Beschäftigter möchte Zugriffsverlangen des Vorgesetzen auf personalisierte Mailbox des Beschäftigten abwehren (Private Nutzung der Mailbox ist geduldet)

  • Ich kann in Outlook zwar keinen einzelnen Ordner verschlüsseln, aber ich kann durchaus jemandem zwar Zugriff auf mein Mailkorb einrichten, ihm aber gleichzeitig die Rechte für einzelne Ordner vorenthalten.

    Völlig richtig :)

    Wenn jedoch ein Admin Serverseitig Zugriff für Dritte einrichtet, weil der AN dauerkrank ist und per Chef-Anweisung jemand Anderes reinschauen soll, geht das aufs komplette Postfach und trennt nicht einmal zwischen Mails und Terminen und Kontakten und Notizen, geschweige denn dedizierte Mail-Ordner. Vielleicht gehts ja bei neueren Exchange-Server-Versionen, ich kenne bisher nur Exchange 4.0 (ich mach das schon seit den frühen Neunzigern) bis hin zu Exchange 2010 - wir liegen technisch ein wenig zurück und inzwischen habe ich andere Schwerpunkte, drum kenne ich die 2016er und 2019er Versionen noch nicht.


    Es ist ja nun so, dass die private Nutzung der geschäftlichen Emailadresse ein Zugeständnis des AG ist.

    Zweifelsfrei :)

    M.E. ist es aber auch ein Relikt aus Zeiten, wo private Internetzugänge noch kein Standard waren, Computer ein seltener Luxus waren wie Farbfernseher in der DDR in den frühen Achtzigern und "E-Mail" für >97% der Bevölkerung mit Emaille gleichgesetzt wurde. Da war private Nutzung von E-Mail in der Firma noch ein Schmankerl ...


    Inzwischen ist die Situation eine andere: Alle sind (dauer)online, IT-Sicherheit ist kein Fremdwort mehr und die DSGVO treibt Verantwortliche zu mitunter seltsamen Reaktionen. Bei privater Nutzung darf man nicht reinschauen (Telekommunikationsgeheimnis wurde schon genannt) und wenn Dritte nach Auskunft über über sie gespeicherte Daten einholen, wird die erlaubte und nicht kontrollierbare private Kommunikation über die Firmenmail womöglich zu einem Risiko. Kleinere Firmen haben nicht das Know-How zum Absichern ihrer Systeme und oft nicht einmal ein Berechtigungskonzept, so dass über private Kommunikation hier und da auch Angriff auf die Firmen-IT erfolgt - da kann man noch viel dazu schreiben, was aber vom Kern des Threads immer weiter weg führt. :)

    Und .... jetzt haben neben Schülern selbst Oma und Opa je ein eigenes Smartphone und eine persönliche E-Mail-Adresse (wie privat das noch ist, der Sohn oder Enkel oder Nachbarsjunge das eingerichtet haben und administieren, mag ein anderes Thema sein), erst recht also so ziemlich nahezu alle arbeitenden Menschen.

    Der Bedarf ist einfach nicht mehr da, Privates über die Firmenmail organisieren zu müssen. Daher ist es am Ende sogar Win-Win, wenn man das man konsequent trennt.

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Der Bedarf ist einfach nicht mehr da, Privates über die Firmenmail organisieren zu müssen. Daher ist es am Ende sogar Win-Win, wenn man das man konsequent trennt.

    Da gebe ich Dir absolut Recht.

    Ich sage ja bloß, dass richtig und "den MA vermittelbar" nicht immer ein und das selbe sind. Du weißt doch wie das läuft, da werden viele Zeter und Mordio schreien, wenn Du ihnen ihre Emaille wegnehmen willst ;)

  • Ich sage ja bloß, dass richtig und "den MA vermittelbar" nicht immer ein und das selbe sind.

    Stimmt :)

    Du weißt doch wie das läuft, da werden viele Zeter und Mordio schreien, wenn Du ihnen ihre Emaille wegnehmen willst

    Emaille ist old school, heute nimmt man Edelstahl oder Karbon oder ach so tolle Verbundwerkstoffe :D

    Man wird alt wie ein Haus und lernt doch nie aus.

  • Bei uns wurde die private Nutzung vor einiger Zeit (noch vor dem Betriebsrat) grundsätzlich verboten. Die Mitarbeitenden haben aber die Möglichkeit, eine Freigabe des Postfachs für betrieblichen Zugriff und die Archivierung zu unterzeichnen und dürfen das Postfach dann auch privat nutzen. Gleiches gilt für die Engeräte in gewissem Rahmen.

    Für den Übergang - ich sehe ebenfalls das Problem mit älteren E-Mails, di plötzlich im Zugriff sein könnten - gab es leider keine Lösung. Ich habe alle privaten E-Mails gelöscht und nutze Postfach und Geräte nicht mehr privat. Habe dafür aber auch mein Diensthandy abgelegt - ich laufe nicht mit zwei Mobiltelefonen rum.

  • Auch bei uns wurde, übrigens mit Betriebsrat, die private Nutzung der dienstlichen Mails untersagt. Das ganze rechtliche Prozedere, wenn du als Firma deine Mails für Private Nutzung frei gibt's, war einfach zu aufwendig, zumal wir innerhalb eines Konzerns agieren. Was erlaubt ist, ist die private Nutzung des Internets, solange sie im Rahmen bleibt. Das heißt, ich könnte meine privaten Mails checken.

    Wobei auch vorher schon, die private Nutzung nicht grundsätzlich erlaubt war, sie wurde halt stillschweigend geduldet.

  • Auch bei uns wurde, übrigens mit Betriebsrat, die private Nutzung der dienstlichen Mails untersagt.

    Bei uns doch auch :D (Hab das Ding selbst unterschrieben).

    Allerdings konnten wir den AG überzeugen, dass er sich damit nur unnötig unbeliebt macht, wenn er hier nicht ein wenig Entgegenkommen zeigt. Jetzt gibt es stattdessen kostenloses WLAN im ganzen Betrieb für alle MA.

    Kam gut an, finden eigentlich alle MA sinnvoller als die private Nutzung der dienstlichen Emailadresse.

  • Das Ende der Diskussion wird sein, dass Euer Arbeitgeber die private Mitbenutzung des dienstlichen eMail-Postfachs untersagt. Er hätte mein volles Verständnis.

    Für mich persönlich ist es immer befremdlich, wenn MA durch den AG einen Nutzen haben und versuchen, daraus Forderungen abzuleiten.

    In unserer Abteilung hat das Verhalten nur dazu geführt, dass den Mitarbeitern etliche Vorzüge gestrichen wurden.

  • Bei uns ist es einfacher. Wir haben auf unseren dienstlichen Endgeräten (Android und iOS) einen privaten und einen dienstlichen Bereich. Auf Bürorechnern gibt es meist Gruppenpostfächer für die Kommunikation mit externen und internen Kunden. Die dienstliche Emailadresse gehören dem Mitarbeiter, der AG bzw. die Führungskraft darf da nicht ran.