Betriebsratsvorsitzenden awählen

  • Guten Morgen,


    wir sind ein fast komplett neugewählter Betriebsrat und bruche Hilfe bei der Abwahl unseres "Vorsitzenden"


    Da der aktuelle Vorsitzende der einzigste war, der Wiedergewählt wurde, dacten wir es wäre eine gute idee ihn zum Vorsitzenden zu wählen.

    Das war ein Fehler.


    Wie können wir uns am besten dieser Person entledigen??

    Alle Betriebsratsmitglieder sind sich einig das er seinen Posten verlieren muss.

    Wir gehen nicht davon aus, dass er seine Abwahl auf die Tagesordnung setzt.

  • Hallo Si Yan,


    nach §29 Abs. 3 BetrVG muss der Vorsitzende eine Sitzung einberufen und den entsprechenden punkt auf die Tagesordnung setzen wenn dies mindestens ein Viertel der Betriebsratsmitglieder fordert. Macht er das nicht ist das ein schwere verstoss gegen seine Amtspflichten und es kann nach §23 BetrVG ein Antrag beim Arbeitsgericht gestellt werden um ihn aus dem Amt zu entfernen wobei er dann das komplette BR Amt verliert.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Das sollte aber dann als Tagesordnungspunkt beantragt werden im Vorfeld der Betriebsratssitzung mit der entsprechenden Mehrheit.
    https://www.betriebsrat.de/bet…tslexikon/br/tagesordnung

    Wenn er das nicht macht muss man die Tagesordnung vor der Sitzung ergänzen mit der entsprechenden Mehrheit.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Das war ein Fehler.

    Warum?

    Ich will ja nicht ausschließen dass es so ist, aber ich sehe da auch eine gewisse Gefahr.

    Es ist ja nun so, dass Ihr keine Ahnung habt. (Klingt erstmal hart, ist aber in keiner Weise despektierlich gemeint). Aber Tatsache ist (wie Du ja selber schreibst), dass Ihr alle neu gewählt seid und vermutlich noch keine einzige Grundlagenschulung absolviert habt. Da mag es nun durchaus sein, dass Ihr so manche Positionen des BRV nicht nachvollziehen könnt, weil Euch (noch) das Hintergrundwissen fehlt. Ich hab das selber aus beiden Perspektiven erlebt, als ich vor 12 Jahren neu in den BR gewählt wurde, hielt ich den BRV auch für nicht besonders kompetent, musste dann aber lernen, dass er mit vielem Recht hatte und ich so einige falsche Vorstellungen von der BR-Arbeit hatte. Jetzt, als wiedergewählter BRV, habe ich ein engagiertes, neu gewähltes BRM, welches auch der Meinung ist ich hätte in den letzten 12 Jahren meinen Job nicht richtig gemacht. Aber auch da setzt sich so langsam die Erkenntnis durch, dass er einfach falsche Vorstellungen von BR-Arbeit hat und das all die Dinge, die er so furchtbar findet ("wo der BR mal was machen müsste"), in den Bereich der mitbestimmungsfreien, unternehmerischen Entscheidungen fallen und man an dieser Stelle einfach als BR nix erreichen kann. Und dass all die Dinge, die er eigentlich gut findet, gut sind weil der BR daran beteiligt war.


    Deshalb kann Euer BRV trotzdem ein Vollpfosten sein und es kann sogar sein, dass es trotz fehlender Erfahrung und Fachwissens Eurerseits die beste Entscheidung ist ihn abzusägen. Muss aber nicht.

    In jedem Fall solltet Ihr Eurem BRV immer die Gelegenheit geben sich zu erklären, bzw. dieses auch verlangen. Nicht jeder ist gut darin etwas zu vermitteln, oder seine Entscheidungsgründe zu erklären, aber das muss Euer BRV dann lernen. Ich hab nur 3 neue BRM (von 9) und habe für die Sitzungen gut 2 Stunden mehr Zeit angesetzt, als noch vor den Wahlen, weil ich die einfach für Erklärungen brauche (der Rest vom Gremium ist schon leicht genervt). Vielleicht solltet Ihr im ersten Schritt Eurem BRV mal vermitteln, dass er mit einem komplett neuen Gremium stets transparent und nachvollziehbar sein muss, weil er sonst einfach abgewählt wird, wenn die BRM nicht nachvollziehen können was er warum tut oder sagt.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Die Formalitäten sind klar. Mindestens ¼ der BRM fordert, die TOPs "Abwahl BRV" und "Neuwahl BRV" auf die TO zu nehmen, dann muss das stattfinden. Ab- und Neuwahl erfolgen dann jeweils mit Mehrheit der abgegebenen Stimmen.


    Aber das hier ist sehr berechtigt:

    Warum? (...) In jedem Fall solltet Ihr Eurem BRV immer die Gelegenheit geben sich zu erklären, bzw. dieses auch verlangen.

    Kannst Du hier erklären, was Euch zu dem Schritt bewegt, und ob Ihr schon Klärungsversuche gestartet habt?

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • und habe für die Sitzungen gut 2 Stunden mehr Zeit angesetzt, als noch vor den Wahlen, weil ich die einfach für Erklärungen brauche

    offtopic:

    Bei Deinen langen Erklärungen hier finde ich 2 Stunden recht kurz... :P ;) :S


    Rein sachlich bin aber Deiner Meinung.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Das problem ist nicht Unwissen (wir haben alle Betriebsratskenntnisse, nur aus anderen Firmen)


    Problematisch ist der Vorsizende der hinter dem Rücken des kompletten Betriebsrats eigenständig aktiv ist.

    Das fing schon mit den Zugriffsrechten für das E-mail Kkonto des Betriebsrats an. Wir wissen bis heute nicht was da wirklich alles läuft.

    Dieser Mann denkt er wäre alleine der Betriebsrat und so handelt er auch !!!!

  • Si yan , dann wie vorgeschlagen vorgehen: ¼ der BRM fordert die TOPs, dann Ab- und Neuwahl. Weigert der/die BRV sich, die TOPs anzusetzen, können die BRM das im Klageverfahren vor dem ArbG (Kostentragung durch den AG) auf dem Weg der einstweiligen Verfügung erzwingen.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • offtopic:

    Bei Deinen langen Erklärungen hier finde ich 2 Stunden recht kurz... :P ;) :S


    Rein sachlich bin aber Deiner Meinung.

    OT: Du meinst der Kaffee Verbraucht wäre dem Unternehmen nicht erklärbar gewesen bei 4h mehr?

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Problematisch ist der Vorsizende der hinter dem Rücken des kompletten Betriebsrats eigenständig aktiv ist.

    Was ja irgendwie auch ein Stück weit die Aufgabe eines freigestellten BRV ist (zumindest solange er im Rahmen der Beschlüsse des BR eigenständig aktiv ist).

    Das fing schon mit den Zugriffsrechten für das E-mail Kkonto des Betriebsrats an. Wir wissen bis heute nicht was da wirklich alles läuft.

    Das geht natürlich nicht, keine Frage. Aber vielleicht kann man ihm das ja auch klar machen, ohne ihn direkt abzusägen.

    Dieser Mann denkt er wäre alleine der Betriebsrat und so handelt er auch !!!!

    Das wurde mir auch schon unterstellt und manchmal kommt es einem auch so vor :D

    Gerade als Freigestellter macht man halt jeden Tag, den ganzen Tag, BR-Gedöns und oft ist es so, dass viele BRM halt zu den Sitzungen kommen und das wars dann mit der BR-Arbeit.

    Ich hab immer mal wieder das Gefühl, als wäre ich alleine der BR und ich finde das ehrlich gesagt zum kotzen. Aber was soll ich dann machen? Gar nicht handeln? - Das wäre sicher die schlechteste Option.

    Vielleicht solltet Ihr Eurem BRV einfach mal klar machen, dass der BRV nicht der Chef des Gremiums ist, sondern das Gremium der Chef des BRV und ein bisschen am gegenseitigen Verständnis arbeiten. Absägen könnt Ihn ihn immer noch, wenn das nicht klappt.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Ich hab immer mal wieder das Gefühl, als wäre ich alleine der BR und ich finde das ehrlich gesagt zum kotzen.

    kenne ich.

    Das problem ist nicht Unwissen (wir haben alle Betriebsratskenntnisse, nur aus anderen Firmen)


    Problematisch ist der Vorsizende der hinter dem Rücken des kompletten Betriebsrats eigenständig aktiv ist.

    Das fing schon mit den Zugriffsrechten für das E-mail Kkonto des Betriebsrats an. Wir wissen bis heute nicht was da wirklich alles läuft.

    Dieser Mann denkt er wäre alleine der Betriebsrat und so handelt er auch !!!!

    ich will Dir nicht zu Nahe treten (also bitte nicht persönliche angegriffen fühlen), aber dieser Kommentar zeigt doch euer Unwissen, sonst hättet ihr ihm doch schon längst diese "Marotten" abgewöhnt.

    wir sind ein fast komplett neugewählter Betriebsrat und bruche Hilfe bei der Abwahl unseres "Vorsitzenden"

    gefragt wegen Unwissen


    Wie können wir uns am besten dieser Person entledigen??

    gefragt wegen Unwissen

    Alle Betriebsratsmitglieder sind sich einig das er seinen Posten verlieren muss.

    Wir gehen nicht davon aus, dass er seine Abwahl auf die Tagesordnung setzt.

    das ist Wissen ;)


    aber ihr wisst nicht wie ihr einen TOP auf die TO bekommt, wenn der BRV das nicht will.


    Nimm doch die gut gemeinten Ratschläge von den BR-Kollegen hier an, das sind Lösungsansätze für das Problem für das Du hier um Vorschläge gebeten hast.


    Noch eine Möglichkeit: ihr wartet bis der BRV verhindert ist und lasst den stellv. BRV die Sitzung einberufen und die TO schreiben (ist zwar die "Mimosenvariante", aber geht auch) und dann wählt ihr ihn in Abwesenheit ab.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Zitat

    Noch eine Möglichkeit: ihr wartet bis der BRV verhindert ist und lasst den stellv. BRV die Sitzung einberufen und die TO schreiben (ist zwar die "Mimosenvariante", aber geht auch) und dann wählt ihr ihn in Abwesenheit ab.

    Oder, die Tagesordnung wird noch vom Stellvertreter geschrieben, die Sitzung findet aber schon bei Anwesenheit des BRV statt.


    Aber bei allen Möglichkeiten sollte als erstes ein klärendes Gespräch geführt werden. Wenn ihr alle neu im Gremium seid, fährt er vielleicht einfach den Stiefel, den das "alte" Gremium wollte und ist überrascht, Betriebsräte zu haben, die sich aktiv einbringen wollen.