Theoretische Frage: Gremien verkleinern?

  • verwirrte Idee:


    wenn man jetzt seinen AG in das Koordinatenkreuz einordnet, wäre es dann nicht der Idealzustand wenn sich die Addition der Koordinatendaten von BR und AG genau in der Mitte des Kreuzes liegen würde?

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Ideal wäre Deckungsgleichheit der Vorstellungen. Zumindest Ideal für den BR.

    Das könnte auch bedeuten, dass der BR die Ansichten des AG vertritt. Unter Umständen Worst Case für die Mitarbeitenden.

    Es kann aber auch einfach sein, dass BR und AG anständige Ansichten haben und vernünftig und gut zusammenarbeiten - soll es ja auch geben.

  • Irgendwie doch klare Tendenzen hier im Forum zu erkennen.

    Ich habe einen Bekannten, der offener FDP-Anhänger, aber sonst kein schlechter Kerl ist. Er sagte mal zu mir: "Wer mit 18 nicht links ist, hat kein Herz. Wer mit 30 immer noch links ist, hat keinen Verstand!" Ich konterte mit einem Zitat (Verfasser unbekannt, könnte aber Lenin sein): "Der Deutsche ist mit 20 revolutionär, mit 30 liberal, mit 40 konservativ, mit 50 reaktionär. Laß mich Jungspund gewähren, du alter Sack!" (er ist 12 Jahre jünger als ich) :P


    Quintessenz: Wir sind keine verrückten Anachronismen, sondern eine junge Gemeinschaft mit Herz! :love:

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • "Wer mit 18 nicht links ist, hat kein Herz. Wer mit 30 immer noch links ist, hat keinen Verstand!"

    Du kennst meinen Vater?? :D

    Ok, der geht auf die 80 zu und da glaube ich jetzt nicht, dass Du 12 Jahre älter bist.

    Aber tatsächlich war das ein sehr beliebter Spruch meines Erzeugers, er war nur etwas eindeutiger bezüglich der Ideologie und etwas großzügiger beim Alter und sagte immer: "Wer mit 30 noch nie ein Kommunist war, der hat kein Herz, aber wer mit 40 immer noch Kommunist ist, der hat kein Hirn."

    ...und in dieser Ausführung bin ich durchaus geneigt dem Zuzustimmen :D

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Ich möchte hier noch mal zum Thema zurückkommen. Ich habe dafür auch extra eine Nacht darüber geschlafen, um nicht emotional zu schreiben, sondern sachlich.

    Ich halte den Gedanken und den Vorschlag schon in der Theorie für brandgefährlich. Würde man das so handhaben, hätte der Arbeitgeber deutlich mehr Möglichkeiten U-Boote zu installieren und somit den BR handlungsunfähig zu machen. Die gewünschten Kandidaten bekommen ausreichend Zeit und Budget um für sich zu werben etc.

    Mir sind in unserem 25er Gremium schon jetzt zu viele, die mir persönlich zu nahe am Arbeitgeber sind. Also das Arbeitgeberdenken haben. Und nein, ich unterstelle diesen Kollegen nicht U-Boote zu sein. Bei denen hat die neoliberale Gehirnwäsche einfach nur sehr gut funktioniert.

    Und wir haben vor allem im Bereich der EBRM, die sich bei jeder Abstimmung enthalten. Also zu nichts eine Meinung (zu haben scheinen).

    Darauf angesprochen hat eine Kollegin mir mal gesteckt, dass es einfach ihre Unsicherheit ist, die sie nur mit Enthaltung abstimmen lässt.

    Und Hand aufs Herz: Welcher BRM wird wirklich eingearbeitet? Natürlich sollte man die Grundlagen Seminare machen, aber bis dahin? Viele trauen sich einfach nur nicht, weil sie Angst haben was falsch zu machen.

    Und die Fehlerkultur unserer Gesellschaft fördert dieses Verhalten natürlich hochgradig.


    Nächste Amtsperiode werde ich, sofern ich wieder gewählt werde die neuen BRM ein bisschen an die Hand nehmen, und vor den Sitzungen mit ihnen die Fälle durchgehen. Und ihnen im BetrVG zeigen, wo sich dieser Fall abbildet, also wie damit umzugehen ist.

    Sicherheit schafft Vertrauen, Vertrauen schafft Handlungsfähigkeit.


    So habe ich auch mit sehr vielen Kollegen diskutiert, die immer wieder mit Forderungen an mich heran getreten sind, für unsere Leiharbeiter dieses oder jenes zu fordern. Auch denen habe ich gezeigt, dass ich für Leiharbeiter schlicht kein Mandat habe. Ich kann an Türen kratzen, bitten und betteln, aber ein Mandat habe ich nicht. Und der AG kann mich am langen Arm verhungern lassen mit den Themen.

    Natürlich wird man taktisch solche Themen mit verwursten, wenn der AG unbedingt was haben will (so haben unsere LAN Equal Pay bekommen).


    Fazit: Die Demokratie zu schwächen ist in meinen Augen absolut nicht geeignet um etwas zu verbessern. Verbesserungen erreicht man nur durch kontinuierliche Arbeit und Richtungskorrektur.

    Und natürlich, man wird immer einen gewissen Prozentsatz Stinkstiefel, Opportunisten, Quertreibern und Faulpelzen haben. So what? Damit kann man lernen zu leben. Wenn ich ihnen einfach keinen Raum einräume, mich also nicht mit ihnen beschäftige, erledigt sich das Problem meistens von ganz alleine.