Arbeitszeit BV

  • Moin zusammen,


    wir arbeiten gerade an einer Arbeitszeit-BV. ( Maschinenbau). Seit November 2020 arbeiten wir in der Montage in 2 Schichten aufgrund der Corona-Pandemie. Habt Ihr Vorschläge für Überlappung der Schichten (38h Woche), so dass die MA in der Spätschicht abends nicht solange arbeiten müssen. Ja ich weiß, es klingt ein wenig nach Mimimi, aber alle "Schrauber" haben hier damals angefangen mit dem Wissen, dass es nur eine Normalschicht gibt. Bei Überlappung der Schichten müsste es dann ja auch Prozessbeschreibungen geben, welche regeln, was die MA dann zu tun haben, wenn die beiden Schichten für eine gewisse Zeit zusammenarbeiten. Oder gehört sowas nicht in eine BV?

    "Das Gras wächst nicht schneller wenn man dran zieht."

    "Immer Sonne ist Wüste"

    BRV,9er Gremium,kein Tarif

  • macht eine Überlappung denn überhaupt Sinn? Oft ist es ja so, dass wenn auf Mehrschicht umgestellt wird auch entsprechend mehr Mitarbeiter da sind und es gar nicht genügend Arbeitsplätze für eine Überlappung gibt.

    Wenn ihr seit Nov20 schon in 2 Schichten arbeitet müsstet ihr doch schon Regelungen haben.

    Was stellen die MA sich denn vor, welche Ideen haben die denn?

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Es gibt keine Regelungen, es ist die Rede von 15-30 min Überlappung, das könnte man , denke ich, schon irgendwie hinbekommen. Muss das Procedere, was in dieser Zeit die MA machen müssen, in einer BV festgehalten werden?

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  • Würde ich nicht machen, da das ja immer verschieden ist. Man übergibt z.B. eine Maschine mit Werkstück, damit der andere das fertig machen kann. Am nächsten Tag ist er gerade fertig und muss kein Werkstück übergeben usw.

    Für eine Viertelstunde findet jeder Arbeit.

  • Warum seid ihr denn konkret in 2 Schichten gegangen? Höheres Auftragsvolumen oder um die Anzahl der Mitarbeiter, die miteinander Kontakt haben, zu verringern?

    Bei höheren Auftragsvolumen könnte es eine Übergabezeit geben. Allerdings ist in vielen Schichtbetrieben einiges unternommen worden, um den Kontakt zwischen den Schichte zu vermeiden, da wäre so eine direkte Übergabe und teilweise Doppelbesetzung hinderlich.


    Wenn es ausschließlich wegen Corona ist, wie wäre denn eine generelle Entzerrung, Frühschicht fängt etwas früher an, dann könnte die Spätschicht "etwas eher" starten und etwas eher aufhören.

  • Hm... wenn ihr doch wegen Corona, sprich um Abstand zu halten, die zwei Schichten eingeführt habt, macht denn dann eine Überlappung Sinn? Wäre sie nicht kontraproduktiv?


    Muss das Procedere, was in dieser Zeit die MA machen müssen, in einer BV festgehalten werden?

    da es um eine BV Arbeitszeit geht sehe ich das ähnlich wie Hawky. Wenn ihr eine überlappende Zeit haben wollt, sollte in der BV geregelt sein, dass beide Schichten die Zeit vergütet bekommen und höchstens wofür die Zeit evtl. gedacht ist (wenn es so etwas wie eine Übergabe gibt). Hier ins Detail zu gehen, macht nicht wirklich Sinn.


    Vor dem Hintergrund, dass das doch insgesamt nur eine temporäre Angelegenheit ist, warum wollt ihr überhaupt noch eine BV basteln? Was ist bisher schief gelaufen, dass ihr jetzt eine BV braucht?

