Frage zu im Betrieb vertretenen Gewerkschaften

  • Hallo zusammen.


    Wir haben als BR Gremium Post von einer Gewerkschaft bekommen, die uns nach den Ergebnissen unserer Wahl fragt.

    Nun gilt wohl, dass eine Gewerkschaft dann im Betrieb vertreten ist, wenn mindestens ein im Betrieb beschäftigter Arbeitnehmer Mitglied dieser Gewerkschaft ist. Das ist ja unter Umständen schnell erreicht. Daraus folgt dann, nach §18 der Wahlordnung, dass der Wahlvorstand dieses Ergebnis der Gewerkschaft mitzuteilen hat.

    Nur: Woher soll der Wahlvorstand oder der Betriebsrat das wissen?

    Wenn die Gewerkschaft mit eigener List antritt ist die Sache natürlich klar. Aber sonst?

    Auch sonst wirkt der Brief komisch. Einerseits wird darauf hingewiesen, dass wir zur Mitteilung verpflichtet seien, andererseits steht unten im Kleingedruckten, dass alle Angaben freiwillig seien. Nach Wahlen in der Vergangenheit hatten wir derartige Schreiben nicht bekommen. Kann natürlich sein, dass jemand in den letzten 4 Jahren der Gewerkschaft beigetreten ist, wir wissen das natürlich nicht. Ansonsten wirkt das Schreiben eher wie der Versuch Informationen zu Werbezwecken zu sammeln.

    Kennt ihr vergleichbares und wie geht ihr damit um?

  • Nun gilt wohl, dass eine Gewerkschaft dann im Betrieb vertreten ist, wenn mindestens ein im Betrieb beschäftigter Arbeitnehmer Mitglied dieser Gewerkschaft ist.

    Völlig richtig. Aber warum in aller Welt sind denn nicht wenigsten die BR'mitglieder in der Gewerkschaft :/ :/ :/

    " Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher "

    Voltaire (1694 - 1778)


    " Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen,

    wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht "

    Papst Gregor der Große (540 - 604)


    " Alles was das Böse benötigt, um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit "

    Kofi Annan, von 1997 bis 2006 Generalsekretär der UN

  • Hallo,


    üblicherweise bringt eine Gewerkschaft, die von den Rechten aus dem BetrVG Gebrauch machen will, eine notarielle Erklärung bei, daß Sie den Namen mindestens eines Mitglieds, das im Betrieb als AN beschäftigt ist, bei eben diesem Notar hinterlegt hat (Fitting, § 2 BetrVG Rn 43).

    Ohne diese notarielle Erklärung geht das Ergebnis der BR-Wahl diese Gewerkschaft nichts an.

    Im Übrigen darf der WV auch prüfen, ob die Gewerkschaft überhaupt eine Gewerkschaft ist (Fittting, § 2 BetrVG Rn 32ff) und ob der Betrieb überhaupt zum Organisationsbereich dieser Gewerkschaft gehört.

  • In diesem Fall ganz einfach:

    Ich schreibe dieser Gewerkschaft nett zurück, dass sie nach meinem Kenntnisstand nicht in unserem Betrieb vertreten ist und ich daher aus Datenschutzgründen keine Informationen preisgeben kann.

    Dann erfolgt noch ein freundlicher Hinweis, dass ich nicht immer tagesaktuell auf Stand sein kann, welcher MA welcher Gewerkschaft angehört und falls doch ein MA beigetreten ist, dann sollen sie diesen bitte benennen, um ihre Anfrage zu legitimieren.

    Also frei nach dem Motto "wenn Du was wissen willst, dann sag mir erstmal wer bei Euch Mitglied ist, dann kann ich den Fragen ob das stimmt. Vorher sag ich Dir einen Scheiß!" (nur halt in nett ;))


    Aber warum in aller Welt sind denn nicht wenigsten die BR'mitglieder in der Gewerkschaft :/ :/ :/

    Weil es halt nicht nur die Gewerkschaft gibt, sondern verschiedene.

