Arbeitsplatzbegehung im Rahmen eines BEM`s

  • Hallo,


    im Rahmen vom BEM wurden Arbeitsplatzbesichtigungen mit Betriebsärztin und Fasi durchgeführt. Laut Fasi ist der Organisator für die Protokollierung verantwortlich, was ich dann wäre. Ich sehe die Verantwortung allerdings bei der Fasi, da hier die entsprechende Fachkompetenz vorausgesetzt wird. Rahmenbedingungen für Arbeitsplatzbesichtigungen im Rahmen eines BEM`s sind in keiner BV o.ä. festgeschrieben.


    Wie seht ihr das?


    HG Di

  • Ich sehe das so, das hier auf dem Rücken von AN Kompetenz-Tennis gespielt wird. (Du musst das machen - nein, du - nein, du - warum ich? - weil ich nicht - warum du nicht? - weil du das machen musst... - aus!) Und wer hat verloren? Der Kollege um den es geht!


    Es gibt hier keine wie auch immer geartete gesetzliche Regelung. Wer ist näher an dem betroffenen Kollegen dran? Vermutlich du. (Entweder ist der Laden so groß, dass ihr eine eigene FaSi habt, die dann aber mit ziemlicher Sicherheit nicht alle Kollegen kennt oder es ist sogar ein Externer, der die sowieso nicht kennt.)


    Ja, du hast vermutlich Recht, dass die FaSi die Fachkompetenz hat. Und? Genau diese Fachkompetenz braucht ihr bei der Begehung. Und dort sollte die FaSi euch alles erzählen, was von Belang ist...


    Kennst du den schönen alten Satz "Wer schreibt, der bleibt!" Wenn du das Protokoll schreibst, steht es dir frei, das Ergebnis zu beeinflussen. Sei es weil das Problem sehr ausführlich und sehr dringlich geschildert wird, oder die Lösung als einfach umzusetzen dargestellt wird - das entscheidet derjenige, der das Protokoll schreibt!


    Und das Protokoll schickst du der FaSi mit der Bitte es gegenzulesen, ob du alles richtig verstanden und dargestellt hast. Im Idealfall hast du alles verstanden und die FaSi hat nichts zu meckern. Aber du kannst es jetzt als gemeinsames Protokoll von dir und der FaSi abgesegnet "verkaufen", hat es gleich doppelt so viel Gewicht!


    Wie ich immer gerne sage: Es gilt das alte Ikea-Prinzip - Entdecke die Möglichkeiten! Nicht über die Arbeit jammern, schauen, was man positives aus der Situation herausholen kann. Und gerade in einem solchen Fall ist das ziemlich viel!


    Ein lustloses, dahingeschmiertes Protokoll à la "Wir waren da und haben uns den Arbeitsplatz angesehen und haben festgestellt, da könnte mal ein neuer Stuhl hin." wir kaum von jemandem ernst genommen.


    Aber ein Protokoll, in dem drin steht, mit welchen Beschwerden der Kollege sich an den BR/ASA gewandt hat, was alles im Vorfeld passiert ist, bis ihr euch entschlossen habt, dann am ... um ... den Arbeitsplatz ... mit den Kollegen ... und ... und der FaSi ... zu begehen. Dort wurde der Arbeitsplatz in Augenschein genommen und festgestellt, dass der Stuhl nicht mehr stabil steht, zu wenig Einstellmöglichkeiten hat (die aus folgenden Gründen für das Leiden wichtig wären...) und deshalb dringend empfohlen wird, hier ein einen neuen Schreibstuhl zu platzieren... - das liest sich ganz anders und hat viel mehr Gewicht. Und du kannst das steuern. Aber nur, wenn du dir selber die Mühe machst! (Natürlich nur beispielhaft, ich habe ja keine Ahnung, worum es bei euch genau geht.)


    Viel Erfolg!


    (Und ja, ich weiß, ich habe gut reden, ich bin über 20 Jahre BR und seit Jahren Schriftführer - schreiben und formulieren fällt mir relativ leicht, das ist nicht jedermanns Sache. Aber es lässt sich lernen. Und du musst das ja nicht alleine machen. Schreibe erst einmal, wie dir der Schnabel gewachsen ist, dann gibt du es jemand zu lesen, zu dem du Vertrauen hast. Der muss noch nicht einmal etwas von der Sache verstehen. Denn dann zeigt sich, findet er die Formulierung nachvollziehbar und hat er verstanden, wo das Problem ist und denkt, das sei ein guter Lösungsansatz? Dann hast du alles richtig gemacht. Und wenn nicht, hast du dich noch bei niemandem "blamiert" und kannst es überarbeiten. Das mag beim ersten Mal etwas länger dauern. Aber schon beim zweiten Mal bist du deutlich schneller. Nur Mut!)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

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  • Hallo,


    es gibt nicht umsonst den Spruch "Wer schreibt, der bleibt".

    Gerade bei Protokollen kann es sehr wichtig sein, wer Protokollant*in ist, welche Themen wie stark und mit welchen Nuancen aufgearbeitet werden.

    Da ist dann eine Verweigerungshaltung als BRM absolut kontraproduktiv und evtl. für die betroffenen Beschäftigten nachteilig.

  • Hallo,


    also wir schreiben obwohl wir nicht für Protokolle in der ASA Sitzungen verantwortlich sind, immer unsere eigenen Protokolle.

    Generell um die Probleme die wir sehen auch für uns nochmal fest zu halten, niemand von uns kann sagen was unsere FaSi Protokolliert.

    Es kam sogar vor das Wichtige Punkte, garnicht im Protokoll unserer FaSi standen.

    Zudem können wir das Gremium mit unseren eigenen Worten wiedergeben, was genau besprochen wurde.

    Ich kann auch nur empfehlen immer mit Block und Stift bewaffnet zu sein.


    Gruß

    Chris

  • Zudem können wir das Gremium mit unseren eigenen Worten wiedergeben, was genau besprochen wurde.

    Das reicht doch. Es muss in einem Protokoll doch kein Gesetzestext stehen.

    Es kam sogar vor das Wichtige Punkte, garnicht im Protokoll unserer FaSi standen.

    Die Fachkraft für Sicherheit ist genau das. Fachkraft für Sicherheit. Ein beratendes Organ.

    Unglücklich, dass wichtige Punkte nicht drin stehen. Aber als FaSi ist er nicht Protokollführer qua Amt.

    Man kann ihn bitten es ausführlicher zu gestalten, oder es selber machen, wenn man sicher gehen will, dass die Punkte die einem wichtig sind, enthalten sind.

  • BjoernPe Ich glaube, Du und Chris L. redet gerade aneinander vorbei.


    Ich hatte Chris so verstanden, dass er aus den von ihm genannten Gründen das "Selberschreiben des Protokolls" durchaus propagiert. Um sicher zu sein, alles verstanden zu haben (eigene Worte) und evtl. Nachlässigkeiten (fehlt im Protokoll der Fasi) gar nicht erst entstehen zu lassen...

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  • BjoernPe Ich glaube, Du und Chris L. redet gerade aneinander vorbei.


    Ich hatte Chris so verstanden, dass er aus den von ihm genannten Gründen das "Selberschreiben des Protokolls" durchaus propagiert. Um sicher zu sein, alles verstanden zu haben (eigene Worte) und evtl. Nachlässigkeiten (fehlt im Protokoll der Fasi) gar nicht erst entstehen zu lassen...

    Das war mein mein eigentliches Ziel :D


    Aber wie von meinem Gremium schon einmal bemängelt, schaffe ich es nicht immer das zu sagen, was ich eigentlich sagen möchte. :rolleyes:


    Danke dir für die Wesentlich bessere Formulierung :) :thumbup:

  • Hallo,


    da es im Rahmen eines BEM`s sattfand, war ich verunsichert hinsichtlich entsprechender Vorgaben. Ich habe hinsichtlich der Erstellung des Protokolls auch nicht das Problem, ganz im Gegenteil, dann kann ich "eigene" entsprechende Protokollvorlagen erstellen. ;)

    Vielen Dank für die Antworten.


    HG Di