BR Mitglied innerhalb des Konzerns in einen anderen Betrieb gestellt

  • Hallo, ich habe folgendes Problem. Ein jetzt nachgerücktes BR Mitglied ist kurz nach der letzten Wahl in eine andere Klinik innerhalb des Konzerns per Personalgestellung versetzt worden. Die Kollegin hat keinerlei Bezug mehr zu unserer Klinik, beruft sich darauf Arbeitnehmer bei uns zu sein und möchte nicht zurücktreten. Sie nimmt regelmäßig an den Sitzungen teil, stellt viele Fragen (zu Abläufen Strukturen usw. die allen anderen bekannt sind) enthält sich jedoch bei allen Abstimmungen. Dies führt zu Unverständnis und Unruhe im Gremium. Kennt jemand so einen Fall, und hat eine gute Idee wie ich damit umgehen soll?

    Danke im Voraus

    Karin

  • da ihr sie regelmäßig an Sitzungen teilnehmen lasst, solltet ihr das Thema ob sie zu euch gehört schon geklärt haben, ansonsten wären alle Sitzungen und Beschlüsse an denen sie teilgenommen hat nicht korrekt und die Beschlüsse könnten angezweifelt werden.


    Ansonsten macht sie es doch richtig: Fragen stellen wenn sie was wissen will und Abstimmen wie sie es für sich entschieden hat.


    Man kann sie bitten sich doch nicht immer zu enthalten, aber mehr auch nicht.

    Die Scheu vor der Verantwortung ist eine Krankheit unserer Zeit, denn Macht ohne Verantwortung ist wie ein Feuer außer Kontrolle.


  • Eigentlich könnte die Kollegin für Euch recht nützlich sein, indem sie die Abläufe, BVs und Lösungsansätze bei Euch und in ihrer jetzigen Klinik vergleicht. Das könnte dann auch ein Ansatz sein, sie mehr und sinnvoller einzubinden.

  • Aus dem BR werdet ihr sie wohl nicht raus bekommen, wenn sie weiterhin in Eurem Betrieb angestellt ist.

    Allerdings kann sie kaum erwarten, dass man ihr jedes Thema vom Urschleim an und innerhalb der Sitzung, erklärt.

    Eine angemessene Vorbereitung für eine BR-Sitzung sollte man von jedem BRM erwarten können und auch fordern.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Ich würde der Kollegin erklären, dass Enthaltung die schüchterne kleine Schwester von Nein ist und sie damit grundsätzlich gegen jeden Beschluss stimmt. Das wird bei dann bei Gleichstand so richtig interessant, wenn ihre Stimme das Zünglein an der Waage ist und der/die SBV den Beschluss evtl. vor Gericht vertreten muß.


    Ich würde auch erwarten, dass sie nach angemessenen Erklärungen in der Lage ist, sich ein Bild zu machen. Wenn sie sich erst alles lang und breit erklären lässt und bei Beschlussfassung dann sagt: "Ich enthalte mich, weil ich die Abläufe nicht mitbekommen habe" ist sie keine Hilfe, sondern ein Klotz am Bein und zieht die Sitzungen nur in die Länge. Das kann man man ihr ruhig auch mal so direkt sagen. Ich würde in absteigender Priosierung:


    a. Sie bitten, sich möglichst vorab zu informieren und mit einem begründeten Ja oder Nein zu stimmen.

    b. Zu Gunsten einer Kollegin zurückzutreten, die in die Abläufe involviert ist und eine qualifiziertere Meinung beisteuern kann.

    c. Demonstrativ zeigen, wie lästig mir die ständige Erklärerei und ihr Stimmverhalten ist, z.B. "Heute ist mal jemand anders der Erklärbär, der Susi über die Thematik aufklärt, zu der sie sich sowieso enthält. Oder sollen wir uns die Erklärungen gleich sparen, da sie sich ja sowieso enthält?"

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Wenn sie sich erst alles lang und breit erklären lässt und bei Beschlussfassung dann sagt: "Ich enthalte mich, weil ich die Abläufe nicht mitbekommen habe" ist sie keine Hilfe, sondern ein Klotz am Bein und zieht die Sitzungen nur in die Länge.

    Du hast mir gerade die Worte aus dem Mund genommen!


    Nur mit Deinem "Maßnahmenkatalog" bin ich nicht so ganz d'accord.


    Ich würde ihr wohl mal unter vier Augen klar an den Kopf werfen, dass ich kein Problem damit habe, wenn sie ihr Mandat weiterhin ausfüllen will und auch gerne bereit bin, ihr die notwendigen Informationen zu verschaffen. Dafür würde ich aber erwarten, dass sie auch Stellung bezieht. Denn wenn sie sich am Ende sowieso enthält, kann man sich die Zeit für die Erklärungen schenken!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Danke für die vielen Antworten. Die Kollegin ist dauerhaft gestellt. Gewählt wurde sie noch als Mitarbeiterin unserer Klinik. Rechtens ist ihre Teilnahme an den Sitzungen laut Rechtsberatung von Verdi.

  • Ein jetzt nachgerücktes BR Mitglied ist kurz nach der letzten Wahl in eine andere Klinik innerhalb des Konzerns per Personalgestellung versetzt worden. Die Kollegin hat keinerlei Bezug mehr zu unserer Klinik, beruft sich darauf Arbeitnehmer bei uns zu sein und möchte nicht zurücktreten.

    Euer BR sollte ja zur Versetzung angehört worden sein. Oder? Solange das Arbeitsverhältnis bei euch besteht, bleibt Sie BRM.

    Sie nimmt regelmäßig an den Sitzungen teil, stellt viele Fragen (zu Abläufen Strukturen usw. die allen anderen bekannt sind) enthält sich jedoch bei allen Abstimmungen. Dies führt zu Unverständnis und Unruhe im Gremium.

    Das ist nachvollziehbar, dass dies zu Unverständnis führt, aber es ist ihr gutes recht. Es liegt aber auch an euch wie ausführlich ihr Sie unterrichtet.

    Das geschied aber doch auch wenn Abteilung Spezifische Themen besprochen werden von denen nicht jeder genaues weiß.

    enthält sich jedoch bei allen Abstimmungen.

    Auch das kann man ihr nicht vorwerfen. Jeder führt sein Amt so aus wie er es für richtig hält.

    Sie darüber aufzuklären, mit ihr zu sprechen, wie oben beschrieben kann man machen.

    Ansonsten sollte man dieses Verhalten tolerieren.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey