Änderung Dienstsitz

  • Guten Morgen,


    ich habe eine Frage. Eine Kollegin soll mit ihrer Abteilung umziehen. Durch ihre Schwerbehinderung ist es für sie eine zu hohe körperliche Belastung.

    In wie weit muss die Kollegin den Umzug mit ihrer Abteilung hinnehmen bzw. gibt es eine zumutbare Kilometergrenze?


    ich danke euch für eure Antworten.


    LG Ines

  • die alten Räumlichkeiten werden durch Umstrukturierungen für andere Abteilungen benötigt.


    Der jetztige Dienstsitz ist Braunschweig und wird dann Lehre -Kreis Helmstedt sein.


    Angeblich soll dieser Umzug nur für ca. 1-2 Jahre sein. Aus Erfahrung gehe ich davon aus, das es sich um eine dauerhafte Lösung handelt. Die Kollegin arbeitet inTeilzeit.

  • Hallo Inchen,


    du bist mir ein wenig zu wortkarg.


    Ob es für den schwerbehinderten Menschen unzumutbar ist, den Umzug mitzumachen, ist immer eine Einzelfallentscheidung. Dabei sind die entsprechenden Umstände entsprechend zu bewerten.


    Bei einer Entfernung von 15 Km leuchtet mir, aufgrund deiner bisherigen Schilderungen, noch nicht ein, weshalb es für die Kollegin eine "zu hohe körperliche Belastung" sein sollte.


    Wenn die Kollegin momentan in der Nähe der Arbeitsstätte wohnt und diese mit dem Fahrrad oder zu Fuss erreichen kann und sie jetzt plötzlich ein Auto braucht, heißt das noch lange nicht, dass es für sie unzumutbar wäre. Denn dieses Problem haben erst einmal alle Kollegen und Kolleginnen. Sollte es jetzt aber so sein, dass sie aufgrund der Behinderung garnicht Auto fahren kann, wäre es schon wieder zu überlegen, auch wenn dann unter Umständen ein Fahrdienst in Frage käme.


    Ob die Kollegin einen Umzug hinnehmen muss, kommt auch auf die Umstände drauf an. Hat sie zum Beispiel einen festen Arbeitsplatz im Arbeitsvertrag stehen und keine Versetzungsklausel, kann ihr ein Umzug nur im Rahmen einer Änderungskündigung aufgezwungen werden. Gegen diese kann sie sich dann gerichtlich wehren. Wenn sie eine Versetzungsklausel im Arbeitsvertrag stehen hat, kommt es darauf an, wie diese ausgestaltet ist. In der Regel muss sie dann den Umzug hinnehmen, es sei denn, die Interessenabwägung fällt zu ihren Gunsten aus.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Hallo Markus,


    vielen Dank für deine Antwort.


    Sorry, da ich nur sehr selten als SBV gefordert werde, auf Grund einer sehr geringen Anzahl von SB in unserem Unternehmen, habe ich kaum Erfahrung in meinem Amt.


    Mit deiner Antwort kann ich arbeiten.... Vielen Dank dafür und Liebe Grüße von mir:-)

  • Hallo Inchen,


    es ist Deine Aufgabe, vom AG eine rechtzeitige Information anzufordern, dazu Stellung zu nehmen und ggfs. die Einschaltung des Integrationsamtes gem. § 167 Abs. 1 SGB IX zu fordern.

    Außerdem kannst Du Deinen BR auffordern, das Vorliegen einer Versetzung gem. § 95 Abs. 3 BetrVG zu prüfen und ggfs. die Zustimmung gem. § 99 Abs. 2 BetrVG zu verweigern.


    Es tut mir leid, aber das hier

    Sorry, da ich nur sehr selten als SBV gefordert werde, auf Grund einer sehr geringen Anzahl von SB in unserem Unternehmen, habe ich kaum Erfahrung in meinem Amt.

    kann ich kaum gelten lassen.

    Wir reden hier über zentrale SBV-Rechte gem. § 178 Abs. 2 SGB IX, die auch ein "kleine" SBV parat haben sollte. Und auch die "Begleitung" der BR-Arbeit zumindest in Sitzungen und die Einflußmöglichkeiten sollten zumindest in Grundzügen bekannt sein.