Rufbereitschaft innerhalb der Arbeitszeit

  • Wenn er aber innerhalb einer halben Stunde z.B. an einem bestimmten Ort sein muss, geht so ein Opernbesuch nicht...

    das weiß er bei der Bestellung der Karten und sollte dann den Dienst tauschen oder sich Karten bestellen wenn er keine Rufbereitschaft hat?

    Ich kann auch nicht wenn ich arbeiten muss Karten für den Museumbesuch bestellen und anschließend meckern, weil ich nicht ins Museum konnte

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Aber es kann halt durchaus problematisch werden, wenn der Arbeitgeber irgendwann meint, bei einem System-Totalausfall sind 5 Minuten mehr als angemessen.

    Natürlich kommt es auf die Art der Arbeit an (und auch auf den AG). In unserem Fall geht es bei der Rufbereitschaft immer um die Besetzung eines Rettungs- oder Notarztfahrzeuges, bei einem kurzfristigen Personalausfall. Da könnte man auch auf die Idee kommen, dass 5 Minuten angemessen wären. Aber unserem AG ist alles unter 4 Stunden ziemlich egal, da er erst wenn ein Rettungsmittel über 4 Stunden nicht besetzt ist, dieses dem Landratsamt melden muss.

    ...und in unter 4 Stunden hat es bisher noch jeder geschafft :D

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • das weiß er bei der Bestellung der Karten und sollte dann den Dienst tauschen oder sich Karten bestellen wenn er keine Rufbereitschaft hat?

    Ich kann auch nicht wenn ich arbeiten muss Karten für den Museumbesuch bestellen und anschließend meckern, weil ich nicht ins Museum konnte

    Naja Randolf, das ist schon ein Unterschied. Dass ich arbeiten muss weiss ich. Deshalb bestelle ich für die Arbeitszeit keine Karten irgendwo. Und ich werde auch voll entlohnt.


    Rufbereitschaft bei mir geht z.B. immer eine Woche im Monat außerhalb der Bürozeiten. Dafür wird eine Pauschale gezahlt. Bei uns (IT-Service) wird dann erwartet, dass man als erster Schritt per Telefon bzw. Laptop aktiv wird.


    D.h. ich dürfte dann eine Woche lang keine derartigen Aktivitäten (Oper o.ä.) außerhalb der Bürozeiten machen???


    Ich habe die Frage bewusst etwas provokant gestellt. Es geht darum die Grenzen zu finden.

  • D.h. ich dürfte dann eine Woche lang keine derartigen Aktivitäten (Oper o.ä.) außerhalb der Bürozeiten machen???

    Ja/ Nein (doppelte Verneinung beachten)

    nein- wenn man mit einer Unterbrechung aufgrund der Rufbereitschaft leben kann

    ja - man man die Oper genießen will


    für diese Einschränkung bekommst Du eine Pauschale, als Entschädigung für die Einschränkungen

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


    Einmal editiert, zuletzt von Randolf ()

  • Dafür wird eine Pauschale gezahlt.

    Aber genau deswegen wird diese Pauschale doch gezahlt. Weil Du durch die Rufbereitschaft in Deiner Freizeitgestaltung eingeschränkt bist. Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: natürlich kannst Du in die Oper gehen. Wenn Du Glück hast, passiert ja auch nichts. Wenn Du Pech hast, klingelt Dein Handy. Wenn Du dann doch wieder Glück hast, steinigt Dich das Publikum und der Rest kann Dir alles egal sein. Mit etwas weniger Glück fehlen Dir halt noch 2 Stunden 50 Minuten (Dein Beispiel, nach einer Stunde klingelt es) der Vorstellung und Du hast die Karten in den Sand gesetzt... So ist es mit Rufbereitschaft. Solche Pauschalen werden ja nicht bezahlt, weil der AG nicht weiß wohin mit seinem Geld, sondern weil klar ist: der Kollege mit Rufbereitschaft hat im Zweifelsfall das Popo-Kärtchen...

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Dafür wird eine Pauschale gezahlt.

    ...und Du würdest jetzt gerne die Pauschale für die Rufbereitschaft bekommen, aber dafür nicht "rufbereit" sein, weil das ja Einschränkungen mit sich bringt?

    "Ich habe die Frage bewusst etwas provokant gestellt." ;)


    ...aber im Ernst:

    Bei uns (IT-Service) wird dann erwartet, dass man als erster Schritt per Telefon bzw. Laptop aktiv wird.

    hier sollte man sich die Regelungen dazu schon mal ganz genau anschauen. Wenn erwartet wird, dass Ihr bei Anruf praktisch umgehend per Telefon bzw. Laptop aktiv werdet, dann ist das mMn keine Rufbereitschaft mehr, sondern eher eine Kombination aus mobiler Arbeit und Bereitschaftsdienst.

    Was ist denn da genau bei Euch geregelt? Wieviel Zeit habt Ihr ab Anruf, bis Ihr die Arbeit aufnehmen müsst?

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    Hanlons Rasiermesser

  • Naja, da ist gar nix geregelt. Es wird einfach erwartet, dass wir angemessen reagieren. Ich fasse das Thema konkret bei uns auch nicht an. Die Anzahl der tatsächlichen Anrufe ist sehr überschaubar. Es wäre ein größerer Verlust wenn jemand auf die Idee käme das zu streichen, weils eh kaum angewandt wird. Auf uns bezogen ist die Diskussion also eher theoretischer Natur. Aber ich diskutiere eben gerne grundsätzlich :) .

    Zitat

    ...und Du würdest jetzt gerne die Pauschale für die Rufbereitschaft bekommen, aber dafür nicht "rufbereit" sein, weil das ja Einschränkungen mit sich bringt?

    Yep :D

  • Wenn bei uns jemand wirklich Rufbereitschaft hat (eine Woche lang, geplant), dann muss er/sie innerhalb von 30 Minuten arbeitsbereit sein, allerdings nur im Sinne von mobilem Arbeiten. Theoretisch kannst du also in der Oper das Notebook aufklappen und loslegen. Aber auch wir bekommen eine pauschale Vergütung wegen den möglichen Einschränkungen.

    Wenn jemand außerhalb der Arbeitszeit im Sinner einer Rufbereitschaft angerufen wird, bekommt er oder sie (neben der Möglichkeit, garnicht ans Telefon zu gehen) den 1,33 fachen Tagessatz. In jedem Fall gibt es die Arbeitszeit gutgeschrieben.

  • Ja bin ich denn hier unter das Kulturvolk geraten? =O

    Opern assoziere ich in erster Linie mit kreischen und das dürfen bei mir nicht einmal Metal-Sänger (Ian Gillan hat eine Ausnahmegenehmigung für Child in time und St. Janis für alles). Aber vielleicht lasse ich mich ja bekehren, weil Gitarren kreischen dürfen, so lange, schrill und laut sie wollen.

    Daher meine Frage: Gibt es bei Herrn Tristan und Frau Isolde denn ein paar schöne Feedbacks? :D

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)