Aufgaben der BRM

  • Hallöle,


    ich mache mir ja schon einige Zeit Gedanken, warum viele MA mit der BR-Arbeit nicht zufrieden sind. In diesem Zusammenhang taucht bei mir immer wieder die Frage auf, wie die Arbeiten in einem BR "verteilt" sind. Unser BR ist z. B. ein 15er Gremium. Es wurde auch festgelegt, wer für welche MA bzw. Abteilungen zuständig ist. Das ist ja soweit auch absolut in Ordnung. Da wurde entsprechend Kenntnissen u. ä. zugeordnet. Ein Techniker halt für technische Bereiche usw.


    Nur ist uns aufgefallen, dass bei sämtlichen Verhandlungen mit dem AG nur die 3 freigestellten BRM (inkl. BRV) teilnehmen. Es läuft halt so, dass sie dann in den betreffenden Bereichen Infos einholen, um besser argumentieren zu können. Gerade in unserem Bereich, der mit sehr individuellen Problemen umgehen muss (oft auch sehr technisch), hat der BR immer noch keinen Durchblick und hat uns dementsprechend sehr sehr schlecht vertreten. Im Gegenteil - es wurden sogar auf Grund dieses NUll-Durchblicks sehr nachteilige Vereinbarungen für die AN getroffen.


    Aber nun endlich mal zu meiner Frage: Wäre es denn nicht angebrachter, wenn bei solchen speziellen Verhandlungen zumindest 1 BRM mit dabei ist, welches das nötige Wissen mitbringt? Wie wird das bei Euch gehandhabt? Ich trete ja zur nächsten Wahl mit einer eigenen Liste an und wenn ich wirklich Glück habe und gewählt werde, möchte ich meine Kollegen so gut wie möglich vertreten. Nur wenn sich da auch wieder nur die "drei Damen vom Grill" berufen fühlen, Verhandlungen zu führen, dann kann ich ja nicht optimal für meine Kollegen arbeiten.


    Wer legt denn fest, wer welche Verhandlungen führt? Wird das bei jeder einzelnen Verhandlung vom Gremium beschlossen? Könnte ich als normales BRM dann irgendwelche "Wünsche" zu einer Teilnahme an entsprechenden Verhandlungen anmelden? Ich weiß nicht, wie ich es anderes formulieren könnte. Fordern oder so finde ich da bisschen hart, würde halt nur gern teilnehmen.


    LG Lilex

    ~~~ Alle sagten: Das geht nicht! Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht. ~~~

    ~~~ Eine Lösung hätte ich - mir fehlt nur das passende Problem. ~~~

  • Hallöchen,

    wir haben bei uns noch (feste)Ausschüsse zu verschiedenen Sachen, aus denen dann auch häufig die Ideen zu Betriebsvereinbarungen kommen. Oder wir machen eine Arbeitsgruppe für nur 1 BV. Beredet wird das natürlich erstmal alles im BR. Wenn dann Verhandlungen anstehen, beschließen wir eine Verhandlungskommission, in der der Vorsitz ist und Leute aus dem Ausschuss, weil die ja auch alles am besten zum Thema wissen.

  • Hallo Lilex,


    bei uns ist es ähnlich wie bei Gretel. Wenn wir eine BV verhandeln wollen, dann wird im Regelfall erst einmal im Gremium besprochen, welche Ziele wir bei der BV haben. Wenn dann die BV entworfen wurde, bestellt der BR das Verhandlungsgremium, das mit einem Mandat ausgestattet wird. Im Rahmen dieses Mandates darf es dann verhandeln. Wenn dann fertigverhandelt wurde, wird die BV nochmal dem Betriebsrat im Wortlaut vorgestellt und der Betriebsrat beschließt die BV.


    Gelegentlich setzen wir uns auch mit dem AG zusammen und besprechen vorab mit ihm Eckpunkte für eine BV, bevor die BV geschrieben wird. Dann setzt das Gremium für das Verhandlungsgremium die Eckpunkte fest, die es vereinbaren muss.


    Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, zu Abteilungsspezifischen Fragen kommen, wird entweder vom Betriebsrat oder vom Verhandlungsgremium das "zuständige BRM" losgeschickt, um in seiner Abteilung die Fragen zu klären.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Wir haben ebenfalls einen Haufen "Ausschüsse" (Themengebiete) mit jeweils drei Menschen besetzt, die sich für das Thema in gewisser Weise besonders interessieren oder berufen fühlen. Unsere Unternehmensstruktur ist in der Hinsicht aber sehr übersichtlich, sodass es da kaum Unterschiede bei den Personen gibt.

    In unserer GO haben wir festgelegt, dass bei Verhandlungen / Gesprächen immer mindestens zwei BRM teilnehmen, bestenfalls mindestens einer aus dem zugehörigen Ausschuss.

    Grundsätzlich sprechen wir aber direkt zu Beginn im Gremium ab, wer sich besonders berufen fühlt und die Gespräche übernehmen möchte. Das ist aber die komfortable Situation in einem einheitlichen, harmonischen BR ohne Kompetenzgerangel.

  • bei uns ist es meist leider so, dass ausser mir, meinem Stelli und einer weiteren Freigestellten nie jemand an den Verhandlungen teilnehmen will.

    Ich hätte, je nach Thema, durchaus gerne auch andere BRM mit Fachwissen dabei aber zwingen nützt nix und geht auch net.

    Die BVen werden aber auch im Wortlaut dann mit dem ganzen Gremium besprochen und beschlossen.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Hallo Ihr Lieben,


    da scheint es also auch anders (besser) zu gehen. Danke für Eure Ausführungen!


    Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, zu Abteilungsspezifischen Fragen kommen, wird entweder vom Betriebsrat oder vom Verhandlungsgremium das "zuständige BRM" losgeschickt, um in seiner Abteilung die Fragen zu klären.


    Und DAS gibt es bei uns nicht. Bzw. da gehen die 3 Damen los und fragen nach. Da sie aber immer nur im Büro gearbeitet haben, verstehen sie einfach nicht die technischen Sachen. Dass zum Beispiel ein nicht funktionierendes Terminal viel mehr Zeitaufwand für die MA erfordert. Wobei nebenbei noch erwähnt werden sollte, dass dieses Terminal einer der Gründe war, einen MA einzusparen. Oder dass man keine Bereiche gleichsetzen kann, weil diese unterschiedliche technologische Lösungen haben. Das BRM, welches uns technisch vertreten könnte, war nicht ein einziges Mal involviert.


    Ich befürchte, dass ich auf sehr viel Gegenwind stoßen werde. Dabei mache ich mir jetzt schon Gedanken und weiß noch nicht einmal, ob ich bzw. meine Liste überhaupt genug Stimmen bekomme :/

    ~~~ Alle sagten: Das geht nicht! Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht. ~~~

    ~~~ Eine Lösung hätte ich - mir fehlt nur das passende Problem. ~~~

  • bei uns ist es meist leider so, dass ausser mir, meinem Stelli und einer weiteren Freigestellten nie jemand an den Verhandlungen teilnehmen will.

    Ich hätte, je nach Thema, durchaus gerne auch andere BRM mit Fachwissen dabei aber zwingen nützt nix und geht auch net.

    Die BVen werden aber auch im Wortlaut dann mit dem ganzen Gremium besprochen und beschlossen.

    Genau das Gleiche bei uns.

    Hallo, ich freue mich darauf, neue Freunde zu finden! :)

  • Hm... ich bin mal wieder begeistert über die Vielfalt in deutschen Betrieben...


    Grundsätzlich halte ich es nicht für verkehrt, wenn an den Verhandlungen die "Profis" teilnehmen. (Das soll nicht despektierlich gegenüber den übrigen BRM sein, aber ich denke schon, dass allein aufgrund der Freistellung bei den Freigestellten mehr Erfahrung vorhanden ist.)


    Wenn ich aber so etwas lese

    da gehen die 3 Damen los und fragen nach

    es wurden sogar auf Grund dieses NUll-Durchblicks sehr nachteilige Vereinbarungen für die AN getroffen

    verstehe ich nicht mehr so ganz, wie dort gearbeitet wird.


    Ja, die Freigestellten sind prinzipiell mal die "Arbeitstiere" des BR. Insofern klar, sollen sie sich einbringen, sollen sie Formulierungen ausarbeiten usw. usf.


    Aber es gibt doch da noch ein ganzes Gremium! Der Abschluss einer BV gehört grundsätzlich nicht zu den Aufgaben eines Betriebsausschusse. Jedenfalls nicht ohne Beauftragung des Gremiums. Insofern wäre meine Erwartungshaltung hier, dass in der BR-Sitzung besprochen wird, welche Themen anstehen. Dort wird auch festgelegt, wer sich für die Verhandlungen zur Verfügung stellt (und hier erwarte ich natürlich immer, dass die Freigestellten (zumindest teilweise) mit dabei sind. Und idealerweise wird dann auch immer der notwendige Sachverstand mit dazu gepackt. (Vorausgesetzt es findet sich jemand, der will.)


    Aber irgendwann kommt doch der Punkt, wo das komplette Gremium die Regelungen verabschieden muss. Und spätestens da sollte der BR auf den Sachverstand hören und sagen: oh, na wenn das keinen Sinn macht, dann müssen wir da noch mal nachverhandeln. (Weshalb bei uns z.B. die Verhandlungsteams bei jeder Sitzung berichten, wie sich das entwickelt. Und wenn der AG mit irgendeinem tollen Einfall um die Ecke kommt, ist die Standardantwort: Nehmen wir mit in die Sitzung, besprechen wir, wir melden uns.)


    Um mal auf deine konkreten Fragen einzugehen:

    Wer legt denn fest, wer welche Verhandlungen führt?

    Wie heißt es so schön? Der Betriebsrat äußert seinen Willen in Form von Beschlüssen. (s. § 33 BetrVG)

    Also grundsätzlich macht das das komplette Gremium.


    Wird das bei jeder einzelnen Verhandlung vom Gremium beschlossen?

    Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Verhandlungen z.B. die Teil des täglichen Geschäfts sind (z.B. Anhörungen) können auch pauschal an z.B. den Betriebsausschuss delegiert werden.


    Da der Abschluss von Betriebsvereinbarungen ausdrücklich von dem "Generalmandat" ausgenommen ist (s. § 27 (2) Satz 2, 2. Halbsatz BetrVG), ist für mich klar, dass auch hier das Verhandlungsteam individuell bestimmt wird. (Das ist aber keine zwingende Vorgehensweise! Lediglich der Abschluss ist ausgenommen, über die Verhandlung sagt das Gesetz gar nichts!)

    Könnte ich als normales BRM dann irgendwelche "Wünsche" zu einer Teilnahme an entsprechenden Verhandlungen anmelden?

    Gegenfrage: wer sollte dich hindern Wünsche anzumelden? Einfach melden und mitteilen, dass man sich gerne in die Verhandlungen einbringen möchte und den Antrag stellen, der Betriebsrat möge beschließen, dass man teil des Verhandlungsteams wird. Ob der BR das dann macht? Zuviel Staub auf meiner Kristallkugel... ;)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

    Einmal editiert, zuletzt von Moritz ()

  • Wir besprechen im Gremium (11 BRM, 1 aufgeteilte Freistellung) die Themen für die Monatsgespräche. Der geschäftsführende Ausschuss ist so zusammengesetzt, dass er bei fast allen Fragen kompetent mitreden kann. Wo das nicht so ist, also ganz spezielles Fachwissen gefordert ist, tritt ein gAM zugunsten des fachkundigeren BRM zurück.

    Übrigens: Auch wenn ein gAM verhindert ist, nimmt ein anderes BRM teil. So bekommt jedes Mitglied Einblick in den Ablauf von Monatsgesprächen und hat es leichter, sich zu engagieren.


    Ich habe bei Lilex' Gremium den Eindruck, dass das Problem nicht nur mit fehlendem Sachverstand zu tun hat. Es riecht ein bisschen nach Geringschätzung, wenn da Leute ohne wirklichen Einblick die Arbeitsbedingungen von Kollegen verhandeln.

  • Jedes BRM ist aber auch Ansprechpartner für jeden Mittarbeiter/in aus jedem Bereich des Betriebes.
    Und ob es sinnvoll ist das ein BRM mit dem Wissen aus seinem Fachbereich das alleine macht dort die Fragen zu klären bin ich mir persönlich nicht sicher.