    Es besteht ja die Möglichkeit, dass alle BRM in einer Gewerkschaft sind, nur halt nicht in der um die es hier geht. Das war ja gar nicht das Thema ;)

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

    Einmal editiert, zuletzt von Paragraphenreiter () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Paragraphenreiter mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Bei uns sind drei Gewerkschaften im Betrieb vertreten (jedenfalls weiß ich von dreien). Eine davon hat auch eine Liste unterstützt. Nach meinem Kenntnisstand hat Letztere die Listenführer der von ihr unterstützten Liste gefragt - mit Hinweis auf Freiwilligkeit sämtlicher Angaben.

    K.A. ob und wie umfangreich der Kollege geantwortet hat - ein Teil der erfragten Infos ist entweder völlig unkritisch oder war schon zuvor extern bekannt oder gar über Infoseiten zu Unternehmen abrufbar, andere sind wohl auch intern in der Form nie erfasst worden und folglich unbekannt.

    Potentiell Datenschutz-verletzende Fragen hatte zumindest ich nicht gesehen und spätestens diese wären so oder so ignoriert worden, falls überhaupt eine Antwort rausging.


    Müsste nochmal nach der Liste fragen, aber meiner Erinnerung nach war da nix dabei, was Werbezwecken dienen könnte - aber ihr könnt ja auch eine komplett andere Fragenliste bekommen haben.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Völlig richtig. Aber warum in aller Welt sind denn nicht wenigsten die BR'mitglieder in der Gewerkschaft :/ :/ :/

    Also bei uns (9er Gremium) ist - soweit ich weiß - niemand in einer Gewerkschaft. Wir haben keinen Tarifvertrag und auch ansonsten hat noch nie eine Gewerkschaft ihr Interesse bekundet. (bei immerhin ca. 800 eigenen Mitarbeitern über alle Betriebe).
    Somit nun meine ernstgemeinte Frage: welche Vorteile hätte ich durch den Beitritt zu einer Gewerkschaft?

    Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. [YODA] - BRV, 9er Gremium, kein Tarif, sGBRV

  • Hallo,


    Paragraphenreiter

    dann sollen sie diesen bitte benennen, um ihre Anfrage zu legitimieren.

    genau das darfst Du nicht verlangen, sondern nur die von mir beschriebene notarielle Erklärung.


    esci :Es gibt nunmal einen direkten Zusammenhang zwischen Gewerkschaftsmitgliedschaft und Tarifverträgen bzw. deren Qualität. Durchsetzungsmacht fällt nicht vom Himmel.


    Darüber hinaus geht es zB noch um

    - Rechtsschutz im Arbeitsrecht - gerade auch bezüglich Deiner Rechte als einzelnes BRM

    - Rechtsschutz im Sozialrecht - wird gerne mal übersehen bzw. eingespart und im Fall ernster gesundheitlicher Probleme ist dann das Entsetzen groß

    - Berufshaftpflicht durch die GUV/Fakulta zum Spottpreis (nur für DGB-Gewerkschaften)

    - und das altmodische Wörtchen "Solidarität", wenn andere für einen die Kohlen aus dem Feuer holen. Denn auch Deine Arbeitsbedingungen, Deine Entlohnung, Dein Arbeitsschutz und nicht zuletzt auch das BetrVG sind eng verknüpft mit dem Ausgang gewerkschaftlicher Kämpfe der letzten 130 Jahre.

  • Denn auch Deine Arbeitsbedingungen, Deine Entlohnung, Dein Arbeitsschutz und nicht zuletzt auch das BetrVG sind eng verknüpft mit dem Ausgang gewerkschaftlicher Kämpfe der letzten 130 Jahre.

    aber sowas von!!!!!


    dazu:

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    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Hallo,


    üblicherweise bringt eine Gewerkschaft, die von den Rechten aus dem BetrVG Gebrauch machen will, eine notarielle Erklärung bei, daß Sie den Namen mindestens eines Mitglieds, das im Betrieb als AN beschäftigt ist, bei eben diesem Notar hinterlegt hat (Fitting, § 2 BetrVG Rn 43).

    Ohne diese notarielle Erklärung geht das Ergebnis der BR-Wahl diese Gewerkschaft nichts an.

    Im Übrigen darf der WV auch prüfen, ob die Gewerkschaft überhaupt eine Gewerkschaft ist (Fittting, § 2 BetrVG Rn 32ff) und ob der Betrieb überhaupt zum Organisationsbereich dieser Gewerkschaft gehört.

