FFp-2 Maske

  • Moin nochmal,

    heute kam ein Kollege zu mir und berichtete folgendes:

    Der GF hätte zu ihm gesagt, er solle eine FFP-2 Maske tragen und keine eigene. In unseren Corona-Richtlinien steht drin, dass man, wenn man den Abstand nicht einhalten kann, eine FFP-2 Maske oder OP-Maske zu tragen hat. Nun hat der Kollege sich eine FFP2 od. 3 ( VivaMask ) selber besorgt und aufgehabt.

    Kann der GF jetzt einfach verlangen, dass der Kollege die von der Firma ausgeteilten Masken verwendet oder kann man sich ( wie der Kollege) eigene Masken bestellen?

    Die, die er hat ,ist ja auch zugelassen! Hat der GF hier Haus- bzw. Weisungsrecht?

    "Das Gras wächst nicht schneller wenn man dran zieht."

    "Immer Sonne ist Wüste"

    BRV,9er Gremium,kein Tarif

  • Hallo,


    grundsätzlich besteht bei einer Maskenpflicht Mitbestimmung gem. § 87 Abs. 1 Nr. ! BetrVG. Dies gilt selbst dann, wenn der Ermessensspielraum des BR im Einzelfall durch öffentlich-rechtliche Vorschriften stark eingeschränkt oder aber auf Null reduziert ist.

    Dies betrifft nicht nur die Maskenpflicht an sich, sondern auch die konkrete Ausgestaltung.


    Waren denn Eure "Corona-Richtlinien" mitbestimmt?

  • Sieh es mal aus praktischer Sicht: Wie soll in einem Betrieb mit vielen Mitarbeitern sicher gestellt werden, dass jeder eine andere Maske trägt?

    Willst du jeden kontrollieren, ob die Maske die Vorgaben erfüllt?

    Da sehe ich die Vorgabe unkritisch, die von der Firma gestellte Maske zu tragen.

    Und ja, ich denke hier greift das Weisungsrecht.

  • Hallo Agassi,


    wenn es rein um die Schutzwirkung geht, kann ein Mitarbeiter sicherlich auch auf eigene Kosten sich selbst eine entsprechend zertifizierte Maske besorgen.

    Wobei aber zu beachten ist wenn ein höheres Schutzniveau verwendet wird als bei den vom Arbeitgeber bereitgestellten Masken und daraus mehr Erholungspausen resultieren gehen diese Zeiten eher zu lasten des MA.


    Wenn aber die Anweisung die vom Betrieb bereitgestellten Masken zu verwenden, daraus resultiert dass ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild entsteht, dann könnte es durchaus berechtigt sein das der einzelne MA keine selbstbeschafften Masken verwenden darf. Allerdings würde dies eine Zustimmung des BR notwendig machen da es sich um Ordnung im Betrieb (§87 Abs.1 Punkt1 BetrVG) handelt.


    Habt ihr den GF schon gefragt warum er die Aussage getroffen hat?

    Möglicherweise sind die selbst beschafften Masken ja nicht entsprechend zertifiziert bzw der MA konnte dies nicht nachweisen.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Waren denn Eure "Corona-Richtlinien" mitbestimmt?

    ja, das waren sie, und es steht nur drin, dass FFP-2 Masken oder OP-Masken bei einem Abstand unter 1,5m zu tragen sind.

    Sieh es mal aus praktischer Sicht: Wie soll in einem Betrieb mit vielen Mitarbeitern sicher gestellt werden, dass jeder eine andere Maske trägt?

    Willst du jeden kontrollieren, ob die Maske die Vorgaben erfüllt?

    Da sehe ich die Vorgabe unkritisch, die von der Firma gestellte Maske zu tragen.

    Dem könnte ich auch zustimmen, mir geht es nur darum,ob es grundsätzlich im Ermessen des GF liegt, welche Masken getragen werden müssen?

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  • Hallo,


    in diesem Fall

    ja, das waren sie, und es steht nur drin, dass FFP-2 Masken oder OP-Masken bei einem Abstand unter 1,5m zu tragen sind.

    löst jede Änderung der "Corona-Richtlinie" ein neues, vorheriges Mitbestimmungsverfahren aus. Einseitige Maßnahmen des AG kann der BR untersagen lassen.

  • Ich habe mich selbst vor kurzem mit der Frage beschäftigt, weil der AG FFP 2 Masken angeordnet hat, obwohl laut Landesverordnung auch eine OP-Maske reicht. Ergebnis: das kann er aufgrund seines Hausrechts, muß die FFP 2 Masken aber bereit stellen.