  • Wir besprechen im Gremium (11 BRM, 1 aufgeteilte Freistellung) die Themen für die Monatsgespräche. Der geschäftsführende Ausschuss ist so zusammengesetzt, dass er bei fast allen Fragen kompetent mitreden kann.

    bedeutet, bei Euch nimmt dieser Ausschuss am Monatsgespräch teil?

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • ob es sinnvoll ist das ein BRM mit dem Wissen aus seinem Fachbereich das alleine macht

    Wo hast Du das denn rausgelesen?


    Ich habe es so verstanden, dass sie dafür sorgen, dass in dem bearbeitenden Team immer mindestens ein Kollege aus der betroffenen Abteilung vorhanden ist, so dass Entscheidungen wenigstens nicht von jeglicher Sachkenntnis ungetrübt gefällt werden.


    Sprich, auch wenn man den Sachverstand vielleicht breiter aufstellen könnte (!), von alleine ist doch nirgendwo die Rede.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo Moritz,


    aus dem Ausgangsposting.


    Wo hast Du das denn rausgelesen?


    Hallöle,


    ich mache mir ja schon einige Zeit Gedanken, warum viele MA mit der BR-Arbeit nicht zufrieden sind. In diesem Zusammenhang taucht bei mir immer wieder die Frage auf, wie die Arbeiten in einem BR "verteilt" sind. Unser BR ist z. B. ein 15er Gremium. Es wurde auch festgelegt, wer für welche MA bzw. Abteilungen zuständig ist. Das ist ja soweit auch absolut in Ordnung. Da wurde entsprechend Kenntnissen u. ä. zugeordnet. Ein Techniker halt für technische Bereiche usw.

  • So viele verschiedene Aussagen und Ansichten. Da bin ich froh, dass ich das mal gefragt habe. Es ist schon interessant, wie in anderen Unternehmen der BR arbeitet. Bei uns ist es leider sehr eingefahren... Keine Änderungen, keine neuen BRM, immer die gleichen. Seit Jahren. Bis ich jetzt endlich auf die Idee gekommen bin, eine eigene Liste einzureichen. Bzw. mit einer Kollegin zusammen, die in ihrer alten Firma 12 Jahre im BR war.


    Jedes BRM ist aber auch Ansprechpartner für jeden Mittarbeiter/in aus jedem Bereich des Betriebes.
    Und ob es sinnvoll ist das ein BRM mit dem Wissen aus seinem Fachbereich das alleine macht dort die Fragen zu klären bin ich mir persönlich nicht sicher.

    Sorry, da hab ich mich wohl bissel blöd ausgedrückt. Derjenige kümmert sich nicht allein darum, er ist nur als erster Ansprechpartner genannt. Weil z.B. ein Schichtmeister als BRM eher Fragen zu Schichtzuschlägen o.ä. beantworten kann als ein Anzugonkel-BRM aus der Marketingabteilung. Ansonsten werden die Fragen ins Gremium mitgenommen. Hoffe ich mal, denn dann hat niemand wieder was davon gehört :(


    LG Lilex

    ~~~ Alle sagten: Das geht nicht! Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht. ~~~

    ~~~ Eine Lösung hätte ich - mir fehlt nur das passende Problem. ~~~

  • Sorry, da hab ich mich wohl bissel blöd ausgedrückt. Derjenige kümmert sich nicht allein darum, er ist nur als erster Ansprechpartner genannt. Weil z.B. ein Schichtmeister als BRM eher Fragen zu Schichtzuschlägen o.ä. beantworten kann als ein Anzugonkel-BRM aus der Marketingabteilung. Ansonsten werden die Fragen ins Gremium mitgenommen. Hoffe ich mal, denn dann hat niemand wieder was davon gehört :(


    LG Lilex

    Wer als erster Ansprechpartner den Mitarbeitern vom Betriebsrat genannt wird ist mir egal. Ich als Mitarbeiter aus der Nachtschicht will nur vom Anzugonkel-BRM betreut werden. Wenn er sich auf dem Gebiet nicht auskennt dann darf sich der Anzuonkel gerne kundig machen. :) und das darf er auch gerne für mich tun. :) :)

  • ich mache mir ja schon einige Zeit Gedanken, warum viele MA mit der BR-Arbeit nicht zufrieden sind.

    Klassisch fallen mir 2 Gründe ein:


    a) Fehlende Transparenz. Wenn die Leute nicht von Euch informiert werden, was Ihr gerade für Themen bearbeitet, dann haben die Leute einen guten Nährboden, die gezielt verbreiten, dass der BR eh nichts mache, nur Kaffee trinke usw. Besonders bei Führungskräften der mittleren Ebene ist das fast schon ein Mantra.


    b) MA halten einen BR für ihren persönlichen Erfüllungsgehilfen. Da will eine MA regelmäßig Überstunden leisten, obwohl sie bereits Vollzeit ist und es genügend Teilzeitangestellte gibt. Die BR verweigert die Zustimmung und weist darauf hin, dass erst einmal die Teilzeitkräfte bedacht werden sollten, außerdem regelmäßige Mehrstunden nicht besonders gesundheitsförderlich sind. Was Du von der MA über 3 Ecken hören wirst: Der BR hat verhindert, dass ich mehr Geld verdiene.


    Zu Deiner grundsätzlichen Frage:

    Bei komplexeren Themen bilden wir Projektgruppen aus BR Mitgliedern, die wollen bzw. thematisch was sagen können, entweder weil sie bereits beruflich einen Zugang zu dem Thema haben, sich gut einarbeiten können oder anderweitig kompetent und sachkundig sind.

    Wir hatten z.b. eine BV zum Thema Pausenzeiten in der Küche. Da in unserem BR 2 Teamleiter aus der Küche sind, haben die eine Projektgruppe gebildet und die Vorschläge der GF aufgrund ihrer Praxiserfahrung in der Luft zerrissen. :saint:


    Wenn es Themen betrifft, die so speziell sind, dass Ihr alle keine Ahnung davon habt und Euch auch nicht einlesen könnt, dann empfehle ich Euch einen Sachverständigen einzuberufen. Wir hatten das kürzlich auch gemacht. Uns einen RA als Sachverständigen gesucht. Dem haben wir per Beschluss die Vollmacht gegeben, jegliche Kommunikation mit der GF für uns zu führen, alle Infos einzuholen, die er benötigt und ihm auch gleich die Vollmacht für die entsprechenden Arbeitsrechtlichen Schritte übergeben.

    Er hat jetzt quasi das Thema übernommen, regelt mit der GF seine Bezahlung, hat bereits das arbeitsgerichtliche Verfahren gestartet und informiert uns regelmäßig über den Stand, bis die BV steht.

    So lösen wir komplexe Themen.

  • bis die BV steht

    Ihr seid ja mutig. Ich halte wirklich viel von unserem RA, aber nie käme ich auf die Idee, ihn irgendwas alleine verhandeln zu lassen. Gerade bei einer BV gibt es so viele grundsätzliche Dinge zu bedenken und zu regeln, die möchte ich mir gar nicht aus der Hand nehmen lassen.

    Aber wenn das bei Euch funktioniert - ok.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Also ich bin auch gerade sehr verwundert. Denn gerade eine BV regelt ja die Dinge auf betrieblicher Ebene und wie kann ich etwas auf betrieblicher Ebene regeln, wenn ich keine Ahnung hab, wie der tägliche Wahnsinn bei euch von statten geht. Das ein RA die Entstehung einer BV begleitet und vielleicht auch bei den Verhandlungen dabei ist (weil er das auch wirklich kann) sehe ich ja ein und ist auch gut so. Aber ich finde den Ablauf bei euch schon mehr als mutig.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Hallöle,


    ich mache mir ja schon einige Zeit Gedanken, warum viele MA mit der BR-Arbeit nicht zufrieden sind.

    Meistens ist der Grund darin zu suchen, dass man schlechte Öffentlichkeitsarbeit macht. Und mit Öffentlichkeit ist die Belegschaft gemeint.

    Ihr verkauft eure Ergebnisse also schlecht oder gar nicht.

    Mitarbeiter die keine Informationen bekommen, streuen gerne Gerüchte. Und der Flurfunk kann sehr viel kaputt machen.