    Zur Ausgangsfrage wurde mir dieser Antwort alles gesagt.


    Auf die Anfrage reagiert man also gar nicht, weil die notarielle Erklärung fehlt, oder damit, dass man in einer Antwort diese notarielle Erklärung fordert (denn ohne dürfte man die Auskunft auch gar nicht geben) - wenn es sich denn im eine Gewerkschaft iSd Gesetzes handelt.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Völlig richtig. Aber warum in aller Welt sind denn nicht wenigsten die BR'mitglieder in der Gewerkschaft :/ :/ :/

    weil das nicht notwendig ist, das BR-Mitglieder in der Gewerkschaft sind?

    Wozu auch, wenn es ohne klappt?


    Also bei uns (9er Gremium) ist - soweit ich weiß - niemand in einer Gewerkschaft.

    dito

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    Einmal editiert, zuletzt von Randolf () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Randolf mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • genau das darfst Du nicht verlangen, sondern nur die von mir beschriebene notarielle Erklärung.

    Da hast Du Recht. Das war so aus der Praxis heraus und etwas unüberlegt ^^

    Unsere Gewerkschaftssekretärin steht immer mal wieder mit der Mitgliederliste bei mir, um diese zu aktualisieren. Aber der Unterschied ist, dass ich natürlich auch selbst auf dieser Liste stehe und nicht einfach die Mitgliederliste irgendeiner im Betrieb vertretenen Gewerkschaft zu sehen bekomme.

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    Hanlons Rasiermesser

  • weil das nicht notwendig ist, das BR-Mitglieder in der Gewerkschaft sind?

    Wozu auch, wenn es ohne klappt?

    Der Begriff "Trittbrettfahrer" kommt aus der Zeit, als es an den öffentlichen Verkehrsmitteln vor den Türen noch Trittbretter als Einsteighilfe gab. Da haben sich bei der Abfahrt gerne die Schwarzfahrer draufgestellt, um dann umsonst mitzufahren.


    Auf dem Trittbrett kommt man zwar auch ans Ziel (wenn alles gutgeht), aber ich löhne dann doch lieber für eine Fahrkarte und sitze gemütlich lesend auf dem Sitz. Und wenn dann der Bus noch wegen eines Verkehrsrüpels eine Vollbremsung hinlegen muß, würde ich ungern auf dem Trittbrett stehen... 8o

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Der Begriff "Trittbrettfahrer" kommt aus der Zeit, als es an den öffentlichen Verkehrsmitteln vor den Türen noch Trittbretter als Einsteighilfe gab. Da haben sich bei der Abfahrt gerne die Schwarzfahrer draufgestellt, um dann umsonst mitzufahren.


    Auf dem Trittbrett kommt man zwar auch ans Ziel (wenn alles gutgeht), aber ich löhne dann doch lieber für eine Fahrkarte und sitze gemütlich lesend auf dem Sitz. Und wenn dann der Bus noch wegen eines Verkehrsrüpels eine Vollbremsung hinlegen muß, würde ich ungern auf dem Trittbrett stehen... 8o

    ja, da stimme ich Dir voll und ganz zu.

    Um bei deinem Beispiel zu bleiben:


    aber in der Zeit gab es eben auch Leute, die eine eigene Kutsche mit Pferd hatten und somit weder eine Sitzplatzkarte noch das Trittbrett in Anspruch genommen haben, weil sie "Selbstlenker" ihres Pferdefuhrwerkes waren.

    Das war zwar nicht so modern und die TRAM war auch schneller am Ziel mit mehr Leuten, aber die Ansprüche der "Selbstlenker" waren ja auch andere.


    Was ich bedenklich finde, das viele (nicht alle) Gewerkschaftler (und ich habe ein Prachtexemplar als Nachbar) und Nichtraucher eines gemeinsam haben:

    sie sind untolerant gegenüber andersdenkenden Personen, die sich anders entschieden haben.


    Begründung: wir machen das auch für euch

    --> Nein, macht ihr nicht, ihr macht das für euch selbst und eure Interessenskollegen.