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Es gibt keine Regelungen, es ist die Rede von 15-30 min Überlappung,

    15 Min das wäre für mich schlicht: Übergabezeit von Schicht 1 zu Schicht 2

    einfach damit der Kollege der 2.Schicht eine Einweisung erhält was gerade Sachstand ist.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Die GF kam jetzt mit einer BV um die Ecke, wo die Schichtarbeit grundsätzlich eingeführt werden soll..

    na da gibt es ja erstmal jede Menge Ansatzpunkte für euch:

    Notwendigkeit erklären lassen.

    Produktivität, Erlöse, Gewinne usw

    Wie sieht die Personalplanung dann aus.


    Grundsätzlich auf Dauer verweigern könnte schwierig werden.

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  • Wenn man die Belegschaft trennt um das Corona Ansteckungsrisiko zu senken macht eine Schichtüberlappung überhaupt keinen Sinn. Es sei denn es gäbe genug Raum und Arbeit sich nicht zu begegnen. Bei uns wird im Schichtbetrieb um Kontakte zu vermeiden die Tägliche Arbeitszeit um 15 min gesenkt bei vollem Lohnausgleich. ( Abhängig vom Infektionsgeschehen im Landkreis, bzw. Bundesland) Damit auch wirklich möglichst kein Kontakt erfolgt.

    6.00 Uhr - !3.45 Uhr, 14.00 Uhr - 21.45 Uhr, 22.00 Uhr - 5.45 Uhr

  • Die GF kam jetzt mit einer BV um die Ecke, wo die Schichtarbeit grundsätzlich eingeführt werden soll..

    Ah... na das ist doch eine ganz andere Murmel... vor allem vor dem Hintergrund hier:

    aber alle "Schrauber" haben hier damals angefangen mit dem Wissen, dass es nur eine Normalschicht gibt


    Ich verstehe und akzeptiere ja, dass ich lieber für einen gewissen Zeitraum Schichtarbeit mache, als in die Kurzarbeit zu gehen. (Besondere Situationen erfordern bekanntermaßen auch besondere Maßnahmen.)


    Aber jetzt so grundsätzlich? Wie sieht es dann mit Schichtzulage aus? Wie werden die Schichten gewechselt? Was sagt denn der Wirtschaftsausschuss dazu? Schichtbetrieb wird doch üblicherweise gemacht, wenn entweder die Maschinen viel Zeit brauchen zum Hoch- oder Runterfahren oder wenn soviel Aufträge da sind und die Maschinen besser ausgelastet werden müssen. Einfach nur die Belegschaft über den Tag verteilen minimiert zwar das Infektionsrisiko (macht also deswegen durchaus Sinn), aber maximiert auch die Betriebskosten (mehr Licht, mehr Heizung, evtl. mehr Personal (Empfang, Pförtner, Kantine, ???))


    Geben denn Eure Arbeitsverträge überhaupt Schichtarbeit her? Es mag ja neuere Verträge geben, die hier einfach nur auf die jeweils geltende BV zum Thema verweisen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es auch noch alte Verträge gibt, in denen die Arbeitszeit "fest verdrahtet" ist. Die könnt ihr nicht per BV aushebeln.


    Wenn ihr grundsätzlich der Meinung seid (als BR), dass ihr versteht warum der AG das machen will und ihr auch denkt, dass das sinnvoll wäre, dann wäre mein Vorschlag an den AG: Mach eine Mitarbeiterversammlung und erkläre den Kollegen, was du vorhast. Und anschließend setzen wir uns als BR mit dir hin und "basteln" was.


    Je nach Umfang und Größe der Aktion könnte das ja z.B. auch sein, dass es Kollegen gibt, die weiterhin nur in einer Schicht arbeiten, während ein kleinerer (oder größerer) Teil, im Zweischichtbetrieb arbeitet. (Ob das grundsätzlich Sinn machen würde bei euch - keine Ahnung, ich denke nur mal laut...) Der Vorteil davon wäre, dass jeder das Arbeitszeitmodell hat, das er haben will. Und der AG relativ flexibel auf die jeweilige Auftragslage reagieren kann, in dem er z.B. mal mehr mal weniger Stellen im Zweischichtbetrieb anbietet. (Wie gesagt, alles nur mal so Gedanken, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass ein Unternehmen von heute auf morgen mal eben so die Produktion verdoppelt (es sei denn, ihr macht Klopapier, die 4. Welle kommt... *duckundwech*))

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  • Wenn man die Belegschaft trennt um das Corona Ansteckungsrisiko zu senken macht eine Schichtüberlappung überhaupt keinen Sinn.