    Also: Öffi gründen, und der bereitet jede Woche die Arbeit des Gremiums auf und macht z.B. einen Newsletter (Schwarzes Brett, Intranet etc.) um die Belegschaft zu informieren.


    Nur ist uns aufgefallen, dass bei sämtlichen Verhandlungen mit dem AG nur die 3 freigestellten BRM (inkl. BRV) teilnehmen. Es läuft halt so, dass sie dann in den betreffenden Bereichen Infos einholen, um besser argumentieren zu können. Gerade in unserem Bereich, der mit sehr individuellen Problemen umgehen muss (oft auch sehr technisch), hat der BR immer noch keinen Durchblick und hat uns dementsprechend sehr sehr schlecht vertreten. Im Gegenteil - es wurden sogar auf Grund dieses NUll-Durchblicks sehr nachteilige Vereinbarungen für die AN getroffen.

    Absolute Todsünde in der Betriebsratsarbeit. So entsteht Nähe und Klüngel. Und das hat sich noch nie positiv für die Belegschaft ausgewirkt.

    Bei jeder Verhandlung sollte ein Fachkundiger und ein Fresh Eye mit dabei sein. Also jemand der die Belange des Betroffenen Bereichs kennt, und jemand der von Tuten und Blasen aus dem Bereich keine Ahnung hat.

    Gerade Fresh Eyes sind ein sehr gutes Mittel um Betriebsblindheit sowie Nähe und Klüngel zu unterbinden.


    Wer legt denn fest, wer welche Verhandlungen führt? Wird das bei jeder einzelnen Verhandlung vom Gremium beschlossen? Könnte ich als normales BRM dann irgendwelche "Wünsche" zu einer Teilnahme an entsprechenden Verhandlungen anmelden? Ich weiß nicht, wie ich es anderes formulieren könnte. Fordern oder so finde ich da bisschen hart, würde halt nur gern teilnehmen.


    LG Lilex


    Selbstverständlich kannst du um Entsendung zur Verhandlung bitten. Entscheiden tut letztendlich das Gremium.

    Da ist es aber nicht schwer das Gremium für sich zu gewinnen, wenn man die Vorteile auch mal benennt.

    Gerade die AG Seite sieht es gar nicht gerne, wenn sie immer wieder neue Verhandlungspartner haben, weil ihre Taktiererei dann oft ins leere läuft. Einen neuen kann man vielleicht nicht so schnell einwickeln.

    Viele BRV denken ja leider, sie können bestimmen wer was verhandelt. Pustekuchen. Entscheidet das Gremium!

    Natürlich kann es für gewisse Dinge auch fest stehende Teams geben, das muss aber in der Geschäftsordnung auch geregelt sein. Und es benötigt einen Beschluss vom Gremium, ob z.B. ein Ausschuss einen Abschluss verhandeln darf.

    Dann delegiert das Gremium den Ausschuss mit entsprechender Vollmacht.

    Aber selbst dieses Konstrukt kannst du als einzelnes BRM anfechten. Zur Sitzung in die Agenda als Tagespunkt aufnehmen lassen, und dem Gremium vortragen. Dann wird darüber wieder beschlossen. Und wenn es sein muss wöchentlich, da kann sich der BRV auf den Kopf stellen.

    Der/Die BRV hat allerdings bei allen Ausschüssen und Verhandlungen Teilnahmerecht!


    Kleiner Hinweis oder Tip noch am Rande: Die meisten Belegschaften finden unterschiedliche Listen nicht gut. Da wird schon viel Vertrauen in ein BR-Gremium im Vorfeld verspielt.

    Dieses Mittel zieht man eigentlich erst, wenn sich in Firmen so harte Silos verdichtet haben, dass man weiss, dass ein BRM aus dem "feindlichen Lager" einen nicht anständig vertreten würde.

  • Also jemand der die Belange des Betroffenen Bereichs kennt, und jemand der von Tuten und Blasen aus dem Bereich keine Ahnung hat.

    Ich persönlich kann an Nähe nichts schlechtes finden, solange es nicht in Klüngel ausartet. Aber den Tipp hier finde ich durchaus interessant, weil es tatsächlich dafür sorgt, dass längst sicher geglaubtes Wissen auch mal hinterfragt wird (Hä? Wieso?) Den Gedanken nehme ich gerne mit!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!