    Aber warum in aller Welt sind denn nicht wenigsten die BR'mitglieder in der Gewerkschaft :/ :/ :/

    solche Aussagen und das Selbstverständnis was damit verbunden ist, empfinde ich (ganz vorsichtig ausgedrückt) als "maximal unangemessen"

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • --> Nein, macht ihr nicht, ihr macht das für euch selbst und eure Interessenskollegen.

    So habe ich tatsächlich auch lange gedacht. Aber ich habe dazu gelernt :D

    Denn sobald Du mal Mitglied in einer Gewerkschaft bist, heißt es nicht mehr "was Ihr macht", sondern "was wir machen" und ja, was wir machen, machen wir für uns selbst und unsere Interessenskollegen. Wobei dieses Interessenskollegen alle Kollegen in meinem Betrieb sind, die an besseren Arbeitsbedingungen und besserer Vergütung interessiert sind.

    Das eigentlich interessante an Gewerkschaften ist nicht einfach "was man davon hat", sondern was sie einem für Möglichkeiten eröffnen. Um bei dem Beispiel zu bleiben, der springende Punkt ist nicht, dass man auf einem Sitzplatz, statt auf dem Trittbrett mitfahren kann, sondern dass man den Fahrplan mitbestimmen kann.

    Mir kam diese Erkenntnis, als ich gefühlt zum 10000sten Mal einem MA erklärt habe, dass der BR da nicht zu blöd war, sondern dass in diesem oder jenem Punkt der TV einfach so scheiße ist. Und da wirds dann interessant, denn da wo als BR wegen dem Tarifvorbehalt einfach das Ende der Fahnenstange erreicht ist, fängt die Gewerkschaftsarbeit erst an.

    Wenn man sich in der Gewerkschaft engagiert, merkt man schnell, dass man sich hier für die gleichen Ziele einsetzen kann wie als BR, nur mit einem komplett anderen "Werkzeugkasten". Da hat man plötzlich eine ganz andere Reichweite, man kann sich von Angesicht zu Angesicht mit den Verantwortlichen in der Politik auseinandersetzen, Maßnahmen des Arbeitskampfes planen und durchführen (was man als BR natürlich nicht darf) und der Gesichtsausdruck des AG ist unbezahlbar, wenn er realisiert, dass dieser nervige BRV nicht nur einfach ein lästiges Gewerkschaftsmitglied ist, sondern im Präsidium einer Landesfach- und/oder Tarifkommission sitzt und damit besser vernetzt ist als er selbst ;)

    Also kurz gesagt, in einer Gewerkschaft zu sein hilft nur bedingt bei der BR-Arbeit, aber bei den Zielen, die man mit der BR-Arbeit verfolgt, hilft es ganz enorm. Zumindest kann es das, wenn man die Möglichkeiten sich zu engagieren, die einem eine Gewerkschaft bietet, auch nutzt.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

    Einmal editiert, zuletzt von Paragraphenreiter ()

  • Zitat von Kampfschwein
    Aber warum in aller Welt sind denn nicht wenigsten die BR'mitglieder in der Gewerkschaft :/ :/ :/

    solche Aussagen und das Selbstverständnis was damit verbunden ist, empfinde ich (ganz vorsichtig ausgedrückt) als "maximal unangemessen"

    Meinst Du das ironisch, oder wie ist das sonst zu verstehen. :/ :/ :/

    " Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher "

    Voltaire (1694 - 1778)


    " Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen,

    wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht "

    Papst Gregor der Große (540 - 604)


    " Alles was das Böse benötigt, um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit "

    Kofi Annan, von 1997 bis 2006 Generalsekretär der UN

  • Meinst Du das ironisch, oder wie ist das sonst zu verstehen. :/ :/ :/

    nö, das meine ich ernst.

    Jeder soll nach seiner Einstellung leben und sich nicht genötigt fühlen z.B. einer Gewerkschaft beizutreten, weil das im Betrieb so üblich ist.

    Und die Annahme das "wenigstens die BRM" in der Gewerkschaft sein sollten, betrachte ich als eben eine solche "Nötigung"


    So habe ich tatsächlich auch lange gedacht. Aber ich habe dazu gelernt :D

    ich war mehrere Jahre in einer Gewerkschaft und habe auch dazu gelernt :|

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    2 Mal editiert, zuletzt von Randolf () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Randolf mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Meinst Du das ironisch

    Glaube ich kaum und ich kann es sogar verstehen. Es gibt nun wirklich genug Gewerkschaftsmitglieder, die ungefähr so amüsant sind wie der Veganer, der mit seinem Lastenrad zu Deinem Grillfest kommt und dann nicht nur jedem seine Tofuwürstchen anpreist (was er gerne darf), sondern jeden lautstark verurteilt und herabwürdigt, der lieber ein Steak will.

    Ich hasse diese Typen, für die immer alles eine "Glaubensfrage" ist, denen geht es in der Regel nämlich nicht um die sachlichen Argumente, sondern nur darum sich irgendwie über andere zu stellen. Da geht es nur um Ideologie und nicht um die Inhalte. Aber gut, man kann halt auch aus den falschen Gründen das Richtige tun, aber für effektive Streikmaßnahmen braucht man die halt auch. (Wär nur schön wenn die außerhalb vom Arbeitskampf einfach mal die Fresse halten könnten).

    Aus dieser (und anderen) Kritischen Einstellungen mache ich aber auch innerhalb der Gewerkschaft keinen Hehl. Ich werde dort in vielerlei Hinsicht als "scharfer Kritiker" bezeichnet und wurde erst bei der letzten Sitzung unserer Landesfachkommission, von der Leitung unseres Fachbereiches, eine "extrem unbequeme Bereicherung" genannt :D

    (mit einem Zwinkern, wir haben ein gutes Verhältnis und in vielen Punkten stimmt sie meiner Kritik auch zu).

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Es gibt nun wirklich genug Gewerkschaftsmitglieder, die ungefähr so amüsant sind wie der Veganer, der mit seinem Lastenrad zu Deinem Grillfest kommt und dann nicht nur jedem seine Tofuwürstchen anpreist (was er gerne darf), sondern jeden lautstark verurteilt und herabwürdigt, der lieber ein Steak will.

    Hat jetzt nichts mit dem Thema zu tun, aber dazu fällt mir mal wieder eine Anekdote ein: Ich habe in meinem Zustellbezirk einen veganen Laden, mit deren Besitzerinnen ich ganz gut auskam. Bis sie mich fragten, ob ich eine Petition zur Schließung des Schlachthofs unterschreibe. Ich antwortete treudoof: "Ja, ich fände es gut, wenn Metzgereien wieder selber schlachten dürfen..." 8o

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • nö, das meine ich ernst.

    Jeder soll nach seiner Einstellung leben und sich nicht genötigt fühlen z.B. einer Gewerkschaft beizutreten, weil das im Betrieb so üblich ist.

    Zu dieser Einstellung gehört natürlich auch, dass die von den Gewerkschaften zu Gunsten ihrer Miglieder, notfalls durch Streik erkämpften Tarifabschlüsse, von den Arbeitgebern i.d.R. auch an die Nichtmitglieder durchgereicht werden. Daher sind für mich die Nichtmitglieder nicht nur Trittbrettfahrer, wie der Der Mann mit der Ledertasche sie bezeichnet, sondern Schmarotzer, da sie von einem System profitieren, ohne auch nur einen Cent dafür aufzubringen.

    Aus dieser (und anderen) Kritischen Einstellungen mache ich aber auch innerhalb der Gewerkschaft keinen Hehl. Ich werde dort in vielerlei Hinsicht als "scharfer Kritiker" bezeichnet und wurde erst bei der letzten Sitzung unsererLandesfachkommission, von der Leitung unseres Fachbereiches, eine "extrem unbequeme Bereicherung" genannt


    Das heißt natürlich nicht und in gar keinem Fall, die Gewerkschaften mit Kritik zu verschonen, wenn sie mal richtig Scheiße gebaut haben, wie ich dies z.B. mit meinem Schreiben vom 01.09.2017 an die IG Metall dokumentiert habe.

    BAP vom 22.07.2003 Arbeitszeitkonto in der Leiharbeit

    http://www.labournet.de › leiharbeit_zeitkonto

    " Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher "

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    " Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen,

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    " Alles was das Böse benötigt, um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit "

    Kofi Annan, von 1997 bis 2006 Generalsekretär der UN

    Einmal editiert, zuletzt von Kampfschwein ()