Probezeit in Anschlussbeschäftigung nach Freiwilligendienst

  • Hallo zusammen,


    es macht jemand FSJ oder BFD bei dem Arbeitgeber A. Das FSJ geht nahtlos in ein hauptamtliches Beschäftigungsverhältnis beim Arbeitgeber A über.

    Dort erhält der Arbeitnehmer einen Arbeitsvertrag mit einer Probezeit, Die Tätigkeit ist die gleiche wie im FSJ. Gilt die Probezeit oder gilt diese wegen dem FSJ,

    bei dem der AN ja bereits in gleicher Tätigkeit beim Arbeitgeber A gearbeitet hat, nicht?


    Grüße

    Ebby

  • Die "Probezeit" gilt. (Das würde sie sogar selbst wenn sie nicht im Arbeitsvertrag stehen würde).

    Der Begriff "Probezeit" ist etwas irreführend und bezieht sich einfach darauf, dass erst nach 6 Monaten ununterbrochenem Arbeitsverhältnis ein allgemeiner Kündigungsschutz besteht (§ 1 Abs. 1 KSchG). Also ob die "Probezeit" nun im Arbeitsvertrag steht oder nicht das KSchG wirkt erst nach 6 Monaten ununterbrochenem Arbeitsverhältnis.

    Nun ist es so, dass ein Jugendfreiwilligendienst per Definition eben kein Arbeitsverhältnis ist (sondern halt ein Jugendfreiwilligendienst). Da nun der Wortlaut des Gesetzes (§ 1 Abs. 1 KSchG) von 6 Monaten ununterbrochenem Arbeitsverhältnis spricht, ein Jugendfreiwilligendienst aber eben kein Arbeitsverhältnis ist... (sollte klar sein ;))

    (Wäre ein FSJ ein Arbeitsverhältnis, würde auch das Mindestlohngesetz gelten...)

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • (Das würde sie sogar selbst wenn sie nicht im Arbeitsvertrag stehen würde)

    Da muss ich Dir vehement widersprechen. Auch wenn das KSchG unbestritten erst nach 6 Monaten Früchte trägt, basiert die verkürzte Kündigungsfrist in der Probezeit (ein nicht unwesentlicher Aspekt der Probezeit!) auf § 622 (3) BGB und bedarf der vorherigen Vereinbarung.


    Kurz, sich nicht gegen eine Kündigung zur Wehr setzen können und das ggfls auch noch kurzfristig sind zwei Paar Schuhe.


    Ansonsten bin ich absolut bei Dir. ;)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Da muss ich Dir vehement widersprechen

    Das darfst Du ruhig. ;) Hast ja Recht.

    Hättest Du diese Frage gestellt, wäre meine Antwort (nach dem ich mit dem Wundern fertig gewesen wäre) auch erheblich umfangreicher ausgefallen. Mir ging es hier im wesentlichen um den Wortlaut des KSchG "Arbeitsverhältnis" und darum, das ein FSJ eben keines ist. Ich wollte es nur nicht zu kompliziert machen.

    Aber Du hast natürlich vollkommen Recht, in meinem Bemühen mich zur Abwechslung mal kurz zu fassen war ich nachlässig und habe das sachlich falsch dargestellt. ;)

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Ich muss das hier mal was -ein wenig off topic- loswerden:

    Ich find's super, wie wir in diesem Forum miteinander diskutieren und uns gegenseitig auf die Sprünge helfen.

    Der Ton ist fast immer sachlich, wir lernen voneinander und grollen nicht, wenn man mal auf eine Ungenauigkeit aufmerksam gemacht wird.

    Das kenne ich in anderen Foren anders.

    Danke an alle!