Versetzung einer Gleichgestellten - Neue Gehaltsstufe?

  • Hallo,


    ich wende mich an euch mit einem Thema, über das ich mir aus gegebenem Anlass sehr viel Gedanken mache.


    Eine Kollegin, GdB 30 mit Gleichstellung, erhält die niedrigste Gehaltsstufe in unserem Haus. Aufgrund ihrer Beeinträchtigung wurde ihr bereits ein abgespecktes Arbeitspensum „bewilligt“. Bei jedem Mitarbeitergespräch mit der zuständigen Führungskraft wird ihr aufgezeigt, dass man mit der Qualität ihrer Arbeit absolut nicht zufrieden ist.

    Zukünftig wird die Abteilung, in der die Kollegin arbeitet, neu ausgerichtet, es gibt neue Stellenbeschreibungen und die Mindest-Gehaltsstufe ist eine Stufe höher, als die betroffene Kollegin aktuell verdient.

    Sie ist jetzt der Meinung, dass Sie auf jeden Fall die höhere Gehaltsstufe bekommt. Ich befürchte jedoch, dass die zuständige Führungskraft aufgrund mangelnder Qualität ihre aktuelle Gehaltsstufe „einfriert“.

    Ich wäre dankbar für eure Meinung/Einschätzung zu dieser Situation.


    Vorab vielen Dank :)

  • Zukünftig wird die Abteilung, in der die Kollegin arbeitet, neu ausgerichtet, es gibt neue Stellenbeschreibungen und die Mindest-Gehaltsstufe ist eine Stufe höher, als die betroffene Kollegin aktuell verdient.

    Grundsätzlich denke ich, mit dieser Maßgabe stünde ihr das auch zu. Allerdings: sie wird ja nicht versetzt oder neu eingruppiert, insofern ist es schwer da einen "Anpack" zu haben (bei Versetzungen kann die falsche Eingruppierung immer ein Widerspruchsgrund sein, aber ohne Versetzung - keine Anhörung - kein Widerspruch.


    Auf welcher Grundlage finden denn die Eingruppierungen bei euch statt? ERA, TV,... ???

    (Hintergrund der Frage: In vielen Systemen ist ein Eskalationsmechanismus eingebaut, wo und wie ein AN sich gegen falsche Eingruppierungen wehren kann.)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Zukünftig wird die Abteilung, in der die Kollegin arbeitet, neu ausgerichtet, es gibt neue Stellenbeschreibungen und die Mindest-Gehaltsstufe ist eine Stufe höher, als die betroffene Kollegin aktuell verdient

    Wer in einer Abteilung eingestellt ist und eine Stelle besetzt in der es eine Mindest-gehaltsstufe gibt, dem steht diese auch mindestens zu.

    Ansonsten macht die Mindest-Gehaltstufe doch gar keinen Sinn.

    Sie ist jetzt der Meinung, dass Sie auf jeden Fall die höhere Gehaltsstufe bekommt.

    der Meinung wäre ich auch

    Ich befürchte jedoch, dass die zuständige Führungskraft aufgrund mangelnder Qualität ihre aktuelle Gehaltsstufe „einfriert“.

    die Führungskraft könnte die MA evt. ablehnen, weil sie die Voraussetzungen für die Stelle nicht erfüllt, aber dagegen kann man mit Fortbildung etwas machen.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Wir sind ein genossenschaftliches Kreditinstitut und an den genossenschaftlichen Tarifvertrag gebunden.


    Es handelt sich meines erachtens schon um eine Versetzung. Die Stellen wurden offiziell ausgeschrieben und die Mitarbeiter mussten sich darauf bewerben.


    Ich sehe die Problematik in der Vergangenheit. Sie hat ihre Gleichstellung immer dafür verwendet um zu rechtfertigen, warum Sie nicht mehr und auch keine bessere Qualität ihrer Arbeit liefern kann. Jetzt möchte Sie argumentieren, dass ihre Arbeit die neue Gehaltsstufe wert ist, obwohl sich an ihrer Tätigkeit, weder quantitativ noch (laut Führungskraft) qualitativ verändert hat.

    Ich finde es sehr schwierig, hier vernünftig zu argumentieren.


    die Führungskraft könnte die MA evt. ablehnen, weil sie die Voraussetzungen für die Stelle nicht erfüllt, aber dagegen kann man mit Fortbildung etwas machen.

    Das wurde schon mehrfach angegangen, laut Führungskraft ohne Erfolg.

    Einmal editiert, zuletzt von Run2018 () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Run2018 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich sehe die Problematik in der Vergangenheit. Sie hat ihre Gleichstellung immer dafür verwendet um zu rechtfertigen, warum Sie nicht mehr und auch keine bessere Qualität ihrer Arbeit liefern kann. Jetzt möchte Sie argumentieren, dass ihre Arbeit die neue Gehaltsstufe wert ist, obwohl sich an ihrer Tätigkeit, weder quantitativ noch (laut Führungskraft) qualitativ verändert hat.

    Ich finde es sehr schwierig, hier vernünftig zu argumentieren.


    Das wurde schon mehrfach angegangen, laut Führungskraft ohne Erfolg.

    das stellt die Sachlage jetzt etwas anders dar als im Eingangsthread :/

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Es handelt sich meines erachtens schon um eine Versetzung. Die Stellen wurden offiziell ausgeschrieben und die Mitarbeiter mussten sich darauf bewerben.

    Bingo! Dann seid ihr doch da, wo ihr hinwollt. Ohne die korrekte Eingruppierung keine Versetzung der Kollegin.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Mit welcher Begründung bekommen denn die anderen Mitarbeitenden mehr Geld? Wurde eine Auswahl getroffen? Was passiert mit den Mitarbeitenden, die nicht ausgewählt wurden? Hat sich die Kollegin ebenfalls beworben und wurde auch ausgewählt?

    Und um die Frage von Moritz zu unterstreichen: Auf welcher Basis werden die Eingruppierungen vorgenommen?

  • Die meisten Mitarbeiter in diesem Bereich erhalten schon die ganze Zeit die Eingruppierung, welche auch für die neuen Stellen festgelegt wurde. Die Gehaltsstufe orientiert sich an den Anforderungen und wird bei uns von der Personalentwicklung festgelegt.

    Es kann niemand nicht ausgewählt werden, alle Mitarbeiter der Abteilung werden benötigt. Vorher war es eine Abteilung mit drei verschiedenen Teams. Jetzt wurden daraus zwei Teams gemacht, in denen die Aufgaben der bisherigen Teams aufgeteilt wurden.

  • Hat Euer AG mal probiert beim Integrationsamt einen Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich) zu beantragen?

    Wenn das klappen würde, wäre das doch eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten (inkl. AG). Die Kollegin bekommt das Gleiche Gehalt wie alle anderen, kostet den AG aber weniger, da es aufgrund der behinderungsbedingten Minderleistung der Kollegin einen Zuschuss vom Integrationsamt gibt.

  • Hallo run,


    hat Euer Gremium schon mal vom Präventionsverfahren gem. § 167 Abs. 1 SGB IX (nicht mit BEM nach Abs. 2 zu verwechseln)

    § 167 SGB IX - Einzelnorm (gesetze-im-internet.de)

    gehört?

    Dann solltet Ihr den AG umgehend auffordern, dieser gesetzlichen Pflicht nachzukommen. Die "Schwierigkeiten" im Beschäftigungsverhältnis sind ja wohl unbestreitbar.

    Und wenn die behinderungsbedingten Leistungsdefizite der ANin tatsächlich quantifizierbar sind, dann kann das Integrationsamt auch mit diversen Maßnahmen und Geldmitteln (!) unterstützen zB gem. § 185 Abs. 3 Nr. 2 SGB IX

    § 185 SGB IX - Einzelnorm (gesetze-im-internet.de)

    Dabei verbirgt sich hinter Buchstabe e) auch ggfs. ein dauerhafter Lohnkostenzuschuss, wenn die Leistungsminderung langdauernd und erheblich ist.