Theoretische Frage: Gremien verkleinern?

  • Und das hat das gewählte Gremium so hinzunehmen

    das ist ja auch so

    keine Möglichkeit haben sich selbst zu optimieren.

    das war aber ja die "theoretische Fragestellung" : kann man das Gremium "optimieren" und damit die Gremiumsarbeit


    man wird sich ja wohl mal was wünschen dürfen :evil: auch wenn man schon vorher weiß, das wird der Weihnachtsmann doch nicht bringen ;)

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • das ist ja auch so

    das war aber ja die "theoretische Fragestellung" : kann man das Gremium "optimieren" und damit die Gremiumsarbeit


    man wird sich ja wohl mal was wünschen dürfen :evil: auch wenn man schon vorher weiß, das wird der Weihnachtsmann doch nicht bringen ;)

    Und meine Antwort ist klar nein das kann man nicht und für mich ist das gut so das man das als Gremium nicht selbst kann.

    Das muss das Gremium aushalten.
    Auch wenn es 2 oder 3 Fraktionen gibt, welche extrem bekämpfen und es in jeder Fraktion ein paar gibt welche dann nur die Hand heben wenn es zu einer Abstimmung kommt so wie das das Alphatier ihrer Fraktion will. Und das Ganze auch so betrieben wird das einzelne Mitglieder aufgrund der Auseinandersetzungen krankheitsbedingt ausfallen.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Aus Unterhaltungen mit anderen BR und auch eigener Erfahrung, sind BR-Gremien umso konfliktträchtiger, je größer sie sind. Harmonisch kann es meiner Ansicht nach höchstens in einem maximal 5-er Gremium zugehen.

    Diese Aussage kann ich so nicht bestätigen. Was nicht heißen soll das es in der Praxis nicht vorkommt.

    Die hier andiskutierten Lösungen halte ich nicht für Zielführend.

    Letztendlich werden Im Gremium Beschlüsse gefast und damit muss man lernen umzugehen. Wie viele an diesen Beschlüssen beteiligt sind halt ich nicht für Kriegsentscheidend.

    In den beiden KBR in dem ich vertreten bin, einmal mit 70 und der andere mit 65 KBRM, ist es eine super und produktive Arbeit.

    In unserem Gremium, 2 Listen 9 BRM, ist bei der Stimmengewichtung 5:4 nicht immer leicht aber alles machbar.

    Die Arbeitsmetoden die man anwenden kann halte ich für viel wichtiger.

    Brainstorming in seiner unterschiedlichen Formen, World Caffè und Gruppenarbeiten um nur mal einige zu nennen.

    Hierzu muss jedes Gremium allerdings bereit sein sich das erforderliche Wissen anzueignen und umzusetzen.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • ich wäre nicht für eine Verkleinerung, sondern nur dafür, das man diejenigen BRM die durch "sachlicher und fachlicher Untätigkeit" glänzen, einfacher aus dem Gremium entfernen und dann durch EBRM dauerhaft ersetzen könnte.

    Da gibt es nur eine legitime Möglichkeit. Bei der nächsten Wahl (Listenwahl) können die Listenführer, die "Untätigen" auf die hinteren Listenplätze verbannen.

    Sollten die "Untätigen" dann eine eigene Liste aufmachen, kann man im Wahlkampf aufzeigen, wo die Aktivitäten lagen, soweit es Datenschutz und Verschwiegenheitsverpflichtung zulassen.

    Diejenigen, die es trotzdem in den BR schaffen müssen dann toleriert werden.

  • Letztendlich werden Im Gremium Beschlüsse gefast und damit muss man lernen umzugehen.

    damit habe ich kein Problem, Beschluss ist Beschluss und wird akzeptiert.

    Wie viele an diesen Beschlüssen beteiligt sind halt ich nicht für Kriegsentscheidend.

    das kann sehr wohl kriegsentscheident sein.


    Wenn der Beschluss mit einer Stimme Unterschied entschieden wird, dann ist die Stimme des "untätigen Handhebers" genauso entscheidend und schwerwiegend wie die eines jeden anderen BRM. Nur das dieser "untätige Handheber" eben (meiner Meinung nach) nicht seiner Aufgabe als BRM nachkommt, sich eine eigene Meinung zu bilden sondern einfach seinem "Vorbild" blind folgt.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Wenn der Beschluss mit einer Stimme Unterschied entschieden wird, dann ist die Stimme des "untätigen Handhebers" genauso entscheidend und schwerwiegend wie die eines jeden anderen BRM. Nur das dieser "untätige Handheber" eben (meiner Meinung nach) nicht seiner Aufgabe als BRM nachkommt, sich eine eigene Meinung zu bilden sondern einfach seinem "Vorbild" blind folgt.

    Und was ist daran falsch und schlimm? Das ist für den Betroffenen in seiner Entscheidungsfreiheit und Welt korrekt.
    Eine Meinung hat er sich doch klar gebildet und abgestimmt.
    Das muss ich akzeptieren auch wenn ich das selbst nicht glücklich oder toll finde.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Ich denke, die hier aufgezeigten Probleme sind (mit) die Ursache für das berühmte Zitat von Winston Churchill, dass die Demokratie die schlechteste aller Staatsformen sei.


    Was viele dabei übersehen: der Satz ging noch weiter: "ausgenommen alle anderen"


    Meint: ja, Demokratie hat so ihre Tücken und Macken. Die ausmerzen zu wollen halte ich grundsätzlich für nachvollziehbar. Das aber mit absolut undemokratischen Mitteln zu tun (und der Vorschlag von Der Mann mit der Ledertasche ging da schon ziemlich straight Richtung "Ermächtigungsgesetze" (bitte verzeiht den Vergleich, es geht nicht darum den Kollegen in eine Ecke zu drängen, nur darum aufzuzeigen, wo in der Geschichte wir mit einer ähnlichen Idee schon einmal Schiffbruch erlitten haben)), ist mit Sicherheit keine Lösung.


    In meiner Erfahrung ist jeder Versuch ein komplexes Problem mit einer simplen Lösung "zu erschlagen" zum Scheitern verurteilt. Aber vor dem Hintergrund, dass es eine Provokation mit Ansage war und wir hier lediglich Gedankenspiele betreiben, denke ich, ist es auch nicht angesagt, einzelnen Diskutanten ihr oder überhaupt ein Demokratieverständnis abzusprechen. Lessing hat es mal das "Laut Denken mit einem Freund" genannt. Manchmal muss man Dinge einfach mal laut ad absurdum führen um den richtigen Weg zu finden.


    In diesem Sinne freue auch ich mich über verschiedene Gedanken.


    Der Mann mit der Ledertasche Um es mal frei nach Voltaire zu formulieren: Ich kann mit Deiner Idee so gar nichts anfangen, aber trotzdem Danke für den Denkanstoß!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Erstmal ein fettes Danke an den Ledertaschenmann für das Lostreten einer vollkommen theoretischen Diskussion (das meine ich vollkommen ernst, ich mag sowas ^^).

    Interessant finde ich, dass Du hier ja im Prinzip das grundlegende Problem der Demokratie an sich beschreibst:

    Interne Diskussionen, Querelen und Streitereien behindern und verzögern Entscheidungsprozesse. Oder wie man früher sagte: Viele Köche verderben den Brei.

    Dennoch, ich denke da sind wir uns einig, ist es das beste System das und zur Verfügung steht.

    Auch sollte man nicht vergessen, das eine Diskussion (oder auch ein sachlicher Streit) durchaus sehr fruchtbar sein kann und zu neuen Erkenntnissen und Perspektiven führen kann. Das sollte mMn der Ansatz sein und als BRV sollte man das Etablieren einer sachlichen und pragmatischen Streitkultur als eine seiner wichtigsten Aufgaben wahrnehmen.

    Das hat in unserem mittelgroßen (9er) Gremium bisher sehr gut funktioniert. Im wesentlichen nutze ich dazu die einzige "Weisungsbefugnis" die ich als BRV habe: das Erteilen und Entziehen des Wortes (also die Leitung des Sitzungen).

    ...und inzwischen hat jeder verstanden, dass man das Wort auch ganz schnell wieder entzogen bekommt, wenn man nur "Meinung" ohne juristisch greifbare Argumente zum Besten gibt. (Den Namen "Paragraphenreiter" habe ich mir nicht selbst gegeben).

