Computer - Arbeitszeitschutz? Wie lange am Stück?

  • Hallo,
    ich hätte da noch mal eine "Frischlingsfrage" (weil ich noch leider recht wenig/keine Erfahrung als BR habe). Also 2 Kolleginnen haben von der BR einen Brief bekommen in dem sie "ins Benehmen" gesetzt werden, dass Sonntagsarbeiten für sie tabu ist, weil sie dadurch so viele Überstunden aufbauen, die der AG natürlich nicht bzw. ungern bezahlen will. Die Überstunden abbauen ist auch schwierig, weil immer wenn eine von beiden geht oder Urlaub hat, muß die andere Mehrarbeiten - also wieder neue Überstunden für die andere Kollegin.
    Beide arbeiten bei uns im "Terminbüro". Die Art der Tätigkeit bringt es mit sich, dass alle 3 bzw. 4 Wochen neue Termine vergeben werden müssen (wir arbeiten in einem Kurheim fürs bessere Verständnis). Bis alle anderen Kollegen den Damen die nötigen Infos gegeben haben, ist es Freitag nachmittag. Sie terminieren dann (immer eine, die andere hat dann frei, weil man sich zu zweit beim terminieren auch gegenseitig blockieren würde d.h. das Programm wird dann langsamer)den Samstag und wenn sie nicht fertig werden auch den Sonntag. Der ihnen dann halt doppelte Stunden beschwert. Bei 200 Überstunden ist absehbar, dass man diese so eben nicht abfeiern kann. Der GL hat sie informiert, das sie die Arbeit gefälligst do/frei/ samstag zu erledigen haben. Das wird in der Praxis nicht gehen, aber wir werden sehen.
    Meine Frage nun: wie lange darf man eigentlich ununterbrochen (gut bis auf Pausen) am PC sitzen? In der Bildschirmarbeitsverordnung steht zwar fein wie der Arbeitsplatz auszusehen hat etc. und das man regelmäßige Pausen machen soll aber einen Passus darüber, wie viele Stunden man ingesamt am Bildschirm sitzen soll, steht da nicht. Meine Frage zielt deswegen in diese Richtung:
    Wenn die Kollegin auf biegen und brechen verhindern soll, das sie am Sonntag arbeitet und dafür dann Samstags von sagen wir mal 8.00 Uhr morgens bis 22.00 Uhr abends vor der Glotze sitzt, ist auf alle Fälle ihrer Konzentration und ihrem Augenlicht gar nicht gedient. Es wäre wenig sinnvoll und dürfte doch auch gerade für einen PC Arbeitsplatz gar nicht angemessen sein?
    Vielleicht ist diese Frage auch völlig hohl, weil man sowieso nicht solange arbeiten darf??? Dann bitte ich schon jetzt um Verzeihung!!!

    Vielen Dank schonmal !!!
    Euer Inselchen :?:

  • Hallo Inselchen (was für ein grandioses Pseudonym!),

    nö, ist gar nicht hohl... Natürlich dürfen die KollegInnen nur maximal 10 Stunden arbeiten, das ist dann auch die Obergrenze für Bildschirmarbeit.

    Die Bildschirmarbeitsverordnung gibt dann auch nicht so viel her. Einzig §5 könnte eine Hilfe sein; der schreibt vor, daß regelmäßige Unterbrechungen durch Pausen oder andere Tätigkeiten gemacht werden müssen. meines Wissens sagt die Rechtsprechung, daß das alle 2 Stunden ca. 10 Minuten sein sollten.

    Ich würde Euch vorschlagen, eine BV zum Arbeits- und Gesundheitsschutz am Bildschirm abzuschließen. Hier hat ein BR sehr weit gehende Mitbestimmungsrechte (z.B: § 87 I nr. 7, §91 BetrVG ist auch schön).

    Also: wenn Ihr die Situation der KollegInnen verbessern wollt, geht über die Bildschirmarbeitsverordnung hinaus und macht eine schöne BV.

    Grüße
    Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Hi Inselchen,

    wenn ich das so lesen, denke ich, dass die berühmt-berüchtigten Bildschirmpausen das kleinere Problem sind. So wie ich das verstanden habe, müssen die Kollegen ohnehin permanent Unterlagen wälzen, abheften etc. pp Alleine dadurch hätten die Augen schon genug Entlastung. Was hier viel problematischer ist: nach dem ArbZG darf nicht regelmäßig über 10 Stunden täglich gearbeitet werden (wobei regelmäßig auch schon jeder 2. Samstag wäre!). Und über einen Zeitraum von 6 Monaten darf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 48 Stunden nicht überschreiten.
    Beides scheint bei Euch nicht gegeben zu sein. Hier scheint ein krasser Fall von Fehlplanung vorzuliegen, da die Arbeit offensichtlich nicht im gesetzlichen Rahmen erledigt werden kann. Hier muss der AG sogar einschreiten. (Und Ihr auch!)
    Wenn das Problem in der IT liegt, sollte sich Euer AG mal Gedanken machen. An zu langsamer IT lässt sich etwas machen....

    Gruß

    Moritz

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Eine Handlungshilfe hierfür gibt die IG Metall auf ihrer Homepage unter dem Stichwort Arbeit und Ökologie, Briefe, Bildschirmpausen. Danach ist es richtig, häufig kurze Pausen zu machen - jede Stunde etwa fünf bis zehn Minuten. Noch besser sei aber eine Mischarbeit, das heißt regelmäßige Unterbrechungen durch andere Arbeiten. (BLZ) Hinweise für Bildschirmarbeiter im Internet unter: www. igmetall. de/gesundheit/

  • Team-ifb

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