Einführung gendergerechter Sprache mitbestimmungspflichtig?

  • Also ich glaube durchaus, dass der Ledertaschenmann öfter mal genervt die Augen rollt, aber ich glaube nicht, dass er deshalb Donald Trump applaudiert, wenn dieser lautstark verkündet was es für eine Schande ist, dass die Cleveland Indians sich in Cleveland Guardians umbenannt haben. ;)

    Genauso ist es!


    Ich bin alt, weiß und biodeutsch. Für alles 3 kann ich nichts und muss daher weder stolz darauf sein, noch mich dafür schämen. Ich gebrauche "Zigeuner", "Neger" und "Mohr" für gewöhnlich nicht, aber bossel auch nicht mit "Z-Wort, N-Wort, M-Wort" herum. Man (und frau) weiß sowieso was gemeint ist. Zudem gab es bereits Bestrebungen das Wort "Mutter" durch "Gebärendes Elternteil" zu ersetzen und Mutter wäre dann das "M2-Wort" ;)


    Ich bestelle mir ein Zigeunerschnitzel wenn es so auf der Speisekarte steht. Wenn es als Paprikaschnitzel angeboten wird, bestelle ich eben ein Paprikaschnitzel. Ich habe auch in Dornbirn schon "Mohrenbräu" getrunken ohne den Wirt zu belehren, dass er sein Bier in Maximalpigmentiertenbräu umbenennen oder selber saufen soll.


    Ich habe nichts gegen Schwule, aber muß nicht jede Erfahrung selber machen. Ich bin absolut für equal payment und gleiche Aufstiegschancen für Frauen und absolut gegen sexuelle, strukturelle, religiöse und physische Gewalt gegen Frauen, aber möchte deshalb nicht so sprechen, als würde ich unter chronischem Schluckauf leiden. Dass es mindestens 2 Geschlechter gibt, ist mir auch bewusst, wenn ich nicht 3mal in jedem Satz darauf hingewiesen werde. Über die Grünen-Posse im Saarland empfinde ich eher Belustigung als Bedauern.


    Und da es ohne Anekdoten nicht gerne geht:


    1. Meine grünwählende, ansonsten aber recht wohlgeratene Tochter hat sich angewöhnt, mich "X-Chromosom-spendendes Elternteil" zu nennen. :D


    2. Ich habe neulich einen jungen Mann gesehen, der ein T-Shirt trug mit dem Spruch: Ich wurde gender-neutral erzogen. Deshalb kann ich weder kochen noch das Auto reparieren!" :D

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Meine grünwählende, ansonsten aber recht wohlgeratene Tochter hat sich angewöhnt, mich "X-Chromosom-spendendes Elternteil" zu nennen. :D

    Hat sie etwa in BaWü die Grünen gewählt? ...und damit einem grünen Landespappi zu seinem Amt verholfen, der jetzt öffentlich von "Tugendterror" und "Sprachpolizei" spricht???

    :D:D ...genau mein Humor... :D:D

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Wir hatten auch mal eine Diskussion über Signal. Es ging darum, meiner Frau eine Kaffeemühle zu schenken. Ich plädierte für eine altmodische mit Handkurbel, meine Tochter für eine elektrische (ich wurde mit 1:1 überstimmt)


    Ich schrieb: Schon mal was von ökologischem Fußabdruck gehört, du neonleuchtreklamen-Grüne?

    Sie schrieb zurück: Schon mal was von Wirkungsgrad gehört, du Flugschämer? :D

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • über Signal? Das war der Fehler

    Dem muss ich, als ITler (und überzeugter Signal Nutzer) vehement widersprechen.


    Es ist letztlich ein biologisches Phänomen:


    Ein XX-Chromosomensatz beinhaltet nun mal mehr Informationen als XY (sieht man sofort, da fehlt ein "Strang") und hat damit einfach mehr "Gewicht"... da hatte er keine Chance!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Der AG kann und darf gendergerechte Sprache einführen.

    Ich wusste garnicht, dass der AG über dem Gesetz steht. Der Staat kann zwar Rechtschreibregeln einführen, sie aber nicht zum Gesetz machen. Also weshalb sollte ein AG seinen Mitarbeitern Rechtschreibregeln aufzwingen dürfen und damit über der deutschen Regierung stehen? Wenn der AG Gendesprech einführen will sollte das Gendersprech m.E. den geltenden Rechtschreibregeln entsprechen, "Kund:innen" z.B. entspricht m.E. keiner Rechtschreibregel.