    Damit das funktioniert bedarf es natürlich gewisser Kompetenzen. Der BRV muss, neben der Fähigkeit gut zu moderieren, natürlich auch die entsprechenden Fachkenntnisse haben und ebenso müssen die BRM, zumindest in den Grundlagen, sattelfest sein, um sachliche und vor allem fruchtbare Diskussionen zu ermöglichen.

    Daher wäre mein Ansatz eher Pflichtfortbildungen für BRV & BRM. Wenn man dann (wie vom Ledertaschenmann vorgeschlagen) tatsächlich grundlegend in das bestehende System eingreifen will, dann würde ich eher die BR-Wahlen vorverlegen, aber die Amtszeit so belassen wie sie ist. Also quasi so, dass ein neuer BR gewählt ist, aber der alte BR noch für 2 oder 3 Monate im Amt ist. In diesem Übergangszeitraum müssen sich die neu gewählten BRM dann entsprechend schulen lassen. Sagen wir mindestens BetrVG I & II und Arbeitsrecht I, dann wird sich konstituiert und ein BRV gewählt, der muss dann noch ein Seminar für BRV besuchen (damit er schon mal gehört hat wie man eine Sitzung organisiert und moderiert) und anschließend kann dann der neue BR übernehmen.

    Mein Ansatz wäre also nicht Streit & Diskussionen im Keim zu ersticken (durch ein kleines, folgsames "brav auf Linie des BRV-Gremium"), sondern die Qualität von Streit & Diskussionen soweit zu erhöhen, dass sie das sein können was sie sein sollten: Ein Quell neuer Ideen und Perspektiven.

    (...und erzählt mir jetzt nicht, dass Schulungen für BRM ja sowieso schon Pflicht sind, das weiß ich auch. Aber wie das in der Praxis aussieht wissen wir auch alle. Ich habe BRM die ich in 4 Jahren zu keinem Seminar bewegen konnte und natürlich sind es auch immer diese von denen die "Meinungen" ohne juristisch greifbare Argumente kommen).

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • tut mir leid, ich muss es mal wieder tun...

    Mein Ansatz wäre also nicht, Streit & Diskussionen im Keim zu ersticken, sondern die Qualität von Streit & Diskussionen soweit zu erhöhen, dass sie das sein können was sie sein sollten:
    Ein Quell neuer Ideen und Perspektiven.


    Hat mir so gut gefallen, ich wollte es einfach groß, fett und in "goldenen" Lettern sehen!

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    2 Mal editiert, zuletzt von Moritz () aus folgendem Grund: Der Editor kennt zwar die üblichen HTML Befehle, aber am Ende werden sie wieder rausgenommen... schade, kein Gold auf Rot...

  • Ich denke, viele hier hatten schon mal ganz ähnliche Gedanke wie der Ledertaschenmann. Immer dann, wenn man sich gerade darüber ärgert, irgendwie alles alleine machen zu müssen, aus dem Gremium keine sinnvolle Unterstützung erhält und in der letzten Sitzung wieder die Hälfte der Anwesenden Kaffee getrunken und Zeit totgeschlagen haben.

    Bei genauerer Betrachtung der Vorschläge bekomme ich allerdings schon Magengrummeln.

    Vieles klingt ganz sinnvoll, zumindest solange man selber an der Spitze des Gremiums steht. Wer wünscht sich nicht manchmal selber entscheiden zu können, wer dabei ist und wer nicht. Aber beinhält das nicht auch die Gefahr, andere Meinungen auszugrenzen?

    Zudem besteht die Gefahr, dass man so bei "Wahlen" immer wieder seine alten Weggenossen um sich scharrt. Für neue BRler wird es schwierig in ein Gremium zu kommen. Aber gerade neue BRler können eine tolle Ergänzung sein, um auch mal andere Sicht- und Denkweisen zu bekommen.

    Natürlich wäre häufig ein kleineres Gremium hilfreich, weil effektiver. Allerdings bilden größere Gremien auch besser die breite Masse der Belegschaft ab. Und das ist ja auch der Sinn bei Wahlen, die Gewählten sollen die Wählenden vertreten.


    Letztendlich denke ich, dass das Gesetz so schlecht nicht ist. Es liegt auch viel an dem BR-Vorsitzenden, seine Mitstreiter zu aktivieren. Aufgaben kann man auch delegieren, einzelne Projekte definieren und auf andere übertragen. So haben viele die Chance sich zu zeigen und können sich mit den Ergebnisse identifizieren.


    Für mich wäre es sinnvoller, einen anderen Weg zu beschreiten. Für "normale" Führungskräfte gibt es häufig Seminare, Coachings usw. um sie auf Führungspositionen vorzubereiten bzw. Hilfestellungen zu geben.

    Ich denke auch als BR-Vorsitzender würde es nicht schaden, solche Seminare zu besuchen. Letztendlich sich wir die einzigen Führungskräfte, die täglich abgewählt werden können.

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

    (Aristoteles)


    Noch ein Tipp für die derzeitige Nachhaltigkeitsdebatte:

    Save Water - Drink Wine !!

    Einmal editiert, zuletzt von stehipp ()

  • Ich sehe einen (vielleicht gewollten) strukturellen Nachteil des BR gegenüber dem AG.

    Das liegt nicht an der Betriebsverfassung, sondern an den Macht- und Eigentumsverhältnissen. In unserem Wirtschaftssystem wird die Vertretung des "Humankapitals" immer schlechter dastehen als die Inhaber:innen der Produktionsmittel.


    Das löst man nicht, indem man AN-seitig die Demokratie suspendiert.

    Aus Unterhaltungen mit anderen BR und auch eigener Erfahrung, sind BR-Gremien umso konfliktträchtiger, je größer sie sind. Harmonisch kann es meiner Ansicht nach höchstens in einem maximal 5-er Gremium zugehen.

    M.E. Bullshit. Ich habe einem 9er-Gremiun vorgesessen, war in einem KBR mit einer hohen zweistelligen Zahl an Mitgliedern und bin zzt in einem 17er-Gremium. Lief und läuft, weil man Konflikte auch konstruktiv angehen kann.


    Die Sehnsucht nach "Harmonie" ist doch eh auch vordemokratisch. Ideen entwickeln sich ja gerade auch durch Reibung von Konzepten.

    Wenn dann noch seitens der GL ein BR eher als Störenfried angesehen wird, führt das zudem oft dazu, dass die Leute, die BR könnten es nicht wollen und diejenigen, die es wollen oft nicht können.

    Was das Eine mit dem Anderen zu tun hat, erschließt sich nicht.

    Wenn es dem AG dann noch gelingt, über seine Getreuen eine "vernünftige, undogmatische" Gegenliste zu installieren, und eine vorgegebene Anzahl an Sitzen ums Verrecken zu besetzen sind, hat man man schnell ein Gremium in dem der Anteil der Spreu deutlich höher ist als der Weizen. Der AG hat den Vorteil, seine Beschlüsse im Alleingang fällen zu können, während der BR bei einem zerstrittenen oder postfaktischen Gremium an mehreren Fronten kämpfen muss.

    Wer Spreu und wer Weizen ist, entscheiden die Wähler:innen. Und, mit Verlaub, wie bescheuert ist der Glaube, dass die Installierung einer einzigen Person, die den BR nach eigenem Gusto besetzt, es dem AG schwerer machen würde? Es muss nur die eine für den AG "zugängliche" Person gewählt werden, und dann hat der AG die Macht. Komplett.

    Vorschlag für kleine Betriebe: Die Betriebsräte sollten grundsätzlich in Personenwahl gewählt werden. Der Erstplazierte entscheidet eigenverantwortlich, wieviele (bis zur Maximalgröße) und welche Nachplazierten er ins Gremium beruft und welche nicht.

    Das ist BR im Sinne von Klein-Adolf. Und gibt dem AG deutlich mehr Machtmöglichkeiten, s.o.


    Aus der Organisationspsychologie weiß man auch, dass so eine Rekrutierung zu Stromlinienförmigkeit und letztlich zu Verlusten bzgl Performance führt.

    Vorschlag für große Betriebe: wenn schon Listenwahl dann analog zur Politik. Es ziehen nur Listen, die sich über den grundsätzlichen Kurs verhandlungseinig werden ins Gremium ein, aber nicht die Opposition.

    Komisch, in allen gewählten Gremien sitzt m.W. auch eine Opposition. Im Bundestag die Union, die Linke und das "Ankerzentrum für Dorftrottel:innen".


    Dieses ganze Effizienzgedöns ist eh vordemokratisch. Eine solche Verachtung der Demokratie gab es z.B. mit dem Terminus "Quasselbude" ( man kann gerne googeln, wer das sagte). Nenne es doch bitte Diktatur, das wäre wenigstens ehrlich.

  • Wer wünscht sich nicht manchmal selber entscheiden zu können, wer dabei ist und wer nicht. Aber beinhält das nicht auch die Gefahr, andere Meinungen auszugrenzen?

    Zudem besteht die Gefahr, dass man so bei "Wahlen" immer wieder seine alten Weggenossen um sich scharrt.

    ich nicht, ich will das gar nicht alleine entscheiden müssen, muss es aber im Prinzip durchaus, weil für die "Handheber" kann ich schon 3-Tage-vorher das Abstimmverhalten notieren.

    ".. Meinungen ausgrenzen.." aus meiner Erfahrung wird da leider eher andersrum ein Schuh draus, durch die " unaktiven Mitglieder .." wird die Entscheidung auf die Meinung eines Einzelnen oder von Wenigen eingegrenzt.


    Ich wünsche mir (vom Osterhasen ;) ) das alle BRM eine Meinung haben und diese äußern und vertreten (keine Meinung zu haben, ist für genau das: keine Meinung haben). Ich sehe das eher so, das diejenigen die sich nicht aktiv einbringen, eben (im Extremfall) einem BRV oder wenigen (z.B. Betriebsausschuss) die Entscheidungen "zuschieben" und damit dann faktisch genau das machen, was hier berechtigterweise!! vehement "verschrieen" wird: die Demokratie wird zur "Aristokratie" oder "Monarchie" degradiert, weil sich die gewählten "Demokraten" ihren Aufgaben entziehen, nämlich sich aktiv zu beteiligen.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Fried Erst einmal Danke. Das sind doch mal Aussagen mit denen man etwas anfangen kann und die einer Diskussion würdig sind.


    Die Sehnsucht nach "Harmonie" ist doch eh auch vordemokratisch. Ideen entwickeln sich ja gerade auch durch Reibung von Konzepten.

    Das gilt, nach meinem Verständnis, doch nur, wenn Du Harmonie mit "Gleichschaltung" gleichsetzt. (Leider gehen die weiteren Ideen des MmdL ziemlich genau in diese Richtung, weshalb auch ich mit ihnen so nichts anfangen kann.)


    Nach meinem Verständnis bedeutet Harmonie aber eben nicht Gleichschaltung. Ohne jetzt zu sehr in die Musiktheorie abgleiten zu wollen, aber manchmal braucht es die Dissonanz um die auflösende Harmonie als noch schöner zu empfinden.

    Was ich meine ist: setze Harmonie mit sachbezogener Streitkultur gleich, dann passt es. Das ist dann auch nicht "vordemokratisch" (woher stammt der Begriff eigentlich?), sondern sollte zielführender Umgang miteinander sein.


    Und auch das "Effiziensgedöns" ist nicht "vordemokratisch", sondern die Grundlage unserer (Markt-)Wirtschaft. Das Streben nach Effizienz ist also nicht per se abzulehnen. Wohl aber wenn das am Ende dazu führen soll, den letzten Rest an Demokratie auf dem Altar der Effizienz zu opfern.


    Wenn ich so an meine berufliche Laufbahn zurückdenke, habe ich mehr als einen AG kennengelernt, der der Meinung war, Effizienz sei alles und ihr müsse alles untergeordnet werden. Aber selbst multinationale Konzerne (die den Begriff Shareholder-Value vermutlich erfunden haben) haben irgendwann verstanden, dass ein gewisser "Reibungsverlust", also Ineffizienz, nicht nur überlebbar, sondern sogar überlebensnotwendig ist. Nicht umsonst werden heutige Büros immer mit "Treffpunkten" designt. Es braucht die "ineffektive" Zeit des beim Kaffee quatschens, weil darüber der Laden im Wesentlichen funktioniert...


