Dienstreisen des BRV durch mehrere Niederlassungen

  • Wir sind ein BR mit 3 Mitgliedern. Die Firma hat deutschlandweit Niederlassungen. Alle Niederlassungen haben uns 3 als BR gewählt. Kann ich als BRV alle Niederlassungen besuchen um den Austausch mit den AN zu suchen? Ggf via Beschluss? Grüße und Dank vorab.

  • Ohne juristische Begründung aus dem Bauch heraus: Ja weil der BR für seine AN zuständig ist und sich auch vor Ort zeigen muss. Mit entsprechendem Beschluss, vielleicht feste Sprechzeiten oder auch Anlassbezogen.

  • deutschlandweite Niederlassungen und dann nur einen 3er Betriebsrat, da sind die einzelnen NL aber sehr klein.

    Ich würde das mit dem AG klären, aber ja es sollte möglich sein, nicht willkürlich und ständig aber jede NL in regelmäßigen Abständen besuchen geht.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Kleine Frage am Rande: Seid Ihr sicher, dass für die verschiedenen Niederlassungen nicht jeweils einzelne BRe gewählt werden müssten und Ihr dann einem GBR zu bilden hättet?


    § 4 BetrVG

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Kleine Frage am Rande: Seid Ihr sicher, dass für die verschiedenen Niederlassungen nicht jeweils einzelne BRe gewählt werden müssten und Ihr dann einem GBR zu bilden hättet?

    Ja, die Frage drängt sich irgendwie auf.

    Wie viele MA habt Ihr den insgesamt, wie viele Niederlassungen und wie viele MA pro Niederlassung (so grob geschätzt)?

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • danke für die vielen Antworten. ind der Tat ist es etwas kompliziert. offiziell sind es zwischen 7-10 Niederlassungen, durch Fluktuation gab es teilweise nur ein bis zwei Mitarbeiter pro Niederlassung. Die Firma insgesamt hat unter 50 Mitarbeiter. Es hat einige Gründe warum ein BR gegründet wurde.

  • Hallo,


    Ihr solltet Euch aber darauf vorbereiten, daß der AG (evtl. nicht ganz zu Unrecht) Euch fragt, ob nicht zumindest ein Teil der Reisen auch durch Videokontakt ersetzt werden kann.

    Außerdem habt ihr ja auch die Möglichkeit, durch Betriebsversammlungen, bei denen der AG den Reiseaufwand für die Beschäftigten bezahlen müßte, den direkten Kontakt herzustellen

  • Kann ich als BRV alle Niederlassungen besuchen um den Austausch mit den AN zu suchen?

    Wenn ich jetzt einfach mal davon ausgehe, dass ihr wisst, was ihr tut und eure Zuständigkeit für die Filialen auch rechtens ist (auf die möglichen Fallstricke haben die Kollegen ja schon hingewiesen), dann sollte das grundsätzlich möglich sein.



    Ihr solltet Euch aber darauf vorbereiten, daß der AG (evtl. nicht ganz zu Unrecht) Euch fragt, ob nicht zumindest ein Teil der Reisen auch durch Videokontakt ersetzt werden kann.

    Der Einwand ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Wenn es also nur um "Sprechstunden" geht, und (!!!) es auf beiden Seiten die Möglichkeit zum vertraulichen Gespräch auf beiden Seiten gibt, solltet ihr die Möglichkeit in Betracht ziehen.


    Auf der anderen Seite würde ich das als BR folgendermaßen "verkaufen":


    Lieber AG, nach § 80 (1) Ziffer 1 BetrVG haben wir auch die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften zu überwachen. Das können wir aber nur durch "in Augenscheinnahme" sicherstellen. Deswegen hat der BR beschlossen (!), sämtliche durch uns vertretene Filialen zu besuchen. Gleichzeitig möchten wir uns damit persönlich bei den Kollegen vorstellen, damit sie sich bei zukünftigen Fragen und Problemen nicht scheuen, uns per Videokonferenz zu kontaktieren.


    Damit habt ihr zum einen dem AG klargemacht, dass ihr den Besuch braucht um eure originären Aufgaben (Arbeitsschutz) zu erfüllen und gleich signalisiert, dass ihr das jetzt gar nicht als Dauereinrichtung (einmal im Monat auf Deutschlandtournee) implementieren wollt, sondern ihr sehr wohl hier versucht umsichtig zu agieren.


    Im Idealfall habt ihr gleich noch einen Routenplan erstellt, wann ihr wo sein wollt, wo ihr übernachtet und was die ganze Aktion kostet und den Beschluss vor diesem Hintergrund gefasst.


    Das heißt sicher nicht, dass der AG dann damit glücklich ist und das einfach abnickt, aber damit hättet ihr vor dem Arbeitsgericht zumindest gute Karten, weil ihr darlegen könnt, dass ihr sehr wohl pflicht- und kostenbewusst geplant habt.


    Wäre auch ein gutes Thema um es beim Monatsgespräch zu lancieren. Frei nach der Devise: hömma, wir überlegen und planen gerade... mit Glück sagt der AG "klingt vernünftig, macht mal", mit Pech geht er sofort auf die Barrikaden, aber dann wisst ihr wenigstens, dass ihr euch hier gleich besser aufstellen müsst, um das durchzusetzen.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!