbeitslebens erworben und beschäftigte schauen schon sehr genau hin, wie ein AG damit umgeht.

    es ging um Neueinstellungen, nicht um bereits im MA-Bestand befindliche AN die eine Schwerbehinderung "erwerben" (weiß auch nicht wie man es sonst nennen sollte.


    Bevor man sich hier also ein Urteil erlaubt - insbesondere über Menschen, deren "Privilegien" man/frau nicht haben möchte, wenn man/frau die Gründe dafür weiss - sollte man/frau wenigstens ansatzweise Ahnung von der Materie haben.

    woher nimmst Du die Erkenntnis, das ich "frei von Behinderungen" bin oder keine Erfahrungen im persönlichen Umfeld mit geistigen oder körperlichen Behinderungen habe?


    wo habe ich ein Urteil über behinderte Menschen gefällt?

    wenn Du das so empfindest, dann hast Du es hinein interpretiert, ich habe über meine Verhalten als "imaginärer AG" geschrieben.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    2 Mal editiert, zuletzt von Randolf ()

  • Randolf, ich möchte dir mal von meinem allerersten Seminar, BR 1 bei verdi erzählen. Der Dozent malte eine Bank an die Tafel, bei der auf der einen Seite der AN und auf der anderen Seite der AG saßen und fragte, wo wir uns hinsetzten würden. "Na klar, " antworten wir zwar euphorischen, aber noch reichlich unwissenden Betriebsräte, "in die Mitte, weil wir ja stets das Betriebswohl im Auge behalten müssen und daher mit beiden Seiten reden und ihre Standpunkte verstehen müssen." und waren stolz auf unser diplomatisches Geschick.


    Nun änderte der Dozent mit ein paar Strichen das Bild und funktionierte die Bank zu einer Wippe um. Auf dem unteren Ende saß ein großes Schwergewicht von AG. Auf dem oberen Ende saßen viele kleine AN und ließen die Beinchen in der Luft baumeln. "Wer würde sich jetzt noch in die Mitte setzen?" fragte der Dozent grinsend...


    Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber vielleicht denkst du mal darüber nach, ob für einen Standardbetrieb das Beispiel mit der Bank oder der Wippe passender ist. ;)

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Komische Stimmung hier.... :thumbdown:

    Es macht für mich schon einen deutlichen Unterschied, ob man sich hier gegenseitig Tipps gibt oder sich gegenseitig anmacht - letzteres ist nicht mein Stil; Konflikte gibt es im Betrieb schon genug....
    Und: bei uns liegen Arbeitsplätze und Büros für Vorstellungsgespräche über teilweise mehr als 100km auseinander, so dass Teilnahmen an sämtlichen Gesprächen schon ein besonderer Ritt wären; das bei Teilzeitbeschäftigung abzuwickeln (und mit meist geringem Effekt) wäre schon eine Herausforderung; sollten jetzt noch Fragen kommen wie "warum schreibst Du von einer Freistellung und jetzt von Teilzeit: mein Stellvertreter hat die andere halbe Freistellung.:)

  • Ich möchte dir nicht zu nahe treten,

    Du trittst mir nicht zu Nahe, aber ich habe gelernt "Open mind" ist besser als "closed mind" und somit sitze ich zwar auf meinem Ende der Wippe, über lege mir aber auch wie ich gegen den "übergewichtigen AG" die Oberhand behalte.

    Dazu ist es nun mal notwendig auch seine Sichtweise zu kennen, um entsprechend reagieren zu können.


    Abgesehen davon, ich habe ich mittlerweile 25% und meine Frau 50% und ist SBV (soviel zu "keine Ahnung" haben)

    Ich arbeite aktiv und gut und gerne mit SB-Werkstätten zusammen, ich habe kein Problem mit Emphatie sondern ein Problem mit "Mitleid" und Menschen die glauben: "meine Einstellung ist die einzig wahre" (closed mind)


    Auch ich finde das traurig und Erschreckend.

    ist aber doch Realität? bräuchte es sonst "Behindertenwerkstätten"?


    Und: bei uns liegen Arbeitsplätze und Büros für Vorstellungsgespräche über teilweise mehr als 100km auseinander

    ist das noch ein Betrieb mit einem BR und einer SBV?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    4 Mal editiert, zuletzt von Randolf () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Randolf mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Randolf : Schade, dass Du das Forum so eingestellt hast, dass persönliche Konversationen nicht möglich sind.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Komische Stimmung hier.... :thumbdown:

    "Er hat schnell erkannt, dass Streitereien bei uns an der Tagesordnung sind" (Asterix)

    Wir sind ein bisschen wie das gallische Dorf, pflegen eher einen hemdsärmeligen Umgang als die französische Galanterie und kloppen uns auch schon mal, ob die Fische duften oder stinken.

    Aber sobald die Römer vor dem Tor stehen, arbeiten wir auch schnell wieder zusammen. :D

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Randolf : Schade, dass Du das Forum so eingestellt hast, dass persönliche Konversationen nicht möglich sind

    wozu? wenn wir hier im Forum "streiten" warum sollte, warum sollten wir das dann "nicht-öffentlich" fortsetzen?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • wozu? wenn wir hier im Forum "streiten" warum sollte, warum sollten wir das dann "nicht-öffentlich" fortsetzen?

    Von streiten war nicht die Rede, und das ist auch nicht die Intention gewesen. Aber ist letztlich auch gut so.


    Ansonsten stimme ich Der Mann mit der Ledertasche zu. Wobei ich doch der Meinung bin, dass man nicht einfach den erstbesten Fisch aus dem Meer verkaufen sollte, sondern nur Qualitätsware aus Lutetia.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Fachlich ist Dein Beitrag (wie immer) erhellend und in keiner Weise zu beanstanden, aber...

    keine Eigenrecherche in Papier stattgefunden hatte, weil das ja so bequem im Internet gefragt werden kann.


    Das ich solches Verhalten für unprofessionell halte und als zweifelhaftes Amtsverständnis interpretiere, ist ja nicht so neu.

    ...wir wollen doch mal nicht vergessen, dass wir (vor allem Du) dieses ganze Gedöns schon seeeeeeehr lange machen und es in unserer Anfangszeit, als es uns auch noch an Grundlagen fehlte, die Option "bequem im Internet zu fragen" einfach noch nicht gab und wir entsprechend gar keine andere Möglichkeit hatten als "Eigenrecherche in Papier".

    Da solltest Du Dir mal die Frage stellen: Wenn es zu der Zeit, als Du noch jung und unerfahren warst, die Möglichkeit gegeben hätte "bequem im Internet zu fragen", hättest Du sie dann nicht genutzt? ...und auch: wäre das denn wirklich "professionell" gewesen eine Möglichkeit einfach an benötigte Informationen zu kommen wissentlich nicht zu nutzen?


    Ehrlich gesagt finde ich es albern und auch ziemlich widersprüchlich, einerseits zu postulieren, dass "bequem im Internet zu fragen" unprofessionell ist und auf ein "zweifelhaftes Amtsverständnis" hindeutet und andererseits aber, sogar als Moderator, in einem Forum aktiv zu sein, dessen einziger Zweck es ist "bequem im Internet zu fragen".


    Auch finde ich es albern etwas (wie die "Eigenrecherche in Papier") als die professionelle Entscheidung darzustellen, wenn es gar keine Entscheidung war, sondern einfach den Umständen (kein Internet) geschuldet war.


    Das ich solches Verhalten für ignorant und bei weitem zu undifferenziert halte und als zweifelhaftes "früher war alles besser" interpretiere, ist ja nicht so neu. ;)


    ...Randolfs Einlassungen sind allerdings nicht weniger ignorant, wenn auch auf eine völlig andere Art und Weise. Aber, ich will zu seinen Gunsten mal annehmen, dass er da gar nicht wirklich seine persönliche Meinung zu Schwerbehinderten geäußert hat, sondern es darum ging den ignoranten Standpunkt vieler AG zu diesem Thema auszuformulieren. Allerdings musst Du Dir dann schon sagen lassen, dass Du vollkommen dabei versagt hast das auch klarzustellen. 8o

    Wenn man solche Dinger raus haut, sollte man sich schon deutlich davon distanzieren und erklären wie es gemeint ist.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Wenn man solche Dinger raus haut, sollte man sich schon deutlich davon distanzieren und erklären wie es gemeint ist.

    ich hatte (anscheinend naiverweise) das als ausreichend betrachtet:

    Kann der AG gerne machen, hindere ich ihn nicht dran, ich als AG würde es nicht tun.

    das ich keine AG bin sollte damit klar sein.


    Ich distanziere mich nur dann vom Verhalten anderer, wenn ich darin einen Sinn sehe. Da ich kein AG bin habe ich das nicht als sinnvoll betrachtet, ich ziehe mir den AG-Schuh eben nicht an.


    dass er da gar nicht wirklich seine persönliche Meinung zu Schwerbehinderten geäußert hat

    habe ich auch nicht, was würde das hier weiterhelfen in der Sachdiskussion?

    Nichts, weil meine persönliche Meinung und das was Realität ist, ist sowas vom "anderen Planeten", das hilft niemanden weiter.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    Einmal editiert, zuletzt von Randolf () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Randolf mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich distanziere mich nur dann vom Verhalten anderer, wenn ich darin einen Sinn sehe.

    Oft ist der Sinn nicht in der Sache selbst begründet, sondern ganz grundsätzlich im "Sender/Empfänger-Prinzip".

    Je deutlicher man wird, desto weniger wird man missverstanden. Mehr "Sinn" braucht es nicht.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Nichts, weil meine persönliche Meinung und das was Realität ist, ist sowas vom "anderen Planeten", das hilft niemanden weiter.

    Randolf, verstehe ich nicht. Das hier:

    Kann der AG gerne machen, hindere ich ihn nicht dran, ich als AG würde es nicht tun.

    ist eine Meinungsäußerung und deckt sich auch mit Deinen anderen Meinungsäußerungen in diesem Thread.

    Wenn Du wirklich so viel Ahnung von SB hast, dann müsstest Du ja auch wissen, dass der AG sich eigentlich nur entscheiden kann zwischen der Beschäftigung von SB oder der Zahlung einer Ausgleichsabgabe, mit der dann die von Dir erwähnten WfbM finanziert werden (bzw. der Auftragsvergabe dorthin.)

    Aber vielleicht verstehe ich ja auch einfach Deinen speziellen Sinn für Humor nicht.


    Bitte habe aber auch im Auge, dass hier auch BRM lesen, die sich in SB-Recht so gar nicht auskennen. Da konterkarieren solche Äußerungen von Dir viel ernsthaftes Bemühen, die Situation von SB im Betrieb zu verbessern.


  • ist aber doch Realität? bräuchte es sonst "Behindertenwerkstätten"?

    Klar und leider brauchen wir in Deutschland auch die Behindertenwerkstätten. Weil es auch ganz klar Behinderte gibt welche auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance habe.
    Aber die Einstellung als Arbeitgeber würde ..... machen ist was mich traurig macht.

    Und ja ich stimme durchaus der Aussage zu das man sich überlegt was würde der Arbeitgeber machen wenn ich als BR oder SBV jetzt das tue. Und am besten mindestens einen Halbzug mehr als der Arbeitgeber um den Vergleich mit Schach heranzuziehen. Und wenn ich mich da umsehe dann passiert das im BR Umfeld nach meiner persönlichen Einschätzung ganz klar viel viel zu wenig.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)