Arbeitszeit freigstelltes BR-Mitglied

  • Hallo Zusammen,

    wer entscheidet bei den freigestellten BR'lern wann diese anwesend sind? Nehme wir mal an, man hat eine Gleitzeit und kann flexibel arbeiten vorher, denn ändert sich ja nichts an der Arbeitszeit mit der Freistellung, soweit ich weiß.

    Aber kann der BR als Gremium ein vorschreiben, wann man diese freigestellte Zeit erbringen muss, oder wie läuft das ab.

    Danke euch

  • grundsätzlich gelten dann die Kern- und Gleitzeitregeln wie bei vergleichbaren MA auch, innerhalb dieses Rahmen entscheidet der freigestellte BRM nach Erfordernis selbst (so ist das zumindestens bei mir)


    Man kann aber auch ggf. mit dem AG abklären das man seine Arbeitszeiten den Bedürfnissen anpasst (Gesprächszeiten, Bürozeiten etc.), wenn diese denn nicht in das übliche Arbeitszeitmodel passen.


    Man muss halt als Gremium aufpassen, das immer ein Ansprechpartner vor Ort bzw. erreichbar ist für AN und AG, dann kann man nix falsch machen.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    Einmal editiert, zuletzt von Randolf ()

  • Aber kann der BR als Gremium ein vorschreiben, wann man diese freigestellte Zeit erbringen muss

    Die Frage ist ganz klar zu verneinen. Wie Randolf schon richtig schrieb, gilt ein Gleitzeitmodell, gilt das auch weiterhin. Ohne Wenn und Aber.


    Gleichwohl ist das hier

    Man muss halt als Gremium aufpassen, das immer ein Ansprechpartner vor Ort bzw. erreichbar ist für AN und AG

    auch nicht von der Hand zu weisen. Wenn also ein Kollege meint, er müsse die neu gewonnene Freiheit nutzen um jetzt nur noch nach Belieben vor Ort zu sein, mag das vom Gleitzeitmodell gedeckt sein - es stellt sich dann nur die Frage, ob er der richtige für eine Freistellung ist...

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Ich stimme grundsätzlich natürlich zu was die Teilnahme an bestehenden Gleitzeitmodellen angeht.


    Das mit dem immer als Ansprechpartner vor Ort erreichbar sein würde ich aber, je nach Betrieb und Organisationsstruktur, etwas einschränken und es als Erreichbarkeit definieren. Die kann auch telefonisch o.ä. sein.

    Wir haben über 20 Standorte. Überall soll man sich mal blicken lassen. Das bedingt aber logischerweise, dass man nicht immer am Hauptstandort sein kann.

    Leider hat mein AG meinen Antrag auf einen Hubschrauber abgelehnt, damit würde es schneller gehen ;)

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

    (Aristoteles)


    Noch ein Tipp für die derzeitige Nachhaltigkeitsdebatte:

    Save Water - Drink Wine !!

  • Leider hat mein AG meinen Antrag auf einen Hubschrauber abgelehnt,

    Da musst Du doch nur ein bisschen am § 40 BetrVG ziehen und zerren und schon ist der notwendiges Sachmittel... (oder Du muss ein wenig an Deinen Argumentationsskills feilen... ;) *duckundwech* )

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  • Das mit dem immer als Ansprechpartner vor Ort erreichbar sein würde ich aber, je nach Betrieb und Organisationsstruktur, etwas einschränken und es als Erreichbarkeit definieren. Die kann auch telefonisch o.ä. sein.

    Wir haben über 20 Standorte. Überall soll man sich mal blicken lassen. Das bedingt aber logischerweise, dass man nicht immer am Hauptstandort sein kann.

    auch dann bist Du immer irgendwo vor-Ort erreichbar :D :D :D


    nur nicht da wo man dich gerade braucht :P


    Nein, das mit dem vor-Ort erreichbar ist natürlich anzustreben, wenn das aber aus erklärbaren Gründen nicht immer möglich ist, da sucht man sich eine praktikable Lösung.

    Da bin ich ganz Deiner Auffassung.

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  • Danke euch für die Antworten, das hilft schonmal sehr.

    Mit geht es da insbesondere darum, wenn verfeindete Listen im BR sind und die eine eine klare Mehrheit hat, ob diese durch Mehrheitsentscheidung im BR einem mehr oder minder vorschreiben kann, wo und wann man dazusein hat. Aus euren Antworten schließe ich daraus ein nein.

    Ein Kollege meinte, dass ihm der BRV das vorgeschrieben hatte, naja wer drauf hört 🤣

  • Erstaunlicherweise scheinen manche Menschen das V in BRV als Vorgesetzte(n) statt Vorsitzende(n) zu deuten ....

    das " V " bedeutet machmal auch: Vollpfosten :whistling:

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  • Hallo.


    Ich sitze im Zug und habe keine Kommentierung zur Hand. Aber ich gehe davon aus, dass es so ist:


    Das BRM, auch das freigestellte, übt das Amt frei von Weisungen in eigenem billigem Ermessen nach Maßgabe der gesetzlichen Grundlagen aus. Letzteres bedeutet v.a. auch, dass die Funktionalität der BR-Arbeit gewährleistet sein muss - das bindet die Freigestellten. Das betrifft z.B. die Erreichbarkeit des BR für die AN und für den AG zu den regelmäßigen Bürozeiten des AG.


    Deswegen gilt eine Arbeitszeitregelung, die für die Person als AN galt, m.E. in der Freistellung nicht automatisch weiter (da widerspreche ich meinen Vorredner:innen - je nach Umständen des Einzelfalles kann es aber natürlich sein, dass das alte ArbZ-Modell das ist, was in der Freistellung weiter verwendet wird): Hat der/die Freigestellte z.B. als AN 24/7 im 3-Schicht-System gearbeitet, wird es das als freigestelltesBRM in der Regel eher nicht mehr machen.


    Der BR ist den Freigestellten ggü nicht weisungsbefugt, aber es ist sicher sinnvoll, dass der BR sich als Gremium Gedanken über die Freistellung(en) und die zeitlichen Lage erforderlicher Tätigkeiten macht und entsprechendes beschließt, und dass die Freigestellten in diesem Rahmen tätig werden.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Deswegen gilt eine Arbeitszeitregelung, die für die Person als AN galt, m.E. in der Freistellung nicht automatisch weiter (da widerspreche ich meinen Vorredner:innen - je nach Umständen des Einzelfalles kann es aber natürlich sein, dass das alte ArbZ-Modell das ist, was in der Freistellung weiter verwendet wird): Hat der/die Freigestellte z.B. als AN 24/7 im 3-Schicht-System gearbeitet, wird es das als freigestelltesBRM in der Regel eher nicht mehr machen.

    Fried hat Recht.

    ...und über die Lage der Arbeitszeit entscheidet das freigestellte BRM selbst. Allerdings nicht nach freiem Ermessen, sondern nach pflichtgemäßem Ermessen.

    LAG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 08.11.2007 - 9 TaBV 37/07

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

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