Abmahnung BR-Mitglied

  • Ich würde mal behaupten wollen das dieser Fehler nie nicht, auch im Wiederholungsfalle, zur außerordentlichen Kündigung führen kann. zumindest keiner die einer Gerichtlichen Überprüfung standhalten wird.

    Auch im Erfurter habe ich da nichts zu gefunden.

    Sollte ich mich da Irren würde das ja bedeuten das dem AG hier Tür und Tor geöffnet wird BRM zu Kündigen.

    Und genau das wollte der Gesetzgeber ja mit dem § 15 KSchG verhindern.

    Vergessen kann ja jeder mal etwas auch zweimal oder dreimal oder........... :/

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Womit sich scheinbar noch niemand beschäftigt hat, ich aber hier mal in den Raum werfen möchte:

    Hat sich mal jemand Gedanken darüber gemacht, WARUM der Kollege Fehler macht?

    - Ist der Workload zu hoch?

    - Wird der Kollege immer wieder aus den Arbeitsprozessen gerissen? (Auch für BR Tätigkeiten)

    - Wird der Prozess von jedem anders behandelt und abgearbeitet?


    Oder ist die "Fehlleistung" in der Arbeitseinstellung oder Erbringungsmöglichkeit der Person zu finden? Kann er nicht? Will er nicht? Wusste er es nicht?


    albarracin

    Könntest du bitte darlegen, warum du eine Gegendarstellung für negativ einordnest? Ich habe im Gegenteil dazu nur positive bis sehr positive Erfahrungen gemacht, vor allem im Bereich Kündigungsschutzklagen waren die Gegendarstellungen immer hilfreich.

    Danke.

  • Könntest du bitte darlegen, warum du eine Gegendarstellung für negativ einordnest?

    Ich glaube, da hast Du albarracin falsch verstanden.


    Richtig ist es, für sich selbst die Gegenargumente zu sammeln und zu dokumentieren - ggfs. auch mit "Entlastungszeugen" - aber dem AG diese "Gegendarstellung" und damit das in-Frage-stellen der Abmahnung erst dann zukommen zu lassen, wenn der AG die Abmahnung für weitere arbeitsrechtliche Schritte verwenden will.

    Was sich mit Deiner Erfahrung in Kündigungsschutzprozessen ja durchaus deckt. Es geht also nicht darum, keine Munition zu sammeln und alles ergebenst zu schlucken, sondern schlicht darum sich vorzubereiten, aber dem AG nicht wissen zu lassen dass und was man in der Reserve hat.

    Zeigt man dem AG seine Fehler direkt auf, macht er es beim nächsten Mal richtig. Und dann rettet einen u.U. gar nichts mehr. Und deswegen ist es seit Jahren guter Tipp von den Fachanwälten: sammelt eure "Munition" aber verpulvert sie nicht. Hebt sie euch für die "Entscheidungsschlacht" auf, damit ihr dann die Abmahnungen entwertet und nicht im Vorfeld dafür sorgt, dass der AG es richtig macht.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • vor allem im Bereich Kündigungsschutzklagen waren die Gegendarstellungen immer hilfreich.

    das sind sie auch dann, wenn man die nicht dem AG gibt sondern erst bei der Klage bei GEricht vorlegt.

    Wenn man die dem AG gibt sagt man ihm jq quasi was er falsch gemacht hat damit er es das nächste Mal besser machen kann


    Da war der Moritz schneller

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Auch bei der Zuteilung des Arbeitspensums muß der Arbeitgeber auf die Inanspruchnahme des Betriebsratsmitglieds durch Betriebsratstätigkeit während der Arbeitszeit angemessen Rücksicht nehmen.


    Schon klar. Ich sehe nur gerade nicht, was das mit dem aktuellen (hier diskutierten) Fall zu tun hat oder auch nur zu tun haben könnte.

    Indirekt schon. Es kann ja durchaus sein, dass der Kollege mit Arbeit derart überlastet ist, dass es zwangsläufig zu einer Fehlerquote kommen kann.

    Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.

    Voltaire (1694 - 1778).

  • Moin zusammen, erstmal vielen Dank für Eure Ausführungen, ich habe dem Kollegen gesagt, er solle für sich Gegenargumente aufschreiben und sie im Fall der Fälle wieder rauskramen.


    Moin zusammen,

    jetzt hat das BRM die 2. Abmahnung innerhalb von 2 Wochen bekommen. Diese Mal für ein nicht Zurückbuchen eines fertiggestellten Kommissionierauftrag. Wie gesagt, seit er im BR ist, hat ihn der Produktionsleiter auf n Kieker.

    Der Kollege ist natürlich verunsichert, ich werde ihm raten, eine Darstellung der beiden Abmahnungen aus seiner Sicht zu schreiben.


    Neue Entwicklung,

    jetzt hat der Kollege eine Tür beschädigt mit einer Ameise, und hat wohl etwas patzig reagiert. Dann wurde er mit sofortiger Wirkung beurlaubt...


    Update: Heute bekam ein EBRM eine Abmahnung.Das EBRM hat letzte Woche auch an einer BR-Sitzung teilgenommen.

    Der Kollege arbeitet auch im Lager und hat auch ein Teil falsch kommissioniert, er hat es auch zugegeben,dass er nur nach Lagerort und nicht nach Artikelnummer kommissioniert. Er hat den gleichen Fehler vor ein paar Wochen schon mal gemacht,hatte wohl auch ein Personalgespräch, weil seine Leistungen schlechter geworden sind.

    Das könnte mMn damit zusammenhängen,weil er vor kurzem 2facher Vater geworden ist.

    Ich könnte erst morgen mit ihm sprechen...

    "Das Gras wächst nicht schneller wenn man dran zieht."

    "Immer Sonne ist Wüste"

    BRV,9er Gremium,kein Tarif

    3 Mal editiert, zuletzt von Agassi0 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Agassi0 mit diesem Beitrag zusammengefügt.