Arbeitgeber ignoriert Homeoffice Pflicht - Infektionsschutz Gesetz vom 23.04.21

  • Gute Morgen zusammen,


    mich würde mal interessieren, ob Eure Arbeitgeber die Verpflichtung zum Angebot von Homeoffice umsetzen. Wir sind ein 3-köpfiges BR-Gremium in einem japanischen Unternehmen, 25 Personen im Großraumbüro, davon 6 Personen über 60 J., teilweise mit Vorerkrankungen.

    Hintergrund: Unser AG ignoriert - wie üblich - alle Hinweise, bzw. Aufforderungen des Betriebsrates. Wir haben Vorarbeit geleistet, MA befragt, welche Tätigkeiten von zu Hause ausgeführt werden können und die Liste dem AG vorgelegt. Es passiert nichts, Informationen gibt es nur über den Flurfunk. Mitarbeiter, die fast ausschließlich von zu Hause aus arbeiten könnten, werden im Büro festgehalten, weil man ja "im Gespräch" bleiben müsse. Einige MA sind im Homeoffice, allerdings nicht dauerhaft, sondern im Wechsel, obwohl auch das nicht nötig wäre. Bei unserer stv. Geschäftsführerin dreht sich alles um ihre eigene Bedürftigkeit und man kommt mit normalen Maßnahmen nicht weiter.


    Habt Ihr eine Idee, was wir tun können ? Der Arbeitsschutz des Landes NRW wurde von uns verständigt, aber bei denen laufen die Leitungen wahrscheinlich im Moment über. Anwalt bemühen, oder hat das keinen Zweck ?

    Vielen Dank im Voraus :)

  • Der BR sollte auf jeden Fall das weitere Vorgehen mit einem Anwalt und / oder der Gewerkschaft das weitere Vorgehen besprechen. Da ja die Verweigerung von Homeoffice an einer Begründung durch den AG geknüpft ist könnte bei nicht ausreichender oder strittiger Begründung der Ablehnung der Rechtsweg beschritten werden.

  • Ich wäre da ja kreativ.


    Es gibt da doch so einen schönen § im BetrVG, der uns aufzeigt, wann und in welchen Bereichen wir ein E-Stellenfähiges MBR haben. Und da findet sich unter Absatz 1 Punkt 7 dieser schöne Passus:

    ... sowie über den Gesundheitsschutz im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften ...


    Also, BV entwerfen die das Home-Office regelt und dem AG die E-Stelle androhen. (Ob ihr die wirklich durchbekommt ist ja noch eine andere Frage, aber erst einmal habt ihr den RA mit der Durchsetzung eurer Rechte beauftragt... würde ich mal als "kostenpflichtiges Stänkern" bezeichnen. ;) )

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!