    BTW:

    Mal schauen was bei Audi rauskommt. Denn Audi wurde ja von einem Mitarbeiter verklagt, da Audi Gendersprech erzwingt. Sollte Audi verlieren könnte das Auswirkungen auf alle Arbeitgeber haben, dann wird sich das Gendersprech vielleicht ganz schnell verlieren.

    Einmal editiert, zuletzt von mumpel () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von mumpel mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich wusste garnicht, dass der AG über dem Gesetz steht. Der Staat kann zwar Rechtschreibregeln einführen, sie aber nicht zum Gesetz machen. Also weshalb sollte ein AG seinen Mitarbeitern Rechtschreibregeln aufzwingen dürfen und damit über der deutschen Regierung stehen? Wenn der AG Gendesprech einführen will sollte das Gendersprech m.E. den geltenden Rechtschreibregeln entsprechen, "Kund:innen" z.B. entspricht m.E. keiner Rechtschreibregel.


    BTW:

    Mal schauen was bei Audi rauskommt. Denn Audi wurde ja von einem Mitarbeiter verklagt, da Audi Gendersprech erzwingt. Sollte Audi verlieren könnte das Auswirkungen auf alle Arbeitgeber haben, dann wird sich das Gendersprech vielleicht ganz schnell verlieren.

    Das Problem ist dabei aber das es ein VW Mitarbeiter ist welcher mit Audi Kollegen/innen (m/w/d) zu tun hat und dort von einer von Audi festgelegten Sprache zu tun hat. Da wird es nach meiner Meinung an der Zuständigkeit fehlen um das bei Audi zu ändern. Spannenderer wäre es wenn es ein Audi Mitarbeiter (m/w/d) wäre welcher gegen die Audi Regelung klagen würde.
    Deshalb halte ich diesen Prozess nicht für wirklich aussagekräftig weil es um ein Außenverhältnis und nicht um ein Innenverhältnis geht.
    Oder gibt es in der Zwischenzeit die Klage des VW Mitarbeiters und eine weitere Klage eines Audi Mitarbeiters?

  • Ich wusste garnicht, dass der AG über dem Gesetz steht.

    Ich bin mir sicher, das wusste Winfried auch nicht. Und das war auch nicht seine Aussage.


    Also weshalb sollte ein AG seinen Mitarbeitern Rechtschreibregeln aufzwingen dürfen und damit über der deutschen Regierung stehen?

    Auch das hat Winfried so nie gesagt.


    Ich habe mir mal erlaubt, Winfrieds Aussagen so zu modifizieren, wie ich seine Aussage verstanden habe.

    •Der AG kann und darf gendergerechte Sprache einführen jeder Sau folgen, die durch's Dorf getrieben wird.

    •Insoweit es sich um Ordnungsverhalten handelt, und das wäre bei innerbetrieblichen Kommunikationsregeln imho so, ist der BR zu beteiligen.

    •Eine Unterweisung bzw Schulung aller betroffenen Mitarbeiter:innen wäre natürlich obligat.


    Wenn es dem AG gefällt, darf er auch festlegen, dass interne wie externe Kommunikation nur noch auf lila-blassblau-kariertem Papier zu notieren ist und sich in der internen wie externen Kommunikation einer besonderen Sprache/Terminologie zu bedienen ist. Diese Regelungshoheit beschränkt sich aber selbstverständlich auf den Bereich der dienstlichen Angelegenheiten. Punkt.


    Ich sehe keinen Unterschied darin, ob in einer CI die Schriftart und Größe und eine bestimmte Terminologie festgelegt wird, oder irgendetwas anderes. Aber wenn der AG möchte, dass etwas auf eine bestimmte Art gemacht wird, dann muss er natürlich dafür sorgen, dass seine Arbeitnehmer:innen dazu auch (technisch) in der Lage sind.


    Und solange der AG hier nichts unsittliches verlangt, solange tun die AN gut daran, diesen Anweisungen zu folgen.


    Wenn der AG Gendesprech einführen will sollte das Gendersprech m.E. den geltenden Rechtschreibregeln entsprechen

    Fände ich persönlich auch durchaus begrüßenswert. Aber der Verstoß gegen Rechtschreibregeln ist nunmal weder strafbewehrt noch sonst irgendwie "unsittlich". Und wenn mein AG will, dass sich seine Firma so präsentiert - ist seine Firma. Nicht mein Problem!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Aber der Verstoß gegen Rechtschreibregeln ist nunmal weder strafbewehrt noch sonst irgendwie "unsittlich".

    Das nicht, aber er wirkt nicht sonderlich intelligent, was bei einer Firma, die auf Repräsentation bedacht ist, nicht förderlich wirken könnte. Als Einstieg gebe ich mal die richtigen gendergerechten Zeitformen bekannt, weil die Formulierung "verunfallte Radfahrende" die Frage aufwerfen könnte, wie ein:e Tote:r noch Rad fahren kann:


    Präsens: Radfahrende

    Präteritum: Radgefahrene

    Perfekt: Radgefahrenhabende

    Plusquamperfekt: Radgefahrenhattende

    Futur Eins: Radfahrenwerdende

    Futur Zwei: Radgefahrenhabenwerdende


    Mark Twain (Entschuldigung, dass ich dessen Bücher gelesen habe, weil er seiner Zeit entsprechend das gaaaaanz böse N-Wort benutzte, obwohl er ein Gegner von Rassismus war) sagte mal: Englisch lernt man in 30 Stunden, Französisch in 30 Tagen, Deutsch in 30 Jahren. Heute würde er wohl hinzufügen: Auf alle Übersensibilitäten Rücksicht nehmendes Deutsch in 300 Jahren. ;)

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • In diesem Zusammenhang möchte ich euch das Buch von Sahra Wagenknecht, Die Selbstgerechten, nahelegen.

    Wichtiger wie die gendergerechte Sprache sollte die wirkliche Abschaffung von Benachteiligungen sein.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Wichtiger wie die gendergerechte Sprache sollte die wirkliche Abschaffung von Benachteiligungen sein.

    Vollkommen richtige Schlussfolgerung mit einem wirklich vermeidbaren Fehler: Wichtiger als die gendergerechte Sprache...


    Mein Arbeitgeber gibt über eine Terminologie auch vor, wie bestimmte Elemente unserer Produkte in der Kommunikation nach außen hin zu benennen sind und "verbietet" dabei auch bestimmte Wörter, die regional absolut gebräuchlich sind. Mit Konsequenzen ist das nicht belegt, aber wenn er sich das so wünscht, ist das erst einmal legitim.

  • Moin,


    von mir als Threadersteller vielleicht ein kurzes Feedback: Wir haben das Thema auf die TO der nächsten Sitzung gesetzt. Mein Beschlussvorschlag ist, dem Unternehmen aufzugeben, dass es die Anweisung zurückzieht und mit uns in Verhandlungen über den Abschluss einer BV eintritt. Ziel sollte sein, dass die Anwendung gendergerechter Sprache dem Mitarbeiter freigestellt, gerne empfohlen wird. Aber als verbindliche Arbeitsanweisung werden wir dem keinesfalls zustimmen.

    Moin,


    um das Thema im Loop zu halten: Wir haben auf unserer Sitzung per Beschluss den AG aufgefordert, die Anweisung zurückzuziehen und mit uns in Verhandlungen zu treten, da wir hier unsere MBR nach §87 (1) 1. verletzt sehen. Und wir haben auch gleich als Angebot mitgegeben, dass wir mit der Sache leben können wenn sie deutlich und explizit als freiwillig für die Mitarbeiter gekennzeichnet wird.

    Jetzt ist aber erst mal die GF im Urlaub, und das ganze wird daher noch etwas auf Erledigung warten.

  • wie sieht eigentlich eine gendergerechte Beschriftung der Toilettenbeschriftung dann bei euch aus?


    steht das dann anstatt: Herren

    zukünftig : Herr/-innen


    oder benötigen wir jetzt 3 bzw. 4 separate Toiletten?

    Damen

    Herren

    unisex


    ohne Witz, der AGV empfiehlt als Lösung:

    Sofern sich derzeit intersexuelle Beschäftigte auf ihr Geschlecht berufen, kann allerdings über eine pragmatische Lösung im Betrieb nachgedacht werden, so z. B. über eine gemeinsame Nutzung der Sanitärräume für Menschen mit Behinderungen.

    https://www.agv-bs.de/das-drit…echt-das-ist-zu-beachten/

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • wie sieht eigentlich eine gendergerechte Beschriftung der Toilettenbeschriftung dann bei euch aus?

    Stehpinkler (m/w/d)

    Sitzpinkler (m/w/d)


    In die Stehpinkler (m/w/d) Toilette kommen dann nur Urinale und in die Sitzpinkler (m/w/d) Toilette nur Kloschüsseln. Dazu ein allgemeiner Hygienehinweis, das nicht in die Urinale gekackt werden darf und die Frage wo man dazu hingehen soll ist auch schon geklärt. ;)

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser