Erste Betriebsversammlung nach der Wahl 2022

  • Guten Morgen,
    wann muss die erste Betriebsversammlung stattfinden nach der Betriebsratswahl 2022?

    Das jetzt noch amtierende Gremium wird im ersten Quartal 2022 keine Betriebsversammlung mehr einberufen und will das dem neu gewählten Betriebsrat überlassen.
    Unsere Wahl wird am 8. März stattfinden. Nach der konstituierenden Sitzung hätten wir für die Einberufung der Betriebsversammlung und für die Erstellung der Tagesordnung nur sehr wenig Zeit.

    Kann mir jemand einen Tipp geben, wie man das alles geschickt hinbekommt und ob man zwangsläufig im Wahljahr auch 4 Betriebsversammlungen einberufen muss?

    Vielen Dank und viele Grüße!

  • wann muss die erste Betriebsversammlung stattfinden nach der Betriebsratswahl 2022?

    ich wage mal zu behaupten, das während Corona etliche Betriebsversammlungen ausgefallen sind, da wird Dir aktuell sicher keiner Ärger machen, wenn deine Betriebsversammlung nur später stattfindet.


    Es ist eben nicht jederzeit und überall möglich eine Onlineversammlung oder eine coronakomforme Versammlung durchzuführen.

    Manchmal funktioniert die coronabedingte Quadratur des Kreises eben nicht (auch wenn ich jetzt wieder Mecker bekomme für diese Aussage)

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Danke schwede12 und Randolf :thumbup:


    Das nimmt tatsächlich den Druck :)

    Man muss sich im neuen Gremium dann ja auch erstmal zusammenfinden und Themen aufstellen, die man vorantreiben möchte. Welche man dann in der Betriebsversammlung vorstellen kann.

    Außer von außen durch den Arbeitgeber wird gleich mal der neue BR getestet weil man ein Thema wie Umstrukturierung, Personalabbau, Standortverlagerung,... auf den Tisch gelegt wird.

  • Ich geh hier sogar noch einen Schritt weiter.


    Ich behaupte jetzt einfach mal, in vielen Betrieben werden keine 4 Betriebsversammlungen abgehalten. Und das unabhängig von Corona.


    Ich halte nicht wirklich viel davon eine Betriebsversammlung zu machen, weil eben der Termin gerade ansteht, sondern weil man wirklich was zu berichten hat.

    Ansonsten wird sowas schnell zu einer faden Veranstaltung und das bekommen die Kolleginnen und Kollegen mit.

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

    (Aristoteles)

  • Und damit lieferst du der GL die schärfste Munition, einen BR hops zu nehmen.

    Ein Nichteinberufen einer Betriebsversammlung ist eine grobe Pflichtverletzung des BR.

    Klagt ein Mitarbeiter dagegen (und einen solchen willfährigen MA wird die GL finden), dann ist das Gremium als Ganzes weg vom Fenster.


    Betriebsversammlung und Tätigkeitsbericht ablegen ist essenziell, da verstehen die Gerichte auch wenig bis keinen Spaß.

  • Und damit lieferst du der GL die schärfste Munition, einen BR hops zu nehmen.

    Ein Nichteinberufen einer Betriebsversammlung ist eine grobe Pflichtverletzung des BR.

    Klagt ein Mitarbeiter dagegen (und einen solchen willfährigen MA wird die GL finden), dann ist das Gremium als Ganzes weg vom Fenster.


    Betriebsversammlung und Tätigkeitsbericht ablegen ist essenziell, da verstehen die Gerichte auch wenig bis keinen Spaß.

    glaube nicht das der GL daran wirklich ein Interesse hat, der BR wird ja dann neu gewählt und am Ende hat er denselben BR wie vorher oder einen der ihn mit 4 Betriebsversammlungen im Jahr nervt?


    AN haben daran wesentlich mehr Interesse, aber auch die müssen ja anschließend einen neuen BR finden, der sich das antut.


    Wichtig sind Betriebsversammlungen, aber das jetzt Reihenweise BR aufgelöst werden, wenn weniger oder keine Betriebsversammlungen stattfinden ist mir nicht bekannt.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Und damit lieferst du der GL die schärfste Munition, einen BR hops zu nehmen.

    Ein Nichteinberufen einer Betriebsversammlung ist eine grobe Pflichtverletzung des BR.

    Klagt ein Mitarbeiter dagegen (und einen solchen willfährigen MA wird die GL finden), dann ist das Gremium als Ganzes weg vom Fenster.


    Betriebsversammlung und Tätigkeitsbericht ablegen ist essenziell, da verstehen die Gerichte auch wenig bis keinen Spaß.


    Nichts für ungut, aber darauf lasse ich es ankommen.

    Wir verfahren bereits seit Jahrzehnten so (auch meine Vorgänger), dies übrigens in Abstimmung mit der Geschäftsleitung.

    Unsere GL ist uns sogar dankbar, immerhin sind Betriebsversammlungen ziemlich teuer, Raum muss angemietet werden, es entstehen Arbeitsausfälle, Fahrtkosten.....

    Ich denke es hängt immer viel davon ab, wie das Verhältnis zw. BR und GL ist, und unseres ist gut.

    Die Tätigkeiten des BRs kann man in der heutigen Zeit auch anders kommunizieren. Es gibt Newsletter, Videoschaltungen..... All das wird von unseren Mitarbeitern gerne angenommen.


    Habe auch gerade mal kurz gegoogelt. So richtig viele Urteile die zur Auflösung des BRs geführt haben konnte ich nicht finden. Und wenn wurden sie lustigerweise von Gewerkschaften angestrengt. Über deren Motivation kann man jetzt sicherlich spekulieren.

    Gewerkschaften lassen sich bei uns aber eh nie blicken.

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

    (Aristoteles)

  • Randolf

    Wenn ein AG die Mitbestimmung aushebeln wird, um etwas umzusetzen, was mit BR nicht geht, dann werden sie es genau so machen.

    Denn der BR ist des Amtes dann enthoben, also auch nicht bis zur Neuwahl geschäftsführend im Amt.


    Ich kennen einen Betrieb mit 1500+ MA, wo das genau so gemacht wurde. Und die Zeit ohne Mitbestimmung wurde genutzt um 300 Leute zu entlassen, Arbeitszeit anzuheben ohne finanziellen Ausgleich und Teile der Fertigung nach Asien zu verlagern.

  • Ich würde die Nichterfüllung der geforderten vier Versammlungen ebenfalls für viele Unternehmen vermuten. Wenn es relativ rund läuft, gibt es einfach auch nicht genug zu erzählen, um den Aufwand gerade bei Präsenzveranstaltungen in verteilteren Unternehmen zu rechtfertigen.

    Ich kennen einen Betrieb mit 1500+ MA, wo das genau so gemacht wurde. Und die Zeit ohne Mitbestimmung wurde genutzt um 300 Leute zu entlassen, Arbeitszeit anzuheben ohne finanziellen Ausgleich und Teile der Fertigung nach Asien zu verlagern.

    In so einem Unternehmen läuft es offenbar nicht rund und gerade da kann man mit maximaler Transparenz die MA vereinen und mit jeder Versammlung dem AG ein wenig ans Bein pullern. Da ginge meine Tendenz eher zu mehr Versammlungen als den geforderten vier.