Homeofficepflicht nicht richtig umgesetzt

  • Hallo Kollegen,


    bei uns im Betrieb wird die Pflicht zum Homeoffice nicht richtig umgesetzt. Es gab Verhandlungen darüber, wie das umgesetzt werden sollte. Wir beharren darauf, dass das Angebot ohne Begrenzung zu gelten hat und die Kollegen so viel wie möglich von zu Hause arbeiten. Darüber gab es keine Einigung, so dass die GF nun angewiesen hat, dass die Kollegen an maximal drei Tage im Homeoffice arbeiten können.


    Bedeutet also andersherum eine Anwesenheitspflicht von 2 Tagen und berücksichtigt auch nicht die doch recht unterschiedlichen betrieblichen Belange jedes Einzelnen. Die neuen gesetzlichen Regelungen sind dahingehend ja eindeutig und unmissverständlich.


    Wie genau ist nun der Ablauf, um rechtssicher die Interessen der Kollegen durchsetzen zu können?


    Vielen Dank.

  • Ich würde dem Arbeitgeber den Gesetzestext vorlegen und von ihm dann verlangen das er darlegt warum eine Tätigkeit vor Ort ausgeführt werden muss und nicht im Homeoffice ausgeführt werden kann. Also welche betrieblichen Gründe für das Arbeiten vor Ort und gegen Homeoffice vorliegen.

    Wenn dann die Mitarbeiter von ihrer Seite keine Gründe haben warum nicht Homeoffice gearbeitet werden kann dann wird es schwierig für den Arbeitgeber.

  • Aufforderung an den AG mit kurzfristiger Fristsetzung (24 Stunden), die Regelung zurückzunehmen bzw. gesetzeskonform umzugestalten, und euch zur Zustimmung bzw. Beteiligung nach §87 BetrVG vorzulegen. Dabei darauf hinweisen, dass:


    1. Die Anweisung gesetzwidrig ist

    2. Eure Mitbestimmungsrechte nach §87 BetrVG missachtet wurden

    3. Ihr die Mitarbeiter informieren werdet, dass die Regelung gesetzwidrig ist, ihr nicht beteiligt wurdet, und rechtlich dagegen vorgehen werdet (Motto: Der Betriebsrat ist kein Geheimrat)

    4. Dem AG androhen, dass ihr zur Wahrnehmung der Rechte des BR nach ordnungsgemäßer Beschlussfassung einen Anwalt beauftragen werdet, eure Mitbestimmungsrechte auf gerichtlichem Wege durchzusetzen (aufgrund Eilbedürftigkeit durch einstweilige Verfügung) . Dabei auch auf die dadurch entstehenden Kosten hinweisen.

    5. Bei Verstreichen der Frist Punkt 4 umsetzen, und darüber widerum die Mitarbeiter informieren.

  • Der Betriebsrat wacht über die Umsetzung von Gesetzen. Entweder geht das das vor Gericht mit allen Möglichkeiten die sich da geben.
    Oder eine andere Aufsichtsbehörde (BG, Amt für Arbeitsicherheit, ....) wird mit eingebunden. Wobei der Weg vor Gericht das sicherste ist.
    Der Stress ist dann halt da aber da muss man dann durch.

    Edit on: Da waren einige schneller und konkreter als ich.

  • EDDFBR hat die Möglichkeiten schön aufgezählt. Ich möchte nur hervorheben, dass ich dem Arbeitgeber nicht nur mit der einstweiligen Verfügung (einhaltung der Gesetze) drohen würde, sondern auch gleichzeitig androhen, die Verhandlungen zur BV mobiles Arbeiten/ Homeoffice (§87 I 14 BetrVG) als gescheitert erklären und ihr die Einigungsstelle anruft. Und sollte er dann im Zweifel immernoch rumzicken kann man noch vorschlagen, dass man ja die Gewerbeaufsicht fragen könnte, ob sie das genauso sehen wie er.

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand