Arbeitsvertrag vs. Pilotprojekt Testphase Home-Office

  • Hallo Zusammen,


    ich bin zwar schon einige Zeit im BR, aber neu hier im Forum.

    Leider bin ich kein Jurist und benötige deshalb Hilfe oder zumindest Tipps.

    Folgender Sachverhalt:

    In unserem Unternehmen gibt es eine BV zum Thema Home-Office. Einige KOllegen haben daraus resultierend einen Nachtrag zum ARbeitsvertrag erhalten, bezüglich HO-Regelung an zwei bestimmten Tagen in der Woche. Mit Zustimmung des BRs könnte diese Regelung unter Einhaltung von Kündigungsfristen (3Monate) vom AG gekündigt werden.

    Nun will das Unternehmen eine Projektphase, bis zu 4 Tagen HO, einführen. Testweise max. für ein Jahr um dann mit den Erfahrungen daraus eine neue BV zu schließen. Dem Vorschlag hat der BR zugestimmt, da es ja von Vorteil für die MA sein kann.

    Jetzt aber sollen die Kollegen ihre Vereinbarung für 2 Tage HO, Nachtrag zum Arbeitsvertrag, kündigen. Ansonsten können sie nicht am Projekt , bis zu 4 Tagen HO, teilnehmen. Begründung seitens der GL: Solange eine Nachtrag sprich Arbeitsvertrag vorliegt, in dem 2 Tage festgeschrieben sind, muss dieser Nachtrag gekündigt werden. Arbeitsrecht. Denn der Arbeitsvertrag sprich Nachtrag ist immer bindend und verbietet die Teilnahme an dem Projekt.

    Wie seht ihr das? Habt ihr Erfahrung dazu?

    Danke für eure Unterstützung.

    Viele Grüße, Petra

  • Hallo Petra,


    vorab ich bin kein Jurist und eine Rechtsberatung kann nur ein Anwalt machen, aber dass idt dir sicher klar :)


    Nach meiner Einschätzung sollte eine Kündigung der bestehenden Vereinbarung nicht notwendig sein.

    Es müsste genügen eine neue Vereinbarung abzuschliessen welche die alte ersetzt / zeitweise ersetzt.

    Vorschlag:

    "Für den Testzeitraum vom XX bis YY vereinbaren AG und MA die Tage Montag bis Donnerstag als Homeofficetage, dise Vereinbarung ersetzt im zuvor genannten Testzeitraum die Vereinbarung vom DD"


    Viele Grüße

    Bernd

  • Sehe das wie Bernd. Die Vertragsfreiheit lässt natürlich auch eine "zeitlich begrenzte Vertragsänderung" zu.

    Man bezieht sich einfach auf die bestehende Regelung A und ersetzt diese für Zeitraum X durch Regelung B.

    (Das ist eigentlich so einfach und naheliegend, dass man sich schon genauer fragen sollte, was der AG da denn tatsächlich bezweckt).

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Denn der Arbeitsvertrag sprich Nachtrag ist immer bindend und verbietet die Teilnahme an dem Projekt.

    Auch ich bin kein Jurist. Aber während ich dem ersten Teil noch ohne Weiteres zustimmen würde, geht beim letzten Satzteil mein BS-Sensor auf Voll-AK...


    Natürlich muss der Vertrag nicht gekündigt werden (spätestens da klingeln bei mir wieder alle Alarmglocken), gleichwohl sollte man (aus Gründen der Sicherheit für beide Seiten) hier einen kurzen Vertrag aufsetzen, der klar regelt: für die Zeit von ... bis ... ist der bisherige Nachtrag aufgehoben und wird durch folgende Regelung ersetzt... (Sehe gerade, das hatte der Paragraphenreiter auch schon geschrieben... schön, wenn man sich einig ist ;) )


    Damit ist alles in trockenen Tüchern und es ist klar, nach Ende der Pilot-Testphase gilt das vorherige (es sei denn, es würde dann etwas Neues vereinbart)


    Ansonsten soll der AG halt seine Pilotphase ohne AN machen, die Erfahrung damit haben und etwas Sinnvolles dazu sagen können. Wenn ihm das lieber ist...

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

    Einmal editiert, zuletzt von Moritz ()