    Genau so ist es. Es ist nicht nur so, dass Schichtüberlappungen keinen Sinn machen, nach aktueller Corona-ArbSchV wären sie höchst wahrscheinlich sogar unzulässig. Es kommt natürlich auf die betrieblichen Gegebenheiten an:

    Es sei denn es gäbe genug Raum und Arbeit sich nicht zu begegnen.

    (dann würde es gehen).


    Zitat

    Corona-ArbSchV (BaWü)


    § 3 Kontaktreduktion im Betrieb
    Der Arbeitgeber hat alle geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen zu treffen, um
    betriebsbedingte Personenkontakte zu reduzieren. Die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere
    Personen ist auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren

    Dieses Zitat ist zwar aus der Corona-ArbSchV (BaWü), aber soweit ich weiß gibt es diese Regelung in allen Bundesländern. (Wäre aber zu prüfen, ob das bei Euch zutrifft).


    Auf jeden Fall hat der AG damit das Recht (bzw. sogar die Pflicht), jede Schichtüberlappung abzulehnen, wenn diese dazu führt, dass sich die MA der unterschiedlichen Schichten dabei über den Weg laufen.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Dieses Zitat ist zwar aus der Corona-ArbSchV (BaWü), aber soweit ich weiß gibt es diese Regelung in allen Bundesländern. (Wäre aber zu prüfen, ob das bei Euch zutrifft).

    ist die Corona Arbeitsschutzverordnung nicht eine Verordnung des Bundes??? Die müsste doch in allen Bundesländern gleich angewandt werden (bitte korrigiert mich wenn ich hier falsch liegen sollte).

  • Wenn es jetzt um die Einführung von Schichtarbeit geht in einer BV dann wäre es aus meiner Sicht sinnvoll und notwendig den "Alten Normalzustand", welcher vielleicht dann in der Zukunft auch wieder erfolgen wird mit persönlicher Schichtübergabe zu regeln. Und auch klare Regeln zu haben wie auch eine Kontaktlose Schichtübergabe wie das ja in Corona Zeiten nötig erfolgt.
    Dann kann man je nach Notwendigkeit mit direkter, persönlicher Schichtübergabe und mit der Sondersituation "Corona" umgehen in der Zukunft. Wobei es ja wahrscheinlich immer wieder gesetzliche Reglungen geben wird welche aufgrund aktueller Probleme/Themen in die beschriebenen Verfahren eingreifen werden und damit Regelungen der BV übersteuern werden. Auch so etwas sollte vom gemeinsamen Verständnis aufgenommen sein mit dem klaren Bekenntnis das man sich in so einem Fall zeitnah "zusammenrauft".

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • ist die Corona Arbeitsschutzverordnung nicht eine Verordnung des Bundes???

    das ist genau der Text aus der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundes.

    Keine Ahnung ob BaWü da noch was extra hat.

    In Hessen gibt es nichts extra,


    **offttopic** "ausser das man beim Umgang mit grüner Soße mittlerweile eine G42-Untersuchung benötigt" **topicwiederon**


    Über das vom Bund hinaus haben nicht alle Länder was zusätzlich.

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  • ist die Corona Arbeitsschutzverordnung nicht eine Verordnung des Bundes???

    Ja, Du hast vollkommen Recht :D

    Hatte irgendwie die "Landescoronaverordnung" im Kopf, aber die ArbSchV ist natürlich eine Verordnung des Bundes. Mein Fehler.

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