    Und was für einen ganzen Betrieb im Großen gilt, gilt so selbstverständlich auch im Kleinen für z.B. den BR. (Und gilt genauso in der Familie, im Verein, wo auch immer...)


    Kann man BR-Arbeit effizienter gestalten? Bestimmt.

    Sollte man sie effizienter gestalten? An der einen oder anderen Stelle vielleicht.

    Sollte sie nur noch effizient sein? Nie und nimmer! (Pathetisch ausgedrückt: Nur über meine Leiche!)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Wenn der Beschluss mit einer Stimme Unterschied entschieden wird, dann ist die Stimme des "untätigen Handhebers" genauso entscheidend und schwerwiegend wie die eines jeden anderen BRM. Nur das dieser "untätige Handheber" eben (meiner Meinung nach) nicht seiner Aufgabe als BRM nachkommt, sich eine eigene Meinung zu bilden sondern einfach seinem "Vorbild" blind folgt.

    Aber dann ist das so.

    damit habe ich kein Problem, Beschluss ist Beschluss und wird akzeptiert.

    Und dann gilt halt das hier.

    In den Grundlegen dann hier was ändern zu wollen würde nur wieder neue Probleme aufwerfen.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Erst einmal Danke. Das sind doch mal Aussagen mit denen man etwas anfangen kann und die einer Diskussion würdig sind.

    Das kann ich leider nur teilweise so sehen. Auch wenn ich Fried inhaltlich im wesentlichen zustimme, so lege ich doch großen Wert (wie ich ja schon erwähnt habe) auf eine vernünftige Streitkultur.

    Und Aussagen wie:

    Das ist BR im Sinne von Klein-Adolf.

    haben mit einer vernünftigen Streitkultur absolut gar nichts zu tun. Die Ideen oder Argumente eines Anderen despektierlich herabzuwürdigen ist nämlich schlicht und einfach keine Argumentation. Wenn man dazu dann auch noch ganz tief in die unterste Schublade greift und eine Idee mal eben mit den grauenhaften Praktiken des 3. Reiches gleichsetzt, dann kann von "Diskussion" keine Rede mehr sein. Denn solche Vergleiche dienen keiner Diskussion, sie dienen nur dazu jemanden für seine (möglicherweise beschissene) Idee zu diskreditieren und das ist in keiner Weise sachdienlich. Damit erreicht man nur, dass aus einer sachlichen Diskussion ein unsachlicher Streit wird der eben nicht zu neuen Perspektiven führt, sondern nur Zeit und Nerven kostet.

    Vor allem verstehe ich in diesem Fall nicht, warum Du Dich zu sowas hinreißen lässt Winfried. Du hast doch argumentativ, sachlich und umfänglich dargestellt, warum Du diese Idee für vollkommen untauglich hältst. Wozu dann der unpassende Nazi-Vergleich? Damit entwertest Du doch nur die sachlichen Argumente, die Du ja durchaus hast.

    Sorry, aber so lange ich eine Sitzung leite hat man mit so einem Spruch direkt sein Rederecht verzockt.

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    Hanlons Rasiermesser

  • Randolf

    ich bin ja bei dir, ich will ja auch nicht selber bestimmen dürfen, wer in den BR kommt und wer nicht, wie groß er ist, oder eben nicht.

    Dachte eigentlich, dass das aus meinem Text auch so rausgekommen ist.


    Aber ab und an, mal ganz kurz, vielleicht auch nur für eine Sekunde, da darf man das schon mal denken, solange man den Gedanken dann schnell wieder begräbt ;)


    Natürlich hätte ich auch gerne lauter aktive BRler im Gremium. Leider nur kann ich mir die Welt nicht so machen, wie ich sie gerne hätte. Ich denke, wir sind alle realistisch genug, dass in jeder Gruppe, egal ob BR, Sportverein, politische Gruppen, Bundestag....... immer eine handvoll die Arbeit machen und andere mitlaufen und nur die Vorteile genießen wollen.

    Damit muss man einfach umgehen können und es akzeptieren.

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

    (Aristoteles)


    Noch ein Tipp für die derzeitige Nachhaltigkeitsdebatte:

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