    Da aber eine FFP 2 Maske im Gegensatz zur OP-Maske auch Eigenschutz bietet, fällt sie unter den Begriff der PSA. Damit ist der AG nicht nur zur Bereitstellung verpflichtet, sondern er darf die Kosten gar nicht auf die MA abwälzen und kann auch nicht damit argumentieren, dass die Maske ja auch privat getragen werden könne. Folglich verhält sich Agassis AG sogar vorbildlich und der Kollege muß halt damit leben, dass eventuell die Maske nicht zum Hemd passt. ;)

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Ich habe mich selbst vor kurzem mit der Frage beschäftigt, weil der AG FFP 2 Masken angeordnet hat, obwohl laut Landesverordnung auch eine OP-Maske reicht. Ergebnis: das kann er aufgrund seines Hausrechts, muß die FFP 2 Masken aber bereit stellen.

    Ich sehe das durchaus anders. Nach meiner Denke ist das eine Maßnahme des Arbeits und Gesundheitsschutzes, die der Mitbestimmung unterliegt. Hierzu muss es eine Gefährdungsbeurteilung geben und wenn eine Gefährdung besteht, dann ist der BR bei der Festlegung der Maßnahmen zu beteiligen.


    Kannst du mir da mal eine Quelle geben, wie du zu diesem Schluss gekommen bist?

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Kannst du mir da mal eine Quelle geben, wie du zu diesem Schluss gekommen bist?

    Um Mitarbeiter und Kunden zu schützen, dürfen Arbeitgeber während der Corona-Pandemie eine Maskenpflicht im Betrieb anordnen. Zumindest in den Bereichen, in denen ein persönlicher Kontakt nicht auszuschließen ist. „Der Arbeitgeber kann auch das Tragen von FFP2-Masken vorschreiben und zwar auch dann, wenn dies über die landesgesetzlichen Vorschriften hinausgeht, Quelle


    Der BR ist natürlich zu beteiligen, aber kann m.E. kaum mehr tun als seinen Wilhelm darunter zu setzen. Gestalten kann er höchstens, wann, wo und wie oft und lange die MA den Maulkorb absetzen dürfen...

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Ok, so kommen wir zusammen. Selbst der Arbeitsrechtsexperte sagt ja, dass es eine Arbeitsschutzmaßnahme ist. Daher unterliegt sie dem MBR nach §87 I 7BetrVG. Wenn er da über die gesetzliche Vorgabe drübergehen möchte, muss er sich mit dem BR einigen, oder vor die Einigungsstelle. Selbständig anordnen kann er es nicht.

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Ich habe intern schon angeregt, schöne Frauen von der Maskenpflicht auszunehmen, weil das öffentliche Interesse an der Gesichtserkennung den Gesundheitsschutz überwiegt. Die Kollegin auf die das gemünzt war, fühlte sich zwar geschmeichelt aber geschlechtsdiskriminiert, weil auf ihre visuellen Interessen keine Rücksicht genommen wird. :evil:

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Die Kollegin auf die das gemünzt war, fühlte sich zwar geschmeichelt aber geschlechtsdiskriminiert, weil auf ihre visuellen Interessen keine Rücksicht genommen wird.

    mach ein Negativum draus, dann ist sie nicht direkt betroffen und somit nicht dikrimminiert:

    als unschön eingestufte Frauen müssen Maske tragen

    --> mal sehen welche Dame sich als Erstes beschwert weil sie sich angesprochen fühlt :whistling:

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Um Mitarbeiter und Kunden zu schützen, dürfen Arbeitgeber während der Corona-Pandemie eine Maskenpflicht im Betrieb anordnen. Zumindest in den Bereichen, in denen ein persönlicher Kontakt nicht auszuschließen ist. „Der Arbeitgeber kann auch das Tragen von FFP2-Masken vorschreiben und zwar auch dann, wenn dies über die landesgesetzlichen Vorschriften hinausgeht

    Das finde ich interessant, hilft aber hier wohl nicht weiter:

    Ich habe den Fall so verstanden, dass der MA eine FFP2-Maske trägt, allerdings nicht die vom AG gestellte, sondern eine eigene. Der MA erfüllt also die Vorgaben des AG.

    Ich vermute mal, dass es sich hier um eine Dauermaske handelt. Der Vorteil ist, dass diese Masken weniger stauben als so manche andere. Der Nachteil ist, dass niemand beurteilen kann, ob die Maske oft genug getauscht und nicht unsachgemäß gereinigt wurde und damit seine Wirkung verloren hat.

    Das Ganze klingt mir nach einem Problem, das mit Sprechen überwunden werden könnte.

  • der Kollege muß halt damit leben, dass eventuell die Maske nicht zum Hemd passt. ;)

    Es ist ja auch kein Problem, wenn die Maske nicht zum Hemd passt. Wenn die Maske aber nicht zum Gesicht passt, dann schon. FFP2-Masken gibt es in den unterschiedlichsten Formen und nicht jede passt zu jedem Gesicht und wenn eine FFP2-Maske nicht richtig dicht abschließt schützt sie nicht richtig. Man sollte ja die Möglichkeit nicht ausschließen, dass der MA evtl. hier nicht einen gesteigerten Wert aus sein Erscheinungsbild legt, sondern doch eher auf einen wirksamen Schutz vor Infektion.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser